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Veröffentlicht am 22.10.2017

Kunduztochter

Kunduztochter
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Kunduztochter,
Die Geschichte einer jungen Pashtunin, von Sybille Schnehage

Cover:
Ein nachdenkliches Frauengesicht, dem man ansieht, dass sie aus einem anderen Land kommt.

Inhalt:
Durch die immer noch ...

Kunduztochter,
Die Geschichte einer jungen Pashtunin, von Sybille Schnehage

Cover:
Ein nachdenkliches Frauengesicht, dem man ansieht, dass sie aus einem anderen Land kommt.

Inhalt:
Durch die immer noch praktizierte Blutrache (auch nach Jahrzehnten) wird die kleine Masumah (die durch einen verdrehten Klumpfuß behindert ist) und ihr kleiner Bruder Said Waisen. Durch glückliche Umstände wird sie von einer Helferin einer humanitären Hilfsaktion bemerkt und sie kommt nach Deutschland, wird operiert und schließlich auch von einer liebevollen Familie adoptiert.
Doch nach vielen Jahren kommt die Zeit in der Masumah die nicht bewältigte Vergangenheit einholt. Sie vermisst ihren Bruder immer mehr und bekommt gesundheitliche Probleme.
Sie beschließt nach Afghanistan zu reisen und Said zu suchen.
Sie findet ihn auch, aber der Albtraum der dann beginnt ist unvorstellbar.

Meine Meinung:
Die Autorin weiß wovon sie schreibt, da sie seit 25 Jahren in Afghanistan tätig ist.
Zwar sind die Geschehnisse im Buch fiktiv, aber alles könnte so oder ähnlich passiert sein. Und dies ist erschreckend für unsere heutige moderne Zeit.
Da haben Frauen keinerlei Rechte, werden verkauft und verheiratet (vergewaltigt und misshandelt) wie im finstersten Mittelalter.

Der Schreibstil ist (vor allem in der 1. Hälfte) etwas einfach, (kommt mir manchmal ein bisschen wie ein Schulaufsatz vor).

Der 1. Teil des Buches ist durch viele positiv aneinandergereihte Ergebnisse relativ ruhig und hoffnungsvoll, es ist (meiner Meinung nach) auch relativ viel Distanz da.
Im 2. Teil wird es dann emotionaler, gefährlicher, spannender und dramatischer.

Autorin:
Die Autorin Sybille Schnehage bereist seit 25 Jahren regelmäßig Afghanistan und leitet eine Hilfsorganisation in Kunduz im Norden des Landes.


Mein Fazit:
Ein interessantes Buch über das Leben in Afghanistan, eine völlig andere Kultur, Frauen haben so gut wie keine Rechte.
Diese Werte sind tief in den Menschen eingegraben und es wird noch Generationen dauern und es braucht unsere Hilfe diese Zustände zu ändern.

Veröffentlicht am 19.10.2017

Pawlowa

Pawlowa
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Pawlowa,
oder „Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt“,
von Brian Sewell

Cover:
Liebenswert und exzentrisch, so hat man dann Mr. B und seine Eselin unter dem weißen Schirm immer vor Augen.

Inhalt:
Mitten ...

Pawlowa,
oder „Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmuggelt“,
von Brian Sewell

Cover:
Liebenswert und exzentrisch, so hat man dann Mr. B und seine Eselin unter dem weißen Schirm immer vor Augen.

Inhalt:
Mitten in Asien, verliert der englische Gelehrte, der Mr. B genannt wird, sein Herz an ein Eselfohlen und lässt alles stehen und liegen um dieses zu retten.
Dann macht er sich mit ihr auf den lange Weg von Pakistan nach London auf.
Nur wie soll er die Eselin transportieren?
Was wird an den Grenzen passieren?
Zum Glück kreuzt er immer wieder die Wege hilfreicher und herzensguter Menschen.

