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Veröffentlicht am 15.09.2016

Wunderbares Ferienhaus auf einer kleinen Insel zum Träumen

Sommertraum mit Aussicht
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Bereits das Cover des Romans „Sommertraum mit Aussicht“ von Brenda Bowen gibt dem Leser ein Urlaubs-Feeling. Man möchte direkt dort sein, am Meer, am Strand. Doch zunächst begegnet man im Buch den beiden ...

Bereits das Cover des Romans „Sommertraum mit Aussicht“ von Brenda Bowen gibt dem Leser ein Urlaubs-Feeling. Man möchte direkt dort sein, am Meer, am Strand. Doch zunächst begegnet man im Buch den beiden Müttern Lottie und Rosie am Anschlagsbrett einer teuren New Yorker Vorschule wo sie beinahe gleichzeitig den Aushang zu einem Ferienhaus in Maine lesen, das im August zu vermieten ist. Beide sind gestresst von Beruf, Haushalt und Kind beziehungsweise Kindern. Doch die Ferienhausmiete ist sehr hoch, so dass sie beschließen, es gemeinsam zu nutzen und nach einer weiteren Überlegung sogar dazu übergehen zwei weitere erholungsbedürftige Personen zu finden, die sich das Haus mit ihnen teilen möchten.

Im Roman finden sich schließlich auf der kleinen Insel Little Lost Island vier sehr unterschiedliche etwas exaltierte Charaktere wieder. Lottie und Rosie haben die beiden weiteren Mieter vorher nicht persönlich kennengelernt. Eigentlich ist das Haus so groß, dass auch jeder für sich bleiben könnte. Die Komplikationen beginnen, als alle bereits verfrüht anreisen und sich die zwei Unbekannten die größten Zimmer mit dem besten Ausblick sichern. Doch Lottie und Rosie sind verständnisvoll und haben ihre ganz eigenen Ansichten darüber, wie man sich am besten erholt.

Es schien mir doch sehr überstürzt und wenig durchdacht, wie Lottie und Rosie, die nur flüchtige Bekannte sind, sich kurzfristig auf eine Urlaubsreise begeben. Ihre Kinder und den Ehepartner lassen sie dabei zurück. Für mich war der Anfang des Buchs befremdlich. Doch nach der Ankunft erfährt man in Rückblicken mehr zu den Handlungsweisen der vier Mieter, ausgerechnet jetzt eine Auszeit zu benötigen. Unleugbar wunderschön ist das Setting auf einer kleinen Insel mit hauptsächlich freundlichen Bewohnern. Die Begeisterung der Autorin für eine solche Umgebung überträgt sich mühelos auf den Leser.

Die vier Hauptcharaktere sind auf ihre Art und Weise sympathisch. Es bilden sich spontane Freundschaften unter gewissen Vorbehalten. Beinahe durchgehend herrscht ein Wohlfühlklima. Gerne möchte man an der Seite von Lottie, Rosie und Co. auf der Insel seinen Urlaub verbringen. Durch gelegentliche unerwartete Wendungen kommt auch ein wenig Spannung auf, ob gewisse Figuren ihre gesetzten Ziele erreichen werden.

Der Schreibstil ist locker-amüsant und lässt sich leicht lesen. Die Handlung plätschert dahin und bietet dem Leser eine entspannende Unterhaltung. Das Buch ist eine passende Urlaubslektüre und sorgt auch zu Hause für ein paar schöne sommerlich verträumte Lesestunden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gut konstruiert und ansprechend zu lesen

Die große Kälte
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Schnee und Eiseskälte in Katalonien im Winter 1956 spielen direkt in die Handlung des Romans „Die große Kälte“ von Rosa Ribas und Sabine Hofmann hinein. Denn die in Barcelona lebende junge Journalistin ...

