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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2018

Nicht wirklich witzig, naja so bisschen was von witzig und Beziehungsdrama auf männlichem Niveau

7 Kilo in 3 Tagen
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7 Kilo in 3 Tagen über Weihnachten nach Hause von Christian Huber, erschienen im rororo Verlag am 17. November 2017

Bastian wird wie jedes Jahr Weihnachten mit seinen Eltern verbringen. Dazu gehört, dass ...

7 Kilo in 3 Tagen über Weihnachten nach Hause von Christian Huber, erschienen im rororo Verlag am 17. November 2017

Bastian wird wie jedes Jahr Weihnachten mit seinen Eltern verbringen. Dazu gehört, dass er sich selbst die Geschenke mitbringt und seine Eltern „same procedure as every year“ spielen. Gleiche Sprüche, gleiches Essen und gleiche Verwandte, die besucht werden müssen. Etwas ist aber nicht gleich. Seine Exfreundin ist jetzt die Freundin seines Bruders. Letztes Jahr sind sie noch zusammen gewesen.

Ich bin durch ein Interview im Radio mit Christian Huber auf dieses Buch aufmerksam geworden. Es wurde allerdings der neue Band vorgestellt. So habe ich mir in froher Erwartung meinen Weihnachtslacher des Jahres zu besorgen und ohne den Klappentext zu lesen doch etwas enttäuscht worden. Ja, es geht auch um Weihnachten und die ewig gleichen Rituale und auch etwas um die Völlerei, die der Protagonist betreibt, aber hauptsächlich geht es darum, wie die lange Beziehung zur Ex beendet wurde, und wie es ist sie ausgerechnet zur Bescherung wieder zu treffen. Das ist dann eher kein anhaltender Lacher.

Christian Huber erzählt in diesem Buch eher bruchstückhaft Geschichten aus dem Leben des Bastian. Laut Interview sind einige Dinge aus dem wirklichen Leben gegriffen. Eine wirkliche Geschichte, außer dass der Protagonist wohl wie viele Leute über Weihnachten sich bei den Eltern einquartieren lassen und folgsam jedes Jahr die Weihnachtshighlights der älteren Generation abspulen passiert aber nichts Wirkliches im Buch. Selbst die meisten Witze kennt man nach Klappentext und Radiointerview schon.

Kann man lesen. Muss man aber nicht. Ist vermutlich eher witzig, wenn man in den Jahrgang des Autors gehört.

Veröffentlicht am 22.12.2018

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Der Wortschatz
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Der Wortschatz von Elias Vorpahl, Illustrationen von Julia Marie Stolba, erschienen als gebundene Ausgabe im Buchblatt Verlag am 1. Dezember 2018.

Gerade noch hat das Wort eine Diskussion mit dem Vater ...

Der Wortschatz von Elias Vorpahl, Illustrationen von Julia Marie Stolba, erschienen als gebundene Ausgabe im Buchblatt Verlag am 1. Dezember 2018.

Gerade noch hat das Wort eine Diskussion mit dem Vater darüber gehabt, ob Worte Menschen brauchen, da wird es von einem Menschen unsachgemäß ausgesprochen und verliert seine Bestimmung. Als namenloses, wertloses Opfer ohne Bedeutung wird es nun gejagt ohne es zu wissen, von jenen, die die Wortwelt aufräumen und Füllworte und Worte die die Welt verkomplizieren fangen und sie auslöschen. Seine Suche nach seinem Sinn wird zur Reise durch die Welt der Sprache.

Elias Vorpahl schickt uns auf eine Reise, auf der uns das Herz für die Sprache geöffnet wird und auf der wir sehr unsere eigene Vorstellung benutzen müssen. Wir selbst müssen dieses Buch mit Vorstellungen füllen. Der Weg dahin wird erleichtert da der Autor aus klassischen Kindergeschichten mit kleinen literarischen Ausflügen den Leser mit Bekanntem lockt. Wenn ich mir z.T. die Rezensionen ansehe hat er sich damit aber auch gleichzeitig ein Bein gestellt da diesen Ausflügen darin viel mehr Raum gegeben wird als sie im Buch eine Rolle spielen. Man könnte die Poesie von Elias Vorpahl genießen ohne eines der Bücher auf die angespielt wird gelesen zu haben. Vielleicht versinkt man sogar noch mehr in der Geschichte ohne das Wissen, dass sie in diesem Buch lauern und man ja ein furchtbarer Nicht-Bibliophiler Mensch ist, sollte man die Chuzpe haben solch ein Werk, ohne das entsprechende Vorwissen zu lesen.
Probleme werden einem höchstens die Abstraktheit der Protagonisten machen und manche Begebenheit, die irgendwie ohne wirklichen Halt innerhalb der Geschichte passiert. Da hat sich ein Mathematiker mal auf einem Feld ausgetobt auf dem fünf gerade sein dürfen.

