Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Manduchai

Manduchai – Die letzte Kriegerkönigin
0

Manduchai – Die letzte Kriegerin, von Tanja Kinkel

Cover bzw. Schutzumschlag:
Wunderschön. Aus dem schwarzen Hintergrund sehen wir ein kleines Kind das aus einer Schale Milch trinkt. Der Schriftzug, des ...

Manduchai – Die letzte Kriegerin, von Tanja Kinkel

Cover bzw. Schutzumschlag:
Wunderschön. Aus dem schwarzen Hintergrund sehen wir ein kleines Kind das aus einer Schale Milch trinkt. Der Schriftzug, des Titels ist schön geschwungen und der Namenszug der Autorin glänzt in Gold.

Inhalt:
Asien im 15. Jahrhundert, China und die Mongolei.
Geboren in völliger Machtlosigkeit, steigen zwei Frauen unabhängig voneinander, jeweils in ihrem Land, zur höchsten Macht auf.
Was ist es, das ihnen dazu verhilft?
Ein unbeugsamer Wille? Die Liebe zu ihrem Volk? Die Gabe, eigene Wünsche, ja sogar die Liebe hinten an zu stellen? Klugheit und visionäre Gedanken?
Wohl von allem etwas!
Und so dürfen wir in diesem Epos den schweren und steinigen Weg der beiden Frauen begleiten.

Meine Meinung:
Ein unglaubliches Epos.
Beim Lesen konnte ich in eine wunderbare und doch fremde Welt eintauchen.
Eine Welt mit einer teilweise so ganz anderen Denkweise. Vor allem die politische Hierarchie und wer jetzt wann gegen wen und warum…, konnte ich nicht immer nachvollziehen.
Aber es war einfach phänomenal die beiden Frauen zu begleiten. Zu sehen wohin der Wille, es besser zu machen, führen kann. Vieles war hart und unverständlich und nicht mit unseren heutigen Werten zu messen, und doch stieg eine Hochachtung vor beiden Frauen in mir, bei der ich mir gedacht habe solch ein Rückgrat und solch einen festen und unbeugbaren Willen (zum Guten) sollte es auch heute noch öfters geben.

Der Schreibstil ist einfach mitreißend, informativ, emotional, oder dramatisch, ganz genau so wie er für das jeweils erzählte sein muss. Es entstehen Bilder und Handlungen in meinem Kopf wie wenn ein Film vor mir abläuft oder ich mitten drin wäre.

Autorin:
Tanja Kinkel, geb. 1969 in Bamberg, studierte in München. Ihre Romane wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt.

Mein Fazit:
Ich bin absolut fasziniert von dem Buch und es hat absolut alles was ein historischer Roman braucht. Eine brillant erzählte Zeitepoche, mit außergewöhnlichen Personen und Charakteren.
Von mir eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Cooper

Cooper
0

Cooper, von Eberhard Rathgeb.

Cover:
Alles hinter Nebel verschwommen, so wie auch das Buch selber(finde ich).

Inhalt:
Eine glückliche junge Familie auf einem Ausflug aufs Land, in ihr neues Haus.
Dann ...

Cooper, von Eberhard Rathgeb.

Cover:
Alles hinter Nebel verschwommen, so wie auch das Buch selber(finde ich).

Inhalt:
Eine glückliche junge Familie auf einem Ausflug aufs Land, in ihr neues Haus.
Dann schlägt das Schicksal nicht nur einmal zu.
Alles vorausbestimmt??

Meine Meinung:
Ein sehr gewöhnungsbedürftiger Schreibstil (poetisch?), man kann (muss) sich daran gewöhnen. Alles wird von außen betrachtet, quasi aus der „Vogelperspektive“ erzählt. Ich bin nicht mittendrin, sondern beobachte (nur), deshalb kann ich auch nicht unbedingt mitfühlen. Aber die Wortwahl und Satzstellung machen eine Gänsehaut.
Zitat:
Ein Wettlauf von Ahnung und Panik…….
Die Stille, die das Haus bis zum Bersten füllte……..
Dabei lebt alles nur, weil es sterben wird.

Es gibt sehr lange, komplizierte Sätze (auch schon mal über ein halbe Seite), es gibt keine wörtliche Rede, was es sehr monoton macht und an einen Bericht erinnert. Vieles ist sehr mystisch und nebulös. Bäume, Häuser, Wolken etc. denken, irgendwo in einem fernen „Etwas“ ist schon alles vorgestimmt?

Eigentlich habe ich einen Krimi erwartet, aber ich finde es ist eher eine düster erzählte, tragische Familiengeschichte.
Die Aussage muss jeder für sich selber finden. Mich hat das Ganze sehr verwirrt.

Autor:
Eberhard Rathgeb, 1959 in Buenos Aires geboren, kam mit vier Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Er lebt dort im Norden auf dem Land.

Mein Fazit:
Dieses Buch wir polarisieren.
Mich hat das Buch im Endeffekt ratlos gemacht.
Was will?, soll?, dieses Buch aussagen?
Deshalb von mir 2 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen
0

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen, von Ella Simon

Cover und Titel:
In beides habe ich mich sofort verliebt.

