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Veröffentlicht am 05.05.2018

Ans Meer

Ans Meer
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Ans Meer, von René Freund

Cover:
Wie beim letzten Buch erinnert es mich an eine Collage.

Inhalt:
Der Busfahrer Anton sinniert gerade über sein Leben nach. Irgendwie hat sein Traumjob als Busfahrer, nach ...

Ans Meer, von René Freund

Cover:
Wie beim letzten Buch erinnert es mich an eine Collage.

Inhalt:
Der Busfahrer Anton sinniert gerade über sein Leben nach. Irgendwie hat sein Traumjob als Busfahrer, nach den vielen Jahren, an Glanz verloren.
Außerdem ist er frisch verliebt, in seine Nachbarin. Doch bei der auf dem Balkon hustet ein anderer Mann.
Alles in allem keine rosigen Aussichten.
Da steigt die krebskranke Carla in seinen Bus und wünscht sich nichts mehr als noch einmal ans Meer, in ihre Bucht, zu fahren, in der sie aufgewachsen ist.
Als dann auch noch Antons Chef anruft und ihn zu einem „Gespräch“ bittet, fasst Anton einen Entschluss, und seine nächste Durchsage sagt keine Haltestelle an sondern sie lautet:
WER HAT LUST ANS MEER ZU FAHREN?

Meine Meinung:
Dies ist nun das vierte Buch das ich von René Freund lese, und ich muss sagen: seine Bücher werden immer besser. Bei diesem würde ich gerne mehr als nur 5 Sterne vergeben.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig (nichts überflüssiges), herrlich erfrischend und locker, mit einem ganz wunderbaren Humor, der mir trotz des traurigen Hintergrunds (Carla sterbenskrank) immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Es ist einfach unglaublich, die spontan und bunt zusammengewürfelte Reisegesellschaft zu begleiten und zu sehen, wie sie im nötigen Augenblick zusammenhält und sich gegenseitig hilft.
Herzerwärmend, wie sich die 17jährige“Querulantin“ um die demente Oma kümmert, oder der coole 17jährige das Kaninchen für seine wieder einfängt, die 11jährige Tochter ihrer Mutter zu ihrem letzen Wunsch verhilft und der gutmütige (und unglücklich verliebte), leicht übergewichtige Busfahrer über sich hinauswächst, und alle Konventionen sausen lässt und einfach ans Meer fährt.

Das Happy End mit einem Wehrmutstropfen passt so wunderbar, dass es einem das Herz erwärmt.

Noch ein tolles Zitat:
Wunder können nur passieren. Man kann sie nicht erwarten.

Das Buch hat nur einen Nachteil: es ist viel zu schnell zu Ende!
Für mich hätte es doppelt so dick sein dürfen.

Autor:
René Freund, geboren 1967, lebt als Autor und Übersetzter in Grünau im Almtal. Er studierte Philosophie Theaterwissenschaft und Völkerkunde.

Mein Fazit:
Mal wieder ein rundum gut gelungenes, tolles Buch.
Voller Humor, Wärme, Menschlichkeit, tiefgründigen Gedankenanstößen und doch von einer erfrischenden Leichtigkeit die einen durch die ganze Geschichte trägt. Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung. 5 Sterne mit **

Veröffentlicht am 04.05.2018

Sommernachtstränen

Sommernachtstränen
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Sommernachtstränen, von Bärbel Götz

Cover:
Damit konnte ich am Anfang nicht so recht etwas anfangen. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, finde ich es passt irgendwie.

Inhalt:
Nach einer traumatischen ...

Sommernachtstränen, von Bärbel Götz

Cover:
Damit konnte ich am Anfang nicht so recht etwas anfangen. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, finde ich es passt irgendwie.

Inhalt:
Nach einer traumatischen Jugend lebt Isabell sehr zurückgezogen und für sich alleine.
Alles ändert sich, als sie auf der Suche nach ihrem Bruder in die Lessingstraße kommt.
Hier begegnet sie Renate, eine ältere Frau die ihr Rätsel aufgibt.
Auf der einen Seite bespitzelt und erpresst sie ihre Nachbarn und auf der anderen setzt sie sich für den türkischen Jungen Emre ein der gemobbt wird.
Als es einen Toten gibt kommen weitere Geheimnisse ans Tageslicht, die auch unmittelbar Isabell betreffen.

Auch wenn Isabell der Liebe keinen Platz mehr in ihrem Leben einräumen will, lässt diese nicht so schnell locker…

Meine Meinung:
Eine interessante Geschichte bei der wir sofort einsteigen.
Eine x-beliebige Straße mit ihren Bewohnern, bei denen jeder so seine eigenen Geheimnisse verbirgt. Und jeder Charakter ist einzigartig und doch irgendwie vertraut und vorstellbar.
Durch Renate, eine älter Frau, die genügend Zeit hat alle auszuspionieren erfahren wir was jeder so treibt und zu verbergen hat.
Spannend wird es, weil immer sich immer wieder die Frage nach dem WARUM stellt, ob in der Gegenwart oder der Vergangenheit.

