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Veröffentlicht am 29.08.2017

Schwarzes Wasser

Schwarzes Wasser
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Schwarzes Wasser, von Isa Maron

Cover:
Passt zu den zwei ersten Büchern, guter Erkennungswert.

Inhalt:
Im Garen einer Viola in Amsterdam wird ein Schädel gefunden. Bei der Untersuchung des Geländes ...

Schwarzes Wasser, von Isa Maron

Cover:
Passt zu den zwei ersten Büchern, guter Erkennungswert.

Inhalt:
Im Garen einer Viola in Amsterdam wird ein Schädel gefunden. Bei der Untersuchung des Geländes tauchen weitere Köpfe auf.
Bei den Ermittlungen stößt Kommissarin Maud Mertens auf eine Mauer des Schweigens. Der Vorbesitzer der Villa war ein hochrangiger Politiker der schon eine umfangreiche Polizeiakte hat, dem aber nie etwas nachgewiesen werden konnte.
Ein weiterer Aspekt.
Die Villa steht in der unmittelbaren Nachbarschaft zu der vor Jahren verschwundenen Sarina Slagter………….

Meine Meinung:
Leider konnte mich dieser 3. Teil um die Kommissarin Maud Mertens und die Kriminalistik Studentin Kyra Slagter nicht mehr überzeugen.
Im Gegenteil zu den beiden ersten Büchern finde ich hat die Polizei (und auch Maud) ganz wichtige Teile von Aussagen nicht beachtet und auch die polizeiliche Recherche wurde sehr ungenügend betrieben. Da wird hoher Aufwand betrieben und dann wird das familiäre Umfeld eines Verdächtigen kaum genau angeschaut.
Auch als klar wird, dass die Morde immer im selben Monat stattfinden kommt kein Umdenken und recherchieren in eine bestimmte Richtung.

Für mich war diesesmal sehr viel unrealistisch, verwirrend und durcheinander.
U.a. sehr unglaubwürdig wie „XY“ (um nicht zu spoilern) auf Sarah/Jane in London aufmerksam wird, oder bei wichtigen Zeugen nur lasch nachgehackt wird.
Die Polizeiarbeit scheint mir diesmal ohne „Biss“ und unzureichend. Dann gibt es wiederum einen „alternden“ Polizisten der super schnell an viel und weitverzweigte wichtige Info kommt – sehr komisch.

Die Geschichte liest sich für mich diesemal auch sehr zäh. Vor allem die Passagen mit Sarah/Jane sind für mich sehr langatmig und langweilig.
Auch in manch anderen Situationen wird weit ausgeholt und Allgemeinwissen eingestreut, was ich unnötig und „nur“ als Seitenfüller sehe.
So richtige Spannung kam bei mir erst bei den letzen 50 Seiten auf, und das auch nur, weil ich gehofft habe, dass noch die umwerfende Aufklärung kommt.

Die Mordhandlung ist ekelhaft, brutal, sexistisch und mir zu detailliert beschrieben, so gewollt reißerisch und abstoßend – das brauche ich nicht.

Der Mörder wird zwar gefasst, aber das ganze Drama bleibt in einem fiesen Chliffhänger offen.

Auch das Drama um Sarina und die Suche nach ihr wird zur neverending Story, was irgendwann mal zu viel ist (außer man liebt Serien).

Autorin:
Isa Maron, geb. 1965, ist Autorin mehrerer Kriminalromane und gilt in den Niederlanden als Meisterin ihres Genres.

Mein Fazit:
Leider hat mich der 3. Teil überhaupt nicht überzeugen können.
Bei den ersten beiden Büchern konnte ich das offene Ende gerade noch so akzeptieren, wurde doch die Haupthandlung in sich abgeschlossen.
Doch diesesmal wird mir zu viel konstruiert, zu gewollt verknüpft und zu wenig aufgeklärt.
Deshalb von mir diesesmal nur knapp 3 Sterne.

