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Veröffentlicht am 22.06.2021

Etwas hellere Atmosphäre als bisher mit einer hoffnungsfreudigeren Protagonistin

Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt
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Der Roman „Fräulein Gold – Der Himmel über der Stadt“ von Anne Stern ist bereits der dritte Teil einer Serie rund um die in Berlin-Schöneberg lebende Hebamme Hulda Gold. Er spielt im historischen Berlin. ...

Der Roman „Fräulein Gold – Der Himmel über der Stadt“ von Anne Stern ist bereits der dritte Teil einer Serie rund um die in Berlin-Schöneberg lebende Hebamme Hulda Gold. Er spielt im historischen Berlin. Diesmal ereignen sich die Geschehnisse im Juli und August des Jahres 1924, also fast ein ganzes Jahr nach der Handlung Band Zwei. Die vordere Klappe des Buchs bietet in ihrer Gestaltung den Ausschnitt einer Karte von Berlin zur besseren Verortung der Lokalitäten. Ein Ausschnitt der Karte mit der Frauenklinik Mitte ist nochmals vergrößert dargestellt, hier beginnt Hulda ihre Tätigkeit als angestellte Hebamme, nachdem sie ihre Selbständigkeit aufgegeben hat. Ihre Aufgaben bestehen in der Voruntersuchung und Begleitung der Frauen und der Vorbereitung auf die Geburt. Sie darf selbst keine Geburten durchführen, was sie sehr bedauert, aber dafür erhält sie ein festes Gehalt.

Anne Stern gestaltet den Prolog auch diesmal wieder so, dass er ein Rätsel aufwirft, dessen Aufklärung sich Hulda im Laufe der Ereignisse widmet. Allerdings tritt die eingebundene kriminelle Handlung diesmal deutlich hinter die übrigen Begebenheiten zurück. Die Autorin schildert ausführlich den Alltag von Hulda in der Geburtshilfe der Klinik, die sehr fortschrittlich ausgestattet ist. Die Frauenklinik Mitte ist ein Lehrkrankenhaus. Hulda versteht natürlich, dass Ärzte und Hebammen gut ausgebildet werden sollten, aber sie kann auch den Unmut mancher Patientinnen verstehen, dass bei der Geburt mindestens zehn in Ausbildung befindliche Personen zuschauen und sie sich von einigen auch reihenweise untersuchen lassen müssen.

Hulda arbeitet in Schichten und engagiert sich ebenso wie ihre Kolleginnen. Sie ist stolz darüber, in ihrem Beruf wichtige Arbeit zu verrichten und Leben retten zu können. Ihre Liebe zu dem Kommissar Karl North ist deutlich abgekühlt, was nicht nur daran liegt, dass sie aufgrund ihres Schichtdienstes weniger gemeinsame Zeit füreinander finden. Die Stimmung in der Klinik ist angespannt, was auch durch den Konkurrenzkampf der beiden Oberärzte um eine Professur an der Universität verstärkt wird. Hulda fallen einige Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit der Behandlung einiger Patientinnen auf bei denen es zu Todesfällen kam. Sie schweigt nicht und hinterfragt, so dass sie plötzlich den Ambitionen von jemandem im Weg steht.

Auch einige andere Figuren, die aus den ersten beiden Bänden bekannt sind, entwickeln sich weiter. Karl wird beispielsweise klar, dass seine Ausbildung anders als bei anderen Waisen besonders gefordert wird und er beschließt, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Der Kioskbesitzer Bert hat sich verliebt und Huldas Zimmerwirtin erhält Besuch. Anne Stern führt Hulda im privaten Bereich in neue Kreise ein und vergisst auch nicht eine Portion Zeitgeschehen in die Handlung einfließen zu lassen. Obwohl Hulda nicht religiös ist, wird sie dennoch zunehmend damit konfrontiert, dass der Antisemitismus im Deutschland der damaligen Zeit beginnt, sich zu entwickeln. Im Anhang befindet sich eine Leseprobe vom vierten Band der Serie, der im November 2021 erscheinen wird.

