Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2018

Ansprechendes Kinderbuch

Tiergeister AG - Achtung, gruselig!
0

Der kleine Dackel Arik entdeckt plötzlich, dass er aus dem Wald nicht mehr herausfindet. Ein neuer Schüler für die Gespensterklasse von Spuk Ekelburg, wo verstorbene Tiere das Gruseln erlernen sollen. ...

Der kleine Dackel Arik entdeckt plötzlich, dass er aus dem Wald nicht mehr herausfindet. Ein neuer Schüler für die Gespensterklasse von Spuk Ekelburg, wo verstorbene Tiere das Gruseln erlernen sollen. Zunächst sollen die Gespenstertiere die Kinder meiden, die tagsüber dasselbe Schulgebäude nutzen. Doch bald stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, mit den Kindern zusammen eine Zukunft zu finden.

Kindgerecht und dabei sehr humorvoll, mit leicht makabren Anflügen zeigt das Buch einen Konflikt, der nur durch ein friedvolles Miteinander gelöst werden kann. Das gelingt den Tieren und den Kindern gemeinsam auch sehr gut. Hier zeigt das Buch einen guten Weg auf für Kinder, die ähnliche Situationen ja oftmals selbst erleben: Freundschaft und Zusammenhalt als Bollwerk gegen Vorurteile und gegenseitiges Vergraulen.

Das Buch ist schön gestaltet, mit kleinen comic-artigen Zeichnungen, die den Text auflockern. Das Gruseln ist eher wohltemperiert, aber mit der nötigen Spannung genau richtig, damit ein interessantes und ansprechendes Kinderbuch entstehen konnte. Unbedingt empfehlenswert, zum Vorlesen für jüngere, zum Selberlesen für die älteren Schulkinder.

Veröffentlicht am 13.11.2018

Bezaubernd und bittersüß zugleich

Die wundersame Mission des Harry Crane
0

Harry verlor seine geliebte Ehefrau durch einen dummen Unfall, während er darauf bestand, sich einen Lottoschein zu kaufen. Ein Jahr später trauert er immer noch und verschwindet in den Wäldern Pennsylvanias. ...

Harry verlor seine geliebte Ehefrau durch einen dummen Unfall, während er darauf bestand, sich einen Lottoschein zu kaufen. Ein Jahr später trauert er immer noch und verschwindet in den Wäldern Pennsylvanias. Dort trifft er das Mädchen Oriana und deren Mutter Amanda, auch sie trauern seit genau einem Jahr um ihren geliebten Vater bzw. Ehemann. Oriana gelingt es, Harry in den Bann eines Märchens zu ziehen, das sie nun beide umsetzen wollen.

Es ist eine ganz ungewöhnliche Art, wie diese drei Menschen ihrer unsäglichen Trauer begegnen. Viele fantastische Elemente spielen dabei in die Geschichte hinein, es wird märchenhaft, oder gibt es doch eine ganz reelle Erklärung für alles, was da passiert? Das mag der Leser für sich selbst entscheiden. So fabuliert der Autor Jon Cohen ein ganz eigenartiges Märchen für Erwachsene, dessen Ausgang sehr lange im Verlauf des Buches überhaupt nicht abzuschätzen ist. Dennoch, es ist eine ganz eigenartige Erzählweise, sie muss dem Leser liegen, damit er sie wirklich schätzen kann. Dabei gewinnen die Protagonisten nach und nach immer mehr Kontur, und keine noch so überraschende Wendung ist völlig unrealistisch. Daraus gewinnt das Buch eine Menge Spannung, die sich immer weiter verdichtet.

Es dauerte deshalb auch bei mir ein bisschen, bis ich so richtig in die Geschichte hineinfand. Dann allerdings konnte sie mich in eine ganz besondere Welt entführen, mit einem ganz eigenen Zauber in einem bittersüßen Märchen. Sehr gerne empfehle ich deshalb diese Geschichte weiter und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 10.11.2018

Überzeugend und einfühlsam

Flucht in die Schären
0

Die Staatsanwältin Nora Linde möchte unbedingt den Anführer der Drogenszene Andreis Kovač hinter Gitter bringen. Doch erst als Kovacs Ehefrau vor ihm auf der Flucht ist, weil er sie fast zu Tode geprügelt ...

Die Staatsanwältin Nora Linde möchte unbedingt den Anführer der Drogenszene Andreis Kovač hinter Gitter bringen. Doch erst als Kovacs Ehefrau vor ihm auf der Flucht ist, weil er sie fast zu Tode geprügelt hat, scheint Nora Erfolg zu haben. Doch Kovač geht buchstäblich über Tote, um seine Frau und sein Kind wieder nach Hause zu holen.

Sehr überzeugend und gleichzeitig einfühlsam erzählt die Autorin Viveca Sten die Geschichte einer Frau, die aus einer gewalttätigen Ehe fliehen muss. Aus verschiedenen Sichtweisen setzen sich die Facetten des Kriminalfalls zusammen, wobei auch der Täter den nötigen Raum erhält. Der Spannungspegel ist von Anfang an durchgängig hoch gehalten, manchmal sogar mit Spitzen, die den Leser zum nervösen Nägelknabbern verleiten.