Veröffentlicht am 27.08.2017

Das Porzelanmädchen

Das Porzellanmädchen
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Das Porzellanmädchen, von Max Bentow

Cover:
Absolut passend zum Inhalt:

Inhalt:
Niemand ahnt, dass sich hinter der makellosen Fassade, der gefeierten Thriller-Autorin, Luna Moor, schreckliches verbirgt.
Als ...

Das Porzellanmädchen, von Max Bentow

Cover:
Absolut passend zum Inhalt:

Inhalt:
Niemand ahnt, dass sich hinter der makellosen Fassade, der gefeierten Thriller-Autorin, Luna Moor, schreckliches verbirgt.
Als junges Mädchen wurde sie verschleppt und entkam nur knapp dem Tod.
Nun kehrt sie zurück in das Haus im Wald, das einst ihr Gefängnis war. Sie will die Dämonen ihrer Vergangenheit endlich besiegen, und den Täter, der nie gefasst wurden, in eine Falle locken.
Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer?
Und kann sie sich der Wirklichkeit stellen?
Und warum nimmt sie den 15jährigen Sohn einer Freundin bei sich auf??

Meine Meinung:
Ein knallharter Thriller, der die Gewalt (und teilweise sexuelle Themen) sehr detailliert und brutal beschreib, also auf jedenfalls nichts für schwache Nerven.
Teilweise wirklich ekelhaft und abartig.

Die Spannung wird sehr geschickt aufgebaut, indem immer wieder auf das Buch eingegangen wird, das Luna gerade schreibt und in dem die Protagonistin identisch mit Luna zu sein scheint. Was ist Wirklichkeit, was ist Fiktion? Eine gruselige und sehr bedrückende Atmosphäre entsteht, weil man sich immer wieder fragt: ist Luna dem Wahnsinn verfallen?

Doch einen Kritikpunkt habe ich auch:
Die Person von Leo, der 15 jährige Sohn der Freundin, war mir von Anfang an unglaubwürdig, der passt für mich absolut nicht in die Handlung.

Autor:
Max Bentow wurde in Berlin geboren. Er studierte Schauspiel und war nach seinem Studium auf den verschiedensten Bühnen als Schauspieler tätig. Bentow lebt heute in Berlin.

Mein Fazit:
Ein Thriller der für mich diese Bezeichnung auf jedenfalls verdient hat. Für meinen Kritikpunkt ziehe ich einen Stern ab, also immer noch gute 4 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 27.08.2017

Kalte Brandung

Kalte Brandung
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Kalte Brandung, von Isa Maron

Cover:
Die Farben passen gut zur Jahreszeit und zur Nordsee.

Inhalt:
Am helllichten Tag, verschwindet der kleine Jesse, 7 Jahre alt, in Amsterdam.
Die Polizei leitet sofort ...

Kalte Brandung, von Isa Maron

Cover:
Die Farben passen gut zur Jahreszeit und zur Nordsee.

Inhalt:
Am helllichten Tag, verschwindet der kleine Jesse, 7 Jahre alt, in Amsterdam.
Die Polizei leitet sofort eine groß angelegte Suchaktion ein, leider ergebnislos.
Jesse scheint wie vom Erdboden verschluckt.
Und leider war dies nur der Anfang, täglich werden mehr Kinder entführt, die Zahl steigt bis in den zweistelligen Bereich.
Die Polizei, allen voran die altgediente Kommissarin Maud Mertens und hinter den Kulissen die junge Kriminalistikstudentin Kyra Slagter, arbeiten auf Hochtouren, doch es gibt kaum verwertbare Spuren.
Was passiert mit den Kindern?
Wird es gelingen die Täter zu stoppen, bevor es zu spät ist?