Der dritte Band der Romanreihe um die Hebamme Fräulein Gold von Anne Stern ist von der Atmosphäre her etwas heller gestaltet als die ersten beiden Bände und auch Hulda wirkt trotz des anstrengenden Klinikalltags hoffnungsvoller. Die Autorin schafft wie immer ein vorstellbares Zeitgeschehen mit Figuren, die realistisch handeln. Auch diesen Serienteil empfehle ich gerne weiter und freue mich auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 10.06.2021

Eine bis zum Schluss anhaltend spannende Fantasy

Der Ozean am Ende der Straße
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„Der Ozean am Ende der Straße“ von Neil Gaiman ist eine Fantasy. In der mir vorliegenden Ausgabe finden sich über hundert liebevoll gestaltete Tuschezeichnungen von Elise Hurst, die der Geschichte eine ...

„Der Ozean am Ende der Straße“ von Neil Gaiman ist eine Fantasy. In der mir vorliegenden Ausgabe finden sich über hundert liebevoll gestaltete Tuschezeichnungen von Elise Hurst, die der Geschichte eine passende, eher düstere Atmosphäre verleihen.
Ein Mann, etwa Mitte Vierzig, kehrt nach einer Beerdigung an den Wohnort seiner Kindheit zurück. Sein Elternhaus wurde längst abgerissen, neu errichtet und später verkauft, aber am Ende der Straße gibt es immer noch den Ententeich hinter einem alten Bauernhof. Hier lebte damals seine Spielgefährtin Lettie, vier Jahre älter als er selbst. Er erinnert sich daran, dass er damals Lettie im Wasser gesehen hat und allmählich kehren seine Erinnerungen an das große, vieles verändernde Abenteuer zurück, das er erlebt hat als er sieben Jahre alt war.
Als Leserin hat mich die Geschichte immer tiefer in das Geschehen gezogen. Der unbenannte Mann erzählt aus der Ich-Perspektive zunächst in der Gegenwart, um dann in Gedanken in die Vergangenheit einzutauchen hin zu einem Erlebnis, dass in den 1960er Jahren stattgefunden hat. Alles beginnt mit einem Besuch auf dem Bauernhof der Nachbarn im Rahmen einer außergewöhnlichen Begebenheit. Seltsam wird es für den Jungen dann, als Lettie ihm erzählt, dass sie von jenseits des Ozeans gekommen sind, von dem der Junge mit eigenen Augen sieht, dass sie damit den Teich hinter dem Haus meint. Ab diesem Zeitpunkt geschehen immer mehr Dinge, die nicht alltäglich sind und zunehmend mysteriös werden.
Neil Gaiman erzählt eine spannend aufgebaute Geschichte mit einzigartigen sagenhaften Gestalten. Als Leserin hielt ich es für denkbar, dass der kleine Junge die Ereignisse nur in seiner Fantasie erlebt hat, denn er fühlt sich allein gelassen, seine Eltern sind beide berufstätig, es sind Ferien und er hat keine Freunde zum Spielen. Stattdessen soll eine Haushälterin auf die beiden Kinder aufpassen, auf deren Anweisungen er nicht hören möchte und dadurch bei ihr in Misskredit gerät.
Zum ersten Mal erlebt er seinen Vater gewalttätig, was ihm seine Erfindungskraft auch durch die wahrgenommene angespannte finanzielle Situation der Eltern vorspielen könnte, die eventuell zu harschen ungewohnten lieblosen Worten und härterem Auftreten des Vaters führte. Die Veränderung im Verhalten seiner Eltern erklärt er sich durch magischen Einfluss. Der Roman lässt insgesamt großen Spielraum zur Interpretation offen, auch fragte ich mich, ob Neil Gaiman eigene Erlebnisse aus seiner eigenen Kindheit in der Erzählung verarbeitet hat.
Durch die Schilderungen des kleinen Jungen wirken die phantastischen Gestalten überdeutlich groß, seine Angst ist spürbar. Auf dem Bauernhof begegnet er drei Frauen verschiedenen Alters, darunter auch Lettie als jüngste von ihnen. Er fühlt sich rundum wohl in ihrer Nähe. Das Wissen um ihre vermeintliche Existenz gibt ihm Rückhalt und Kraft, die schwierige Zeit zu überstehen.
Neil Gaiman versteht es in seinem Roman „Der Ozean am Ende der Straße“ in einer mitreißenden, ausdrucksstarken Sprache aus einer zunächst scheinbar unbedeutenden Alltagssituation heraus eine zunehmend und bis zum Schluss anhaltend spannende Fantasiegeschichte zu erzählen. Von einem Lesesog erfasst flog ich über die mit stimmungsvollen schönen Tuschezeichnungen von Elise Hurst versehenen Seiten hinweg. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an Leserinnen und Leser, die eine besondere Geschichte mit mystischen Elementen mögen.