Ich bin wirklich begeistert von der Aufmachung des Buches. Die Illustrationen sind einfach wundervoll. Zusammen ergibt sich für mich ein Buch welches ich nicht nur sehr gerne gelesen habe, sondern ein Buch, welches ich auch gerne in meinem Regal stehen habe und ab und zu darin blättern möchte.

Diese Geschichte ist für Menschen, die in ihrem Herzen Kinder geblieben sind und die Pusteblume ob ihrer tanzenden Schirmchen lieben und mit ihnen die Reise in eine fremde wundervolle Welt antreten würden. Der Zauber des Buchs wird schon in der Leseprobe entfacht. Wem die gefällt sollte zumindest Spaß an diesem Buch haben.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Leider keine Komödienstadel Qualität

Ich küss dich tot
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Ich küss dich tot: (K)ein Familien-Roman von Ellen Berg, erschienen im Aufbau Taschenbuch Verlag am 9. November 2018

Annabelle bricht gerade ihre Zelte in New York ab um ihren Traumjob in Singapur an ...

Ich küss dich tot: (K)ein Familien-Roman von Ellen Berg, erschienen im Aufbau Taschenbuch Verlag am 9. November 2018

Annabelle bricht gerade ihre Zelte in New York ab um ihren Traumjob in Singapur an zu treten als ein Hilferuf ihrer Mutter sie erreicht. Der Vater hatte einen Schlaganfall und sie allein schafft es nicht das Hotel zu managen. Annabelle bucht um und reist sofort nach Oberbayern in das verschlafene Nest Puxdorf wo sie schon einige Jahre nicht mehr zu Besuch gewesen ist. Als Hotelmanagerin plant sie schon auf dem Weg wie alles weiterlaufen soll als sie mehr oder weniger kurz vor der Heimat vom Taxi ausgesetzt wird da es kein Weiterkommen gibt. Der Ort ist eingeschneit. Durchgefroren, am Ende ihrer Kräfte findet sie einen Toten im Graben. Ohne Handynetz verschiebt sie den notwendigen Anruf bei der Polizei auf später. Die Polizei sucht dann vergeblich nach dem Toten. Der ist verschwunden. Dafür geht es ihrem Vater wesentlich besser als der Hilferuf hätte vermuten lassen.

Dies ist nicht mein erster Ellen Berg Roman. Bisher fühlte ich mich auch immer sehr gut unterhalten und so freute ich mich auf einen Weihnachtsroman der humorigen Art mit etwas Mord garniert. Bekommen habe ich eine Geschichte, die sich eher am Trash TV der privaten Medien orientiert. Annabelle, gerade frisch getrennt von ihrem Dauerfreund dem Spitzenkoch, kann nicht nur ein Hotel im Handstreich führen, die Männer scheinen ihr auch reihenweise zu verfallen und sie schafft es mal eben aus der siffigen Küche mit saufendem Koch einen Gourmettempel der Extraklasse zu machen. Frau Berg hübscht dann das Ganze noch mit Sprüchen von Kühlschrankmagneten auf, was sie ja eigentlich immer tut, aber irgendwann hat man jeden Spruch schon mal verwendet und auf Mehrfachverwurschtung sollte man dann im gleichen Werk verzichten.

Ganz verloren hat sie mich dann mit dem Ende der Geschichte. Nein, auch bei „Frauenunterhaltung“ sollte da etwas mehr Anlehnung an die Realität stattfinden.

Gerettet hat das Buch der flüssige Schreibstil und die so schön in schwarz-weiss eingeteilten Charaktere. Sowas liest sich zur Entspannung eigentlich immer gut. Kann man lesen, muss man aber nicht. Kein Buch was ich bedingungslos weiterempfehlen würde.

Veröffentlicht am 13.12.2018

Kein Geheimnis bei den Grays vorhanden

Das Geheimnis der Grays
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Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 22.09.2018.