Schnee und Eiseskälte in Katalonien im Winter 1956 spielen direkt in die Handlung des Romans „Die große Kälte“ von Rosa Ribas und Sabine Hofmann hinein. Denn die in Barcelona lebende junge Journalistin Ana Marti wird in das kleine Dorf Las Torres in den Bergen Aragoniens geschickt. Der dortige Pfarrer hat sich bei der Zeitung, bei der Ana beschäftigt ist, gemeldet und davon erzählt, dass dort seit geraumer Zeit ein Mädchen Stigmata an Händen und Füßen aufweist. Für die Bewohner ist das ein Wunder, doch Ana glaubt nicht an so was. Sie macht sich auf die Reise mit dem festen Entschluss, den Schwindel aufzudecken. Im Ort stößt sie bei ihren Fragen nur auf Schweigen. Nachdem sie gerade beschlossen hat, wieder nach Barcelona zurück zu kehren, wird ihr über Nacht wegen erneuten starken Schneefalls der Weg abgeschnitten. Dann stirbt ein Kind und es ist nicht das erste in den letzten Jahren. Ana wird dadurch veranlasst, nicht aufzugeben. Wird sie die Geheimnisse um die Wundmale und den Tod der Kinder lüften können?

Ana, die unter Pseudonym schreibt, weil weibliche Journalistinnen zur damaligen Zeit nicht gern gesehen sind, fühlt sich der Wahrheit und seriöser Berichterstattung verpflichtet. Es ist für sie nicht leicht, mit den Menschen in Las Torres zurecht zu kommen. Zu tief sind hier Glauben und Gemeinschaft verankert. Tonangebend sind der Bürgermeister, der Pfarrer und vor allem ein Großgrundbesitzer und Unternehmer. Ihren Worten beugen die Einwohner sich, weil sie sonst mit Benachteiligungen für sich und ihre Familie rechnen. Ihre Armut verbunden mit Unkenntnis und der Abgeschiedenheit des Ortes bringen sie in eine nicht revidierbare Abhängigkeit. Politisch stehen sie hinter der Herrschaft Francos, Aufwiegler werden gemeinschaftlich verfolgt. Größere Probleme und Sorgen werden hinter verschlossenen Türen diskutiert, kommen aber unterschwellig ans Tageslicht und manifestieren sich in Sprüchen und Kinderliedern.

Als Prolog und zwischen den Kapiteln finden sich immer wieder kurze Einschübe in kursiver Schrift. Sie geben die Gedankengänge eines der Charaktere wieder und stärken den Eindruck des Lesers, dass neben dem Mysterium der Stigmata ein weiteres Geheimnis über allem liegt. Die Begründungen für die Handlungsweisen der einzelnen Charaktere fand ich glaubwürdig. Das Wunder der Stigmata könnte aus dem unbedeutenden Dorf einen bekannten Wallfahrtsort machen, was gewisse Vorteile für unterschiedliche Personen bringt.

Steht im ersten Teil des Romans die Enttarnung des vermuteten Schwindels im Vordergrund ändert der Tod eines Mädchens alles. Ana kommt ein ungeheuerlicher Verdacht, ein Geheimnis das scheinbar jeder im Ort kennt, aber niemand ausspricht. Immer mehr gelingt es Ana hinter die Fassade des Schweigens zu schauen. Doch von denjenigen, von denen sie Unterstützung erhält und die ihr langsam sympathisch werden, wird sie teilweise enttäuscht.

Der Erzählstil ist angenehm, die Handlung fließt eher ruhig, meiner Meinung nach im mittleren Teil ein wenig sehr gemächlich. Die Autorinnen bauen mit den unterkühlt wirkenden Figuren und der Eiseskälte des Winters einen passenden Rahmen für ihre mysteriöse Geschichte. Ana muss förmlich in jeder Richtung das Eis brechen. Das von allen vertuschte Geschehen wird bereits am Beginn des Romans angedeutet und erst nahezu am Ende des Buchs aufgedeckt. Wer einen gut konstruierten, ansprechenden Roman lesen möchte, ist hier richtig. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Beste Unterhaltung für schöne Lesestunden

Ein Sommer in Irland
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Der Roman „Ein Sommer in Irland“ von Ricarda Martin beginnt zunächst in New York/USA. Dort lebt Caroline, Mitte 30, alleinerziehende Mutter der 15jährigen Kim und bei einem Kunsthändler tätig. Als bei ...