Meine Meinung:
Dies ist ein eigener, in sich abgeschlossener Teil, um die Kommissarin Maud Mertens und die junge Studentin Kyra Slagter.
Wenn auch die Nebenhandlung um die vor vier Jahren verschwundene, und seither nicht mehr aufgetauchte, Schwester von Kyra, sich in diesem Teil fortsetzt und wir weitere Puzzelteile erhalten, der Fall sich aber immer noch nicht auflöst. (Dies kann auch als Kritikpunkt gesehen werden)

Die Handlung um die entführten Kinder ist erschreckend und nervenaufreibend. Unglaublich wie frech sich die Entführer bewegen, und wie wenig Spuren sie hinterlassen. Sie sind super organisiert, eiskalt und brutal. Kaum ein Ansatzpunkt für die Ermittler. Schon das kleinste Detail kann wichtig sein, doch wie dieses erkennen, wenn Übermüdung, Stress und Angst jeden Einzelnen schier niederdrückt.

Der Schreibstil ist absolut flüssig und spannend, am Schluss überschlagen sich die Ereignisse und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Hier in diesem Teil werden die Emotionen und die bedrückende Stimmung besonders aufgenommen und herausgearbeitet.
Wie auch schon beim ersten Buch (Dunkle Flut) werden gekonnt verschiedene Perspektiven beleuchtet.
Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Maud und der Polizei, von Kyra und besonders emotional ist die Sicht, das Erleben der entführten Kinder.

Autorin:
Isa Maron, geb. 1965, ist Autorin mehrerer Kriminalromane und gilt in den Niederlanden als Meisterin ihres Genres.

Mein Fazit:
Sehr spannend und nervenaufreibend. Gänsehaut und Magenschmerzen inklusive.
Da es sich um Kinder handelt gehen die Emotionen auch recht hoch.
Das Buch hat mich absolut gefesselt.
Volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Karibikstrand

Karibikstrand
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Karibikstrand, von Gabriele Ried-Hertlein

Cover:
Da bekomme ich gleich Fernweh.

Inhalt:
Als „Repeaters“ fliegen Isa und Leo in die Karibik.
Bei ihrem „Langzeit-Urlaub“ (wenn man nicht mehr berufstätig ...

Karibikstrand, von Gabriele Ried-Hertlein

Cover:
Da bekomme ich gleich Fernweh.

Inhalt:
Als „Repeaters“ fliegen Isa und Leo in die Karibik.
Bei ihrem „Langzeit-Urlaub“ (wenn man nicht mehr berufstätig ist, kann man im Februar dem grauen deutschen Winter entfleuchen), treffen die Beiden auf viele Gleichgesinnte.
Man kennt sich, und irgendwie ist es doch jedes Jahr wieder das Gleiche.
Doch jedes Jahr kommen neue Miseren, Pannen, Dramen oder neue Zwistigkeiten dazu.
Dieses Jahr liegt sogar der fiese Fernglas-Tyran Paul, eines Morgens tot im Pool.

Meine Meinung:
Das Geschehen ist sehr vielschichtig und genau beobachtet und wiedergegeben.
Der Stress, bis man schon mal im Flieger sitzt und dann so die großen und kleinen Probleme, Allüren und Pannen im Urlaub, die wohl jeder kennt, an sich selber oder von anderen.
Nur ist es immer sehr viel unterhaltsamer davon zu lesen, als dies selber zu erleben.
Auf der einen Seite das Paradies auf Erden und ich denke neidisch: so will ich auch mal 8 Wochen Urlaub machen.
Dann doch wieder total abschreckend, in seiner vorhersehbaren und immer wieder gleichen Routine mit den gleichen Menschen und vielen Urlaubsklischees.

