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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2018

Zipfelmaus und Freunde entdecken das Weihnachtsfest

Zipfelmaus und der wunderbare Weihnachtsplan
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Der Winter ist gekommen, die Tiere in Frau Bienenstichs Garten richten sich darauf ein. Der Igel verabschiedet sich von allen, weil er Winterschlaf machen will. Doch dann vergisst er, sich von Shakira ...

Der Winter ist gekommen, die Tiere in Frau Bienenstichs Garten richten sich darauf ein. Der Igel verabschiedet sich von allen, weil er Winterschlaf machen will. Doch dann vergisst er, sich von Shakira zu verabschieden, und überhaupt benimmt er sich ganz seltsam. Er hat wohl vergessen, dass er Winterschlaf halten muss! Zipfelmaus erinnert sich, dass er ganz begeistert vom Weihnachtsfest der Menschen erzählt hat. Das würde ihm doch sicherlich helfen, sich wieder an den Winterschlaf zu erinnern! Ein Weihnachtsfest muss also her, und die Freunde tragen zusammen, was man so braucht: einen Weihnachtsbaum, den Schmuck dazu…

Was ist denn überhaupt Weihnachten? Das müssen die Tiere erstmal überlegen, denn dieses Fest kennen sie gar nicht. Igel hat davon erzählt, bevor er so seltsam wurde. Wie rührend sich alle um den Igel kümmern, sich Gedanken um ihn machen – das spiegelt den „Geist von Weihnachten“, so wie wir Erwachsene ihn auch gerne haben. Entstanden ist ein sehr versöhnliches, liebevolles Buch über Weihnachten, selbst die diebische Elster erhält in diesem Buch eine positive Konnotation. Sehr schön sind alle Figuren entworfen in diesem Buch, sowohl in der Erzählung wie auch in den Illustrationen dazu. Die Helden dieser Erzählung haben schon ein paar Abenteuer hinter sich, manchen Lesern sind sie bereits bekannt: Diese detailreiche Schilderung mit den dazugehörigen Illustrationen zieht sich durch die gesamte Reihe um die Zipfelmaus und ihre Freunde.

Während sich die Geschichte um den verwirrten Igel entfaltet, kann auch der Leser sich fragen, was Weihnachten denn für ihn selbst bedeutet. Eine wichtige Frage, bei der Kinder sehr schnell merken, dass es gar nicht nur um die Geschenke geht… Es ist eine Freude, die Zipfelmaus und ihre Freunde in diesem kleinen, ein bisschen auch dramatischen Abenteuer zu begleiten. Weihnachtsfreude kommt dabei schnell auf.

Ein weiteres bezauberndes Buch von der Zipfelmaus, das muss unbedingt weiter empfohlen werden. Und dazu gibt es noch eindeutige fünf Sterne.

Veröffentlicht am 14.10.2018

Nichts für mich

Uns gehört die Nacht
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Elise Perez hat sich in ihren Nachbarn Jamey verliebt. Weil sie aus der Unterschicht kommt und er der Erbe einer reichen Familie ist, wird ihrer Liebe keine Zukunft vorausgesagt, im Gegenteil, Elise wird ...

Elise Perez hat sich in ihren Nachbarn Jamey verliebt. Weil sie aus der Unterschicht kommt und er der Erbe einer reichen Familie ist, wird ihrer Liebe keine Zukunft vorausgesagt, im Gegenteil, Elise wird unterstellt, dass sie sich nur an sein Geld heranmachen will. Doch zwischen den beiden entwickelt sich die Liebe ihres Lebens. Wird sie eine Zukunft haben?

