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Veröffentlicht am 25.09.2018

Der Narr und seine Maschine

Der Narr und seine Maschine
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Der Narr und seine Maschine, von Friedrich Ani

Cover:
Düster und Hoffnungslos? Passt zum Buch.

Inhalt:
Ein alternder Schriftsteller, er einsam und alleine in einem Hotel gelebt hat wird vermisst.
Tabor ...

Der Narr und seine Maschine, von Friedrich Ani

Cover:
Düster und Hoffnungslos? Passt zum Buch.

Inhalt:
Ein alternder Schriftsteller, er einsam und alleine in einem Hotel gelebt hat wird vermisst.
Tabor Süden, der früher Polizeibeamte war, dann Privatdetektiv und vielerfahrener Vermisstensucher, ist auch gerade auf dem Sprung unterzutauchen.
Da kann ihn seine Chefin gerade noch überreden nach dem Vermissten zu suchen.
Werden sich die beiden „Verlorenen“ begegnen?

Meine Meinung:
Hier werden zwei zutiefst einsame Menschen beschrieben.
Wir als Leser erfahren die Geschichte parallel von beiden Seiten, deshalb kommt bei mir auch nur bedingt Spannung auf, weil wir ja immer wissen wo (und wie) sich die beiden Protagonisten befinden.
Es ist schon sehr bedrückend zu lesen wie hoffnungslos Menschen sein können.

Ein Thema, das für mich als Aussage hier rüberkommt, ist der Suizid.
Habe ich das Recht mein Lebensende selbst zu bestimmten und wie gehe ich damit um.
Gar nicht so einfach diese Frage zu beantworten.

Oder was ist Ruhm und Erfolg (wert)?
Wenn am Ende gerade eine Handvoll Menschen um mich trauern?

Irgendwie ist das Ganze für mich auch gar kein Krimi, sondern eher nur die Lebensgeschichte von zwei Menschen die gerade keine Perspektive mehr haben.

Autor:
Friedrich Ani, geb. 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher.

Mein Fazit:
Für mich wird hier eine sehr düstere, hoffnungslose und wehmütige Welt gezeichnet, auf nur 143 Seiten.
Sehr realistisch, deshalb zieht es mich beim Lesen echt runter.
Kein einfaches Buch und mir hätte nichts gefehlt, wenn ich es nicht gelesen hätte. Deshalb, nicht weil es schlecht ist, von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 20.09.2018

Die Tote und der Polizist

Die Tote und der Polizist
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Die Tote und der Polizist, von Sofie Sarenbrant

Cover:
Das schwarz/weiß/rot gehaltene Cover ist echt ein Hingucker.

Inhalt:
Die Polizistin Emma Sköld täuscht ihren Tod vor.
Nachdem sie von Kollegen ...

Die Tote und der Polizist, von Sofie Sarenbrant

Cover:
Das schwarz/weiß/rot gehaltene Cover ist echt ein Hingucker.

Inhalt:
Die Polizistin Emma Sköld täuscht ihren Tod vor.
Nachdem sie von Kollegen fast ermordet wurde, will sie ihnen nun, zusammen mit ihrem Vater das Handwerk legen.
Das Problem dabei ist, dass sie nur auf sich selber gestellt sind, da sie nicht wissen können wem sie vertrauen können.
Denn es gibt ein Netz von Kollegen die wollen Schweden von allen Bettlern und Immigranten retten, indem sie einige davon töten und auf spektakuläre Weise präsentieren.

Meine Meinung:
Wir erleben die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln, das macht es auf der einen Seite interessant, weil wir die denk und Handlungsweise von verschiedenen Personen erfahren, aber auf der anderen Seite zieht sich dadurch viel in die Länge weil wir vieles ja schon kennen.
Wir als Leser wissen ja auch von Anfang an wer die Schuldigen sind und wissen somit immer mehr als die handelnden Personen, was mich auch oft in Gedanken den Kopf schütteln oder die Augen verdrehen lässt.
Denn ich finde vieles ist derart unlogisch und unglaubwürdig.
Ein Katz und Maus Spiel bei dem man nicht glaubt dass Polizisten hier so agieren.

Das Thema ist sehr aktuell und der Gedanke, wie es in den Köpfen von manchen Rechtshütern wohl aussieht, ist immer mal wieder parat.