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Veröffentlicht am 10.06.2021

Fundgrube an ungewöhnlichem Wissen über die Natur

Mikroorgasmen überall
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"Mikroorgasmen überall“ hat der studierte Ökologe, vielen aber als Techno-DJ bekannte Dominik Eulberg sein Buch genannt. Sicher bindet der ungewöhnliche Titel die Aufmerksamkeit der interessierten Leserinnen ...

"Mikroorgasmen überall“ hat der studierte Ökologe, vielen aber als Techno-DJ bekannte Dominik Eulberg sein Buch genannt. Sicher bindet der ungewöhnliche Titel die Aufmerksamkeit der interessierten Leserinnen und Leser, macht aber auch darauf aufmerksam, dass die kleinen Freuden im Leben allseits zu finden sind. Musik und Natur verbinden sich auf natürliche Weise durch die Geräusche aller Bewohner unserer Erde und sind die Leidenschaften des Autors. Das Eintauchen in die Natur ist entspannend, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, wenn man in Japan von „Waldbaden“ für einen Spaziergang im Wald spricht.

Die Natur ruht nie, alles ist im ständigen Wandel. Dominik Eulberg als Naturschützer weist im Vorwort darauf hin, dass die Vielfalt von Leben bedroht ist, es aber immer Existenzen geben wird, die sich an die Gegebenheiten anpassen. Jedoch ist die Anpassungsfähigkeit des Menschen beschränkt und wenn wir nicht jetzt für eine gesunde Erde sorgen, wird diese uns überleben. Der Autor bemängelt, dass wir Menschen so wenig Aufmerksamkeit unserer Umwelt widmen. Mit seinem Buch möchte er die Leserinnen und Leser zum Staunen anregen und motivieren, genau hinzuschauen und sich für die kleinen Geheimnisse des Lebens zu öffnen.

Auf dem Cover sind 26 Illustrationen von Naturschönheiten der Cramers Gallery of Nature abgebildet, auf der ersten Seite des Buchs finden sich die Bezeichnungen dazu. Es sind aber weit mehr Kapitel im Buch, die von eben diesen und anderen entsprechend passenden Zeichnungen begleitet werden. Jedes Mal findet sich eine bemerkenswerte Tatsache zur Abbildung in der folgenden Textpassage.

Die Kapitel folgen keiner bestimmten Ordnung und stellen manchmal über den Gedankenfluss des Autors Verbindungen zwischen unterschiedliches Leben her, manchmal bewundernswert und immer wissenswert. Aus den Texten liest sich die Begeisterung von Dominik Eulberg für unsere Pflanzen- und Tierwelt heraus. Der Schreibstil liest sich leicht und gut, schwierigere Begriffe sind kurz erläutert.

Der Autor weiß von manchen Kuriositäten zu berichten z.B. warum man glaubte, dass der Salamander eine Feuersbrunst bekämpfen konnte, wieso es möglich war, dass Biber während der Fastenzeit verzehrt werden durften und warum die Birke als hexenabwehrend galt. Er erklärt auch beispielsweise wie es zu der Bezeichnung Turteltauben und Zeitungsenten kam.