Mein Meinung.
Eine liebenswerte Geschichte.
Mr. B ist ein herzensguter Mensch und es ist unglaublich wie er alles stehen und liegen lässt und sich ganz seiner sich gestellten Aufgabe widmet.
Er schläft mit Pawlowa, so nennt er die Eselin, wenn es sein muss auf dem Boden, er sorgt sich mehr um ihr Wohl als um sein eigenes, und er hat ein unglaubliches Vertrauen in die Menschen und in den nächsten Tag.
Wir erleben wunderbare Begegnungen, sehen wie die einfachen Menschen (und auch alle anderen) ihre Hilfe anbieten und wie Mr. B so Stück für Stück seiner Heimat näher kommt.
Für mich hat diese Reise, von Asien nach London etwas märchenhaftes an sich, irgendwie kommt es mir vor wie eine Erzählung aus 1001 Nacht.

Autor:
Briabn Sewell, geb. 1931 in London (2015 gestorben) , Kunstkritiker und Kolumnist. Er war als großer Tierfreund bekannt.

Mein Fazit:
Ein wunderbares Märchen für Erwachsene.
Liebenswert, hoffnungsvoll, höchst positiv.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 18.10.2017

Das etruskische Lächeln

Das etruskische Lächeln
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Das etruskische Lächeln, von José Luis Sampedro

Cover:
Für mich hat sich kein Bezug zum Buch dargestellt.

Inhalt:
Ein alter Widerstandskämpfer aus dem Süden Italiens kommt gesundheitshalber zu seinem ...

Das etruskische Lächeln, von José Luis Sampedro

Cover:
Für mich hat sich kein Bezug zum Buch dargestellt.

Inhalt:
Ein alter Widerstandskämpfer aus dem Süden Italiens kommt gesundheitshalber zu seinem Sohn in die Großstadt Mailand.
Er ist ein sehr dickköpfiger Mann und für ihn ist nur seine Sichtweise der Dinge das einzig richtige.
Die bedingungslose Liebe zu seinem Enkel lässt ihn noch einmal aufblühen.

Meine Meinung:
Es wird eine unglaubliche Liebe vom Opa zum Enkel gezeigt, das ist echt überwältigend. Die Geschichte ist teilweise sehr anrührend.
Es werden viel alte Weisheiten und tief empfundene Liebe, die aus dem Bauch heraus handelt, gezeigt.
Doch einige Einstellungen sind auch sehr antiquiert und ich muss öfters den Kopf schütteln.
Alles „Alte“ wird als das einzig Wahre und Richtige Dargestellt.
Ich finde alles ist sehr übertrieben dargestellt.
Es gibt viele Erinnerungen des Alten Mann an sein eigenes Leben, an den Krieg und den Widerstand.

Für mich ist das ganze oft sehr widersprüchlich. Auf der einen Seite eine herzzerreißende, zärtliche Liebe, so tief, sanft und überwältigend emotional und weich, dann wieder ein regelrecht abstoßender harter Macho, stur, starrköpfig, altmodisch, eingebildet und arrogant.

Alles ein bisschen sehr theatralisch und „dick“ aufgetragen.

Autor:
José Luis Sampedro wurde 1917 in Barcelona geboren und starb 2013.

Mein Fazit:
Ein Buch über eine bedingungslose Liebe.
Hauptsächlich vom Opa für seinen Enkel.
Aber auch ein Buch das überalterte Ansichten in den Himmel hebt und da kann ich bei vielen nicht derselben Meinung sein.
Deshalb von mir knappe 3 Sterne.

Veröffentlicht am 18.10.2017

Alles wegen Werner

Alles wegen Werner
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Alles wegen Werner, von Bettina Haskamp

Cover:
Witzig.

Inhalt:
Clara hat ein finanziell sorgenfreies Leben. Wenn auch ihre Ehe alles andere als glücklich ist, fällt sie aus allen Wolken, als sie von ...

Alles wegen Werner, von Bettina Haskamp

Cover:
Witzig.

Inhalt:
Clara hat ein finanziell sorgenfreies Leben. Wenn auch ihre Ehe alles andere als glücklich ist, fällt sie aus allen Wolken, als sie von ihrem Mann (Werner), wegen einer jüngeren Brasilianerin verlassen wird.
Sie fällt erst mal in ein tiefes Loch um dann zu wachsen und zu sich selber zu finden.

