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Veröffentlicht am 12.02.2018

Die Damaskus Connection

Die Damaskus-Connection
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Die Damaskus Connection, von Matt Rees

Cover:
Passt zu einem Thriller.
Sehr dunkel, sehr bedrohlich und irgendwie mysteriös.

Inhalt:
Die Ärztin Amy Weston, spezialisiert auf chemische Kampfstoffe, ist ...

Die Damaskus Connection, von Matt Rees

Cover:
Passt zu einem Thriller.
Sehr dunkel, sehr bedrohlich und irgendwie mysteriös.

Inhalt:
Die Ärztin Amy Weston, spezialisiert auf chemische Kampfstoffe, ist auf dem Weg zu Agent Verrazzano, und wird im Aufzug vor seiner Nase erschossen.
Ihre letzten Worte: du hast nur noch wenige Tage.
Aber wofür?
Agent Verrazzano, ehemaliger Elitesoldat und Söldner, mit seinen eigenen Geheimnissen und Dämonen, nimmt die Ermittlungen auf.
Bald kommt er dahinter: es geht um Giftgas, ein verehrender Anschlag steht bevor, doch wo und wann.
Seine Wege führen ihn nach Syrien, Damaskus und er entdeckt das tödliche Nervengift Sarin.
Aber wer steckt wirklich hinter dem Ganzen?

Meine Meinung.
Ein guter Einstig, es geht gleich zur Sache. Wechselnde Handlungsorte Hauptsächlich USA und Syrien(Damaskus).

Die Handlung zeigt wie (vermutlich) bodenlos schlecht, korrupt, irrsinnig die Welt doch wirklich ist und funktioniert.
Für viel Geld tun ein paar wenige alles und einige Irre und total verrückte egoistische Köpfe tun schreckliche Dinge um sich selbst zu bereichern , die schlimmsten Gräueltaten, und sie schrecken auch nicht davor zurück die ganze Welt in Kriege zu stürzen um selber davon zu profitieren und Geld zu scheffeln.
Der der am meisten zahlt hat das Sagen.
Leider sieht es vermutlich im Großen (oder hoffentlich auch nur im Kleinen) auch in der Wirklichkeit so aus.
Und ich denke das wird sich nicht ändern.
Also die Idee hinter dem Buch ist sehr real, beängstigen und beklemmend.
Einiges bleibt offen. Wie wurde das Sarin transportiert, wie sind die „Toten“ mit dem Sarin in Berührung gekommen? Einige sterben sofort, bei anderen dauert es Tage(?), bei einigen reicht eine Spritze als Gegen mittel, bei andern ist diese anscheinend nicht zu haben?

Doch die Ausführung – das ist dann wieder die andere Seite.
Das war mir in allem zu viel.
Das war Action Kino, in seinem wildesten Ausmaß, aber mir an vielen Stellen einfach viel zu übertrieben.
Deshalb konnte es mich ab dem 2. Drittel, nicht mehr berühren und es hat die Angst und Beklemmung beim Lesen rausgenommen.
Es kämpft jeder gegen jeden, der Gute gegen den Bösen, der Böse gegen den Guten, und dann war der Gute plötzlich der Böse und wieder umgekehrt. Ach ein ewiges hin und her und Wirrwarr.
Der „Held“ hat sich teils „kopflos“ und ohne Plan in Situationen gestürzt in denen er nicht wusste was ihn erwartet, so quasi einer alleine gegen den Rest der Welt, und hat natürlich auch in den ausweglosesten Situationen gewonnen.
Selbst wenn er eigentlich schon tod war, ist er plötzlich wieder quitschlebendig aufgetaucht und hat weitergemacht als wäre nichts gewesen.
Oder im allerletzen Moment hat dann einer plötzlich eine Pistole in der Hand obwohl er schon vorher ewig die Möglichkeit hatte damit einzugreifen. Nur damit die Dramatik ausgereizt wird….
Also das war mir einfach zu sehr auf Dramatik und Action gemacht, an vielen Stellen für mich unwirklich und unlogisch.
Deshalb war irgendwann auch keine Spannung mehr da, weil ja klar war, dass der „Held“ doch wieder auftaucht.

Autor:
Matt Rees, geb. 1967 in South Wales, war Jerusalemer Bürochef der Time und schreibt weitere Krimis.

