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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

An der Nordseeküste...

Einer flog über das Möwennest
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Krischan Koch schafft es mal wieder mit einer einzigartigen Leichtigkeit, Spannung, große Gefühle und feinen Humor zu verbinden, ohne dabei in Klischees oder Beliebigkeit abzugleiten. Von der ersten Seite ...

Krischan Koch schafft es mal wieder mit einer einzigartigen Leichtigkeit, Spannung, große Gefühle und feinen Humor zu verbinden, ohne dabei in Klischees oder Beliebigkeit abzugleiten. Von der ersten Seite an steigt man gleich voll in die Geschichte ein und wenn man wie ich alle vorherigen Teile gelesen hat, ist es auch wieder wie Heimkommen an einen lieb gewonnenen Ort mit lauter Freunden. Was dieses Buch besonders macht, sind eben seine Figuren: liebenswürdig, eigenwillig und überraschend authentisch. Sie wirken so lebendig, als würde man ihnen auf der Straße begegnen und ein Lächeln oder einen weisen Satz entlocken. Die Charaktere wachsen einem ans Herz – jeder auf seine ganz eigene Art – und man möchte sie am liebsten nie wieder loslassen. Kochs Beschreibungen sind so plastisch und liebevoll, dass man die salzige Meeresluft förmlich riechen kann und bei jeder Wendung ein Lächeln im Gesicht hat.

Die Sprache des Romans ist ein Genuss: klar, witzig und mit einem feinen Gespür für Stimmungen. Koch trifft die Balance zwischen Humor und Ernst, sodass jeder überraschende Moment genau ins Herz trifft. Die Handlung ist zugleich leichtfüßig und tiefsinnig und überzeugt durch Tempo, Überraschungen und eine emotionale Wärme, die selten so stimmig daherkommt. Und das Wichtigste: Dieser Krimi ist kein blutrünstiger Thriller, den man sich vor dem Schlafengehen nicht zu lesen traut, sondern wirklich eine tolle Mischung aus Krimi und Wohlfühlroman. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Wunderschöne Algarve

Das letzte Kind hat Fell
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Dieser Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Flüssig geschrieben mit sympathischen Protagonisten und toller Beschreibung der Gegend. Ich wollte beim Lesen gleich ins Auto steigen und alles hinter mir ...

Dieser Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Flüssig geschrieben mit sympathischen Protagonisten und toller Beschreibung der Gegend. Ich wollte beim Lesen gleich ins Auto steigen und alles hinter mir lassen.

So ein runder Geburtstag ist doch immer wieder ein guter Anlass, um die Familie um sich zu versammeln und so hat Angelika Tochter und Enkel kurzerhand zu sich ins neue Heim an der Algarve eingeladen. Jeder lebt sein eigenes Leben mehr oder weniger erfolgreich und schon auf der Autofahrt nach Portugal kommen sich Mutter und Sohn wieder näher. In Portugal gibt es Familienzuwachs, wie schon der Titel vermuten lässt, so dass das Wiedersehen überraschend und turbulent wird.

Der Roman ist sehr gefühlvoll geschrieben. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen und leidet bei allen Problemchen gleich mit. Beziehungen entstehen oder werden gefestigt, der eine oder andere ändert sich zum Positiven. Alles in allem ein sehr lesenswerter und erfrischender Roman mit etlichen Stellen zum Schmunzeln. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Wohnungsnot im Kaiserreich

Das Haus in Charlottenburg
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Manchmal tue ich mich mit historischen Roman etwas schwer, aber dieser hier hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Berlin um 1890, als viele Stadtteile noch gar nicht zu Berlin dazugehörten. Es herrscht ...

Manchmal tue ich mich mit historischen Roman etwas schwer, aber dieser hier hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Berlin um 1890, als viele Stadtteile noch gar nicht zu Berlin dazugehörten. Es herrscht Wohnungsnot und Armut, geldgierige Investoren versuchen, mit billigen Mietskasernen möglichst viel Wohnraum zu schaffen, egal wie es drinnen aussieht.

Im Vordergrund stehen die Schneiderin Elise und der Architekt Johann, die gemeinsam ein Genossenschaftshaus bauen wollen, damit wenigstens ein paar Familien schöne Wohnungen haben. Ihnen werden dabei viele Steine in den Weg gelegt, aber sie haben auch zuverlässige Freunde.

