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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2019

Auftakt zu einer turbulenten Abenteuer-Rätsel-Geschichte

Samantha Spinner (1). Mit Schirm, Charme und Karacho
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Samantha Spinners Onkel Paul ist plötzlich verschwunden – und hat Samanthas Schwester Buffy einen Scheck über 2,4 Milliarden Dollar vermacht, ihrem Bruder Nipper die New York Yankees samt Stadion, während ...

Samantha Spinners Onkel Paul ist plötzlich verschwunden – und hat Samanthas Schwester Buffy einen Scheck über 2,4 Milliarden Dollar vermacht, ihrem Bruder Nipper die New York Yankees samt Stadion, während Samantha lediglich einen rostigen roten Regenschirm mit der Aufschrift „Hüte dich vor dem REGEN“ bekommt. Doch genau dieser Schirm bringt Samantha und ihren Bruder in ein riesengroßes geheimes Abenteuer.

Ein Detektivbuch mit einem gewieften Mädchen und dessen Bruder, der alles verliert, was er je bekommen hat, das ist ein Ansatz für eine Geschichte, die temporeich einige Rätsel zum Knacken aufgibt. Es ist der Auftakt zur Erzählung über Samantha Spinner und deren verschollener Onkel Paul, den es zu finden gilt. Allein Samantha scheint gewieft genug, ihn wiederzufinden bzw. die stinkenden Ninjas immer wieder zu überlisten, die ihr schnell auf der Spur sind. Nebenbei macht Samantha eine Reise durch die verschiedensten Gegenden der Welt, und in ihrem Notizbuch landen einige wichtige Informationen über diese (real existierenden) Orte. Ein bisschen chaotisch gelingt dies, mehrmals hatte ich mich an einen Trickfilm erinnert gefühlt. Der witzige Sprachstil mit den vielen Wortspielen (super übersetzt von Jan Möller) sowie die vielen Illustrationen dazu runden dieses turbulente Abenteuerbuch gut ab. Schade nur, dass die versprochenen Rätsel sich am Ende des Buches befanden und nur was am Rande mit Amandas Suche zu tun haben. Wobei das vielleicht für Kinder ein zusätzliches Gimmick sein mag, während es uns Erwachsene eher stört.

Diese Geschichte kommt sehr erfrischend daher und wird bei Kindern vermutlich gut ankommen. Sehr gerne vergebe ich dafür 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Verwirrend

10 Stunden tot
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Ein Mörder wählt seine Opfer scheinbar zufällig aus. Das Helsingborger Kommissariat tut sich schwer, hier Zusammenhänge zu finden. Währenddessen versucht Kommissar Fabian Risk für seine eigene Familie ...

Ein Mörder wählt seine Opfer scheinbar zufällig aus. Das Helsingborger Kommissariat tut sich schwer, hier Zusammenhänge zu finden. Währenddessen versucht Kommissar Fabian Risk für seine eigene Familie da zu sein, andererseits will er im Geheimen die Ermittlungen seines verstorbenen Kollegen weiterführen. Stress ist für ihn vorprogrammiert.

Dieser Band setzt nahtlos an seinen Vorgänger „Minus 18°“ an. Wer sich an diesen Band wagt, sollte die bisherigen Geschehnisse gut kennen. Das ist das größte Manko an diesem Buch, denn obwohl ich die bisherigen Bände kenne, tat ich mich schwer, in die Geschichte reinzukommen und die verschiedenen handelnden Personen einzuordnen. Der Autor Stefan Ahnhem verbindet hier wieder mehrere Handlungsstränge miteinander. So wird der Leser erstmal ziemlich verwirrt und muss sehen, wie er sich durch das Geschehen kämpft. Das ist schade, denn der Kriminalfall an sich ist grandios zusammengestellt, während die Geschehnisse um Fabian Risks Familie sehr aufwühlend und realistisch erscheinen. Das eher offene Ende allerdings lässt vermuten, dass der nächste Band wieder nahtlos an dieses Buch ansetzt – und viele Leser erstmal wieder ratlos hinterlässt…

Wer die Bänder hintereinander liest, den erwartet viel Spannung und meisterhafte Kriminalistik. Alle anderen Leser werden sich eher schwer tun mit dieser Geschichte, und Quereinsteiger haben vermutlich keine Chance, in diesem Geschehen den Überblick zu gewinnen. Somit kann ich nur 3 von 5 Sternen vergeben, eine echte Empfehlung vergebe ich nur für die Reihe, wenn man die Bücher konsequent hintereinander wegliest.

Veröffentlicht am 27.07.2019

Sehr vorhersehbar

Das Gemälde der Tänzerin
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Helena, alleinerziehende Mutter von 16jährigen Zwillingen, muss eine Arbeitsstelle als Zimmermädchen annehmen im Hotel Kronenberg. Dabei hat sie sich geschworen, nie wieder etwas mit der Familie Kronenberg ...