Mein Fazit:
Eine tolle und beängstigende Geschichte, auch leider sehr aktuell, wenn das Ganze nicht so sehr auf Rambo und übertriebene Action geschrieben worden wäre.
Denn somit ist die Action-Handlung (oberflächlich) im Vordergrund und nicht das Thema Giftgas.
Das hat mir die Spannung und den Nervenkitzel genommen.
Deshalb von mir auch nur 3 Sterne obwohl die Geschichte mehr verdient hätte.

Veröffentlicht am 10.02.2018

Die Rache der Polly McClusky

Die Rache der Polly McClusky
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Die Rache der Polly McClusky, von Jordan Harper

Cover:
Genau so stellt man sich einige Szenen im Buch vor.

Inhalt:
Kurz bevor Nate aus dem Gefängnis entlassen wird, tritt er einer herrschenden Gang mächtig ...

Die Rache der Polly McClusky, von Jordan Harper

Cover:
Genau so stellt man sich einige Szenen im Buch vor.

Inhalt:
Kurz bevor Nate aus dem Gefängnis entlassen wird, tritt er einer herrschenden Gang mächtig auf die Füße. Er, seine 11jährige Tochter und seine EX landen dadurch auf einer Exekutionsliste.
Als er am nächsten Tag entlassen wird, ist es für seine EX zu spät, aber Polly schnappt sich Nate direkt von der Schule weg und begibt sich mit ihr auf die Flucht. Das Roadmovie beginnt.
Die Außenseiterin Polly und ihr Vater verschweißen zu einer Einheit und einer steht für den anderen ein und so machen sie das unmögliche wahr, um wieder von dieser Liste zu kommen.

Meine Meinung:
Ein direkter Einstieg. Die Personen werden nach und nach eingeführt und wir kommen sehr schnell und gut in die Handlung.

Nate (der Bösewicht) wird gar nicht so böse dargestellt und durch seine Liebe und Fürsorge für seine Tochter hat man als Leser irgendwie „Verständnis“ für ihn. Trotzdem wollte ich ihm nicht nachts alleine begegnen.

Polly ist wiederum eine ganz außergewöhnliche Außenseiterin, so ist sie doch am Anfang einfach nur ein verängstigtes kleines Mädchen, aber bald schon entdeckt sie die „böse“ Seite in sich und entwickelt sich zur unglaublichen Komplizin (mit rasanter Entwicklung und Handlung zum Schluss).
Eigentlich ist der Titel ja auch etwas irreführend, denn ich finde nicht Polly übt Rache, sondern ihr Vater.

Die ganze Schreibweise ist sehr flüssig und spannend. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in 2 Tagen ausgelesen.
Die Szenen sind sehr mitreisend und dramatisch geschrieben (es wird auch schon mal ganz schön brutal) , es ist ganz klar zu merken , dass der Autor auch Film- und Drehbücher schreibt, denn ich kann mir das Buch sehr gut als Film vorstellen, in meinem Kopf lief quasi die ganze Zeit ein Film ab.
Klar ist einiges recht übertrieben und eher unglaubwürdig, aber dies bringt dem Lesespaß (und vor allem der Spannung) keinen Abbruch – irgendwie typisch amerikanisch eben (denke ich mir).

Autor:
Jordan Harper geb. 1976, in Missouri, ist Musikjournalist, Filmkritiker, Fernsehautor und Drehbuchautor. Zurzeit lebt er in Los Angeles und arbeitet am Drehbuch zu diesem, Buch.

Mein Fazit:
Ein toller und spannender Roadmovie-Krimi.
Typisch amerikanisch, mit einem echten Showdown am Schluss.
Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.02.2018

Ich töte dich

Ich töte dich
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Ich töte dich, von Brenda Novak

Cover:
Eine Meisterleistung.
Haptisch so wie fürs Auge ist hier die Eiseskälte zu sehen und zu spüren.

Inhalt:
Als sie sechzehn Jahre alt war, wurde Evelyn Talbot von ...

Ich töte dich, von Brenda Novak

Cover:
Eine Meisterleistung.
Haptisch so wie fürs Auge ist hier die Eiseskälte zu sehen und zu spüren.

