Profilbild von Gavroche

Gavroche

Lesejury Star
offline

Gavroche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gavroche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2017

Beeindruckend

Roofer
0

Alice ist enttäuscht, dass ihre Freundin Nasti sich immer mehr von ihr zurück zieht, aber als sie die neuen Freunde von ihr kennen lernt und vor allem ihren Schwarm Trasher, kann sie die Faszination nicht ...

Alice ist enttäuscht, dass ihre Freundin Nasti sich immer mehr von ihr zurück zieht, aber als sie die neuen Freunde von ihr kennen lernt und vor allem ihren Schwarm Trasher, kann sie die Faszination nicht teilen, die diese Roofer auf Nasti ausüben. Das ist doch total irrsinnig, verrückt, leichtsinnig und gefährlich, auf Baukräne, noch nicht fertig gestellte Hochhäuser oder Brücken zu klettern und auf der Suche nach dem ultimativen Kick immer mehr zu wagen, waghalsig zu werden und sich dann auch noch dabei filmen zu lassen. Vor allem zwei der Roofer, Trash und Adrian, stehen in einem Wettkampf und versuchen immer wieder, sich zu übertrumpfen. Alice steht dem Ganzen skeptisch gegenüber, doch dann lernt sie Nik kennen und um ihn und auch Nasti weiter zu sehen, lässt sie sich auf die Gruppe ein.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Alice erzählt mit kurzen Kapiteln aus der Sicht von Nik. Alice, aus wohl situiertem Hause, aber mit einem Stiefvater, der die Mutter immer wieder betrügt, die das nicht wahrhaben will und sich in Migräneanfälle flüchten und sich selbst belügt. Auf der anderen Seite Nik, der junge Obdachlose, der nur einmal in der Woche zu Granny fährt, die noch nicht mal mit ihm verwandt sind.
Neben dem Thema der Roofers spielen viele weitere Themen eine Rolle, geschickt miteinander verwoben. Ein Buch, das viel Tiefgang beweist, nachdenklich stimmt und Einblicke in die Probleme einer Heranwachsenden bietet.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Schreib mal wieder einen Brief

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben
0

Sara ist Briefträgerin in dem kleinen Dorf Porvenir. Sie ist alleinerziehende Mutter von drei Söhnen und die Nachricht, dass ihr Postamt geschlossen werden soll und sie nach Madrid versetzt werden soll ...

Sara ist Briefträgerin in dem kleinen Dorf Porvenir. Sie ist alleinerziehende Mutter von drei Söhnen und die Nachricht, dass ihr Postamt geschlossen werden soll und sie nach Madrid versetzt werden soll trifft sie sehr. Wie soll sie das schaffen? Damit Saras Vorgesetzten klar wird, dass die Dorfbewohner das Postamt brauchen und sie fleißige Briefeschreiber sind, fängt die 80jährige Rosa eine Briefkette an, um Sara zu helfen, aber auch für sich. Die Kette wird erstaunlicherweise nicht unterbrochen und die Briefe ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman, genau wie die vielen Zitate von bekannten Autoren zum Thema „Brief“, aber auch die Liebe spielt eine Rolle. Viele der Zitate fand ich sehr schön ausgesucht und treffend. Die Protagonisten des Buches sind mir im Laufe der Lektüre sehr ans Herz gewachsen. Ihre ganz unterschiedlichen Lebenswege und Auffassungen vom Leben offenbarten wunderbare Einblicke in das Dorf und die Menschen, in ihre Träume und Wünsche, ihr Leben, das oft nicht so verlaufen ist, wie sie es sich gedacht und/oder gewünscht hatten. Bei der Lektüre entsteht die Sehnsucht nach einem persönlichen, handgeschriebenen Brief, der so viel mehr bedeutet als eine schnell geschriebene Mail. Ein wunderschönes Buch, das noch lange nachwirken wird und das ich sehr empfehlen kann.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Summerfeeling und zwei Geschichten in einer

Love & Gelato
0

Lina ist 16 Jahre alt, als ihre Mutter stirbt, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Doch kurz vor ihrem Tod erzählt ihre Mutter ihr von Howard, der in der Nähe von Florenz lebt und zu dem sie nach dem ...

Lina ist 16 Jahre alt, als ihre Mutter stirbt, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Doch kurz vor ihrem Tod erzählt ihre Mutter ihr von Howard, der in der Nähe von Florenz lebt und zu dem sie nach dem Tod der Mutter ziehen soll. Doch was soll sie da? Sie möchte lieber weiter bei der Familie ihrer Freundin Addie leben. Sie lässt sich jedoch darauf ein, den Sommer bei Howard zu verbringen, mit dem festen Entschluss, nicht lange zu bleiben. Eine Nachbarin von Howard gibt ihr recht bald ein Tagebuch ihrer Mutter, das diese geschrieben hat, als sie in Florenz studiert hat und Lina erhofft sich durch die Lektüre mehr über ihren Vater zu erfahren, aber auch über ihre Mutter, darum lässt sie sich Zeit mit der Lektüre, um ihrer Mutter dadurch möglichst lange nah zu sein.
Recht bald trifft sie auf Ren, Lorenzo, einen Halbitaliener, der auf die amerikanische Schule in Florenz geht, auf die sie auch gehen soll (aber sie möchte ja zurück in die USA). Durch Ren lernt sie weitere Jugendliche kennen, unter anderem den gut aussehenden Thomas.

