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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2022

Gelungene Drachengeschichte

Weck niemals einen Drachen (Band 1)
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Bei einem Schulausflug durch ein verstaubtes Burgenmuseum sollen Clem und Bahira anschließend eine Gruppenarbeit zu einem Drachenbild vorbereiten. Dumm nur, dass dabei das Gemälde demoliert wird. Doch ...

Bei einem Schulausflug durch ein verstaubtes Burgenmuseum sollen Clem und Bahira anschließend eine Gruppenarbeit zu einem Drachenbild vorbereiten. Dumm nur, dass dabei das Gemälde demoliert wird. Doch als darunter eine geheime Schrift auftaucht, wissen Clem und Bahira, dass sie dieses Geheimnis lösen wollen. Und plötzlich wird ihnen klar, dass es Drachen nicht nur im Märchen gibt. Zudem gibt es noch mehr Leute, die hinter dem Drachen her sind…

Schon allein das Cover dieses Buches ist ein echter Hingucker: Der Drache, der so frech aus dem Bilderrahmen herausguckt, hat mich sofort angesprochen. Wie Bahira und Clem so unversehens zur Zusammenarbeit beim Projekt Drache zusammenfinden und die Rätsel dazu lösen, das ist richtig spannend von Anfang bis Ende, und dazu noch sehr humorvoll erzählt. Da entsteht ein richtiges Kopfkino beim Lesen, ich habe mich unversehens auf einem unvergesslichen Ritt auf dem Drachen wiedergefunden! Clem und Bahira sind sympathische Protagonisten, und ihr Abenteuer mit dem Drachen ist spannend von Anfang bis Ende. Der Schluss des Buches passt bestens zu dieser Geschichte, und es gibt einen Ausblick auf die Fortsetzung: weitere Geheimnisse zu entdecken, Rätsel zu lösen und ein herzliches Wiedersehen mit dem Drachen. Da wartet man schon ganz sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Das Buch wendet sich an Leser ab ca. 9 Jahren und eignet sich gut zum Selberlesen, denn die Kapitel sind sehr kurz, die Schriftgröße angenehm auch für weniger geübte Leser zu bewältigen, und die wunderschönen Illustrationen lockern den Text so auf, dass man sich gut im Buch festlesen kann.

Diese gelungene Drachengeschichte mit den liebevoll erzählten und wunderschön illustrierten Geschehnissen empfehle ich unbedingt weiter an alle Drachenfreunde ab 9 Jahren. Ganz klar vergebe ich hier alle fünf möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 23.05.2022

Eine deutsch-französische Familiengeschichte

Kaiserstuhl
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1962 besucht der französische Präsident Charles de Gaulle zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg Bonn. Noch sind viele Wunden zwischen den Deutschen und den Franzosen nicht verheilt, doch de Gaulles ...

1962 besucht der französische Präsident Charles de Gaulle zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg Bonn. Noch sind viele Wunden zwischen den Deutschen und den Franzosen nicht verheilt, doch de Gaulles Rede soll den Grundstein für die europäische Einigung legen. Da taucht eine Flasche Champagner aus dem Jahr 1937 auf, sie war Teil einer Menge Champagner, die sich die Nazis unter den Nagel rissen. Mittendrin steht Henny Köpfer, die in Freiburg eine Weinhandlung führt, sowie ihr Ziehsohn Kaspar und ihr ehemaliger Verlobter Paul Duringer.

Mit einer Flasche Champagner führt die Autorin Brigitte Glaser den Leser in die Vergangenheit, in die Jahre des Zweiten Weltkriegs bis in die Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland und in Frankreich. Die fiktiven Ereignisse des Buches sind gut in die historisch belegten Geschehnisse eingebettet. Die Geschichte ist sehr realistisch erzählt, die Personen glaubwürdig angelegt. Man fiebert mit ihnen mit und rätselt über die Bedeutung der Champagner-Flasche. Der Stammbaum am Ende des Buches zu den Personen hilft, sich in der Geschichte zurechtzufinden.

Dieses Buch spiegelt die Schwierigkeiten zwischen den Deutschen und den Franzosen während und nach dem Zweiten Weltkrieg sehr realistisch wieder und lässt so eine spannende Geschichte entstehen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne. Auf weitere Bücher der Autorin bin ich schon gespannt.

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Veröffentlicht am 23.05.2022

Jugendroman mit interessanten Mystery-Elementen

Ancora
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Romy und ihre Freunde Aurel und Jannis wollen ihre Ferien in Ancora verbringen, ohne Handy und ohne jeden Kontakt nach außen. Schon bei der Anfahrt häufen sich seltsame Ereignisse. Bald stellt sie fest, ...