Inhalt:
Als sie sechzehn Jahre alt war, wurde Evelyn Talbot von ihrem Freund brutal gefoltert und ist nur knapp mit dem Leben davongekommen.
Zwanzig Jahre später ist sie nun weit ab in Alaska, Psychiaterin und Leiterin eines Gefängnisses in dem sie die schlimmsten Psychopathen erforschen will.
Als nach dem ersten halben Jahr, die erste brutal verstümmelte Frauenleiche auftaucht, fällt der Verdacht sofort auf jemand aus der Anstalt.
Doch alle Hinweise deuten auf die Vergangenheit von Evelyn hin.
Und dann überschlagen sich die Ereignisse.
Kann Evelyn ihren eigenen Mitarbeitern trauen?
Oder dem einzigen Polizisten des Ortes? Er ist der einzige Mann bei dem sie seit zwanzig Jahren wieder Nähe zulassen konnte?

Meine Meinung:
Ein unglaublicher Thriller.
Wir können einen Blick in den Kopf eiskalter und abgrundtief böser Psychopathen werfen. (Vor jedem Kapitel sind auch Aussagen realer Psychopathen abgedruckt).
Das Buch entwickelt einen ganz eigenen Sog, man kann es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Spannung steigt und steigt und immer wieder tun sich neue Tatsachen und unglaubliche Situationen auf.

Evelyn ist die Hauptprotagonistin, alles läuft aus ihrer Sicht ab. Und klar, vor ihrem Hintergrund spielt der Sex, oder besser der Sex den sie nicht haben kann eine wichtige Rolle. Trotzdem ist mir persönlich genau dieses Thema zu sehr ausgewalzt. Die ganze Beziehung zu Amarok war zu störend, die Dialoge die Handlungen, irgendwie hat das nicht zur Situation gepasst.
Klar soll ihre innere Angst und Zerrissenheit zum Ausdruck kommen, aber ich denke das wäre etwas dezenter auch klar geworden.
Denn was sie erlebt hat und noch erlebt, ist ein Albtraum der allerschlimmsten Sorte.

Die Sprache und Wortwahl ist oft sehr derb, teilweise empfinde ich sie sogar als vulgär. Sollte vermutlich auch dem Umgang und der Sprechweise dieser Psychopathen angepasst sein.
Autorin:
Brenda Novak lebt mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Sacramento.

Mein Fazit:
Ein Thriller der es in sich hat: Grauen, Gänsehaut, Schockmomente, eiskalte Psychopaten und Spannung bis zum Schluss - und das in der unwirtlichen Winterlandschaft von Alaska.
Wenn für mich die „Sex sells“ Komponente nicht so stark gewesen wäre, volle 5 Punkte. Deshalb von mir: 4 Sterne.

Veröffentlicht am 06.02.2018

SECRET – Niemand schweigt für immer

Secret - Niemand schweigt für immer
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SECRET – Niemand schweigt für immer,
von Brad Meltzer und Tod Goldberg

Cover:
Dunkel und beängstigend, passend zum Inhalt.

Inhalt:
Hazel Nash erwacht nach einem Autounfall (bei dem ihr Vater ums Leben ...

SECRET – Niemand schweigt für immer,
von Brad Meltzer und Tod Goldberg

Cover:
Dunkel und beängstigend, passend zum Inhalt.

Inhalt:
Hazel Nash erwacht nach einem Autounfall (bei dem ihr Vater ums Leben kam) im Krankenhaus. Sie hat erhebliche Erinnerungslücken, vor allem alles was ihre Emotionen angeht ist weg. So kann sie sich nicht an ihr Verhältnis zu ihrem Bruder erinnern, sogar nicht einmal an sich selber, was war sie für eine Person??
Und was ist mit ihrem Vater, er war ein berühmter Fernsehjournalist mit einem Faible für Verschwörungen.
Ein FBI Agent taucht auf und deutet an ihr Vater könnte ermordet worden sein. Hazel fängt an zu ermitteln und muss sich bald selber fragen: Bin ich selber in eine Verschwörung verstrickt, habe ich meinen Vater selber umgebracht??