Autorin:
Sofie Sarenbrant, geb. 1978, hat als Journalistin gearbeitet und gilt als der Shooting Star der Krimiszene in Schweden.

Mein Fazit:
Eine interessante Story über Korruption bei der Polizei, und wie dieser seine Stellung missbraucht.
Allerdings ist die Schreibweise, vor allem das Ende, mir zu unlogisch, widersprüchlich und unglaubwürdig, auch wenn ich gespannt war wie die Autorin alles enden lässt.
Deshalb von mir nur 3 Stern.

Veröffentlicht am 20.09.2018

Ich, Santa

Ich, Santa
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Ich Santa, von Jay Kay

Cover:
Tja das Cover könnte ein bisschen fehlinterpretiert werden. Es ist keine Weihnachtsgeschichte, hat aber wohl etwas mit „Santa“ zu tun.
Das Cover ist wunderschön wie auch ...

Ich Santa, von Jay Kay

Cover:
Tja das Cover könnte ein bisschen fehlinterpretiert werden. Es ist keine Weihnachtsgeschichte, hat aber wohl etwas mit „Santa“ zu tun.
Das Cover ist wunderschön wie auch das ganze gebundene Buch ein toller Blickfang im Regal ist.

Inhalt:
Ein 16 jähriger Junge steht am Grab seiner Mutter.
Weil er sonst niemand mehr auf der Welt hat, muss er zu seinem Onkel Frank ziehen.
Und hier nun fängt das Unglaubliche an.
Nichts ist mehr sicher, Fragen über Fragen, und magische und mystische Situationen wechseln sich in rasender Geschwindigkeit ab.

Meine Meinung:
Irgendwie bin ich nicht in die Geschichte rein gekommen.
Das erste Drittel war mir zu ausschweifend, ich fand es wird zu viel erzählt was für die Geschichte überhaupt nicht wichtig ist. Es haben sich so viele Fragen eingestellt, irgendwie hatte ich beim Lesen das Gefühl ich "schwimme" total, ich wusste nicht worauf das Ganze hinauslaufen soll.
Was dann normalerweise (z.B. bei Krimis) für Spannung sorgt, hier ging es mir aber eher so, dass es seinen Reiz verlor, zu lesen und zu lesen und nicht zu kapieren wo es hingeht.

Im Mittelteil wurde es dann besser. Hier kamen die magisch/mystischen Seiten eindeutig und klar zum tragen und ich habe mich schon auf das „märchenhafte“ gefreut.

Doch leider ging es beim letzten Drittel wieder in das verworrenen Fahrwasser vom Beginn und ich konnte der Geschichte wieder nicht mehr folgen. Ich konnte das Handeln und Denken (zu kryptisch) von unserem Hauptprotagonisten (der leider bis zum Schluss, auf der letzten Seite, namenlos blieb) nicht verstehen oder folgen.

Ich mag den Autor, und was ich sonst von ihm gelesen habe, hat mir immer gefallen.

Autor:
Jay Kay ist schon seit jeher der Spitzname des Autors.
Er war schon Journalist, Übersetzer, Fotograf, Pressesprecher, Grafiker und Programmierer. Lesen und Schreiben ist rein passionsmäßig bei ihm nicht zu trennen.

Mein Fazit:
Magischer Realismus.
Und obwohl der Schreibstil gut war, war der Inhalt und die Handlung der Geschichte diesmal nicht so meines.
Deshalb von mir ganz knapp 3 Sterne.

Veröffentlicht am 14.09.2018

Spätsommerfreundinnen

Spätsommerfreundinnen
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Spätsommerfreundinnen, von Andrea Russo

Cover:
Sehr romantisch und passend zum Buch.

Inhalt:
Jette ist gerade frisch geschieden, da erhält sie Post aus ihrer „Vergangenheit“.
Über zwanzig Jahre war Jette ...

Spätsommerfreundinnen, von Andrea Russo

Cover:
Sehr romantisch und passend zum Buch.

Inhalt:
Jette ist gerade frisch geschieden, da erhält sie Post aus ihrer „Vergangenheit“.
Über zwanzig Jahre war Jette nicht mehr ihn dem kleinen Ort in der Lüneburger Heide in dem sie aufgewachsen ist. Jetzt erfährt sie, dass der Wirt des Gasthauses, das sie als Jugendliche übernehmen und darin kochen und backen wollte, gestorben ist.
Als sie zur Beerdigung geht, kehren plötzlich all die Erinnerungen und damit längst vergessenen Gefühle, wieder zurück.
Auch Jan, ihre Jugendliebe, lässt sie alles andere als kalt.