Der Roman „Ein Sommer in Irland“ von Ricarda Martin beginnt zunächst in New York/USA. Dort lebt Caroline, Mitte 30, alleinerziehende Mutter der 15jährigen Kim und bei einem Kunsthändler tätig. Als bei einer Auktion auf Cardew Castle in Irland ein sehr altes Buch angeboten wird, erhält sie von ihrem Chef den Auftrag, vor Ort an der Versteigerung teilzunehmen. Für Kim beginnt die Ferienzeit und daher begleitet sie ihre Mutter gegen ihren Willen nach Europa. Sie finden in der Nähe von Cardew Castle ein gemütliches Cottage als Unterkunft, doch die Bewohner des nächstliegenden Örtchens begegnen ihnen mit Argwohn und reagieren mit Unwillen auf Fragen nach dem Buch. Doch Caroline lässt nicht locker und ist überrascht als sie bei ihren Nachforschungen sogar einen Hinweis findet, der ihre eigene Herkunft berührt. Sie ist aber nicht nur mit der Aufdeckung des über allem liegenden Geheimnisses und der anstehenden Auktion in Irland beschäftigt. Es scheint so, als ob sowohl Caroline als auch Kim eine neue Liebe gefunden haben. Doch gibt es dafür eine Zukunft?

Parallel zu der Geschichte in der Gegenwart erzählt die Autorin von zwei jungen Frauen, die in Nordchina aufgewachsen sind und aufgrund der Unruhen während des Boxeraufstands im Jahr 1900 nach Irland geschickt wurden. Entgegen eigener Erwartungen haben sie sich hier an die Konventionen der damaligen Zeit und die Gebräuche in herrschaftlichen Häusern anzupassen. Was beide Erzählstränge miteinander verbindet und die gesamte Tragweite der Geschichte mit weiteren Familiengeheimnissen erfährt der Leser erst zum Ende der Geschichte hin.

Nach einem Prolog der in der Vergangenheit spielt entwickelt die Autorin zunächst die gegenwärtige Geschichte. Die Kapitel sind bei einem Wechsel in der zeitlichen Perspektive mit einem entsprechenden Hinweis versehen. Auf beiden Zeitebenen schafft Ricarda Martin durchweg interessante Charaktere mit Stärken und Schwächen. Während Kim sich als aufmüpfiger Teenager nicht als Schwarm jeder Mutter herausstellt, konnte Caroline von Beginn an meine Sympathien gewinnen. Ihr beruflicher Erfolg erklärt sich durch Ihre Hartnäckigkeit verbunden mit anhaltender Freundlichkeit. Das Leben hat sich ihr gegenüber aber leider nicht immer wohlgesonnen gezeigt. In Irland findet sie die Zeit, auf ihr bisheriges Leben zurückzublicken. Das Verhältnis zu ihrer Tochter bessert sich und sie öffnet sie für die Argumente ihrer Tochter. Kim entwickelt ein Interesse an der Herkunft Carolines und damit der eigenen Familiengeschichte.

Während in der Gegenwart die Suche nach dem alten Buch und die Mutter-Tochter-Problematik zwischen Caroline und Kim überwiegen steht in der Vergangenheit der Stellenwert von Frauen in der damaligen irischen Gesellschaft im Vordergrund. Nebenher erfährt der Leser einiges aus der Geschichte der Republik Irland, vor allem über die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Autorin zeigt beispielhaft ein Leben in Armut wie auch im Reichtum auf. Dank einer guten Recherche entsteht ein glaubwürdiger Hintergrund für die Geschichte. Ebenso kann der Roman mit bezaubernden Landschaftsbeschreibungen und Settings punkten.

