Cover-Bild Hinter den Türen
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diana
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 23.04.2018
  • ISBN: 9783453291874
Hera Lind

Hinter den Türen

Roman nach einer wahren Geschichte
Juliane Bressin hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Vollwertkost, Biomüll, Bullerbü. Warum also nicht „drei ganz normale Kinder“ aufnehmen, die übergangsweise eine Pflegefamilie suchen? Doch bald nach Ankunft der Kinder stürzt Julianes hellblauer Himmel ein. Was haben die kleinen Wesen mit thailändischen Wurzeln erlebt? Woran ist der Vater gestorben und warum liegt die Mutter im Koma? Hüten sie ein dunkles Geheimnis? Schon nachwenigen Monaten steht Juliane mit ihrer eigenen Familie an einem Abgrund ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2021

Spannend geschrieben

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Hera Lind schafft es doch immer wieder mich in ihren Bann zu ziehen. Ich habe es gelesen und als Hörbuch gehört. Einfach nur toll. Mutig noch drei fremde Kinder in die Familie aufzunehmen. Also Hochachtung ...

Hera Lind schafft es doch immer wieder mich in ihren Bann zu ziehen. Ich habe es gelesen und als Hörbuch gehört. Einfach nur toll. Mutig noch drei fremde Kinder in die Familie aufzunehmen. Also Hochachtung vor der Familie denn ist ein Roman nach einer wahren Begebenheit. Diese lese ich besonders gerne von ihr.

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Veröffentlicht am 15.05.2018

Ein Roman der mir nette, aber auch erchreckende Lesemomente beschert hat

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Bereits nach den ersten Zeilen war ich fasziniert. Fasziniert von einer nahezu perfekten Familie. Absolut wohlerzogene Kinder, die selbsttätig und ohne Aufforderung im Haushalt helfen, selbstständig ihr ...


Bereits nach den ersten Zeilen war ich fasziniert. Fasziniert von einer nahezu perfekten Familie. Absolut wohlerzogene Kinder, die selbsttätig und ohne Aufforderung im Haushalt helfen, selbstständig ihr Zimmer aufräumen, mit Vorliebe Gemüse essen. Ein fast schon bilderbuchhaftes Leben. Eine Familie, im der einfach alles in absoluter Perfektion zu laufen schien. Ja, ich hatte mich seufzen erwischt. Es klang alles schön, sehr schön, oder etwa zu schön? Und vorallem stellte ich mir die Frage, ob es solch eine Familie wirklich gab, oder war es auch nur eine Wunschvorstellung der Autorin?

Nachdem die perfekte Familien in allen Details vorgestellt wurde, lernt der Leser Frau Nölle kennen. Puh, was soll ich sagen? Ein Drache? Eine blöde Kuh? Eine Frau ohne echte Gefühle? Oder, Achtung Zitat: Blöde Sumpfkuh! Ich hatte jedenfalls Frau Nölle recht schnell auf dem Kieker und hätte ihr am liebsten die Unterlagen vor die Füße geknallt. Erstaunlich, wie ruhig Jon geblieben ist. Ich wäre bei dieser hochnäsigen Schranze wohl eher ausgetickt. Aber auch Juliane bleibt hartnäckig, da sie perfekt in ihrer Mutterrolle aufgeht, auch bei Kindern, die sie nicht kennt. Hier hatte sie meinen vollen Respekt.

Erschreckend fand ich die Zustände, in denen die drei Kinder aufwachsen musste. Sei es das Haus im Schrebergarten, oder auch das Heim, in das kein Geld mehr investiert wurde. All dieses zusammen mit den Trägergesellschaften bzw. ihren Verantwortlichen, grenzt es schon fast an Unmenschlichkeit. Ist ein Mensch wirklich nur so wenig wert? Wenn der Mensch (noch) keinen Nutzen für die Gesellschaft hat, sind auch keinen Gefühle aufzubringen? Entsetzlich! Ich war über die Willkür und das Verhalten einiger Protagonisten stellenweise wirklich schockiert. An dieser Stelle möchte ich nochmal wiederholen, dass es sich um einen Tatsachenroman handelt!