Die Geschichte des Buches ist zweigeteilt. Zum einen die Geschichte von Hadley, der Mutter, die wir durch die Tagebucheinträge erfahren, in denen so nach und nach die Geheimnisse gelüftet werden und zum anderen die Gegenwart von Lina, die mit dem Tod der Mutter klarkommen muss und mit der Suche nach der Geschichte ihres Vaters, aber auch mit ihren Gefühlen.
Eine sommerlich-leichte Geschichte mit ernsteren Tönen und eine Botschaft an das Leben, ein bisschen dolce vita, amore e gelato mit interessanten Charakteren. Über einige Personen hätte ich gerne mehr erfahren; sie werden nur kurz eingeführt und dann nicht mehr erwähnt, wie die kleine Schwester von Ren.

Veröffentlicht am 07.06.2017

Was habe ich getan?

AMNESIA - Ich muss mich erinnern
0

Helen kommt nach Hause und ihr Freund Sven ist weg - hinterlassen hat er nur ein lapidares lebwohl. Helen hat Lungenkrebs, inoperabel; sie hat vermutlich nur noch ein Jahr zu leben. Ihre Familie weiß nichts ...

Helen kommt nach Hause und ihr Freund Sven ist weg - hinterlassen hat er nur ein lapidares lebwohl. Helen hat Lungenkrebs, inoperabel; sie hat vermutlich nur noch ein Jahr zu leben. Ihre Familie weiß nichts von ihrer Krankheit, aber das Verhältnis ist auch nicht so ganz einfach. Dennoch beschließt Helen spontan, in die Heimat zu fahren, um mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zu sprechen. Ihre Schwester ist mittlerweile mit Leon verheiratet, was Helen gar nicht gefällt, denn Leon hat in der Vergangenheit etwas getan, was sie ihm nicht verzeihen kann.
Sie traut sich nicht, mit Mutter und Schwester zu reden, legt sie mit Leon an und kämpft vor allem mit den Nebenwirkungen ihrer Tabletten. Sie hat Gedächtnislücken, Halluzinationen und ist nicht mehr sie selbst. Doch mittlerweile ist sie abhängig von den Tabletten. Dann passiert etwas Furchtbares und Helen hat einen absoluten Filmriss. Was hat sie getan? Oder hat sie nichts getan? Aber alles weißt daraufhin, dass sie etwas Furchtbares getan hat. Sie kann ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen.

Erzählt wird dieser spannende Psychothriller aus der Ich-Perspektive von Helen, so dass der Leser ihre Ängste fühlt und mit ihr im Unsicheren ist, was sie getan hat und was nicht. Eine ungewöhnliche Perspektive, ein Buch über Ängste, Manipulation, schwierige Familienkonstellationen und eine furchtbare Krankheit, spannend bis zum Schluss.

Veröffentlicht am 06.06.2017

Magonia ruft dich

Magonia
0

Aza Ray wird in wenigen Tagen 16 Jahre alt - oder auch nicht, denn sie leidet an einer seltenen Krankheit, die sogar nach ihr benannt wurde. Sie bekommt zu wenig Luft und Krankenhäuser sind ihr ständiger ...

Aza Ray wird in wenigen Tagen 16 Jahre alt - oder auch nicht, denn sie leidet an einer seltenen Krankheit, die sogar nach ihr benannt wurde. Sie bekommt zu wenig Luft und Krankenhäuser sind ihr ständiger Begleiter, so dass sie sogar einen Kittel mit ihrem Namen hat - etwas, worauf nun wirklich niemand Wert legt. Ihr einziger Freund Jason, aber auch ihre Eltern, tun alles, um herauszufinden, wie man ihr helfen kann.
Doch dann kollabiert Aza und auf einmal ist alles anders, denn sie ist jetzt in Magonia auf einem Luftschiff. Magonia, eine Welt über den Wolken, bevölkert mit seltsamen Vogelwesen und Sturmwalen etc. Und da ist eine Frau, die behauptet, ihre Mutter zu sein. Nichts ist mehr so wie vorher und mit Aza lernt auch der Leser die Welt von Magonia kennen.

Aza hat eine herrlich sarkastische Ader, die vor allem zu Beginn zutage tritt; in Magonia wirkt sie ganz anders, weil sie sich auf die neue Situation einstellen muss.
Jason ist ein toller Freund, der viel recherchiert, um Aza helfen zu können und der einige verrückte Erfindungen patentiert hat. Das Aufsagen der Zahl Pi beruhigt ihn.

Eine ganz fantastische Geschichte, die auf alten Quellen beruht über die Luftmenschen von Magonia, eher ruhig erzählt mit vielen Beschreibungen. Ich habe mich gerne auf diese Reise eingelassen.