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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2017

Märchenhaft

Zorn und Morgenröte
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Die Autorin spielt hier mit dem Thema der Märchen aus 1.001 Nacht. Die Märchen sind alle etwas angepasst, aber haben hohen Wiedererkennungswert. Ich kenne allerdings nicht alle dieser Märchen und habe ...

Die Autorin spielt hier mit dem Thema der Märchen aus 1.001 Nacht. Die Märchen sind alle etwas angepasst, aber haben hohen Wiedererkennungswert. Ich kenne allerdings nicht alle dieser Märchen und habe so sicher nicht alle entdecken können.

Der Herrscher von Chorasan, Chalid, erwählt jede Nacht ein neues Mädchen aus den Familien seines Reiches zur Frau und am nächsten Morgen stirbt das Mädchen. So auch die Shiva, die Freundin von Shahrzad. Sie meldet sich freiwillig, um sich an dem Herrscher zu rächen. Ihr Plan ist es, ihn so mit einer Geschichte zu fesseln, dass er sie am Leben lässt (ein bekanntes Motiv). Natürlich gelilngt ihr dies. Sicherlich, es gibt viele Klischees in diesem Buch, es ist nicht etwas gänzlich Neues, aber ich bin gerne in die Welt der Märchen eingetaucht. Gegen Ende spielten diese jedoch leider nicht mehr eine so große Rolle.

Am Ende des Buches gibt es ein kleines Glossar mit den verwendeten arabischen Ausdrücken, die aber immer auch im Fließtext erläutert werden.

Veröffentlicht am 20.04.2017

Spannend

Wenn das Eis bricht
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Kriminalpsychologin Hanne ermittelt im Fall einer brutal ermorderten Frau, die in der Wohnung eines reichen Geschäftsmannes aufgefunden wird. Von dem Geschäftsmann selber fehlt jedoch jede Spur. Bei den ...

Kriminalpsychologin Hanne ermittelt im Fall einer brutal ermorderten Frau, die in der Wohnung eines reichen Geschäftsmannes aufgefunden wird. Von dem Geschäftsmann selber fehlt jedoch jede Spur. Bei den Ermittlungen muss sich Hanne mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, denn sie hat schon mal in einem ähnlichen Fall zu tun gehabt. Die Verbindungen zwischen den beiden Fällen werden erst nach und nach deutlich und psychologisch geschickt verpackt. Eigentlich hat Hanne genug eigene Probleme, denn sie kämpft gegen eine beginnende Alzheimererkrankung.
Durch die kurzen Kapitel liest man schneller und das Buch wird so gut strukturiert. Es gibt drei verschiedene Erzählperspektiven. Hier ist nichts so, wie es scheint. Lange weiß man nicht, wer nun Opfer und wer Täter ist.
Ein zurecht hoch gelobtes Buch, das spannende Lesestunden garantiert.

Veröffentlicht am 20.04.2017

Spannender Auftakt

BookLess 1. Wörter durchfluten die Zeit
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Lucy wächst im Kinderheim von Madame Moulin auf. Schon von klein auf ist sie von Büchern fasziniert und lernt das Lesen sogar von den Büchern. Mittlerweile ist sie 17 Jahre alt, lebt in London in einer ...

Lucy wächst im Kinderheim von Madame Moulin auf. Schon von klein auf ist sie von Büchern fasziniert und lernt das Lesen sogar von den Büchern. Mittlerweile ist sie 17 Jahre alt, lebt in London in einer Wohngemeinschaft und macht ein Praktikum an der Londoner Bibliothek. Dort soll sie nun der Mitarbeiterin im Archiv zu Hand gehen. Dort unten im labyrinthartigen Archiv geschehen merkwürdige Dinge, als Lucy dort ankommt. Ihr Mal oder ihre Tätowierung auf der Hand, die wie ein Buch aussieht, pulsiert und schmerzt. Aber nicht nur das, denn die Bücher dort unten sprechen auf einmal mit ihr. Wie kann das sein? Und was wollen sie von ihr, denn so ganz genau versteht Lucy das nicht? Vielleicht kann Nathan de Tremaine ihr weiterhelfen, der sich Bücher aus dem Archiv ausleiht und mit dem sie sich anfreundet und dem sie sich anvertraut. Er lacht sie nicht aus und glaubt ihre Geschichte. Aber kann sie ihm wirklich trauen?

