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Veröffentlicht am 11.04.2018

Herren über Leben und Tod

Scythe – Die Hüter des Todes
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Scythe – Die Hüter des Todes von Neal Shusterman, erschienen im FISCHER Kinder- und Jugend-E-Books Verlag am 21.09. 2017

Die Menschheit hat sich eine Welt geschaffen in der der Tod besiegt ist und wo ...

Scythe – Die Hüter des Todes von Neal Shusterman, erschienen im FISCHER Kinder- und Jugend-E-Books Verlag am 21.09. 2017

Die Menschheit hat sich eine Welt geschaffen in der der Tod besiegt ist und wo eigentlich keiner arbeiten muss. Damit die Weltbevölkerung nicht ins Unermessliche ansteigt gibt es die Scythe. Sie sind ausgebildet die Nachlese, das Töten von Menschen, durch zu führen. Sie sind dabei frei in der Entscheidung wer sterben muss. Der Scyhe Faraday will einen neuen Scythe ausbilden. Damit nicht ein blutrünstiger Tyrann das Handwerk der Scythe erlernt, nimmt er zwei Schüler an die eigentlich unwillig sind dieses Handwerk zu erlernen und trotzdem bemüht sind alles richtig zu machen.

Dieser erste Band von Neal Shusterman führt uns in eine interessante Welt ein. Die Menschen können nicht mehr sterben, werden nicht mehr krank. Nur wenn ein Scythe dich auserwählt wirst du sterben. Natürlich versuchen die Menschen die Nachlese zu vermeiden indem sie versuchen zu bestechen, kriecherisch freundlich zu sein, alles zu tun, nur damit sie es nicht sind die sterben, sondern lieber jemand Anderes. Ein Scythe kann einem Immunität für ein Jahr vor der Nachlese verschaffen. Dementsprechend verhalten sich die Menschen wenn sie gewahr werden, dass sie im Augenblick nicht sterben sollen. Viele Leute versuchen auch zu fliehen sobald sie einer dieser Gestalten in ihren Roben ansichtig werden. Ich musste allerdings auch an die Pestärzte des Mittelalters denken als ich mir vorstellte wie diese Gestalten da durch die Menge schreiten die ihnen bemüht ausweicht.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, die Charakterbildung ist sehr interessant. Die Handlung der Protagonisten Citra und Rowan ist nachvollziehbar und der Leser kann ihren Gedanken und Motiven folgen. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Citra und Rowan. Um die Welt der Scythe zu versehen, werden Tagebucheinträge von anderen Scythe eingeschoben.

Dieser Auftakt der Scythe-Trilogie ist ein echter Page Turner der einen auch über den Wert des Lebens und was man damit anfangen kann nachdenken lässt. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.04.2018

Wasser ist Leben

Die Geschichte des Wassers
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Die Geschichte des Wassers von Maja Lunde , gelesen von Christiane Pearce-Blumhoff und Shenja Lacher. Erschienen im Random House GmbH der Hörverlag am 19.03.2018.

Norwegen 2017
Signe hat fast ihr ganzes ...

Die Geschichte des Wassers von Maja Lunde , gelesen von Christiane Pearce-Blumhoff und Shenja Lacher. Erschienen im Random House GmbH der Hörverlag am 19.03.2018.

Norwegen 2017
Signe hat fast ihr ganzes Leben dem Schutz der Natur gewidmet. Als sie feststellt, dass der Gletscher ihrer Kindheit in Kunststoffbehälter abgefüllt wird um als Eiswürfel in den Getränken der Superreichen zu enden, beschließt sie den verantwortlichen Mann, der einmal ihre Große Liebe gewesen ist zur Rede zu stellen. So segelt sie alleine von Norwegen nach Bordeaux und sinniert über ihre Kindheit und die Zeit die sie mit ihm verbracht hat.
Frankreich 2041
David und seine Tochter Lou sind vor der Dürre und dem Durst geflohen und warten nun in einem Flüchtlingsheim darauf, dass Anna und das Baby von denen sie auf der Flucht getrennt wurden endlich eintreffen. Um den Streitigkeiten zu entgehen die sich zwangsläufig in einem solchen Heim in kurzer Zeit aufbauen und auch um sie zu beschäftigen untersuchen sie die leeren Häuser der Umgebung. Dabei finden sie ein aufgegebenes Segelboot.

Abwechselnd hören wir die Geschichte von Signe und David & Lou. Signe ist 67 Jahre und ist eine zornige alte Frau. Hilflos musste sie zusehen wie der Fluss ihrer Kindheit einem Stausee und einem Kraftwerk zum Opfer gefallen ist. Jeder versucht am Wasserreichtum des Landes zu verdienen.

Paralell dazu hören wir dann die Geschichte des jungen Vaters der mit seiner 7-jährigen Tochter auf der Flucht ist vor der Dürre die Jahre des fehlenden Regens gebracht haben.