Die Übergänge von einer Handlung zur nächsten sind mir vielleicht ein klein wenig zu abgehackt. Zeitweise sind es mir zu sehr „nur“ aneinandergereihte Begebenheiten.
Außerdem hätte ich die einzelnen Protagonisten gerne etwas differenzierter kennengelernt (und woher kommen die Namen?) und sie hätten meiner Meinung nach einzelner eingeführt werden können. Plötzlich waren sie da und in nicht geringer Anzahl: z.B. Kongo-Otto, Uprade-Kalli, Reihe7, Marejeet, Harry Klappspaten, Turbo-Dodo etc.

Autorin:
Als Kind wollte sie Erfinderin werden.
Stattdessen Ausbildung in BWL, VWL, Psychologie und Chefassistentin in einem Weltkonzern.

Mein Fazit:
Das Buch ist wirklich eine schöne Urlaubslektüre.
Man kann sich und andere so schön drin wiederfinden.
Wobei das ja schon ein Urlaub der gehobenen Klasse ist (ich sag nur Businessflug) kann (oder will) sich wohl nicht jeder (Rentner) leisten.
Von mir 3 ½ Sterne die ich gerne aufrunde.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Underground Railroad

Underground Railroad
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Underground Railroad, von Colson Whitehead

Cover:
Passend zum Buch, dunkel, nüchtern, ein Geheimnis verbergend.

Inhalt:
Cora lebt das traurige, schreckliche Leben einer Sklavin auf einer Baumwollplantage ...

Underground Railroad, von Colson Whitehead

Cover:
Passend zum Buch, dunkel, nüchtern, ein Geheimnis verbergend.

Inhalt:
Cora lebt das traurige, schreckliche Leben einer Sklavin auf einer Baumwollplantage im Süden der USA (um die „Blütezeit“ der Sklaverei, ein dunkler Teil der Geschichte).
Mit Mut und viel Glück, gelingt ihr zusammen mit Caesar die Flucht.
Doch ein berüchtigter Sklavenjäger, Ridgeway, heftet sich an ihre Fersen. Denn schon Coras Mutter gelang die Flucht und er hat sie nie gefunden. Was ihn persönlich besonders antreibt.
Die Underground Railroad, wird für Cora immer wieder zur Rettung.
Aber wird sie den weiten Weg vom Süden in den vermeintlich sicheren Norden schaffen…………

Meine Meinung:
Dies ist mal wieder ein Buch bei dem die Erwartungen (durch die ganzen Vorschusslorbeeren) sehr hoch gesteckt sind. Und irgendwie lande ich dann oft relativ hart. Hier nicht gerade hart, aber ich kann doch keine 5 Sterne vergeben.

Die Geschichte ist eine Mischung aus historischer Geschichte und fantastischen Elementen. (Ich weiß nicht warum ich musste immer wieder an den „Polarexpress“ denken).
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Wenn er auch immer wieder mal Sprünge aufwies, wie bei einer Unterhaltung bei der man zum Abschweifen neigt und von einem Thema zum anderen kommt (es wird nicht immer chronologisch erzählt).
Es werden sehr viele Personen und Namen genannt, bei denen ich teilweise Schwierigkeiten hatte sie alle zu platzieren.
Diese Punkte haben meinen Lesefluss immer mal wieder ins stocken gebracht.

Es wird nichts beschönigt, die menschenverachtende Grausamkeit der Sklaverei wird sehr deutlich, auch mit den unmenschlichsten Strafaktionen, erzählt.
Cora ist eine sehr junge, kluge und mutige Protagonistin, die durch ihre gute Beobachtungsgabe sehr schnell lernt und sich anpassen kann. Ihre Gedanken gehen in alle Richtungen, und sie lässt sich kein X für ein U vormachen.

Deshalb hätte ich mir auch ein bisschen mehr emotionale Nähe zu den Protagonisten (den Opfern und auch den vielen Helfern) gewünscht.

Autor:
Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, ist einer der wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur. Er lebt in Brooklyn.

Fazit:
Eine sehr eindringlich erzählte Geschichte der schrecklichen Zeit der Sklaverei in den USA.
Von mir 4 Sterne.