Meine Meinung:
Von Anfang bis zum Ende ein wirklich undurchschaubarer und sehr mysteriöser Agenten-Thriller.
Wer ist „böse“ wer ist „gut“, eigentlich lässt sich keiner so richtig einsortieren.
Sogar die Hauptprotagonistin Hazel, muss sich fragen: wer bin ich – das macht schon richtig Gänsehaut.
Es sind viele sehr eigenwillige Charaktere: aber auch am Ende des Buches habe ich eigentlich keinen so richtig durchschaut.
Viele Schauplätze (weltweit), deren Bedeutung sich mir aber nicht immer erschloss. Z.B. warum wurde das zweite Opfer nach Dubai gelockt und dort umgebracht?
Auch manche Handlungen waren mir zu unlogisch: z.B. warum sammelt und verteilt der „undercover“ Leibwächter belastendes Material gegen Personen die er schützen will/soll?
Solche für mich unlogischen Handlungen gibt es einige.
Es wird verschleiert und verwirrt, betrogen, gelogen und hintergangen am laufenden Band.

Autoren:
BRAD MELTZER geb. 1970 in Brooklyn, in Miami aufgewachsen, lebt mit seiner Frau in Florida.
Tod Goldberg IST Autor mehrerer Romane.

Mein Fazit:
Ein Thriller der total verwirrt und mit Rätsel über Rätsel aufwartet.
Undurchschaubar, mysteriös; wem kann man glauben, wenn nicht einmal sich selber? Aber auch wenn man nicht alles versteht, macht gerade das vermutlich die Spannung aus.
Von mir ganz knapp 4 Sterne.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Die Kathedrale des Lichts

Die Kathedrale des Lichts
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Die Kathedrale des Lichts, von Ruben Laurin

Cover:
Sehr schön gestaltet, passend zum Genre und zur Geschichte des Buches.

Inhalt:
Es beginnt 1215 (bzw. im Prolog und in zwei passenden Intermezzos, geht ...

Die Kathedrale des Lichts, von Ruben Laurin

Cover:
Sehr schön gestaltet, passend zum Genre und zur Geschichte des Buches.

Inhalt:
Es beginnt 1215 (bzw. im Prolog und in zwei passenden Intermezzos, geht es sogar ins Jahr 285 n. Chr.).
Der 6jährige Moritz überlebt als einziger seiner Familie einen Überfall. Er durchlebt eine Leidenszeit, wird als Sklave hin und her geschoben und durch seine Albträume, bei denen er immer wieder in Raserei verfällt, wollen viele seinen Tod.
Nur wenn er am Stein arbeite geht es ihm gut.
Baumeister Bohnsack erkennt sein Talent und nimmt ihn mit nach Magdeburg.
Aber auch dort beutelt das Schicksal ihn, wie auf einer Achterbahn ist er mal oben auf der Glückleiter dann fällt er wieder tief.
Wo wird er am Schluss stehen?

Meine Meinung:
Der Einstig gelingt gut. Die Personen werden nach und nach gut eingeführt und beschrieben. Jeder hat seinen eigenen Charakter (wobei alles vertreten ist: die klischeehaften Charaktere, u.a. der Tunichtgut, dem man nicht böse sein kann, der bärenstarke Held mit dem weichen Herzen, der Bösewicht, die schöne Helena, die alle begehren, etc., aber auch etwas sperrige wie Pater Rochus mit seinem Schweigegelübde oder die „irre“ Mechthild.
Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte läuft fließend ineinander.
Ok es gibt einige (für mich) unlogische Stellen, aber die machen mir in der „Gesamtheit“ nichts aus, da sie eben so vom Autor für den Verlauf der Geschichte geplant wurden.

Und ok, das Ende löst sich dann fast schon von alleine in Wohlgefallen auf…
(fast zu einfach wie jetzt alle zusammenhelfen. Warum nicht vorher?)

Der Epilog und vor allem das Nachwort runden die ganze Geschichte super ab.

Ein schönes Schlusswort:
Wir alle kommen und gehen. So ist das Leben.
Wie gut, dass es auch Dinge gibt, die uns überleben und bleiben.





Autor:
Ruben Laurin ist das Pseudonym, eines Autors, der unter mehreren Namen schreibt. Seine Faszination für Geschichte macht vor allem seine historischen Romane so lebendig.

Mein Fazit:
Ein wunderschöner historischer Roman, bei dem die Geschichte der Menschen im Vordergrund steht und der Dombau den passenden Rahmen bietet.
Ich war in Magdeburg und habe dort schöne Lesestunden verbracht.
Von mir 4 Sterne.