Dominik Eulberg schaut auf die tierische Navigationssysteme genauso wie auf pflanzliche Kommunikation und weist darauf hin, welche Möglichkeiten es in der Fauna und Flora gibt, sich vor Feinden zu schützen und sich fortzupflanzen. Wer Antworten zu den aufgeführten Themen und noch viel mehr Bemerkenswertes darüber hinaus erfahren möchte, der sollte zu diesem Buch greifen.

Insgesamt ist das Buch eine Fundgrube an Wissen über die Natur und ich habe mich durch den abwechslungsreichen Inhalt, die zahlreich aufgezeigten Zusammenhänge und so vielen kleinen Anmerkungen sehr gut unterhalten gefühlt. Es inspiriert mich, mit Neugier hinaus zu gehen und die Schönheit des Lebens auf mich wirken zu lassen wie z.B. das Vogelnest im Rosenstrauch in unserem Garten. Sicher werde ich das Buch immer wieder zur Hand nehmen und nachlesen. Für ein schnelleres Auffinden gibt es ein Register im Anhand. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 10.06.2021

Denkansätze zur Anpassung von Design auf weibliche Bedürfnisse

Das Patriarchat der Dinge
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Das Buch „Das Patriarchat der Dinge“ von Rebekka Endler zeigt auf, dass die Welt um uns herum zu großen Teilen von reichen, weißen cis Männern gestaltet wird. Darin zu spüren ist auch die Bestürzung der ...

Das Buch „Das Patriarchat der Dinge“ von Rebekka Endler zeigt auf, dass die Welt um uns herum zu großen Teilen von reichen, weißen cis Männern gestaltet wird. Darin zu spüren ist auch die Bestürzung der Autorin über das so vielfach geprägte Design von alltäglichen Gegenständen, die an den Normen und Werten von Männern angepasst sind. Unterschiede auf kultureller und generationsspezifischer Basis lassen sich aber auch nicht leugnen. Oftmals hat sich das heute vorliegende Ergebnis aus einer Entwicklung über viele Jahrzehnte hinweg ergeben und so verfestigt, dass es schwer ist, davon abzuweichen.
Rebekka Endler schreibt in ihrem Buch über sinnlos gegendertes wie auch über ungegendertes Design. Gerade letzteres kann verhindern, dass Frauen ihre Leistung voll entfalten können und ist im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich beispielsweise bei Medikamenten und dem Styling von Autozubehör. Wünschenswert wäre die Berücksichtigung der unterschiedlichen Körperphysiognomie von Menschen, weswegen grundsätzlich alle äußeren Erscheinungsbilder beim Designen zu berücksichtigen wären. Gestaltung sollte zur Lösung eines Problems ansetzen und nicht zu einem solchen führen.
Die Autorin nimmt unsere Sprache in Sachen Gendern unter die Lupe und betrachtet den öffentlichen Raum zum Beispiel in Hinblick auf Toiletten und Friedhöfen für Frauen, aber auch die Erwartungen an das Verhalten von Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit. Gegenstand des Buchs ist auch die Betrachtung von Dingen, die mit Funktionen und Eigenschaften versehen wurden, von denen man glaubt, dass sie dadurch für Frauen geeignet und deshalb von diesen gekauft werden. Hintergrund hierzu sind wirtschaftliche Aspekte. Aus dem gleichen Grund werden eine Reihe von Studien gar nicht erst angestrebt, weil die Kosten höher vermutet werden als der Ertrag.
Ich fand es einen interessanten Aspekt, dass Rebekka Endler bei ihrer ausführlichen Recherche festgestellt hat, dass es für einige Frauen schwierig ist, die für sie angepassten Dinge anzunehmen, weil sie jahrelang für Gleichbehandlung gekämpft haben und sich nun nicht durch die Nutzung von weiblichem Design von anderen unterscheiden möchten.
Rebekka Endler schüttet in ihrem Buch „Das Patriarchat der Dinge“ ein wahres Füllhorn von Handlungsbedarf in Bezug auf Design für Frauen aus. Ihre eigenen Erfahrungen streut sie immer wieder ein und ich spürte ihre Entrüstung über die festgestellten Mängel. Am Rande weist sie auch auf Diskriminierung vielfacher Art hin. Ihre Ausführungen sind Denkansätze, Design ist ständig im Wandel und kann auch hier nicht abschließend behandelt werden. Die Autorin verwendet in ihrem Buch zahlreiche Fachbegriffe, die nicht immer von ihr erläutert werden. Ihre zahlreichen ausführlichen Beispiele sind unterhaltsam ausgeführt. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Klimawandel im Fokus - verständlich aufbereitet

Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben
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Mensch, Erde – Wir könnten es so schön haben“ von Dr. Eckart von Hirschhausen gibt es in den Ausgaben als über 500-seitiges Buch und als Hörbuch mit gekürzter Lesung auf zwei CDs. Der Autor nimmt darin ...

Mensch, Erde – Wir könnten es so schön haben“ von Dr. Eckart von Hirschhausen gibt es in den Ausgaben als über 500-seitiges Buch und als Hörbuch mit gekürzter Lesung auf zwei CDs. Der Autor nimmt darin den Klimawandel in den Fokus und zieht Verbindungen zu den verschiedensten Bereichen unseres Lebens, denn alles hängt von allem ab.

Das Buch ist ein richtiges Schwergewicht, denn es wiegt etwa ein Kilo. Bei der Produktion wurde auf Nachhaltigkeit geachtet, Details dazu finden sich im Dankeswort. Betrachtet man das Buch im Schnitt fällt der Farbverlauf von blau nach rot, über die Seiten hinweg, auf. Wir empfinden rot wärmer als blau, auf diese Weise verdeutlicht der Seitenschnitt die Veränderung unseres Klimas.

Neben einem Vorwort sind zwölf Kapitel beinhaltet sowie ein Epilog. Die Kapitel sind treffend bezeichnet, die Überschriften, die Bezug auf die Körperfunktionen nehmen finden sich zur Übersicht in einer gezeichneten Figur wieder. Dr. von Hirschhausen beginnt mit der Endlichkeit, nimmt Essen und Trinken in den Fokus, das Atmen, die Temperatur und die Bewegung. Aber auch die Psyche kommt nicht zu kurz, in der Illustration wird dies durch einen Schmetterling über dem Kopf der Figur dargestellt.

Im Buch konfrontiert der Autor mit vielen Fakten, die er verständlich aufbereitet hat. Zu jedem Thema hat der Fachleute hinzugezogen, die ihm weiterführende Informationen gegeben haben, denn auch das Wissen des Mediziners Dr. von Hirschhausen reicht manchmal für Erklärungen nicht aus, doch seine Neugier lässt ihn fragen, was ihn bewegt und für ihn zunächst nicht ersichtlich ist. Sein Wissen teilt er mit den Lesern und Leserinnen und verweist darauf, dass die Themen nicht abschließend beschrieben sind, sondern sich in einem ständigen Wandel befinden. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit Beispielen zeigt er auf, dass jeder von uns noch mehr für die Umwelt tun kann. Denn nur wenn es der Erde gut geht können darauf gesunde Menschen leben.

Was das Buch aber vor allem lesenswert macht, ist der Humor des Autors, der sich zwischen den Darstellungen der Tatsachen findet, obwohl Dr. von Hirschhausen versichert, dass die Texte weniger humorig sind als seine sonstigen. Jedes Kapitel ist nochmals unterteilt. Daher eignet sich das Buch dazu, immer mal wieder zur Hand genommen zu werden, um darin kreuz und quer zu lesen. Aber es wäre wirklich zu schade, wenn man nicht das ganze Buch lesen würde. Die Texte werden in zahlreicher Form aufgelockert durch Fotos, Übersichten, Merkzettel, Grafiken von Katapult, Gegenüberstellungen, Interviews und immer wieder überraschend.

Gerne empfehle ich das Buch an Leser, die sich mit Dr. Eckart von Hirschhausen auf den Weg machen wollen, mehr über ihre Umwelt und deren Beziehung zum Menschen zu machen.

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