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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2018

Wer ist schon Sherlock Holmes?

Arrowood - In den Gassen von London
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William Arrowood und sein Assistent Norman Barnett haben es als Privatdetektive in London nicht leicht, denn sie stehen in Konkurrenz zu keinem anderen als dem berühmten Sherlock Holmes, der durch die ...

William Arrowood und sein Assistent Norman Barnett haben es als Privatdetektive in London nicht leicht, denn sie stehen in Konkurrenz zu keinem anderen als dem berühmten Sherlock Holmes, der durch die Berichte von John Watson in aller Munde ist. Doch Arrowoods Methode ist eine andere und er beklagt sich ein ums andere Mal, dass Watson ja nur über erfolgreich abgeschlossene Fälle berichtet. Mick Finlay arbeitet hier ganz gekonnt weitere "Seitenhiebe" ein, so heißt einer der Ermittler bei Scotland Yard Coyle.
Der Fall, den Arrowood und Barnett übernommen haben, ist komplizierter als gedacht. Eigentlich sollen sie nur für eine junge Französin ihren verschwundenen Bruder auffinden. Doch Thierry ist unauffindbar und auf der Suche geraten die beiden Detektive so manches Mal in Gefahr. Und der Fall ist viel komplexer als zuerst gedacht.
Mick Finlay hat mich mit diesem intelligenten Krimi vollends überzeugen können. Eine gute Geschichte mit vielen Seitenhieben, interessante Ermittler und eine gute Darstellung von London im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Ansichten eines Jugendlichen

Wie ich fälschte, log und Gutes tat
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Der Roman ist aus der Sicht von Benedikt "Dschägga" Jäger geschriebe. 15 Jahre alt, geht in die 10. Klasse, lernen ist nicht sein Ding, seine Noten sind - vor allem in Mathe - schlecht. Auch seine Taktik, ...

Der Roman ist aus der Sicht von Benedikt "Dschägga" Jäger geschriebe. 15 Jahre alt, geht in die 10. Klasse, lernen ist nicht sein Ding, seine Noten sind - vor allem in Mathe - schlecht. Auch seine Taktik, sich in die erste Reihe neben die Streberin zu setzen und abzuschreiben geht spätestens bei Mathelerer "Sargnagel" nicht auf, der ihn durchschaut. Was er gut kann? Tennisspielen - und sich die Welt immer wieder zurecht zu biegen. Dann spielen noch der Frauen Lions Club, dem seine Mutter angehört, Flüchtlinge und der "Butterhof" aus dem nun eine Vorzeigeflüchtlingsunterkunft werden soll - statt Drogen und Party - eine Rolle. Das Ausmaß seiner Betrügereien erfährt der Leser erst nach und nach.

Geschrieben wie eine Art Tagebuch oder Blog, sogar mit häufigem Post Scriptum, gesprochene Jugendsprache, rasantes Tempo, witzig, absurd, aber doch wieder tiefgründig. Eine herrliche Lektüre. Bei den Ideen des Erzählers denkt man oft, das kann nicht gut gehen und dann kommt er mit noch einer verrückteren Idee daher.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Mysteriös

Hyde
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Katrina ist auf der Walz - oder doch nicht und das ist nur der vorgeschobene Grund? Sie wird von Josefine im Auto mitgenommen und findet dann einen Job im "Kartoffelparadies", was alles andere als paradiesisch ...

Katrina ist auf der Walz - oder doch nicht und das ist nur der vorgeschobene Grund? Sie wird von Josefine im Auto mitgenommen und findet dann einen Job im "Kartoffelparadies", was alles andere als paradiesisch ist.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Diese nähern sich langsam an und der Leser braucht eine Weile, um sich einiges zusammen zu reimen, was dann zum Teil bestätigt wird und zum Teil für weitere Überraschungen sorgt. Man muss sich auf den ersten Seiten auf dieses Abenteuer einlassen, von dem man noch nicht weiß, wohin es einen führt. Man braucht Fantasie, stellt viele Fragen und erhält ein ganz wunderbares, traumhaft wirkendes Ende.
Eine tolle Geschichte, ein gelungener Schreibstil - das Buch konnte mich auf ganzer Linie überzeugen.

Veröffentlicht am 14.08.2018

Potential nach oben

Immerwelt - Der Anfang
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Tenley würde so gerne das ganz normale Leben einer 17jährigen führen, doch das ist nicht möglich. Denn sie muss sich entscheiden, ob zu Myriad, dem dunklen Reich der Schicksalsgläubigen, oder zu Troika, ...

Tenley würde so gerne das ganz normale Leben einer 17jährigen führen, doch das ist nicht möglich. Denn sie muss sich entscheiden, ob zu Myriad, dem dunklen Reich der Schicksalsgläubigen, oder zu Troika, dem hellen Reich der Erkenntnis gehören möchte. Die Entscheidung ist eine für das zweite Leben und das dauert an. Doch warum ist die Entscheidung für eine der Seiten so wichtig und weshalb bemühen sich beide Seiten, dass sie sich für sie entscheidet? Aus beiden Reichen bemüht sich außerdem ein Junge für sie.
So sieht die Ausgangssituation aus und sie bietet einiges an Stoff zum Nachdenken. Eine interessante Geschichte, manchmal etwas verwirrend und nicht so konsequent. Für mich war der Weltentwurf nicht ausgereift. Es gab gute Ansätze, manchmal passiert plötzlich sehr viel, dann gibt es wieder lange Beschreibungen.

Veröffentlicht am 14.08.2018

Herrlich schräg und humorvoll

Emily Bones
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Emily wacht auf und - befindet sich in einem Grab. Und nein, es handelt sich nicht um einen bösen Scherz, denn sie ist tatsächlich tot, wurde gar ermordet. Dabei befand sie sich doch gerade noch auf dem ...

Emily wacht auf und - befindet sich in einem Grab. Und nein, es handelt sich nicht um einen bösen Scherz, denn sie ist tatsächlich tot, wurde gar ermordet. Dabei befand sie sich doch gerade noch auf dem Weg zu einer Halloweenparty. Das kann sie so nicht auf sich sitzen lassen und so macht sie sich auf die Suche nach ihrem Mörder. Doch auch wenn es sich eigentümlich anhört, das ist für sie als Geist gefährlicher als gedacht.
Ein herrlich schräger Humor, eine tolle Protagonistin, ein wunderbar passender Schauplatz für ein solches Buch (Der Friedhof Père Lachaise in Paris) und mit Balthasar, dem Vampir, ein toller Nebencharakter. Das Buch ist witzig, spannend, actionreich und liebevoll ausgearbeitet.