Ein Buch so duester wie ein kalter Novembertag
Die erste LügeDie erste Lüge von Sara Larsson, erschienen im Bastei Lübbe Taschenbuch Verlag am 14. Oktober 2016
1997:Josefin ist mit ihrer Freundin Camilla nach Visby gefahren um einige unbeschwerte Ferientage zu ...
Die erste Lüge von Sara Larsson, erschienen im Bastei Lübbe Taschenbuch Verlag am 14. Oktober 2016
1997:Josefin ist mit ihrer Freundin Camilla nach Visby gefahren um einige unbeschwerte Ferientage zu verbringen. Sie verabreden sich mit den Freunden Oskar, Jonas und Rikard. Josefin wird vergewaltigt, zeigt die Tat aber zu spät an und die Jungen werden frei gesprochen.
2010: Oskar, ist mit Frau und Kindern in Thailand, benimmt sich aber eher wie ein Junggeselle im Land des Sex. Irgendwas ist die letzte Nacht sehr schief gegangen und jemand hat ihn verletzt was er natürlich versucht zu verbergen. Dann meldet sich auch noch sein alter Freund Jonas. Jemand hat ihm ein Bild der Vergewaltigung von 1997 zugeschickt. Das kann Oskar gar nicht gebrauchen. Er soll doch als Vorbild für die Jugendlichen Vorträge beim schwedischen Sportverband halten.
Die Autorin greift ein wichtiges Thema auf. Leider ist der Schreibstil sehr kühl und die Unterhaltungen der Personen würde ich als hölzern bezeichnen. Oskar dient sehr schön als die Person, die man am wenigsten mag in diesem Buch. Das ist gewollt, wohl eher nicht gewollt ist, dass man eigentlich mit keiner der weiblichen Protagonisten wirklich warm wird. Die Männer sind durchweg Sexmonster die nur für die Öffentlichkeit brave Menschen sind, die Frauen werden als die Opfer dargestellt, die meist nur reagieren statt zu agieren. Am Schluss bleiben auch noch Teile der Geschichte offen was ich sehr unbefriedigend empfand.
Das Buch beschreibt recht deutlich sexuelle Handlungen die weit über Blümchensex hinaus gehen und mehrere der Männer dieses Buches haben ein vermutlich weit verbreitetes Frauenbild, welches nun gar nichts mit dem Frauenbild zu tun hat welches wir gerne hätten.
Der Wechsel zwischen 1997 und 2010 ist gelungen. Wir erfahren im Laufe der Zeit immer mehr was sich zugetragen hat und wie die einzelnen Personen gehandelt, teilweise sogar was sie gedacht haben. Die Autorin gibt uns immer wieder neue Anhaltspunkte um jemanden verdächtigen zu können der die drei Männer in Aufregung durch immer wieder neue Nachrichten versetzt. Zwei der Männer haben viel zu verlieren und so suchen sie fieberhaft nach dem Täter.
Wer die Victoria-Bergmann-Trilogie mag, mag sicher auch dieses Buch.