Inhalt:
Alis Rivers flieht vor ihrer Vergangenheit in einen Küstenort in Südwales. Ihr Job ...

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen, von Ella Simon

Cover und Titel:
In beides habe ich mich sofort verliebt.

Inhalt:
Alis Rivers flieht vor ihrer Vergangenheit in einen Küstenort in Südwales. Ihr Job bei der Seenotrettung in Tenby erfüllt sie, der gutaussehende und zuverlässige Matthew gibt ihrem Leben Beständigkeit. Doch das Feuerwerk, die Pauken und Trompeten (die sie aus den Erzählungen ihrer Freundin kennt) fehlen ihr.
Als sie dem Tierarzt Evan, bei einem Einsatz, das Leben rettet und diesen dann auf der ungeliebten Pferdefarm ihrer Familie wieder trifft, schleichen sich all diese Merkmale in ihr Leben.
Doch genauso, wie den Schatten aus der Vergangenheit, will sie auch Evan keinen Platz in ihrem Leben überlassen.
Wird sie mit dieser Verdrängungstaktik erfolgreich sein???

Meine Meinung:
Im ersten Abschnitt des Buches war ich ganz euphorisch und total begeistert (alles sehr romantisch), dann kam für mich ein totaler Umbruch, ich fühlte mich in einem anderen Buch (wilder hemmungsloser Sex und total widersprüchliche Handlungen und Gespräche – für mich), das Ende war dann wieder passend zum Genre. Ein Happy End mit einem kleinen Cliffhänger zum zweiten Buch, mit dem sich aber gut leben lässt.
Die Handlung insgesamt geht sehrt rasant voran, die Personen handeln (für mich) sehr impulsiv, teilweise sehr widersprüchlich, man könnte es aber auch als Entwicklung der Protagonisten sehen.
In der Handlung stehen zwei Tierärzte im Mittelpunkt, deshalb nehmen auch Tierarztbehandlungen einen großen Raum ein (für mich auch ein bisschen zu sehr im Detail).

Der Schreibstil ist sehr flüssig, passend zu dem was erzählt wird sehr dramatisch, romantisch, stellenweise auch witzig und ironisch, was mir dann immer gut gefallen hat.

Autorin:
Ella Simon ist ein Pseudonym von Sabrina Qunaj, die man von historischen Romanen kennt.
Ihre Vorlieben: Reiten, Waldspaziergänge und mit ihren Kindern kochen.

Mein Fazit:
Ein Liebesroman bei dem der Titel: Wie ein heftiges Sommergewitter, in meinen Augen treffender gewesen wäre.
Es gab alles: von Romantik, über Dramatik, Liebe, Missverständnisse, heißen Sex und das „Brennen“ für seine Berufung.
Das Buch ist sehr vielseitig, deshalb gab es Stellen die mir sehr gut und Stellen die mir weniger gut gefallen haben.
Deshalb von mir eine Bewertung genau in der Mitte: 3 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Herr Jonas erwartet Besuch

Herr Jonas erwartet Besuch
0

Herr Jonas erwartete Besuch, von Rainer Mauelshagen

Cover:
Erinnert an die umstrittene Werbung (ist aber ein bisschen eine andere Situation).

Inhalt:
Herr Jonas, mit 88 hochbetagt, schaut in die Vergangenheit, ...

Herr Jonas erwartete Besuch, von Rainer Mauelshagen

Cover:
Erinnert an die umstrittene Werbung (ist aber ein bisschen eine andere Situation).

Inhalt:
Herr Jonas, mit 88 hochbetagt, schaut in die Vergangenheit, sieht sich die Gegenwart an und fragt sich was die Zukunft für ihn noch bereithält.
Da trifft er für sich eine Entscheidung:
Heute läuft nicht die Routine des Alltags ab, er geht einkaufen, kocht ein außergewöhnliches Mal und zieht seinen besten Anzug an, denn er erwartet Besuch.

Meine Meinung:
Gleich zu Beginn die Gedanken zu Alzheimer und den „Pflegenden“, fand ich sehr treffend (kenne ich aus eigener Erfahrung, meine Mutter ist 91 und betroffen).
Die „bösen“ Gedanken auf den Betreffenden kommen und dann das eigene schlechte Gewissen weil man solche „bösen“ Gedanken hat, was dann wieder mächtig Stress macht.

Sehr treffend fand ich dann auch die Bemerkung über:
Jugend + kein Geld / Geld + keine Jugend mehr.

Herr Jonas führt das ganz „normale“ Leben eines älteren Menschen, eigensinnig, eingefahren, aber er schaut doch auch sehr genau hin.
Er macht sich viele Gedanken, über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Seine Gedanken sind sehr vielschichtig, aus meiner Sicht sehr viele auch nachvollziehbar, aus Herrn Jonas Sicht sowieso. Es geht u.a. um Rentenbeginn, Alzheimer, Erderwärmung, Krieg, Migranten, Waffenlieferungen, Glaube, Gesellschaft, Politik, die erste Liebe und vieles mehr.
Jedes einzelne Thema wäre eine Diskussion wert.