„Ein Sommer in Irland“ ist in einem leicht zu lesenden Schreibstil geschrieben. Durch die jeweiligen Geheimnisse in Vergangenheit und Gegenwart sowie unerwarteter Wendungen konnte mich der Roman bis zum Schluss fesseln. Mich hat das Buch bestens unterhalten und mir viele schöne Lesestunden geschenkt, darum empfehle ich es gerne weiter.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine berührende Geschichte im locker leichten Schreibstil

Romeo und Romy
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Aus Romy, die im kleinen sächsischen Örtchen Großzerlitsch bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist, ist leider keine gefeierte Schauspielerin geworden, wie man in ihrer Heimat denkt. Statt auf der Bühne ...

Aus Romy, die im kleinen sächsischen Örtchen Großzerlitsch bei ihrer Großmutter aufgewachsen ist, ist leider keine gefeierte Schauspielerin geworden, wie man in ihrer Heimat denkt. Statt auf der Bühne zu stehen, arbeitet sie als Souffleuse. Als bei einer Produktion der Ausrichter nicht zufrieden mit der Aufführung ist, wird sie gekündigt. Weil ihre Oma gerade verstorben ist, führt ihr weiterer Weg sie daher zuerst einmal nach Hause.

So beginnt der Roman „Romeo & Romy“ von Andreas Izquierdo. Das Buch nimmt den Leser mit in die Welt des Schauspiels und, wie man aus dem Titel vielleicht erahnen kann, zu einer Aufführung von Romeo und Julia, einer Tragödie von William Shakespeare. Aber es ist eine ganz ungewöhnliche Inszenierung, der der Leser hier beiwohnt und sicher anders als man beim Lesen dieser Zeilen zunächst erwarten könnte. Sie ist voll von Herzblut, Heimat und Gemeinschaftssinn. Passend zur Romantik des aufgeführten Bühnenwerks ist das Cover wunderschön, mit kräftigen Farben gestaltet und zieht dadurch die Augen des potentiellen Lesers auf sich.

Romy ist in Großzerlitsch herzlich willkommen. Die wenigen Einwohner des Ortes sind mit Ausnahme des Kneipenwirts bereits Rentner. Jeder von ihnen trachtet danach, auf eine unauffällige Weise zu sterben und sich dadurch einen der letzten Plätze auf dem örtlichen Friedhof zu sichern. Obwohl Romy Ihnen genau diese Absicht auf den Kopf zusagt, ändern die Bewohner ihre Absichten nicht. Doch eines Tages hat sie eine Idee, wie sie sich selbst in die Gemeinschaft einbringen und die Alten des Orts zu Verstand bringen kann. Sie wird die Scheune, die zu ihrem Erbe gehört, mit der Hilfe der Großzerlitscher zu einem elisabethanischen Theater umbauen und dann Romeo und Julia aufführen! Doch bis dahin ist es ein weiter steiniger Weg. Können Romy und die Großzerlitscher den Plan in die Tat umsetzen?

Es ist eine große Idee, die Andreas Izquierdo da für die kleine Ortschaft und seine Protagonistin entwickelt. Romy konnte mit ihrer schüchternen, unerfahrenen Art meine Sympathien schnell gewinnen und auch die Einwohner des kleinen sächsischen Orts sind auf ihre kauzige Weise liebenswert. Der Einfall, ein Theater auf dem Dorf zu bauen, die älteren Menschen darin einzubeziehen und ihnen dadurch ein Etwas zu geben, für das man auch morgen noch da sein sollte, fand ich ungewöhnlich und großartig. Der Autor setzt den Bau einer solch großen Herausforderung nicht mit Leichtigkeit im Buch um, sondern lässt sehr viele unerwartete Ereignisse in diesem Zusammenhang eintreten. Auch bei der Einstudierung des Theaterstücks verschließt er nicht die Augen vor der Realität. Immer wieder kommt es zu unvorhergesehenen Schwierigkeiten.

Neben der Umsetzung ihres großen Plans hat Romy sich auch mit ihrer eigenen Herkunft auseinanderzusetzen. Sie begreift im Laufe der Geschichte, wem sie ihr Vertrauen schenken kann. Erst als sie einige wichtige Lektionen in dieser Richtung gelernt hat, ist auch ihr Herz bereit, sich zu öffnen. Die im Roman beinhaltete Liebesgeschichte steht eher im Hintergrund. Sie konnte mich leider nicht vollständig überzeugen und ist verbunden mit der Art der Einbindung des Regisseurs.