Meine Meinung:
Eine wunderbare Geschichte um Jette und ihre Freundinnen (einfach klasse Frauen), die Mitten im Leben stehen und mit denen man sich in so vielen Situationen immer wieder identifizieren kann.
Es sind Frauen die einfach „leben“! Keine künstlich produzierten Figuren, sondern authentisch und echt!

Die Schreibweise ist wunderbar fließend, herrlich humorvoll und sehr empathisch und warm. Ab der ersten Seite war ich sofort im Geschehen drin und es war so spannend sich auszumalen wie es auf der nächsten Seite weitergeht und wie sich alles entwickelt.
Dabei war die ein oder andere Wendung echt überraschend (wenn nicht gar ein Paukenschlag) und manche dann wieder eine Bestätigung der eigenen Vorstellung oder Ahnung.

Das Happy End ist dann wunderschön rund und ich bin fast traurig, dass ich mit der letzten Seite Jette und ihre Freunde verabschieden muss, denn sie sind mir doch sehr ans Herz gewachsen.

PS: Hier noch ein Zitat das ich einfach ganz toll finde.
Wenn Gras über eine Sache gewachsen ist, kommt immer ein Kamel und frisst es wieder runter.

PPS: Die Rezepte im Anhang sind klasse und es echt wert ausprobiert zu werden (hab ich auch gemacht).

Autorin:
Bis vor einigen Jahren hat Andrea Russo als Lehrerin in einer Förderschule gearbeitet, bis sie sich ganz dem Schreiben gewidmet hat. U.a. auch untere dem Pseudonym Anne Barns. Sie lebt mit ihrem Mann und Hund im Ruhrpott, hat eine erwachsene Tochter, liebt Kuchen und Torte - und verbringe viel Zeit in der Küche.

Mein Fazit:
Ein brillanter Roman über eine (vergangene) Liebe, um wahre Freundschaft und alles eingepackt in eine wunderschöne, romantische Landschaft.
Er hat mir wunderschöne Lesestunden geschenkt.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 14.09.2018

Die Welt war so groß

Die Welt war so groß
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Die Welt war so groß, von Rona Jaffe

Cover:
Das Cover strahlt eine Leichtigkeit aus, wie sie nur die Jugend kennt.

Inhalt:
Vier junge Frauen, aus ganz unterschiedlichen Schichten der USA, werden durch ...

Die Welt war so groß, von Rona Jaffe

Cover:
Das Cover strahlt eine Leichtigkeit aus, wie sie nur die Jugend kennt.

Inhalt:
Vier junge Frauen, aus ganz unterschiedlichen Schichten der USA, werden durch ihr Leben begleitet.
Das College-Leben, der 50er Jahre, mit all seinen engen Grenzen, den gesellschaftlichen Vorstellungen und Anforderungen.
Jede kämpft (oder lebt) für einen anderen Traum.
Nach 20 Jahren beim Klassentreffen reflektiert jede, wo sie steht und ob sie die Weichen nochmals neu ausrichten will.

Meine Meinung:
Eine tolle Geschichte, sehr differenziert erzählt.
Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, auch die Männer die dazu gehören.
Die Autorin versteht es sehr gut den Zeitgeist der jeweiligen Zeitepoche deutlich zu machen, auch wenn jede Person individuell damit umgeht.
Als Leser machen wir mit den Protagonisten diese Zeitreise durch.

Doch trotz der schillernden Zeit und den durchaus dramatischen oder interessanten Begebenheiten, wirkt es manchmal sehr ruhig und das Interesse flacht zeitweise etwas ab.

Autorin:
Rona Jaffe wurde 1931 in Brooklyn geboren und starb im Jahre 2005.
1958 erschien ihr Debütroman „Das Beste von allem“, der lange vor „Sex and the City“ das Leben und die Liebesgeschichten von fünf Freundinnen in New York beschrieb.

Mein Fazit:
Eine tolle Geschichte um vier ganz unterschiedliche junge Frauen von den 50er bis zu den 70er Jahren in den USA. College-Zeit, Erwachsenwerden, Familie!
Spannend erzählt und sehr interessant.
Aber das „gewisse Etwas“ hat mir gefehlt.
Von mir 4 Sterne.