Zum Schluß noch ein paar Sätze zu Cover und Klappentext. Das Cover gefällt mir sehr gut. Es zeigt eine gewisse Idylle und suggeriert eine Beständigheit. Eigentlich so ein bisschen Heile Welt. Im Klappentext zeigt sich hingegen schon, dass diese Heile Welt auch ihre Schattenseiten hat. Der Klappentext macht neugierig, da man unbedingt weitere Informationen haben möchte.

Lesespaß oder Lesefrust?

Bei diesem Buch kann man nicht wirklich von Lesespaß sprechen, obwohl mir das Buch sehr gut gefallen hat. Es war aufklärend, erschreckend, ehrlich, ernüchternd und oft saß ich einfach nur mit einem Kopfschütteln da, weil ich diese Beamtenwillkür einfach nur ätzend fand.

Sehr gut fand ich das Nachwort von Juliane Bressin, in dem sie erklärt, wie es zu diesem Buch kam. Auch der Nachtrag von Hera Lind zeigte nochmal, wie dieser Tatsachenroman entstanden ist, und welchen Anteil sie an der Geschichte hatte.

Dieser Roman hat mir nette, aber auch erschreckende Lesemomente beschert.

Dafür gibt es von mir ganz klare 5 Sterne und meine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.09.2019

Familienzuwachs extrem

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Als Juliane Bressin 3 thailändische Kinder in ihre Familie holt, ahnt sie nicht, welche Schwierigkeiten sie noch bekommen wird. Denn die 3 sind „ganz normale Kinder“, wie die vermittelnde Stiftung sie ...

Als Juliane Bressin 3 thailändische Kinder in ihre Familie holt, ahnt sie nicht, welche Schwierigkeiten sie noch bekommen wird. Denn die 3 sind „ganz normale Kinder“, wie die vermittelnde Stiftung sie anpreist. Doch als die 3 schließlich im Haus sind, entpuppen sie sich als zutiefst verstört und vor allem das ältere Mädchen reagiert unwirsch und teils gewalttätig. Für Juliane scheint ihre bisherige heile Welt zu zerbrechen.


Ein Buch zu schreiben, das auf Tatsachen beruht, ist nicht immer einfach. Doch Hera Lind gelingt es, die schrecklich-schöne Handlung in einen tollen Roman zu verweben, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. Der Beginn hat sich ein wenig gezogen, bis die Familie die Kinder überhaupt einmal sehen durfte. Doch dann war ich gefangen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen.



Dass alles einen wahren Hintergrund hat, auch wenn Lind die Personen und Orte stark verändert hat, macht das ganze Buch noch intensiver und spannender. Auch als Leser weiß man nie, inwiefern man Malie nun glauben kann. Linds Schreibweise ist sehr flüssig und mitreißend.


Besonders berührt hat mich dann noch das Nachwort von Juliane Bressin – und vor allem ihr letzter Satz.



Fazit: Ein Roman, der unglaublich wirkt, und doch fast so geschehen ist. Sehr intensiv und mitreißend.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Eltern an ihren Grenzen

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Die Geschichte, die „Hinter den Türen“ erzählt, ist kaum zu glauben: ein engagiertes Elternpaar mit 2 Kindern nimmt 3 Pflegekinder auf – Geschwisterkinder mit ausländischen Wurzeln und angeblich „ganz ...

Die Geschichte, die „Hinter den Türen“ erzählt, ist kaum zu glauben: ein engagiertes Elternpaar mit 2 Kindern nimmt 3 Pflegekinder auf – Geschwisterkinder mit ausländischen Wurzeln und angeblich „ganz normale Kinder“. Die Kinder entpuppen sich als schwerst traumatisiert und die Familie erfährt kaum irgendwo Unterstützung – insbesondere nicht bei den verantwortlichen Behörden. Schlimm, dass sowas kein komplett ausgedachter Roman ist, sondern eine Erzählung nach einer wahren Geschichte. Die ich interessant, bewegend, aufrüttelnd fand – aber die in der Umsetzung für mich doch ein paar Schwächen hatte.

Zunächst mal war da der Beginn des Buches. Die wunderbare, intakte Familie Bressin. Die Ich-Erzählerin wurde nicht müde zu betonen, was für einen Traummann sie geheiratet hatte (so ziemlich am Ende jedes der kurzen Kapitel) und welch gute Voraussetzung die Familie als Pflegeeltern hatten (beide studierte Sozialpädagogen). Ganz ehrlich – das war mir etwas viel der Selbstbeweihräucherung und hätte sicherlich auch behutsamer (und damit glaubwürdiger) rübergebracht werden können. Denn im Laufe des Buches wurde sehr authentisch geschildert, wie die beiden Super-Eltern an ihre Grenzen kommen – ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen und habe mitgelitten. Das fand ich ehrlich und überzeugend, deshalb war ich gegen Ende von dem Buch auch wirklich angetan.