Obwohl die Geschichte berührt und den Leser mitleiden lässt, schafft es Andreas Izquierdo mit einem locker leichten Schreibstil, immer das große Ziel im Blick, den Leser zu fesseln und ihm die Hoffnung zu geben, das der Bau und die Aufführung des Schauspiels zu einem guten Ende kommen wird.

Der Roman führt mitten hinein ins Leben, stimmt nachdenklich und bringt vor Augen, dass man durch gemeinsames Tun unmöglich Erscheinendes schaffen kann. Der Leser erlebt die Geborgenheit von Heimat, unschätzbare Freundschaft, Betrug, Wut, aber auch Wertschätzung und Liebe. Sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Äußerlich und vom Inhalt her ein Schmuckstück

Lists of Note
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Jeder von uns kennt sie und braucht sie: Listen, egal in welcher Form auch immer. Einkaufslisten, To- do-Listen, Nicht-vergessen-Listen, sie alle füllen unseren Alltag und das wahrscheinlich schon seit ...

Jeder von uns kennt sie und braucht sie: Listen, egal in welcher Form auch immer. Einkaufslisten, To- do-Listen, Nicht-vergessen-Listen, sie alle füllen unseren Alltag und das wahrscheinlich schon seit der Mensch schreiben kann. Es gibt eine unglaubliche Fülle von Dingen die man auflisten kann. Shaun Usher hat bei seinen Recherchen zu seinem Buch „Letters of Note – Briefe, die die Welt bedeuten“ immer wieder solche Verzeichnisse in Händen gehalten und sehr zum Vergnügen seiner Leser hat er die, die ihm am bedeutsamsten erschienen nun in einem eigenen Buch zusammengestellt.

„Lists of Note – Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten“ ist nicht nur vom Inhalt her ein Schmuckstück, sondern auch optisch. Unter dem in beige und dunkelblau gestalteten Schutzumschlag verbirgt sich ein in Leinen gebundenes Buch im Großformat mit Lesebändchen. Die inneren Umschlagseiten sind mit den Namen der Listenschreiber gestaltet worden. Nach zweimaligem Umblättern erscheint dann schon die erste Auflistung: Shaun Usher bedankt sich bei den Menschen, die ihm am Liebsten sind. Weiter geht es mit der Zusammenstellung des Inhalts. In einer Einleitung erzählt der Autor darüber, wie dieses Buch entstanden ist und selbst diese kurze Einführung enthält zwei Listen. Auf den folgenden 317 Seiten sind 123 Auflistungen zu finden.

Ich habe das Lesen der Listen genossen, mal stirnrunzelnd wie beispielsweise bei Liste 028 „Einsteins Forderungen“ oder auch bei der 101 „Was Frauen auf dem Fahrrad tunlichst unterlassen sollten“, mal schmunzelnd wie zum Beispiel bei der Auflistung 058 „The Standard Beau Catche“ (ein Flirtratgeber) oder 111 „Marilyn Monroes Traummänner“. Sogar als Rezensentin konnte ich profitieren wie bei Liste 015 „Rogets Thesaurus“ und 066 „Ungeschickte Grammatik“. In diesem Buch finden sich banale Einkaufslisten berühmter Menschen, Lieblingsbücher, Verhaltensregeln, Ratschläge und noch vieles andere mehr.

Die älteste Liste stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christi, die jüngsten sind erst ein paar Jahre alt. Begleitend zu jeder Liste ist entweder ganzseitig das Original abgelichtet, ein Foto des Autors oder auch eine passende Illustration. Einige Listen umfassen nur wenige Zeilen, andere mehrere Seiten.

Das Buch eignet sich nicht nur zum selber Lesen oder Stöbern, sondern auch hervorragend als Geschenk. Es bietet zudem ausreichend Gesprächsstoff beim gemeinsamen Lesen der Listen. „Lists of Note“ ist informativ und sehr interessant. Ich werde es sicher immer wieder zur Hand nehmen.