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Veröffentlicht am 15.01.2018

Eintauchen in eine magische Welt voller Intriegen

Grischa: Goldene Flammen
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Grischa: Goldene Flammen (erstes Buch) von Leigh Bardugo, gelesen von Cathlen Gawlich, erschienen im Silberfisch Verlag am 24. August 2012 als Hörbuch in einer gekürzten Ausgabe.

Alina und Maljen wachsen ...

Grischa: Goldene Flammen (erstes Buch) von Leigh Bardugo, gelesen von Cathlen Gawlich, erschienen im Silberfisch Verlag am 24. August 2012 als Hörbuch in einer gekürzten Ausgabe.

Alina und Maljen wachsen als Waisen auf und sind die besten Freunde auf der Welt. Alina wird zukünftig Kartographin sein, Maljen der wohl beste Fährtensucher der Welt. Auf dem Weg durch die düstere Schattenflur um ihre Ausbildung zu beenden werden die Beiden angegriffen und in ihrer Not und Verzweiflung greift Alina auf eine alte Macht in ihr die sie immer geleugnet hat zurück und verteidigt sich und ihren Freund. Das ruft sofort einen der Grischa, so nennen sich die Magier dieser Welt, auf den Plan. Er beschützt Alina und lässt sie ausbilden.

Auf der einen Seite bin ich von der Idee hinter dem Buch sehr angetan gewesen, auf der anderen Seite ist die Story wieder einmal hässliches ungeliebtes Entlein welches unsterblich in ihren Freund verliebt ist, der bombastisch aussieht und ständig an geflirtet wird, findet ihre Bestimmung als Retterin und wird natürlich zum wunderschönen Schwan. Gut, Fantasy Geschichten sind die heutigen Märchen und die „Prinzessin“ ist zwangsläufig immer verzweifelt und wunderschön.

Ich hatte viel von dem neuen Buch von Leigh Bardugo gehört und dachte mir, dass ich hier eine Einführung in die Welt finde was auch auf behutsame Weise stattgefunden hat. Die Welt ist russisch angehaucht mit russischen Namen, einem Zar, Intrigen und Machtgier.

Ich finde es schade, dass ich nur eine gekürzte Hörbuchversion bekommen konnte, die ist dafür aber grandios von Cathlen Gawlich gelesen, wobei man immer etwas das Gefühl hatte, dass sie einen trockenen Mund hatte. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.01.2018

Was und wer steckt hinter der ansteigenden Selbstmordzahl?

Suizid
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Suizid von Dean Koontz, erschienen im HarperCollins Verlag am 20.12.2017

Jane Hawks Mann hat vor einigen Wochen Selbstmord begangen. Etwas was Jane für ausgeschlossen gehalten hat. Sie findet sich nicht ...

Suizid von Dean Koontz, erschienen im HarperCollins Verlag am 20.12.2017

Jane Hawks Mann hat vor einigen Wochen Selbstmord begangen. Etwas was Jane für ausgeschlossen gehalten hat. Sie findet sich nicht damit ab, dass ihr Mann sich freiwillig das Leben genommen hat und ziemlich kryptische letzte Zeilen hinterlassen hat. Jane lässt sich vom FBI beurlauben und fängt an auf eigene Faust zu suchen. Schnell merkt sie, dass die Selbstmordrate plötzlich hochgeschnellt ist. Als in ihrem Haus eingebrochen wird und ihr Sohn bedroht wird weiss sie, dass sie Recht mit ihren Befürchtungen hat und taucht unter um die Drahtzieher zu finden.

Ich liebe Verschwörungstheorien wo es so richtig fiese Menschen gibt, die uns alle wie Marionetten rumspringen lassen. Mit Jane Hawk hat Koontz eine richtig taffe, aber sehr sympathische Protagonistin geschaffen. Der Typ Frau, den wir uns doch gerne zum Vorbild nehmen. Statt kreischend in der Ecke zu sitzen packt sie richtig zu, bleibt sich selbst aber treu. Sie ist die Einzelkämpferin die ihre Gegner unterschätzen, weil sie auch noch schön ist und sie auf dieses eine Attribut reduziert wird.

Der Thriller ist spannend, flüssig geschrieben und man weiss lange Zeit nicht wo der Hase langläuft. Wer Dean Koontz kennt wartet auch erst einmal ab in welche Schublade er diese Trilogie stecken wird.

Das Thema ist leichter SF und Jane Hawk hat ihren eigenen Stihl entwickelt um auch ohne ihr Büro ans Ziel zu kommen. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 06.01.2018

Witzig und unterhaltsam, aber schon leicht angeschlagen

Der Galgen von Tyburn
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Der Galgen von Tyburn (Peter Grant) von Ben Aaronovitch, gelesen von‎ Dietmar Wunder. Erschienen im Jumbo Verlag am 5. Mai 2017.

Lady Tyburn setzt Peter Grant ziemlich unter Druck. Ihre Tochter ist auf ...

Der Galgen von Tyburn (Peter Grant) von Ben Aaronovitch, gelesen von‎ Dietmar Wunder. Erschienen im Jumbo Verlag am 5. Mai 2017.

Lady Tyburn setzt Peter Grant ziemlich unter Druck. Ihre Tochter ist auf einer Party der High Society gewesen auf der es eine Drogentote gegeben hat. Peter soll nun Tys Tochter aus der Schusslinie halten. Wenn aber einer aus der Abteilung für magischen Sch… auftrifft ohne gerufen zu worden zu sein MUSS ja was faul an der Angelegenheit sein.