Sehr schön ruhig und eindringlich beschreibt Maja Lunde die Gefühle von Signe und David.
Mir fehlte etwas der Hinweis warum es zu einer Klimakatastrophe gekommen ist und nun Menschen innerhalb von Europa versuchen in die Regionen zu kommen in denen es noch Wasser gibt. So ist es mehr eine Flüchtlingsgeschichte mit Leute aus den beliebten Urlaubsregionen wo es heute schon oft Perioden der Trockenheit gibt wo die Regengeplagten Deutschlands Urlaub machen.

Christiane Pearce-Blumhoff ist eine sehr gute Besetzung der Signe, wobei sie mir teilweise zu eindringlich, zu laut wurde. Shenia Lacher lässt David vor meinen Ohren lebendig werden.

Maja Lunde nimmt uns mit in eine düstere Zukunft in der beschrieben wird was passieren wird, wenn wir es nicht endlich in den Griff bekommen das Kostbarste was uns diese Welt zur Verfügung stellt, das Wasser zu schützen.

Ich hatte leider zu spät gemerkt, dass es sich um eine gekürzte Ausgabe des Hörbuchs handelt. Ich werde mir wohl irgendwann das Buch besorgen und mich dann auf die ganze Geschichte einlassen.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Dieses Buch hat eher Mondschwerkraft

Artemis
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Artemis von Andy Weir, gelesen von Gabrielle Pietermann und Marius Clarén. Erschienen im Random House Audio Verlag als gekürzte Lesung am 5. März 2018.

Jasmin Bashara, von fast allen eigentlichen Jazz ...

Artemis von Andy Weir, gelesen von Gabrielle Pietermann und Marius Clarén. Erschienen im Random House Audio Verlag als gekürzte Lesung am 5. März 2018.

Jasmin Bashara, von fast allen eigentlichen Jazz genannt, arbeitet als Trägerin und Teilzeitschmugglerin auf dem Mond. Als ihr einer ihrer reichen Schmuggelkunden das Angebot macht für ihn einige Roboter einer anderen Firma zu sabotieren und ihr dafür eine erhebliche Summe Geld anbietet überlegt Jazz nicht lange und geht den Deal ein.

Andy Weir hat es wieder gemacht. Abermals betritt ein superintelligenter Protagonist die Bühne und flashed uns regelrecht mit kleinen Lektionen wie Leben auf dem Mond funktioniert. Dabei fühlt man sich als Leser etwas wie auf einer Rakete festgeschnallt die alle 5 Kilometer eine Vollbremsung macht, einen netten Wissenschaftler aus dem Nirwana erscheinen lässt und uns einen wissenschaftlichen Vortrag erteilt. Klar, wir sind nach diesem Buch schlauer als zuvor, die Erklärungen sind auch alle einleuchtend und verständlich, aber sie bremsen die Handlung doch so weit, dass man Jazz zurufen möchte: hör auf klug zu schwätzen, mach einfach.

Der besondere Schreibstil von Weir ist auch diesmal nicht dem Lektorat zum Opfer gefallen. Seine Protagonisten sind auch hier übersichtlich. Leider ist Jazz kein solcher Sympathibringer wie es Mark Watney ist, die Geschichte hat aber ähnliche Wurzeln. Jazz ist auf sich selbst gestellt und muss in einer feindlichen Umgebung überleben. Weir schreibt klassischen Jugend SF der 80er Jahre, modernisiert für das 21. Jahrhundert. Dabei fällt es dem Autor nicht leicht sich wirklich in eine 26-jährige Frau zu versetzen. Herausgekommen ist eher eine fluchende 16-jährige die unbedingt ihren Mann stehen will, gleichzeitig aber auch als wunderschöne Bordsteinschwalbe durchgehen kann. Außerdem bekommen wir immer wieder erzählt, wie intelligent Jazz doch ist. Leider sind weder ihr Lebensplan noch der Plan wie sie das Geld dazu auftreiben will besonders intelligent.

Gabrielle Pietermann ist eine gute Besetzung wobei ihr wohl immer die Sprechrolle der Hermine nachhängen wird. Marius Clarén spricht die Rolle des Brieffreundes Kevin. Beide Sprecher sprechen so jung, dass das Gefühl Jugendliche vor sich zu haben noch unterstrichen wurde.

Lässt sich gut hören, ist aber nicht annähernd so gut wie Der Marsianer.


Veröffentlicht am 05.04.2018

Be Breizh!

Bretonischer Stolz. Kommissar Dupins vierter Fall
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Bretonischer Stolz (Kommissar Dupin 4)von Jean-Luc Bannalec, gelesen von Gerd Wameling. Erschienen als Ungekürzte Ausgabe im Der Audio Verlag.

Kommissar Dupin soll eigentlich eine Fortbildungsveranstaltung ...

Bretonischer Stolz (Kommissar Dupin 4)von Jean-Luc Bannalec, gelesen von Gerd Wameling. Erschienen als Ungekürzte Ausgabe im Der Audio Verlag.