Leider gab es dann nochmal einen Dämpfer mit dem Nachwort. Plötzlich wurde da – recht kurz - geschildert, dass die „wahre Geschichte“ an vielen Stellen doch sehr mit künstlerischer Freiheit ummantelt worden ist. Ich sehe ein, dass man einiges verfremden muss, um Identitäten zu schützen. Kein Ding. Aber dass dann die Dinge, die für mich auch einen Großteil der Geschichte ausgemacht haben, z. B. die schwere Krankheit der Stiftungsleiterin Frau Nölle oder die Ehekrise wegen der besten Freundin Anne, komplett ausgedacht waren (da Anne eine komplett erfundene Figur war), das hat mich nach dem Lesen des Nachworts doch ernüchtert. Auch der lapidare Satz (nach dem doch versöhnlichen Ende und der ständigen Versicherung der Pflegemutter an ihr schwierigstes Pflegekind, dass sie sie nie im Stich lassen würde) „In Wahrheit habe ich Malie nie wiedergesehen“ – ohne jegliche Erklärung für den Leser, der gerade über fast 400 Seiten mitgelitten hatte… da habe ich mich ein bisschen im Stich gelassen gefühlt.

Im Endeffekt schwanke ich deshalb zwischen 3 und 4 Sternen – aber da ich das Buch ab einem gewissen Punkt wirklich verschlungen habe, entscheide ich mich für 4.

Veröffentlicht am 16.07.2018

Eine dramatische Geschichte

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Die Sozialpädagogin Juliane lebt in einer perfekten Welt - sie hat einen liebevollen Ehemann, zwei wundervolle (perfekte) Kinder, ein schönes Haus und einen Job, den sie liebt. Eines Tages sieht sie in ...

Die Sozialpädagogin Juliane lebt in einer perfekten Welt - sie hat einen liebevollen Ehemann, zwei wundervolle (perfekte) Kinder, ein schönes Haus und einen Job, den sie liebt. Eines Tages sieht sie in der Zeitung, das Pflegeeltern für drei Kinder gesucht werden und überlegt, ob sie ihr Glück nicht teilen sollten. Sie kämpft darum, Pflegemutter der Kinder werden zu dürfen. Und damit fängt ihr Kampf überhaupt erst an, denn zu ihnen ziehen drei traumatisierte Kinder. Und vor allem die Älteste fordert alle heraus.

Anfangs habe ich schwer in das Buch hineingefunden. Mir war die Welt von Juliane zu perfekt - vor allem ihre Kinder. So perfekt, das kann doch nicht sein, ging mir immer wieder durch den Kopf. Wobei ich mir dann schon überlegte, ob das einfach etwas überspitzt erzählt wurde, um die ganze Dramatik richtig aufzuzeichnen. Auch mit Juliane tat ich mir anfangs etwas schwer. Ihr Engagement war bewundernswert, aber immer wieder habe ich mich gefragt, wie eine Sozialpädagogin dermaßen naiv an die ganze Sache herangehen kann. Aber nachdem sie sich das später selber fragte, wurde ich dann doch versöhnt.

Alles in allem ist das Buch sehr gut geschrieben. Man leidet mit, fiebert mit, schüttelt den Kopf, ist entsetzt. Einige Dinge wurden eher oberflächlich erzählt, da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Allerdings denke ich, dieses Buch soll einfach nur aufrütteln.

Auf jeden Fall kann ich diese Geschichte empfehlen. Zum einen erzählt sie den schweren Weg als Pflegemutter und das man sich immer erstmal gut mit der Frage auseinandersetzen sollte. Und sie zeigt auch auf wie sehr man auf ein gutes Miteinander mit den bürokratischen Stellen angewiesen ist (wobei ich in diesem Buch wirklich entsetzt war, ob dieses Ausmaß wirklich möglich sein kann???). Und vor allem finde ich an diesem Buch gut, die Gesellschaft aufzurütteln wie schlimm es manchen Kindern ergeht.