Der Stoff zu diesem Buch ist nicht neu: Armes Mädchen ohne jede Chance im Leben trifft superreichen Erben, und ihre Liebe wird mit jedem Angriff von außen mehr gefestigt. Leider hat mich der Schreibstil des Buches so geärgert, dass ich immer wieder Durchhänger beim Lesen hatte. Vor allem am Anfang wird die Handlung von vielen Beschreibungen dominiert, die ins Obszöne abdriften. Später verändert sich das, es tauchen auch sehr einfühlsame Passagen auf, und erst dann hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte ihre beiden Protagonisten überhaupt ernst nimmt. Doch die Sexszenen ziehen sich durchs gesamte Buch, in einem recht unnötigen Detailreichtum, das finde ich hier eher unpassend. Sollte es vielleicht sogar ablenken von den beiden Liebenden, deren Charakter mir zu oft aufs Sexuelle reduziert wurde und ansonsten eher blass blieb? Es gelang mir im Verlauf der Geschichte eher selten, Elise und Jamey wirklich ernst zu nehmen und ihre Motivationen nachzuvollziehen.

Schade, dieses Buch hat mich überhaupt nicht fesseln können. Ich finde, man muss es nicht gelesen haben.

Veröffentlicht am 14.10.2018

Fantastische Geschichte voller spannender Ereignisse

Der Spiegelwächter
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Die fünfzehnjährige Ludmilla entdeckt im Haus ihrer Großmutter einen Spiegel, der ihr Zutritt gewährt in eine andere Welt, nach Eldrid. Während ihre Großmutter ihr streng verbietet, den Spiegel zu nutzen, ...

Die fünfzehnjährige Ludmilla entdeckt im Haus ihrer Großmutter einen Spiegel, der ihr Zutritt gewährt in eine andere Welt, nach Eldrid. Während ihre Großmutter ihr streng verbietet, den Spiegel zu nutzen, kann Ludmilla ihrer Neugier nicht widerstehen und nutzt gerne die Gelegenheit, durch den Spiegel in diese unbekannte Welt zu gehen. Dort wird sie auch dringend gebraucht, denn die fünf Spiegelwächter kämpfen gegen Zamir, der die Weltherrschaft erlangen will. Ludmilla wird bald eine wichtige Rolle in diesem Kampf übernehmen.

Das Buch ist der Auftakt einer Jugendserie über Ludmillas Abenteuer in Eldrid. Fantastische Gestalten mit magischen Fähigkeiten bevölkern diese Welt, es ist eine Freude, diese mit der Protagonistin zu entdecken. Die Gefahr ist allerdings sehr schnell greifbar und zieht sich ab diesem Moment durch das ganze Buch. Ludmilla war mir anfangs äußerst unsympathisch, sie war mir zu aufmüpfig dargestellt, ihr hätte ich keine solch tragende Aufgabe zugetraut, das hat sich dann aber im Laufe des Buches zum Glück verändert. Sehr gut gefallen hat mir das Cover, es hat mich sofort neugierig gemacht auf diese Lektüre.

Für diesen Einstieg in eine fantastische Geschichte voller spannender Ereignisse vergebe ich vier von fünf Sternen, ich empfehle das Buch gerne weiter.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Weihnachtliche Familienidylle

Sieben Tage Wir
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Weihnachten steht vor der Tür, und die Familie Birch muss zwangsläufig sieben Tage miteinander verbringen, weil durch die Tätigkeit der ältesten Tochter Olivia als Ärztin nun alle vier Familienmitglieder ...

Weihnachten steht vor der Tür, und die Familie Birch muss zwangsläufig sieben Tage miteinander verbringen, weil durch die Tätigkeit der ältesten Tochter Olivia als Ärztin nun alle vier Familienmitglieder unter Quarantäne stehen: Vater Andrew, Mutter Emma und die Töchter Olivia und Phoebe. Seit Jahren gab es diese Konstellation zu Weihnachten nicht mehr, viel hat sich in der Zwischenzeit getan. Neben den gegenseitigen Erwartungen hegt jeder auch noch seine Geheimnisse, und die haben explosiven Charakter… Wie lange kann das wohl gut gehen?