Der Leser weiß mehr, denn es gibt auch Passagen aus der Sicht von Nathan und so erfahren wir von einem jahrhundertealten Geheimbund zum Schutz der Bücher, doch werden die Bücher so wirklich geschützt und was sind wirklich die Motive von Nathans Großvater, der die Fäden in der Hand hält.

Marah Woolf ist eine fantastische Geschichte gelungen über den Wert von Büchern, Geheimgesellschaften, Bibliotheken und vielen Geheimnissen. Lucy, ihre WG Mitbewohnerinnen Marie und Jules sowie Colin, ihr bester Freund aus Kindertagen, sind sehr sympathisch. Nathan hinterlässt einen gespaltenen Eindruck - zu welcher Seite gehört er? Die Rolle des Antagonisten nimmt eindeutig Nathans Großvater ein.

Einige Fragen werden am Ende beantwortet, als wieder ein Bogen zum Prolog geschlagen wird, viele bleiben jedoch offen und lassen den Leser die Fortsetzung mit Spannung erwarten.

Veröffentlicht am 20.04.2017

Ben und Hanna

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
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Ben und Hanna sind seit vielen Jahren Freunde. Jetzt haben sie ihr Abitur in der Tasche und eigentlich möchte Hanna nach Regensburg und Ben plant nach Berlin zu ziehen. Hanna kann sich nicht vorstellen, ...

Ben und Hanna sind seit vielen Jahren Freunde. Jetzt haben sie ihr Abitur in der Tasche und eigentlich möchte Hanna nach Regensburg und Ben plant nach Berlin zu ziehen. Hanna kann sich nicht vorstellen, ohne ihren besten Freund, ihren Seelenverwandten zu sein. Doch in letzter Zeit reagiert Ben immer extremer und er war auch einen Monat verschwunden, ohne ihr zu sagen, wo er war. Ohne Ben würde sie sich kaum trauen, verrückte Dinge zu machen. Darum lässt sie sich doch darauf ein, mit ihm spontan wegzufahren, einfach irgendwohin. Und so landen sie am Meer. Für Ostsee waren die Wellen eigentlich zu hoch und für die Nordseeküste gab es zu viel Strand, aber nun ja. Sie landen in einem kleinen Ort an der Küste, wo es sehr menschenleer ist, bis auf ein paar Einheimische. Sie zelten, schreiben eine Liste und vieles mehr. Bis etwas passiert und die Stimmung des Buches kippt und es viel nachdenklicher wird.

Mir hat dieser Wechsel gefallen. Genau wie der Schreibstil und die gesamte Geschichte neugierig gemacht hat. Für mich ein gelungenes Debüt, das ich in einem Rutsch gelesen habe.

Veröffentlicht am 20.04.2017

Abenteuerliche Reise eines Hutes

Der Hut des Präsidenten
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Daniel beschließt, sich etwas zu gönnen und in einer Brasserie eine Meeresfrüchteplatte zu essen. Wie der Zufall es will, wird direkt neben ihm der Präsident platziert. Mit Mitterand auf einer Bank, das ...

Daniel beschließt, sich etwas zu gönnen und in einer Brasserie eine Meeresfrüchteplatte zu essen. Wie der Zufall es will, wird direkt neben ihm der Präsident platziert. Mit Mitterand auf einer Bank, das wird er nie vergessen! Und dann vergisst der Präsident auch noch seinen Hut und Daniel nimmt ihn mit. Er fühlt sich auf einmal wie ein anderer, traut sich mehr zu und bewegt etwas in seinem Leben. Er ist sich sicher, das verdankt er nur dem Hut. Doch dann verliert er ihn wieder und auch der nächsten Finderin bringt er Glück und sie ändert ihr Leben...

Eine wunderbare Geschichte mit Hut, der seine Träger verändert, ihnen mehr Selbstbewusstsein gibt, ihr Leben verändert, fast wie Magie. Oder ist es doch nur die Aura seines ursprünglichen Besitzers? Wobei ja gar nicht alle wissen, dass es der Hut des Präsidenten ist.

Neben diesen Lebensgeschichten ist es auch eine Hommage an Paris, das Flair der Stadt verzaubert den Leser. Ein wunderbarer, sehr französischer Schreibstil (den ich nicht näher beschreiben kann), machen die Lektüre zu einem Genuss.