Kommissar Dupin soll eigentlich eine Fortbildungsveranstaltung besuchen die zu seiner Beförderung nun einmal dazu gehört. Fast schon erleichtert ist er, als ihn im letzten Augenblick ein Anruf erreicht und er zu einem Leichenfund gerufen wird. Die Leiche wurde von der betagten Madame Bandol gefunden die im Ruf steht etwas verwirrt zu sein. Als die Polizei eintrifft ist die Leiche verschwunden und Madame Bandol kann nicht viele Angaben machen. Dann gibt es einen weiteren Leichenfund. Ist das der verschwundene Tote oder eine neue Leiche?

Dupin wird mehr und mehr zum stolzen Bretonen und die ausführlichen Beschreibungen der Gegend und der kulinarischen Genüsse versetzen einen in Urlaubsstimmung. Man kann besser und besser verstehen wie Dupin und seine Mitarbeiter ticken. Dupin und der Präfekt verstehen sich überhaupt nicht mehr, aber der Leser versteht inzwischen auch genau warum das so sein muss.

Gerd Wameling liest hervorragend und man taucht richtig schön in die Geschichte und die Mythen der Bretagne ab. Der Krimi ist recht verzwickt, aber durchaus auch spannend. Mir hat dieses Buch bisher am besten aus der Reihe gefallen, aber ich höre die Geschichten auch mehr wegen der Beschreibungen und dem Flair. Zum Beginn der Reihe mochte ich Dupin nicht, aber inzwischen hat er sich zu einem manchmal kauzig wirkenden aber sehr sympathischen Menschen gewandelt.

Veröffentlicht am 27.03.2018

Die mit dem Tod Tango tanzen

Hologrammatica
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Hologrammatica von Tom Hillenbrand, erschienen im KiWi Verlag am 15.02.2018.

Galahad Singh ist Quästor und lebt im London des ausgehenden 21. Jahrhunderts. Er wird von einer Frau aufgesucht, die ihn ...

Hologrammatica von Tom Hillenbrand, erschienen im KiWi Verlag am 15.02.2018.

Galahad Singh ist Quästor und lebt im London des ausgehenden 21. Jahrhunderts. Er wird von einer Frau aufgesucht, die ihn darum bittet die spurlos verschwundene Juliette Perotte im Auftrag ihrer Mutter zu suchen. Galahad stellt schnell fest, dass Juliette nicht als Computerexpertin hätte arbeiten müssen da ihre Familie sehr reich ist. Er trifft sich mit ihrem Arbeitgeber und es sieht so aus, als wäre Juliette etwas Großem auf der Spur gewesen. Etwas was die Welt verändern könnte. Offensichtlich hat Galahad in ein Wespennest gestochen da der Arbeitgeber bei dem Treffen von Unbekannten ermordet wird.

Tom Hillenbrand hat einen außergewöhnlichen SF-Thriller geschrieben. Die Welt hat ihre Umweltprobleme nicht in den Griff bekommen und weite Teile der Welt sind wegen der gnadenlosen Hitze unbewohnbar geworden. Gleichzeitig wurde die Menschheit durch einen Virus auf die Hälfte der Bevölkerung reduziert. Die Menschen verschleiern sich mit Hologrammen die ihrer Umwelt ein perfektes Äußeres suggerieren, selbst wenn man eine Jogginghose trägt hat man nicht die Kontrolle über ihr Leben verloren. Der Autor mutet seinem Leser schon Einiges an Technikverständniss und einfachem Zuhören zu. Dies ist kein Buch, was man so an einem Nachmittag mal eben vorbeischippern lässt. Die Geschichte erfordert Aufmerksamkeit und den Willen sich einfach auf die technischen Errungenschaften der Zukunft ein zu lassen. Man sollte sich aber nicht einlullen lassen. Es ist ein Thriller und auch wenn die Quästoren das zu suchende Klientel als Milchtüten bezeichnet, haut uns Hillenbrand die Zukunft ziemlich um die Ohren.

Galahad ist homosexuell, was in der Zukunft von Hillenbrand keine wirkliche Rolle spielt. Überhaupt scheint es völlig egal zu sein mit welchem Geschlecht eine Rolle besetzt wird. Bei Hologramatica kann man sein Geschlecht der jeweiligen Tagesform anpassen indem man sein Gehirn einscannen lässt und auf einer Festplatte ablegt. So kann das sogenannte Quant sich in ein „Gefäß“, einem Ersatzkörper. spielen und das passende Aussehen für eine Party zu bekommen. Neugierig geworden? Die Menschheit wäre nicht wie sie ist, wenn die Menschen nicht auf noch ganz andere Dinge kommen würden um Gefäße zu nutzen.

Dieses Buch ist außergewöhnlich, es wirkt nicht überfrachtet oder belehrend obwohl viele aktuelle Themen in die Zukunft weitergedacht werden. Klare Leseempfehlung.