Eine brenzlige Ausgangssituation breitet die Autorin Francesca Hornak vor dem Leser aus. Jeder der Beteiligten versucht auf seine ganz eigene Art damit umzugehen. Wie das geschieht, ist äußerst gelungen eingefangen. Mal witzig, mal nachdenklich rollen sich die Geschehnisse auf in dieser Melange zwischen alten Traditionen und neuen Hoffnungen. Dabei spart die Autorin nicht mit überraschenden Wendungen, die der Erzählung eine neue Richtung geben. Einfühlsam werden die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten dargestellt, der Leser kann sich die Situation sehr gut vorstellen.

Spannend ist diese weihnachtliche Geschichte, die das Familienidyll der Birchs genüsslich auseinandernimmt und neu und überraschend wieder zusammensetzt. Dieses Buch empfehle ich gerne weiter.

Veröffentlicht am 13.10.2018

Eine Liebe in schwierigen Zeiten

Der Apfelbaum
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Sala und Otto lieben sich vom ersten Augenblick an. Doch bevor sie für den Rest ihres Lebens zueinander finden, muss noch einiges geschehen: ein Weltkrieg und die Gefangenschaft während bzw. nach dem ...

Sala und Otto lieben sich vom ersten Augenblick an. Doch bevor sie für den Rest ihres Lebens zueinander finden, muss noch einiges geschehen: ein Weltkrieg und die Gefangenschaft während bzw. nach dem Krieg verändern beide so sehr, dass sie sich aus den Augen verlieren.

Christian Berkel hat die Geschichte seiner Familie über drei Generationen aufgeschrieben. Angeregt von den Erzählungen seiner Mutter, als sie langsam in die Demenz abdriftete, hat er in Archiven und Briefen seiner Eltern gestöbert sowie Reisen an die Orte des Geschehens unternommen. Von der Kindheit des Vaters bis hin zu den letzten Atemzügen seiner Mutter beschreibt er den Lebensweg der beiden, mal mehr, mal weniger chronologisch und auch mal mehr, mal weniger ausführlich. Eindrücklich wird die Erzählung auf jeden Fall, sehr schnell findet sich der Leser wieder an den Orten der Geschichte wieder und hat ein klares Bild der beiden Protagonisten vor sich. Es sind zwei starke Persönlichkeiten, die ganz gerne auch mal schwach werden würden, doch die Umstände lassen das sehr lange nicht zu. Man bangt um das Leben der beiden und fragt sich immer wieder, wie sie sich wiedersehen sollen, wenn so viele Hindernisse die Pläne der beiden zunichte machen. An den Erzählungen über Sala und Otto spiegelt sich deutsche Zeitgeschichte.

Das Projekt des Schauspielers Christian Berkel, die eigene Geschichte nachzuforschen und, nach eigenen Worten, seine Geschichte neu zu erfinden, verdient auf jeden Fall eine Menge Respekt. Es sind keine einfachen, belanglosen Erzählungen, die er herausgefunden hat, die Geschichte seiner Eltern ist von sehr bedrückenden Momenten belastet. Diese hat er sehr elegant und beeindruckend geschildert. Dies dann auch für die Öffentlichkeit zu bearbeiten, ist sicher kein einfacher Schritt, betont er doch in einem Interview, dass die Erinnerungen (auch die fehlenden) bedeutende Teile seiner eigenen Identität sind: Die Erinnerungen, auch die der Eltern, werden unbewusst weiter gegeben an die jeweils nächste Generation. Dies kann man sehr gut zwischen den Zeilen des Buches herauslesen.

Das Ende ist ein bisschen zu sehr nach dem Motto: „…und dann lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.“ Das war mir etwas zu abgehackt. Ein bisschen schwer getan habe ich mich auch mit dem Berliner Dialekt, der vor allem anfangs recht dominant ist. Das sind jedoch meine einzigen Kritikpunkte.

Die Geschichte von Christian Berkels Eltern ist so spannend und einfühlsam geraten, dass ich sie sehr gerne weiter empfehle und vier von fünf Sternen vergebe.