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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2022

Vermarktung

Die Kinder sind Könige
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Ich mag das Cover in seiner Farbgebung und dem leicht verschwommenen Eindruck sehr. Delphine de Vigan gehört seit langen Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen und ich freue mich immer, wenn ein neues Buch ...

Ich mag das Cover in seiner Farbgebung und dem leicht verschwommenen Eindruck sehr. Delphine de Vigan gehört seit langen Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen und ich freue mich immer, wenn ein neues Buch von ihr erscheint. Sie schafft es immer wieder ganz andere, neuartige Bücher zu verfassen und bei ihr gibt es kein "Schema F". In diesem Buch wagt sie sich nun wieder an etwas Neues. Social Media sind aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken. Doch gerade die Frage, ob man seine Kinder dort "vermarkten" soll ist eine, die man kritisch beleuchten muss. Protagonistin Mélanie hat damit keinerlei moralischen Bedenken und hat das Leben ihrer Kinder öffentlich gemacht. Doch das rächt sich nun. Schon eine Weile lang mochte die sechsjährige Kimmy dieses von Social Media geprägte Leben nicht mehr und nun ist sie verschwunden. Mit der Polizistin Carla hat de Vigan einen Gegenpol geschaffen. Diese ganze online Welt ist nicht ihr Ding. Die Geschichte wird auf drei Zeitebenen erzählt. Zu Beginn ist Mélanie noch eine Jugendliche, dann die Zeit, in der Kimmy verschwindet und eine Perspektive 12 Jahre später. Erschreckend realistisch, mit Krimielementen und hier gibt es viel Stoff zum Nachdenken. Wie immer ein toller Schreibstil und nun heißt es warten auf das nächste Buch.

Veröffentlicht am 11.05.2022

Brettspiele

Spyderling
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Als ich den Klappentext zu diesem Roman gelesen habe, musste ich unwillkürlich an einen Freund denken, der gefühlt bei jeder Kickstarter-Aktion für neue Brettspiele mitmacht und jedes Mal mehr neue Brettspiele ...

Als ich den Klappentext zu diesem Roman gelesen habe, musste ich unwillkürlich an einen Freund denken, der gefühlt bei jeder Kickstarter-Aktion für neue Brettspiele mitmacht und jedes Mal mehr neue Brettspiele aufzuweisen hat, die eine lange Spielzeit und viel strategisches Denken fordern, oftmals ganze Geschichten erzählen. So war meine Neugierde geweckt. Spyderling ist der Name eines Spieleentwicklers und er hat 8 Brettspielentwickler zu sich eingeladen, unter denen sich auch Daytona Sepulveda befindet. Spyderling selbst ist jedoch nicht anwesend. Im Laufe des Romans taucht man immer mehr in diese Spielewelt ein und die Geschichte ist schon ein wenig speziell, aber definitiv mal etwas Neues. Allerdings sicherlich kein Buch für die breite Masse.

Veröffentlicht am 09.05.2022

Anspruchsvoll

Das rätselhafte Universum
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Das wunderbar bunte Cover erweckt auf jeden Fall sofort das Interesse und im Zusammenhang mit dem Titel ist auch gleich klar, worum es in diesem Buch gehen wird. Die beiden Autoren Ilja Bohnet und Thomas ...

Das wunderbar bunte Cover erweckt auf jeden Fall sofort das Interesse und im Zusammenhang mit dem Titel ist auch gleich klar, worum es in diesem Buch gehen wird. Die beiden Autoren Ilja Bohnet und Thomas Naumann sind Physiker und kennen sich gut im Thema aus. Allerdings fand ich das Buch für Laien und nicht so kundige LeserInnen in dem breiten Bereich der Naturwissenschaften nicht immer einfach erklärt. Ich bin einfach durch und durch in den Geisteswissenschaften angesiedelt und musste darum einiges mehrfach lesen. Dennoch ein wirklich interessantes Buch, das faszinierende Phänomene beschreibt, die ich jedoch nicht immer verstehen und nachvollziehen konnte. Am spannendsten fand ich, dass die Autoren hier zurück bis in die Antike gehen und das Thema auch historisch angehen. Die Grafiken lockern die Texte auf und veranschaulichen zusätzlich, wie auch die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel. Breit gefächert, interessant, aber anspruchsvoll. Ein gewisses Maß an Vorwissen erleichtert sicherlich die Lektüre und das Verständnis.

Veröffentlicht am 09.05.2022

Mord im Shinkansen

Bullet Train
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In diesem Buch begeben wir uns auf eine aberwitzige, schwarz-humorige, rasante, verrückte Zugfahrt mit sage und schreibe 5 Mördern - und mehr als einem Opfer. Die Aufträge der Killer überschneiden sich ...

In diesem Buch begeben wir uns auf eine aberwitzige, schwarz-humorige, rasante, verrückte Zugfahrt mit sage und schreibe 5 Mördern - und mehr als einem Opfer. Die Aufträge der Killer überschneiden sich zum Teil, andere handeln aus eigenem Antrieb und so manch ein Detail muss gegen Ende des Buches noch einmal überdacht werden. Erzählt wird das Buch vorrangig aus der Sicht dieser Killer, wobei die "Zitrusfrüchte" - Lemon und Tangerine - zusammengefasst werden. Lemon bezieht alles auf die Züge von "Thomas und seine Freunde", Tangerine hat immer ein Zitat parat, von Dostojewski oder anderen Literaten. Der "Marienkäfer" ist ein wahrer Pechvogel. Kimura möchte sich am "Prinzen" rächen, ein sadistischer Jugendlicher. Mich hat hier etwas gestört, dass von ihm immer als Schüler geschrieben wurde und nicht Jugendlicher, aber das ist vielleicht in Japan so üblich. Man muss sich ein wenig einlesen bis man die Zusammenhänge begreift. Eine wahnwitzige Zugfahrt, ein fast leerer Hochgeschwindigkeitszug, ein Koffer, der immer wieder verschwindet und Leichen, die versteckt oder als Schlafende getarnt werden müssen. Für alle, die es ein wenig abgedreht mögen.

Veröffentlicht am 06.05.2022

Wo bleibt die Spannung?

Schreib oder stirb
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Ja, wo bleibt hier die Spannung? Es war bei der Ankündigung klar, dass es sich hier nicht um einen reinen, hochspannenden Thriller handelt, da hier auch der Humor nicht zu kurz kommen sollte. Doch für ...

Ja, wo bleibt hier die Spannung? Es war bei der Ankündigung klar, dass es sich hier nicht um einen reinen, hochspannenden Thriller handelt, da hier auch der Humor nicht zu kurz kommen sollte. Doch für mich war diese Zusammenarbeit der beiden Autoren leider nicht so gut gelungen. Die Witze waren für mich zu flach und haben meinen Humor einfach nicht getroffen. Dafür blieb die Spannung leider immer wieder auf der Strecke, jeder spannende Moment wurde meiner Meinung nach direkt im Keim erstickt, um wieder einer vermeintlich witzigen Stelle Platz zu machen. Kann man lesen bzw. hören, wenn man es nicht so nervenaufreibend mag, aber für einen Thriller war es mir nicht spannend gut. Schade, aber es gibt sicherlich eine breite Leserschaft für dieses Werk. Gelungen fand ich allerdings die Stimme des Sprechers Simon Jäger, den ich immer wieder gerne höre.