Helena, alleinerziehende Mutter von 16jährigen Zwillingen, muss eine Arbeitsstelle als Zimmermädchen annehmen im Hotel Kronenberg. Dabei hat sie sich geschworen, nie wieder etwas mit der Familie Kronenberg zu tun zu haben. Doch sie hat keine Wahl, so schlecht ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Zufällig erfährt sie bei ihrer Arbeit von einem während der Nazi-Zeit verschollenen Gemälde und einem damals ermordeten Zimmermädchen. Als sie sich daran macht, diese Rätsel zu lösen, merkt sie, dass auch Noah Kronenberg nach dem Gemälde forscht. Dabei verbirgt Helena selbst ein großes Geheimnis…

Viele Familiengeheimnisse werden in diesem Buch versteckt gehalten, doch zum Schluss ergeben sie eine interessante Mischung. Trotz all dieser Rätsel und Geheimnisse ist die Geschichte allerdings sehr vorhersehbar, während ich die Handlungen der Protagonisten oft nicht nachvollziehen konnte. So viel Starrsinn, so viele Zufälle, die das Schicksal beeinflussen, und eine so dezidierte Schwarz-Weiß-Malerei bei den handelnden Personen, das ist mir zuviel. Etwas anstrengend waren anfangs die Zeitsprünge, doch wer hier am Ball bleibt, wird sich schnell zurecht finden.

Das Buch lässt sich trotz mancher Längen gut lesen, es wird auch sicher interessierte Leserinnen finden, die sich daran erfreuen. Ich gehöre leider nicht dazu und vergebe nur 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Nicht mein Fall

Wilder Winter
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Die beiden Freunde Hap Collins und Leonard Pine schlagen sich mit Gelegenheitsjobs auf den Rosenfeldern von Texas durch. Ungleicher könnten sie nicht sein: Hap ist weiß, hetero und Kriegsdienstverweigerer, ...

Die beiden Freunde Hap Collins und Leonard Pine schlagen sich mit Gelegenheitsjobs auf den Rosenfeldern von Texas durch. Ungleicher könnten sie nicht sein: Hap ist weiß, hetero und Kriegsdienstverweigerer, dafür war er sogar im Knast. Leonard ist schwarz, schwul und Vietnamveteran. Als Haps Ex-Frau Trudy an einem Wintermorgen bei ihm auftaucht und von einem großen Projekt spricht, von leicht verdientem Geld aus einem schiefgelaufenen Bankraub, da machen Hap und Leonard mit. Hap ist in der Nähe des Verstecks aufgewachsen und soll bei der Suche helfen. Doch Leonard weiß genau: Trudy bringt immer nur Ärger mit sich.

Es ist eine harte Welt, in der die beiden sich durchschlagen müssen. Geld wäre schon willkommen, und leicht verdientes Geld lockt, ohne jeden Zweifel. Das konnte ich noch gut nachvollziehen, aber schnell habe ich festgestellt, dass mich die Protagonisten nicht besonders ansprechen. Und das, obwohl ihre Wortwechsel vor Witz und Humor strotzen.

Es ist wohl eher ein Buch für Männer, vor allem der zunehmende Anteil der Brutalität und Gewalt hat mir die Lektüre sehr verleidet. Der Schluss war somit einfach nur unglaubwürdig. Zusammen mit dem derben Sprachstil habe ich für mich beschlossen, dass diese Serie, Kult hin oder her, nichts für mich ist.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Unglaubwürdig und viel zu kitschig

Der Geist von Cavinello d'Alba
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Überrascht erfährt die junge Konditorin Cornelia, dass sie bei Pflegeeltern aufgewachsen ist. Ihr leiblicher Vater hatte sie abgegeben, und nach seinem Tod ist sie die letzte Nachfahrin eines alten piemontesischen ...

Überrascht erfährt die junge Konditorin Cornelia, dass sie bei Pflegeeltern aufgewachsen ist. Ihr leiblicher Vater hatte sie abgegeben, und nach seinem Tod ist sie die letzte Nachfahrin eines alten piemontesischen Adelsgeschlechts. Ihr richtiger Name lautet Donatella di Cavinello d’Alba. Die junge Frau entschließt sich, ihr Erbe anzunehmen. In ihrem Kastell lernt sie Baldassare kennen – er ist in einem Bildnis von 1463 gefangen und kann nur des Nachts in menschlicher Gestalt sein…

Ein romantisches Märchen für Erwachsene will diese Geschichte sein, dazu noch eine, deren Geschehen sich über die Jahrhunderte hinaus bewegt. Durch diese zeitenübergreifende Liebe findet Donatella eine Lösung für das Problem, das alte Kastell weiterhin erhalten zu können.

Leider blieb mir Donatella / Cornelia etwas zu schwammig als Person. Viel zu leicht löst sie sich von ihren Pflegeeltern, zu denen sie doch eigentlich ein gutes Verhältnis haben sollte (laut den ersten Seiten des Buches), viel zu leichtsinnig hat sie sich in eine Freundschaft gleiten lassen mit Frank, ihrem Freund, der sie als sexuelles Lustobjekt sieht (und später als Geldkuh, die einfach zu melken ist), während sie so gar keine Stellung bezieht. Hier wird ein Klischee an das andere gereiht, trieft Kitsch aus allen Seiten, das Buch schrammt immer wieder knapp an der Schnulze vorbei. So kommt auch die Lösung aus ziemlich heiterem Himmel und passt zwar zur Liebesgeschichte, aber nicht zu meinen Erwartungen. Echte Probleme werden nicht ansatzweise gelöst, gehen teilweise im romantisierenden Rosa-Brillen-Brei unter. Selbst als die Erzählung noch im realistischen Bereich spielt, wirken die Geschehnisse unrealistisch. Den Dreh hin zum Fantastischen konnte ich gut nachvollziehen, nicht jedoch die Richtung, in den sich das junge Liebespaar entwickelt. Dazu wimmelt es von Schreibfehlern in diesem Buch, das waren mir eindeutig zu viele.

Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht entsprechen. Sicherlich wird es Leserinnen geben, die sich von der Romantik des Buches entführen lassen, doch meines ist das nicht. Ich kann die Geschichte auch überhaupt nicht weiter empfehlen.