Einen humorvollen Aspekt bringt der 13jährige türkische Emre ins Spiel der seine eigene Vorstellung von Integration hat und mal so einfach im Schülergottesdienst den Gesang eines Muezzins abspielt.

Witzig finde ich auch wie die Nibelungensage in recht moderner Weise zusammengefasst und eingebaut wird.

Zwei weitere Punkte regen mich zum Nachdenken an.
Was passiert mit Kinderseelen in Heimen wenn das Personal sich nicht pädagogisch richtig verhält.
Und wie sieht es aus mit „Strafen“ (Gefängnis), für wirklich alte Menschen.

Autorin:
Bärbel Götz ist 1969 in Stuttgart geboren. Ihre Geschichten spielen im Schwäbischen genau hier vor ihrer Haustüre.

Mein Fazit:
Ein Blick hinter die Kulissen in einer ganz „normalen“ Straße.
In der wirklich ein großer Bogen gespannt wird und doch in komprimierter Form vieles erzählt wird.
Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.04.2018

Hinter den Türen

Hinter den Türen
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Hinter den Türen, von Hera Lind
Roman nach einer wahren Geschichte

Inhalt:
Juliane Bressing hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Arbeit, Haus, Garten, Hund ...

Hinter den Türen, von Hera Lind
Roman nach einer wahren Geschichte

Inhalt:
Juliane Bressing hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Arbeit, Haus, Garten, Hund – alles ist da!
Warum also nicht etwas vom „Glück“ abgeben und übergangsweise „drei ganz normale Kinder“ aufnehmen die eine Pflegefamilie suchen.
Doch bald nach der Ankunft der Kinder wird klar – hier ist nichts normal!
Was haben diese Kinder erlebt?
Welches dunkle Geheimnis hüten sie?
Und warum verwehren alle amtlichen Stellen und Personen ihre Hilfe und boykottieren das Engagement von Juliane?
Schon nach wenigen Monaten steht Juliane mit ihrer eigenen Familie an einem Abgrund.

Meine Meinung:
Was gehen mir für Gedanken durch den Kopf wenn ich dieses Buch lese:
Ich bin fassungslos:
- über das unsensible, unprofessionelle und unmenschliche Verhalten und handeln von „Schlüsselpersonen“ an wichtigen Stellen,
-über das Ausmaß an Leid das Kinder (auch in unserer Zeit und Gesellschaft) angetan wird,
-und erstaunt, ungläubig, fassungslos und glücklich, dass es Menschen gibt die das alles aushalten, tragen und überwinden helfen.

Es heißt, das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten!
Wenn man dieses Buch liest (und alles so glaubt wie es drin steht) ist das absolut wahr.
Doch für mich sind einige Stellen zu unglaublich und unverständlich.
Z.B. warum nimmt Juliane die Kinder mit in das verwahrloste Haus? Warum schaut sie sich das nicht zuerst selber an? Oder warum fährt sie mir der hochtraumatisierten und gefährlichen Malie alleine im Auto durch die Nacht zu Notaufnahme (es war ja keine Lebensgefahr), wäre hier ein Notarzt mit Sanitätern nicht sinnvoller gewesen.
Und entweder habe ich einiges überlesen oder falsch interpretiert aber es ergaben sich für mich auch Widersprüche: z.B. die Stiftung „Sonnenschein“, am Anfang wurde von dem Herrn ganz wichtig herausgehoben wie lange es diese Stiftung schon gibt und dass es die älteste in Köln sein soll, und am Ende ist die Stiftung von „Frau Nölle“ erst seit kurzem gegründet worden?

Autorin:
Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen Erfolg hatte. Sie lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Mein Fazit:
Ein Buch das tief bewegt.
Gibt es solche Zustände wirklich? Auch wenn man sowas in den Medien immer wieder liest.
Wäre es ein Roman ohne wahren Hintergrund würde ich es als zu übertrieben/unrealistisch „abstufen“.
Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sterne. Da ich das Buch aber spannend fand und es in zwei Tagen ausgelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht, vergeben ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.04.2018

Ich bin dann mal was Blödes tun

Ich bin dann mal was Blödes tun
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Ich bin dann mal was Blödes tun, von Mad Köninger

Cover:
Ein „Kasperl“, als Zeichen dass man den Inhalt nicht „Bierernst“ nehmen soll?

Inhalt:
Ein satirisches Tagebuch!
Es ist während eines Klinikaufenthalts ...