Romy und ihre Freunde Aurel und Jannis wollen ihre Ferien in Ancora verbringen, ohne Handy und ohne jeden Kontakt nach außen. Schon bei der Anfahrt häufen sich seltsame Ereignisse. Bald stellt sie fest, dass das, was sie gerade erlebt, in einem Gedicht ihrer Mutter erzählt wird. Viele Fragen stellen sich, und um sie zu beantworten, will Romy so viel wie möglich am Leben der Gemeinschaft in Ancora teilnehmen. Doch das Ende des Gedichts prophezeit Romys Tod…

Sehr schnell erkennt Romy, dass hier ein Geheimnis darauf wartet, gelüftet zu werden. Doch was hat dieses Geheimnis mit Romy und ihrer Mutter zu tun? Dass Romy dabei in Gefahr gerät, ahnt sie anfangs noch nicht, doch die Zeichen dazu mehren sich. Wem kann sie trauen? Die mystischen Elemente der Geschichte sind spannend in die realistisch erscheinenden Geschehnisse eingewoben. Allerdings bleiben viele Fragen ziemlich lange unklar, was zwar mit der Aufklärung der Geschichte zu tun hat, aber vieles an der Erzählung nicht so richtig rund erscheinen lässt, z.B. warum Romy und ihre beiden Freunde überhaupt nach Ancora aufbrechen. Deshalb blieben mir die Personen insgesamt zu blass und zu distanziert.

Dieser Jugendroman mit seinen Mystery-Elementen konnte mich nicht so ganz überzeugen, dennoch hatte ich spannende Lesestunden mit dem Buch. Ich empfehle es gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.05.2022

Nicht wirklich mein Fall

Vertrauen
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Inspektor Avi Avraham hat gleich zwei Fälle, in denen er ermitteln muss: Da ist das Neugeborene, das in einem Krankenhaus in einer Tasche gefunden wird. Da ist aber auch der Tourist, der spurlos verschwindet, ...

Inspektor Avi Avraham hat gleich zwei Fälle, in denen er ermitteln muss: Da ist das Neugeborene, das in einem Krankenhaus in einer Tasche gefunden wird. Da ist aber auch der Tourist, der spurlos verschwindet, während sein Gepäck im Hotelzimmer zurück bleibt. Während der Vermisstenfall nach viel Aufwand aussieht, scheint der Fall des Neugeborenen bald ziemlich klar zu sein. Dabei wird Avi wegen den Ermittlungen sogar nach Paris reisen. Ob der Mossad hinter dem vermissten Tourist steckt?

Avraham Avraham hat in Tel Aviv vorwiegend mit Gewaltdelikten zu tun. Doch glücklich ist er nicht, selbst wenn er einen Fall erfolgreich abgeschlossen hat, denn die Tat kann ja nicht ungeschehen gemacht werden. Überhaupt schimmert im gesamten Buch mehr oder weniger leise Gesellschaftskritik durch, doch mit vielem kann ich eher wenig anfangen und die Kritik auch schlecht einordnen. Der Inspektor bleibt mir in seiner Unzufriedenheit sehr distanziert; auch mit den anderen Personen der Geschichte fällt es mir schwer, mich in sie hineinzudenken. Immer wieder habe ich mich gefragt, was die beiden Handlungsstränge verbindet außer dass hier dieselbe Behörde ermittelt, und bin bis zum Schluss etwas ratlos verblieben.

Insgesamt habe ich mich mit diesem Buch eher schwer getan, so dass ich es nur bedingt weiter empfehlen kann. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.05.2022

Der Humor ist mir hier zu kurz gekommen

Einatmen, ausrasten
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Mit ihren fünfzig Jahren kämpft Eliza Finch mit den Auswirkungen der Wechseljahre und dem Leben in einer Familie, in dem vieles nicht ganz nach Plan läuft. Ihren Mann Paddy liebt sie nach wie vor, doch ...

Mit ihren fünfzig Jahren kämpft Eliza Finch mit den Auswirkungen der Wechseljahre und dem Leben in einer Familie, in dem vieles nicht ganz nach Plan läuft. Ihren Mann Paddy liebt sie nach wie vor, doch die vertraute Enge ist schon längst nicht mehr vorhanden. Ihre Karriere als Schauspielerin ist an einem Tiefpunkt angekommen, da sie erotische Hörbücher einliest. Als ihr Bruder das Boot verkaufen möchte, das ihren Eltern gehört, das aber ihr Mann Paddy am liebsten nutzt, bricht Eliza aus. Doch auch hier gibt es einige Stolperfallen und Fettnäpfchen…

In jeder Ehe hat er sich nach einigen Jahren eingeschlichen: der alltägliche Wahnsinn, der äußerst nervenaufreibend werden kann. Eliza hat es gerade gar nicht gut getroffen, das erfährt man sehr ausführlich im ersten Teil der Geschichte. Das ist manchmal ziemlich mühselig zu lesen, und man hofft immer wieder, dass es nun endlich einen Wendepunkt geben muss. Doch die Geschichte lässt sich ausreichend Zeit dafür, bis dann endlich auch der Humor kommt, auf den ich gefühlt ewig gewartet habe. Der ist mir hier definitiv zu kurz gekommen. Eliza hätte ich immer wieder ganz gern geschüttelt und sie in die Realität geholt, so richtig konnte ich nicht nachvollziehen, warum sie so wild auf die Fettnäpfchen ist. Auch wenn die Tücken der Wechseljahre und des alltäglichen Lebens in einer langjährigen Ehe gut dargestellt wurden, fehlte mir hier das gewisse Etwas, um mich an Elizas Beispiel weiter damit beschäftigen zu wollen.

Insgesamt war mir dieses Buch etwas zu langatmig, deshalb kann ich nur 3 von 5 Sternen vergeben. Ich kann es nur bedingt empfehlen.

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