Bemerkenswert finde ich, wie flüssig es dem Autor gelungen ist von einem Thema zu andern zu gelangen, fließend gleitet er vom einen ins andere. Unbemerkt werden wichtige Dinge wiederholt bzw. von einer neuen Seite aus betrachtet.
Witzig/schön, fand ich die alten Sprichworte, haben mich an meine Mutter und Oma erinnert:
-der Mensch denkt und Gott lenkt.
-Narrenhände, verschmieren Tisch und Wände etc.

Ich finde das Buch regt zum Nachdenken an.
Tja und das Ende ist dann irgendwo zwischen traurig und „ja gut so“ (dass man sich selbst bestimmen kann).
Das muss dann jeder für sich selber entscheiden.

Autor:
Rainer Mauelshagen wurde 1949 geboren. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Nach Ausübung verschiedener Berufe widmet er sich nun ganz der Literatur.

Mein Fazit:
Unspektakulär, leiser Alltag eines 88 jährigen, mit dramatischem, aber dann doch erwarteten Ende.
Ein Buch um sich weitere Gedanken zu machen!?
Von mir 3,5 Sterne die ich dann auf 4 Sterne aufrunde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Lügenmauer

Lügenmauer. Irland-Krimi (Ein Emma-Vaughan-Krimi 1)
0

Lügenmauer, von Barbara Bierach

Cover:
Das Cover passt absolut zur Story.

Inhalt:
Der erste Fall für Emma Vaughan führt in die jüngere Vergangenheit 1964.
Emma selber wird von den meisten Kollegen eher ...

Lügenmauer, von Barbara Bierach

Cover:
Das Cover passt absolut zur Story.

Inhalt:
Der erste Fall für Emma Vaughan führt in die jüngere Vergangenheit 1964.
Emma selber wird von den meisten Kollegen eher abgelehnt. Als geschiedene Protestantin und dann auch noch alleinerziehen weckt sie in einem zutiefst katholischen, männlichen Polizeicorps meist nur Misstrauen.
Und dann kommt ausgerechnet der Mord an einem hochrangigen Mitglied der Kirche auf ihren Schreibtisch. Der erste Verdacht führt zur IRA, aber bald wird Emma klar dass dies die falsche Spur ist.
Mysteriöse Briefe führen in die Vergangenheit, zu jungen Müttern die unehelich Kinder zur Welt bringen. Und in eine Zeit und Familie in der die Ehre und das Ansehen der Familie über alles gestellt wird.
Und die Kirche spielt hier eine rabenschwarze Rolle.
Emma trifft auf eisiges Schweigen.

Meine Meinung:
Einfach unglaublich!!!

Sofort nach den ersten beiden Seiten war ich voller Spannung in der Geschichte drin und hab mir gedacht: WOW was für ein toller Schreibstil. Tolle Wortwahl, außergewöhnlich konstruierte Sätze die die Stimmung, die Handlung, die Personen, einfach die ganzen Emotionen und alles super rüberbringen.
Am Anfang haben wir drei Handlungsstränge, die aber durch die vorangestellten Jahreszahlen klar zu erkennen sind und sich gekonnt verflechten.

Der Prolog beginnt mit einer Vergewaltigung, aber wir erfahren keine Namen.
Nach ersten Irrwegen, wird so nach und nach klar um wen es sich handelt.
Aber damit ist die Spannung in keinster Weise flacher geworden, nein umso spannender wird es wie dieses unglaubliche Konstrukt von Lüge und Demütigung, vor allem in dieser jungen Vergangenheit (bin ich doch selber 1960 geboren) weitergeführt und verheimlicht werden kann.

Emma, ist mir sehr ans Herz gewachsen, hat sie doch selber eine Menge Probleme, die sie sehr menschlich machen (am Ende musste ich mit ihr weinen). Unbedingt möchte ich mehr von dieser Ermittlerin lesen.

Das Ende ist für mich ein Knalleffekt.

Autorin
Barbara Bierach, geb. 1965 in Mannheim und aufgewachsen am Bodensee, arbeitete nach ihrem Studium zunächst beim Bayerischen Rundfunk und beim Burda-Verlag. Sie leitete jahrelang die Management-Berichterstattung der Wirtschaftswoche. Sie ist eine bekannte Journalistin und Sachbuchautorin. Nach Jahren als Auslandskorrespondentin in New York und Sydney lebt sie heute im irischen Sligo, wo auch ihr erster Krimi Die Lügenmauer spielt.

Mein Fazit:
WOW, WOW, WOW !
Eine Story die packt, ein Schreibstil der nicht besser sein könnte.
Ein Buch das man nicht aus der Hand legen kann.
Und am Ende sage ich: Ja, gut so (auch wenn es gesetzlich nicht korrekt ist).
Von mir eine absolute Kauf- und Leseempfehlung und 5 Sterne.