Peter Grant ist immer wieder ein Garant für unterhaltsame Stunden und dann auch noch vorgelesen von Dietmar Wunder, da ist gute Unterhaltung fast garantiert. Leider mag ich es nicht besonders, wenn ein „Fall“ sich durch praktisch jedes Buch zieht und es nur kleine Fortschritte gibt. Es geht natürlich wieder um den Gesichtslosen. Aber wir lernen auch wieder andere Dinge und Aaronovitch schafft es seine witzigen Einlagen außerhalb des Slapstickalarms zu halten.

Ein netter sechster Band der aber schon leicht angeschlagen ist.

Veröffentlicht am 06.01.2018

Niemand ist unschuldig bis seine Schuld erwiesen ist

Crimson Lake
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Crimson Lake von Candice Fox, gelesen von Uve Teschner. Erschienen im Der Audio Verlag am 13. Oktober 2017 als ungekürzte Lesung.

Der ehemalige Polizist des Drogendezernats Ted Conkaffey Leben ist innerhalb ...

Crimson Lake von Candice Fox, gelesen von Uve Teschner. Erschienen im Der Audio Verlag am 13. Oktober 2017 als ungekürzte Lesung.

Der ehemalige Polizist des Drogendezernats Ted Conkaffey Leben ist innerhalb von nur 6 Minuten sozusagen den Ausguss hinunter gewandert. Er ist am falschen Ort zur falschen Zeit gewesen und seine Kollegen sind überzeugt, dass er ein kleines Mädchen entführt und vergewaltigt hat. Da ihnen aber die schlüssigen Beweise fehlen konnten sie Conkaffey nicht anklagen und der muss nun damit leben ein nicht rechtskräftig verurteilter Kinderschänder zu sein. Er versteckt sich in dem kleinen Kaff Crimson Lake da selbst seine Frau ihm nicht glaubt und ihn nicht in der Nähe der Tochter haben will. Er trifft auf die private Ermittlerin Amanda Pharrell die herrlich zynisch ist, und selbst mehrere Jahre für den Mord an einer Freundin im Knast gesessen hat. Die Beiden sollen für eine Frau deren Mann vermutlich von einem Krokodil gefressen wurde rausfinden ob ihr Mann wirklich tot ist und dann für die Versicherung herausfinden, dass er nicht ermordet wurde.

Ted und Amanda passen so gar nicht zueinander und gleichzeitig sind sie ein tolles Gespann. Wo er zu sehr Polizist ist, ist Amanda unkonventionell bis frech, wo sie mit ihrer schnoddrigen Art nicht weiter kommt vermittelt Ted. Der ganze Plot ist außergewöhnlich und würde den Realitätscheck niemals bestehen. Aber wer will denn Realität, wenn man zwei so tolle Charaktere haben kann die sich aufgrund ihrer Erfahrungen nicht so ganz an Recht und Ordnung halten? Der eigentliche Fall tritt hier auch ziemlich in den Hintergrund da Ted versucht raus zu bekommen was Amanda da wirklich am Kissing Point erlebt hat und Amanda recherchiert wie Ted so in die Patsche gelangen konnte.

Uve Teschner hat mit seiner Stimme der Landschaft und den handelnden Personen Leben eingehaucht.

Veröffentlicht am 06.01.2018

Verbotene Früchte

Das Auge von Licentia
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Das Auge von Licentia von Deana Zinßmeister, erschienen im Arena Verlag am 20.09.2017

Jonata ist 15 Jahre und darf zum ersten mal an einer Wildschweinjagd mit den Jungen ihres Dorfs teilnehmen. Da Frauen ...

Das Auge von Licentia von Deana Zinßmeister, erschienen im Arena Verlag am 20.09.2017

Jonata ist 15 Jahre und darf zum ersten mal an einer Wildschweinjagd mit den Jungen ihres Dorfs teilnehmen. Da Frauen in Licentia die Rolle der mittelalterlichen Frauen zugedacht ist, sind die Jungs nicht gerade begeistert davon sie mit zu nehmen. Als dann auch noch Drachen auftauchen, lassen sie Jonata allein. Die wiederum trifft auf den süßen Tristan, der im verhassten Dorf der Wolfsbanner lebt und mit seinen Wölfen auf der Jagd gewesen ist.

Die Autorin schafft ein interessantes Setting. „The Village“ trifft auf Truman-Show mit etwas Panem und noch ein Schuss Elfenwelt in der eine Romeo und Julia-Story eingebunden ist. Das Buch ist leicht lesbar und gradlinig.

Licentia wurde vor 10 Jahren gegründet und ist ein Dorf in dem so eine Art Mittelalter Light gelebt wird. Die älteren Bewohner wissen, dass es sich um das Setting einer TV-Show handelt und alle Handlungen aufgezeichnet werden und zweimal die Woche im TV zu sehen sind. Ihre Kinder wissen davon nichts, sie kennen aber auch keinerlei technische Errungenschaften.

Deana Zinßmeister bringt auch gut die Interessen der TV Produzenten rüber denen es naturgemäß darum geht Profit zu machen. Leider bleibt das wirkliche Leben innerhalb der Siedlung und die Beweggründe der meisten Siedler im Dunklen. Man hat aber das Gefühl, dass es sich bei der Geschichte um einen ersten Band und nicht um eine komplett abgeschlossene Geschichte handelt.

Das sich zwei Menschen auf den ersten Blick verlieben wie Jonata und Tristan das passiert kann ich nachvollziehen, leider sind die Zwei durch ihre abgekapselte Erziehung nicht in der Lage ausserhalb der Herzschmerz Geschichte viel Geschichte zu vermitteln. So ist die Geschichte zwar schön zu lesen, vermittelt aber nicht wirklich irgendwelche Werte oder Ansätze die jemanden zum Nachdenken inspirieren könnten. Stattdessen wird eher ein altbackenes Frauenbild vermittelt indem es für Mädchen eine Strafe ist Hosen anziehen zu müssen.