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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2018

Geschichten aus dem Knast

Gangsterblues
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Joe Bausch erzählt Geschichten aus dem Knast, über die Gefangenen, die sich ihm als Arzt anvertraut haben. Die Geschichten sind so anonymisiert, dass der Leser die dazugehörigen Gefangenen nicht herausfinden ...

Joe Bausch erzählt Geschichten aus dem Knast, über die Gefangenen, die sich ihm als Arzt anvertraut haben. Die Geschichten sind so anonymisiert, dass der Leser die dazugehörigen Gefangenen nicht herausfinden kann. Dennoch gelingt es dem Autor, ehrlich und offen über die verschiedenen Personen zu erzählen, die ihm in dieser Zeit begegnet sind: Mörder, Dealer, Betrüger, Vergewaltiger, die allesamt zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. Es sind die verschiedensten Charaktere, deren Geschichte Eingang in dieses Buch erhalten.

Es gelingt dem Autor sehr eindrücklich, die Geschichten zu erzählen, die hinter den Schicksalen der Gefangenen stehen. Die zwölf Erzählungen geraten eher kurz, prägnant sind sie aber trotzdem, mal leicht, mal eher schwer, so wie auch die dahinterstehenden Charaktere äußerst unterschiedlich sind. Ich hatte Reality Crimes erwartet, teilweise habe ich die in diesem Buch auch bekommen, wobei manche Geschichten sehr abrupt zu Ende kommen. Dies ist sicherlich der Authentizität der Fälle geschuldet, hat mir aber ein Gefühl der Unvollständigkeit hinterlassen.

Es ist ein interessanter Einblick in Schicksale aus einer Welt, die mir sonst eher unbekannt bleibt. Vermutlich wird dieses Buch nicht jeden ansprechen. Joe Bausch ist es dennoch gelungen, Geschichten hinter den „harten Jungs“ aufzuzeigen.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Mega-spannend!

Rachewinter
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Mehrere Männer an verschiedenen Orten sind auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen, scheinbar war es immer ein natürlicher Tod. Doch Kommissar Walter Pulaski in Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers in Wien ...

Mehrere Männer an verschiedenen Orten sind auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen, scheinbar war es immer ein natürlicher Tod. Doch Kommissar Walter Pulaski in Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers in Wien entdecken, dass da mehr dahinterstecken muss. Und bald müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie es scheint.

Der dritte Band um den Leipziger Kommissar und die Wiener Anwältin wirft den Leser schnell in die Geschichte hinein. Überhaupt lässt der Autor Andreas Gruber die Lektüre so fesselnd werden, dass man schier atemlos immer weiter liest. So unglaublich er die Geschichte entwirft, so realistisch könnte sie sein. An überraschenden Wendungen spart er kein bisschen, bis es zum rasanten Showdown kommt, dass die Seiten praktisch dahinfliegen. Dabei knobelt man mit dem Autor um die Wette, doch selbst wenn man schon eine Ahnung hat, schafft er es immer noch, einen draufzusetzen. Die handelnden Personen sind jeder für sich sehr individuell gelungen, und ihre Eigenheiten haben einen großen Einfluss auf die Handlung.

Ich kenne die bisherigen Bände nicht, doch das war beim Lesen kein Hindernis, schnell werden die wichtigen Zusammenhänge hergestellt, während der Fall in sich abgeschlossen ist.

Ein solch gelungener Thriller mit einer ausgefallenen Idee und einem hohen Spannungsbogen muss unbedingt weiter empfohlen werden. Gespannt bin ich auf weitere Bücher des Autors.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Spannendes und turbulentes Kinderbuch

Unser Hausboot, der Waschbär und ich
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Jolandas Eltern haben sich getrennt, und nun zieht ihre Mutter mit den drei Kindern nach Hamburg, in ein Hausboot. In Hamburg war Jolanda schon öfter, denn dort wohnt auch Omalona. Doch eigentlich will ...

Jolandas Eltern haben sich getrennt, und nun zieht ihre Mutter mit den drei Kindern nach Hamburg, in ein Hausboot. In Hamburg war Jolanda schon öfter, denn dort wohnt auch Omalona. Doch eigentlich will sie in Bayern bleiben, und so vieles scheint gegen das Hausboot in Hamburg zu sprechen… Doch bald findet Jolanda Freunde an ihrer neuen Schule und in Julian vom Hausboot nebenan, und vor allem entdeckt sie einen vierbeinigen Freund, einen Waschbären, den sie Gängsta nennt. Während sie ihn am liebsten als Haustier hätte, weiß sie genau, dass Mama das nicht zulassen würde…

Dieses Buch enthält alle drei Bände über Jolanda, von ihrem Umzug nach Hamburg und dem Zurechtfinden im neuen Heim, über eine Rettungsaktion für Waschbären bis hin zu den Zaubereien, die sie und ihre Freundinnen veranstalten und die ganz schön danebengehen.