Wieder einmal ein fesselnder Thriller aus der Feder der Autorin, ein absolutes Muss für alle, die dieser Reihe bereits verfallen sind. Das Buch lässt sich gut lesen ohne die Hintergründe über die Ermittler Thomas Andreasson und Nora Linde zu kennen. Es ist aber auch spannend, die Entwicklungen der beiden über die verschiedenen Bände hinweg zu verfolgen.

Mich hat das Buch sehr berührt, deswegen spreche ich eine eindeutige Leseempfehlung dafür aus.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft

Ein unvergänglicher Sommer
0

Ein kleiner Auffahrunfall auf vereister Fahrbahn, nichts Größeres scheint es, als Richard bei der Rückkehr vom Tierarzt nach Hause fahren möchte. Doch als die Fahrerin kurze Zeit später vor seiner Wohnung ...

Ein kleiner Auffahrunfall auf vereister Fahrbahn, nichts Größeres scheint es, als Richard bei der Rückkehr vom Tierarzt nach Hause fahren möchte. Doch als die Fahrerin kurze Zeit später vor seiner Wohnung auftaucht, stellt sich heraus, dass in ihrem Kofferraum eine Tote liegt. Sie hat sich das Auto ihrer Arbeitgeberin nur kurz ausleihen wollen – doch da sie eine illegale Einwanderin ist, darf die Polizei nicht eingeschaltet werden. Was tun mit der Leiche? Richard ruft seine Kollegin und chilenische Untermieterin Lucia hinzu, und gemeinsam überlegen sie, was am besten zu tun sei.

Ausgehend von dieser slapstickartigen Einlage spinnt Autorin Isabel Allende einen Roman zusammen, der in die Rahmenhandlung des Kriminalromans sehr viele Themen humorvoll und tiefsinnig einbettet. Um sich die Zeit zu vertreiben, während sie warten müssen, erzählen sich die drei Akteure ihre Lebensgeschichten. Sie handeln von Flucht und Vertreibung, von Verlust, von Liebe, von traumatischen Ereignissen und schönen Augenblicken im Leben. Ganz nebenbei bringt die Autorin Sozialkritik mit ein, sehr moderat, aber gleichzeitig sehr bestimmt, sie schildert die Zustände in Lucias chilenischer Heimat genauso wie die in Guatemala, dem Anfangspunkt von Evelyns Flucht. Aber auch Richards Leben ist nicht so gleichmäßig verlaufen wie erwartet. Sehr einfühlsam und mit viel Sympathie für ihre Protagonisten erzählt der Roman die Erlebnisse dieser drei Menschen und all derer, die in ihrem Leben eine Rolle gespielt haben. Die Schwere der Vergangenheit wird immer wieder von den humorvollen Geschehnissen der Gegenwart unterbrochen, so dass der Leser von den dramatischen Ereignissen aus der Vergangenheit auch nicht erschlagen wird. Und dabei bahnt sich nach und nach eine Veränderung an, die niemand erwartet hatte.

Mit diesem Roman zeigt Isabel Allende erneut ihre Fabulierkunst, sehr schnell kann sie den Leser in den Sog der Geschichte hineinziehen. Etwas unglücklich gewählt finde ich den deutschen Titel, ist es doch klirrend kalt am Ausgangspunkt der Ereignisse. Hier passt der Originaltitel eindeutig besser.

Mich hat das Buch sehr schnell fasziniert, deshalb vergebe ich sehr gerne alle fünf möglichen Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Ermittlerteam unter großem Druck

Todeskäfig (Ein Sayer-Altair-Thriller 1)
0

Als ein totes Mädchen in einem Käfig aufgefunden wird, erhält FBI Special Agent Sayer Altair die Leitung über die Ermittlungen zugeteilt. Das Mädchen ist die vermisste Tochter eines Senators, der sich ...

Als ein totes Mädchen in einem Käfig aufgefunden wird, erhält FBI Special Agent Sayer Altair die Leitung über die Ermittlungen zugeteilt. Das Mädchen ist die vermisste Tochter eines Senators, der sich wenig kooperativ in der Zusammenarbeit mit dem FBI zeigt. Es gibt Tote und Verletzte bei den Ermittlern, ein weiteres Mädchen wird vermisst – der Druck auf das Ermittlerteam ist enorm. Die Agenten müssen schnell den Verdächtigen finden, doch der ist ihnen immer mindestens einen Schritt voraus…

Dramatisch ist gleich der Einstieg in das Buch, und diese Grundspannung wird über das ganze Buch hinweg gehalten. Wobei gerade in der ersten Hälfte des Buches die Personen seltsam hölzern erscheinen, die Situationen sehr klischeehaft geraten sind. Ich war richtig enttäuscht, wie unprofessionell mir die Mitarbeiter des FBI vorkommen, gefangen in ihren Träumen über die eigene erfolgreiche Karriere, während das Schicksal der Mädchen kurzzeitig nebensächlich erscheint. Erst in der letzten Hälfte des Buches hat mich die Geschichte wirklich gepackt, da gerät der Fall so in den Fokus, dass ich wirklich wissen wollte, wie eine Lösung aussehen kann. Wobei die Suche nach dem Täter recht spannend wird, da eine muntere Riege von Verdächtigen durchgearbeitet wird.

Dieses Buch ist der erste Fall für FBI Agentin Sayer Altair. Sehr gut kann ich mir weitere Fälle mit ihr vorstellen, wobei ich mir den Fokus eindeutig weniger im Team, sondern mehr auf den Fall wünsche.