Ich bin dann mal was Blödes tun, von Mad Köninger

Cover:
Ein „Kasperl“, als Zeichen dass man den Inhalt nicht „Bierernst“ nehmen soll?

Inhalt:
Ein satirisches Tagebuch!
Es ist während eines Klinikaufenthalts geschrieben worden. Deshalb sind Themen rund um Reha und Patienten auch vorherrschend.
Aber der Autor kommt vom „Stöckchen aufs Hölzchen“ und so ist nichts und niemand sicher. Von Einzelpersonen über die Gesellschaft bis in die Politik.
Dieses Buch ist mit (schwarzem) Humor, ironischen und teilweise sehr spitzfindigen Bemerkungen und Aussagen angefüllt.

Meine Meinung:
Ein bemerkenswertes Buch dem auch die Überschrift:
Meine drei Sinne: Wahnsinn, Blödsinn, Irrsinn,
gut stehen würde.

Da ich kürzlich erst selber zur Reha war, kann ich viele Aussagen des Autors bestätigen oder sympathisiere mit ihm.
Nicht alles darf man unreflektiert ernst nehmen (und nicht überall kann ich die Meinung des Autors teilen: z.B. finde ich die Musik von Peter Maffay klasse), aber überlegenswert ist alles was angesprochen wird.
Ich denke mal der Humor muss einem liegen (ich fand ihn klasse).
Vielleicht sollte man das Buch auch nicht von vorn bis hinten in einem Rutsch durchlesen (sonst kommt ein Gewöhnungseffekt?) , sondern sich mal immer wieder einige Geschichten einfach nur so gönnen.

Autor:
Mad Köninger, geb. 1988, im Achertal, lebt aktuell in Freiburg. Hatte ursprünglich Soziale Arbeit studiert und befindet sich nun in der Ausbildung zum Erzieher, (um auch ab und zu den Clown in sich raus zulassen).

Mein Fazit:
Ich denke das ist ein tolles Buch einfach mal um Abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen (und diese in einem anderen Licht zu sehen?).
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Tiefer den die Hölle

Tiefer denn die Hölle (Ein Martin-Bauer-Krimi 2)
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Tiefer den die Hölle, ein Kriminalroman von Peter Gallert und Jörg Reiter

Cover:
Der Titel und das Bild sind sehr gut kombiniert. Zum Inhalt finde ich keinen direkten Bezug.

Inhalt:
Polizeiseelsorger ...

Tiefer den die Hölle, ein Kriminalroman von Peter Gallert und Jörg Reiter

Cover:
Der Titel und das Bild sind sehr gut kombiniert. Zum Inhalt finde ich keinen direkten Bezug.

Inhalt:
Polizeiseelsorger Martin Bauer wird zu einem Einsatz in einem stillgelegten Bergwerk gerufen. Sein Amtskollege, Monsignore Vaal, der eigentlich Dienst hat, ist beim Anblick der Leiche mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen.
Auf dem Weg ins Krankenhaus stammelt Vaal, in Todesangst, Namen, Worte und Sätze.
Hat der Tote im Bergwerk etwas mit Vaal zu tun? Was lässt den Monignore so panisch werden.
Bauers Suche nach der Wahrheit führt ihn dreißig Jahre zurück, tief unter die Erde und zu einem sterbenden alten Mann…….

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Fall, den Polizeiseelsorger Martin Bauer in Angriff nimmt. Ich habe beide Bücher gelesen und beide sind sehr spannend.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Personen und Charaktere sehr eigenwillig und realistisch geschildert, die Handlung ist sehr spannend und schlüssig aufgebaut.
Wir steigen gleich mit dem Prolog (sehr gruslig) in die Handlung ein und Martin Bauer tritt sofort in Aktion.
Es werden viele Blickwinkel und Spuren beleuchtet und es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und neue Wendungen.
Der sadistische Hintergrund und die Unglaublichkeit der Taten wird erst am Ende in seinem vollen Ausmaß erkenntlich, und es ist beängstigend wenn man denkt so könnte es im realen Leben auch laufen.

Gut gefallen haben mir auch die immer wieder eingestreuten kleinen (aktuellen) Skandale, z.B. Gesundheitsgefährdung durch die Luft in „Schießkellern“ bei der Polizei, die vertuscht wird.

Autoren:
Peter Gallert, geb. 1962, ist (in Zusammenarbeit mit Jörg Reiter) Drehbuchautor, hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie in Köln.

Jörg Reiter, geb 1952 ist freier Autor und schreibt Drehbücher (mit Peter Gallert) und lebt auch in Köln.

Mein Fazit:
Wieder einmal ein toller Krimi aus der Feder des Autorenduos Gallert und Reiter, den ich nur weiterempfehlen kann und mir voller Punktzahl bewerte.
5 Sterne.