Meine Meinung:
Ein witzig geschriebenes Buch, bei dem mir die Protagonistin, trotz einiger Macken schnell ans Herz wächst.
Bei ihrer Wandlung hat sie dann viel Glück und es stehen ihr im richtigen Moment die Richtigen Leute zur Seite.

Der Schreibstil lässt sich locker und flüssig lesen und ist mit humorvollen und herrlich ironischen Dialogen und Sätzen angefüllt.

Zitat:
--Wahrscheinlich hätte auch Marie Antoinette jede Sekunde ihres Ganges zum Schafott minutiös beschreiben können, wäre sie nicht geköpft worden.
--Jeder Zombie hätte in mir einen Verwandten entdeckt.

Autorin:
Bettina Haskamp, geb. 1960, war Redakteurin, als sie sich entschied, mit ihrem damaligen Mann ein Boot zu bauen und in der Welt zu segeln. Am Ende dieser Reise schrieb sie ihr erstes Buch, „Untergehen werden wir nicht“:
Später zog sie mit ihrem neuen Lebenspartner nach Portugal und dort schrieb sie mit „Alles wegen Werner“, ihren ersten Roman.

Mein Fazit:
Eine wunderbare Geschichte mit programmiertem Happy Ende.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 17.10.2017

Geheimnis in Rot

Geheimnis in Rot
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Geheimnis in Rot, von Mavis Doriel Hay

Cover:
Schönes, passendes Cover mit edler HC Leinenstruktur.

Inhalt:
Ein Familientreffen (der „besseren“ Gesellschaft) zur Weihnachtszeit in England. Dabei wird ...

Geheimnis in Rot, von Mavis Doriel Hay

Cover:
Schönes, passendes Cover mit edler HC Leinenstruktur.

Inhalt:
Ein Familientreffen (der „besseren“ Gesellschaft) zur Weihnachtszeit in England. Dabei wird der Familienpatriarch Sir Osmond Melbury ermordet.
Der Streit um sein Erbe, war schon vorher Thema, nun gehen die Spekulationen um seien Mörder zu heißen Spekulationen Anlass.
Die Aufklärung dieses mysteriösen Falls wird aus verschiedenen Perspektiven und „very britisch“ angegangen.

Meine Meinung:
Einstig, bei dem die Situation aus verschiedenen Sichtweisen einzelner Familienmitglieder geschildert wird, was sehr interessant. Doch mit der Zeit, und mit den vielen Wiederholungen wird es mit der Zeit eher etwas langatmig. Es ist irgendwann wie eine Aneinanderreihung von Wiederholungen von Aussagen und Sichtweisen.
Auch die doch recht kühle Art der „Berichterstattung, lässt keine Nähe aufkommen und es kommen für mich keine Gefühle rüber. Die „englische“ Steifheit lässt mich an alte schwarz/weiß Filme denken.
Die Dialoge sind in einer gestelzten Sprache, der 20er Jahre und der englischen höheren Gesellschaft angepasst.
Es sind sehr viele Personen beteiligt und erschwerend kommt hinzu, dass dies mal mit dem Vornamen, dann wieder mit dem Nachnamen oder dann sogar mit einer Abkürzung genannt werden, was sehr verwirrend ist.
Bei der Aufklärung werden sehr abstruse Überlegungen angestellt und für mich ist es über große Strecken sehr undurchsichtig.

Wer die kühle britische Art und Schreibweise liebt, liegt hier richtig.
Für mich muss ich sagen: ist eher nicht so meins.

Autorin:
Mavis Doriel Hay (1894-1979) verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens in London und bereicherte das Goldene Zeitalter der britischen Krimiliteratur mit drei Romanen.

Mein Fazit:
So stelle ich mir typischen englischen Krimi aus den 20er Jahren vor.
Kann ich mir gut als alten schwarz/weiß Film vorstellen, aber ist eben nicht so meins.
Deshalb auch nur 2,5 Sterne die ich auf 3 aufrunde.