Jolanda ist mit ihren zehn Jahren genauso, wie man sich ein Kind in dem Alter vorstellt: ein bisschen neugierig, ein bisschen frech, und vor allem hat sie Angst vor den Veränderungen, die die Trennung der Eltern mit sich bringt. Nun ja, vielleicht hat sie in paar Ängste mehr als andere Kinder, denn sowohl Spinnen als auch das Wasser machen ihr eine Heidenangst. Doch Jolanda lernt nach und nach, mit der neuen Situation umzugehen und sich neu in ihrem Leben zurechtzufinden. Dabei erlebt sie vieles, was der junge Leser selbst auch kennt, und bietet sich schnell als Identifikationsfigur an. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, das Buch ist somit gut zum Vorlesen geeignet, geübte junge Leser können das Buch auch schon allein lesen. Die hervorragenden Illustrationen ergänzen den Text und erleichtern das Lesen.

Viele Themen, auch bedrückende, werden in diesem Buch angesprochen: das Auseinanderbrechen von Familien, Umzug, Tierschutz, Arbeitslosigkeit… Manche davon werden im Lauf des Buches kindgerecht aufgelöst, doch es gibt andere Themen, die auch zum Schluss völlig offenbleiben. Hier sind auf jeden Fall die Erwachsenen gefragt, die mit dem jungen Leser weiter in diese Themen einsteigen sollten. Gelöst wird auch die Frage, ob sich ein Wildtier wie der Waschbär auch als Haustier eignet, allerdings wird das konkret erst im letzten Band aufgegriffen. Auch sonst werden die Themen gut gelöst, die aus Jolandas unmittelbarer Umgebung aufgegriffen wurden.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und zum Zusammenlesen gut geeignet ist, so können Themen dann gemeinsam besprochen werden. Jolanda als Heldin ist so liebenswert dargestellt, dass das Buch jeden Leser sehr gut anspricht. Deshalb spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Rabenschwarz und bizarr

Ed ist tot
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Jen hat sich gerade von Ed getrennt. Dann ersticht sie ihn versehentlich, als sie ihn unerkannt in ihrer Wohnung antrifft. Doch was nun? Statt die Polizei anzurufen, bittet sie Eds bekifften Mitbewohner ...

Jen hat sich gerade von Ed getrennt. Dann ersticht sie ihn versehentlich, als sie ihn unerkannt in ihrer Wohnung antrifft. Doch was nun? Statt die Polizei anzurufen, bittet sie Eds bekifften Mitbewohner Dave um Hilfe. Ab da entwickelt sich ihr Leben in ganz andere Bahnen als bisher, alles gerät außer Kontrolle. Leichen pflastern ihren Weg.

Wie konnte das alles nur passieren? Ed ist ihr doch ins Messer gelaufen, doch wer hätte ihr das geglaubt? Damit aber hat Jen etwas in Gang gesetzt, alles weitere passiert einfach. Wird Jen zum „Todesengel“? Hat sie erst kein Glück und dann noch Pech? Mordspech sozusagen?

Mit rabenschwarzem Humor erzählt Russel D. McLean die Geschichte der Bibliothekarin und verhinderten Schriftstellerin, die sich unvermutet auf der Flucht findet, in gefährliche Spielchen verwickelt und in größter Gefahr für ihr eigenes Leben gerät. Eine Verkettung unglücklicher Umstände nach der anderen. Pech für Jen, Glück für den Leser, der ihren spannenden Weg mit einem Grinsen im Gesicht verfolgt. Kann jemand wirklich so viel Pech haben? Nein, die Frage muss man sich nicht stellen, es genügt, sich von Jens Geschichte fesseln zu lassen.

Dieser äußerst bizarre Krimi Noir nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Allen, die sich gern auf einen spannenden und aberwitzigen Kriminalroman einlassen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Veröffentlicht am 23.10.2018

Köstlicher Lesegenuss

Ich koch dich tot
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Beim ersten Mal ist es ein Versehen – Vivi hat ihren tyrannischen Ehemann bekocht, und der hat unwissentlich mit Rattengift nachgewürzt. Wie gut, dass der Hausarzt nicht genau nachsieht, als er den Totenschein ...

Beim ersten Mal ist es ein Versehen – Vivi hat ihren tyrannischen Ehemann bekocht, und der hat unwissentlich mit Rattengift nachgewürzt. Wie gut, dass der Hausarzt nicht genau nachsieht, als er den Totenschein ausstellt. Doch statt einfach nur zu erben, muss sich Vivi mit den Kindern des Ehemannes herumschlagen, denn Werner hat ihnen alles vererbt, sogar das Reihenhäuschen, das Vivi selbst in die Ehe mitgebracht hat. Vivi entdeckt ihre Lust zu kochen erneut – und auf das besondere Würzmittel wird sie dabei auch noch zurückgreifen.

Es sind schon skurrile Situationen, in die die Autorin Ellen Berg ihre Protagonistin schickt. Was gibt es nicht alles für komische Begebenheiten, in denen wir Vivi wiederfinden. Genüsslich und mit viel Augenzwinkern tappt die Autorin sie für die Leserin aus, und wer dabei nicht ins Lachen kommt, hat sicherlich Zahnschmerzen.

Ein köstlicher Lesegenuss für alle Frauen, denn jede wird sicher die eine oder andere Situation wieder erkennen und ähnliche Gedanken gehegt haben wie Vivi. Mit der Protagonistin zusammen darf frau das nun endlich tun. Einfach köstlich!