Adrian Gray lässt jedes Jahr zu Weihnachten seine ungeliebten Kinder auf dem Landgut King’s Polar zur Weihnachtsfeier ...

Das Geheimnis der Grays von Anne Meredith, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 22.09.2018.

Adrian Gray lässt jedes Jahr zu Weihnachten seine ungeliebten Kinder auf dem Landgut King’s Polar zur Weihnachtsfeier antreten. Ehepartner sind sofern sie dem Familienoberhaupt genehm sind erlaubt, Kinder müssen anderweitig untergebracht werden. Adrian wird diesen Weihnachtsmorgen nicht mehr im Kreis seiner Familie begehen.

Die Autorin Anne Meredith ist besser unter Lucy Beatrice Malleson, Anthony Gilbert und J. Kilmeny Keith bekannt. Sie hat für 1933 wo dieser Krimi zuerst veröffentlicht wurde sicher ein besonderes Werk erstellt. Nach einer kurzen, mir zu kurzen, Vorstellung der Mitglieder der Familie und deren Lebensumstände treffen wir uns mit Adrian und seinem Mörder in der Bibliothek. Ja, man hat etwas dieses Cluedo Gefühl. Im Laufe des Buches erfahren wir etwas, nicht viel, über den Stand der Ermittlungen und welche Spuren zu diesen Schlüssen geführt haben. Gleichzeitig wissen wir wer der Mörder ist und was ihn dazu trieb Adrian zu töten. Dazu muss man sagen, dass keiner der Charaktere, ausser vielleicht der ermittelnde Beamte, einen sympathischen Zug hat. Die Vorstellung der Charaktere hatte für mich etwas von Speed-Dating und ich machte mir sogar Notizen zu den einzeln vorgestellten Leuten. Völlig überflüssig. Im Laufe der Geschichte findet man sich gut zurecht. Meredith liefert eine hervorragende Charakterstudie der einzelnen Charaktere ab, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, übertreibt es dann aber teilweise mit den Beweggründen einzelner Personen. Der englische Titel, Portrait of a Murderer, ist hier wesentlich passender.

Erwartet hatte ich einen spannenden Krimi, bei dem ich mit rätseln kann, bekommen habe ich eine interessante Charakterstudie. Nicht wirklich ein Krimi der sich mit Agatha Christies Krimis messen könnte, aber sicher gute, solide Unterhaltung der die Zeit spiegelt in der er spielt.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Alles hängt mit Allem zusammen

Ein Reif von Silber und Gold
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Ein Reif von Silber und Gold (Die Königschroniken, Band 3) von Stephan M. Rother, erschienen im rowohlt Poloaris Verlag am 20. November 2018

Die vergessenen Götter zürnen. Die Geschichte geht weiter ...

Ein Reif von Silber und Gold (Die Königschroniken, Band 3) von Stephan M. Rother, erschienen im rowohlt Poloaris Verlag am 20. November 2018

Die vergessenen Götter zürnen. Die Geschichte geht weiter dort wo sie aufgehört hat. Leyken sitzt auf der Esche fest die vor Erdbeben und madigen Angreifern erbebt, Sölva hat in der Raunacht Vater und Brüder verloren und die Völker des Nordens stehen vor den Trümmern ihres Königtums. Wer wird das Erbe des großen Otta antreten?
Der Autor hilft dem Leser mit kleinen Hinweisen schnell wieder in die Geschichte zu finden. Der Prolog ist wahrlich düster und ziemlicher Tobak. Wer nun erwartet, dass sich die dunklen Wolken verziehen irrt. Der abschließende Band der Königschroniken bleibt düster und die Protagonisten müssen gegen Fabelwesen antreten, die sich wunderbar in die unterkühlte Endzeitstimmung der Geschichte des hohen Nordens einfügen. Derweilen fallen andere Steinchen der Geschichte an ihren Platz und lassen den Leser endlich das große Ganze betrachten um dann einen recht unerwarteten Schluss, der den wirklichen Fans der Geschichte ein Lächeln aufs Gesicht zaubern wird, denen, die zweifelnd gewesen sind jedoch den Rest geben wird.
Auch dieser letzte Band ist wunderbar geschrieben. Allerdings wunderbar düster und fröhliche Stimmung sucht man vergebens. Man möchte sich beim lesen ein warmes Jäckchen anziehen, weil Rother es schafft, dass man sich fast fühlt als würde man in Kälte und Untergang live dabei sein.