Dies ist mein erstes Buch von Beate Sauer und ich war sehr begeistert. Sie beschreibt die Protagonisten sehr liebevoll und ausführlich, selbst die unsympathischen kommen glaubhaft und echt rüber. Da ich in Berlin wohne, kenne ich einige Gegenden, in denen das Buch spielt und konnte so noch besser nachvollziehen, wo ich mich beim Lesen befand. Wobei auch da die Beschreibung der Autorin völlig ausreicht, um sich alles gut vorstellen zu können.

Das Buch ist flüssig und interessant geschrieben und hat ein paar Überraschungen parat. So sollte ein Roman gestaltet sein. Was mir nicht gefallen hat, war der Klappentext. Wie in letzter Zeit schon häufiger erlebt, werden dort Sachen geschildert, die erst ganz weit hinten im Buch vorkommen. Ich weiß nicht, was der Verlag sich dabei denkt. Er nimmt damit zu viel vorweg!

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Was ist los in Nordfriesland?

FördeBlut
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Dieser mittlerweile dritte Krimi um Kristin Voss ist wieder genauso spannend wie die ersten beiden Teile. Andreas Schmidt schreibt flüssig, spannungsgeladen durch häufige Plotwechsel, so dass man das Buch ...

Dieser mittlerweile dritte Krimi um Kristin Voss ist wieder genauso spannend wie die ersten beiden Teile. Andreas Schmidt schreibt flüssig, spannungsgeladen durch häufige Plotwechsel, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Die Protagonisten sind mit mittlerweile ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht allen die gleiche Sympathie entgegenbringe. Aber sie sind so gut gezeichnet, dass ihr Zusammenspiel einfach ein Genuss beim Lesen ist.

Eigentlich ist es ja eine schöne Gegend da oben in Nordfriesland, um so schlimmer, dass sich die Morde plötzlich häufen. Vor allem völlig zusammenhanglos. Dachte ich. Andreas Schmidt versteht es hier meisterhaft, die Leser hinters Licht zu führen bzw. lange Zeit im Unklaren zu lassen. So muss ein Krimi sein. Ich freue mich schon auf weitere Teile mit den Ermittlern aus Flensburg, Eckernförde und Husum.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Solider Krimi

Der tiefe Grund
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Im Mittelpunkt steht Oberkommissarin Lea Nielsen, die zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall gerufen wird: Eine junge Frau stirbt nach Fahrerflucht, doch schnell wird klar, dass mehr dahintersteckt. Die ...

Im Mittelpunkt steht Oberkommissarin Lea Nielsen, die zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall gerufen wird: Eine junge Frau stirbt nach Fahrerflucht, doch schnell wird klar, dass mehr dahintersteckt. Die Spur eines gestohlenen Autos führt die Ermittlungen in unerwartete Richtungen, während Lea gleichzeitig mit privaten Belastungen – insbesondere der Pflege ihres demenzkranken Vaters – umgehen muss. Dadurch entsteht eine gelungene Mischung aus Kriminalfall und persönlicher Geschichte, die der Handlung zusätzliche emotionale Tiefe verleiht.

Die große Stärke des Romans liegt im Erzähltempo: ruhig, aber konstant spannend. Statt plötzlicher Effekthascherei entwickelt sich die Handlung Stück für Stück, wie ein Puzzle, bei dem jedes Detail Bedeutung bekommt. Gerade diese methodische Aufklärung macht den Reiz aus – man ermittelt gedanklich mit und bleibt dadurch dauerhaft involviert.

Auch die Figuren überzeugen. Lea Nielsen wirkt glaubwürdig, bodenständig und menschlich; ihre Unsicherheiten und ihr Pflichtgefühl machen sie zu einer nahbaren Ermittlerin. Die Nebencharaktere erhalten genug Raum, um mehr als bloße Funktionsträger zu sein, wodurch das Ermittlerteam lebendig wirkt.

Sprachlich bleibt der Roman klar und flüssig, ohne unnötige Schnörkel. Die norddeutsche Atmosphäre ist stets präsent und verleiht dem Buch eine ruhige, leicht melancholische Stimmung, die gut zum Fall passt. Allerdings ist diese Serie in Ich-Form geschrieben, was für mich den Lesegenuss stellenweise getrübt hat. Das ist aber Ansichtssache.

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