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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2024

Queere Ermittlerin

Verbrannte Gnade
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Schwester Holiday ist eine von vier Schwestern, die in einer Klosterschule unterrichten. Ein Brand in der Schule führt dazu, dass der Hausmeister Jack stirbt. Holiday fühlt sich als Hobbydetektivin berufen, ...

Schwester Holiday ist eine von vier Schwestern, die in einer Klosterschule unterrichten. Ein Brand in der Schule führt dazu, dass der Hausmeister Jack stirbt. Holiday fühlt sich als Hobbydetektivin berufen, umso mehr als die Polizei kaum zu ermitteln scheint. Holidays Ermittlungen führen sie zu Verdächtigungen gegenüber ihren Mitschwestern, was die hitzige Atmosphäre weiter aufheizt. Auf eine überraschende Weise führt dieser Fall dazu, dass sich Schwester Holiday mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss.

Schwester Holiday entspricht so überhaupt nicht dem, was man sich so von Nonnen erwartet: Zu einer schwierigen Vergangenheit gehören auch eine tätowierte Haut und die Liebe zum Punkrock sowie das Kettenrauchen. Vor allem aber ist es Schwester Holiday wichtig, sich dazu zu bekennen, dass sie queer ist. Doch so ganz konnte ich mich in sie nicht hineinfühlen, zu sehr scheint sie dafür zu kämpfen, sich als queer und Detektivin und Nonne darzustellen, das alles noch mit einer schwierigen Vergangenheit. Den Schreibstil habe ich als sehr gewöhnungsbedürftig empfunden, teilweise kam er mir sehr stakkato-artig daher. Ich habe mich schon bald nur noch durch das Buch durchgequält, eine weitere Folge mit dieser ermittelnden Schwester werde ich sicher nicht lesen.

Der Stil dieses Buches liegt mir eindeutig nicht, so dass ich mich schwer tue mit einer Empfehlung. Zum Glück aber sind die Geschmäcker äußerst unterschiedlich, so dass sich andere Leser besser mit diesem Buch zurechtfinden können. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2024

Über eine tiefe Freundschaft

Ich komme nicht zurück
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Als Kinder waren Hanna, Zeyna und Cem in tiefer Freundschaft verbunden, nichts schien zwischen sie kommen zu können. Sie wachsen gemeinsam in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet zurück, auch ihre Familien ...

Als Kinder waren Hanna, Zeyna und Cem in tiefer Freundschaft verbunden, nichts schien zwischen sie kommen zu können. Sie wachsen gemeinsam in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet zurück, auch ihre Familien waren eng verbunden, die Herkunft spielte überhaupt keine Rolle. Doch je älter die Kinder werden, umso eher treten die Unterschiede zwischen ihnen hervor. Der 11. September 2001 wird endgültig zur Zerreißprobe für ihre Freundschaft, und nach und nach führen die Risse zwischen Hanna und Zeyna zu einem tiefen Bruch. Jahre später kehrt Hanna zurück in die Wohnung ihrer verstorbenen Großeltern. Die Stadt ist geprägt vom Lockdown, und Hanna fühlt sich einsam. Cem ist immer noch für sie da, doch Hanna versucht wieder Kontakt herzustellen zu Zeyna.

Es ist zunächst eine heitere Geschichte, wie sich die drei Kinder zusammenfinden und dabei die Unterschiede ihrer Herkunft ohne jede Scheu überbrücken. Es scheint eine Freundschaft zu sein, die unzerbrechlich wirkt, und doch zerbricht sie. Was zu diesem Bruch geführt hat, fragt man sich als Leser, und lässt sich mit dieser Frage durch die Geschichte leiten. Dabei lernt man Hanna, Zeyna und Cem sehr intensiv kennen. Deshalb fiel es mir eher schwer, den Geschehnissen bis zum Schluss zu folgen, zu abrupt wird der Bruch letztendlich aufgelöst.

Die Geschichte erzählt so intensiv von einer tiefen Freundschaft, dass ich sehr schnell in das Geschehen hineingezogen wurde. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.11.2024

Rätselhafte Schnitzeljagd

Das größte Rätsel aller Zeiten
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Clayton Stumper ist als Pflegekind aufgewachsen, in der Gemeinschaft der Rätselmacher auf Creighton Hall. Alle Bewohner beschäftigen sich mit Rätseln, um sie zu knacken und neue aufzustellen, sei es als ...

Clayton Stumper ist als Pflegekind aufgewachsen, in der Gemeinschaft der Rätselmacher auf Creighton Hall. Alle Bewohner beschäftigen sich mit Rätseln, um sie zu knacken und neue aufzustellen, sei es als verschlüsselte Botschaften, als knifflige Puzzles oder verwunschene Labyrinthe. Als seine Ziehmutter Pippa stirbt, hinterlässt sie ihm das Rätsel seiner Herkunft: Er muss sich selbst die Antworten dazu finden.

So beginnt eine Schnitzeljagd über das Rätsel seines Lebens, wobei Clayton zwar einiges an Hilfe erhält, dennoch obliegt es ihm, die Antworten aufzudecken. Die Charaktere des Buches sind teilweise sehr skurril ausgefallen, das passt zu diesem ausgefallenen Rätsel, das Clayton zu lösen hat. Die Geschichte lädt dazu ein, mitzurätseln und sich selbst auf die Spur der Lösung zu machen. Nebenbei findet Clayton zu sich selbst, denn er wächst an seiner Aufgabe. Die verschiedenen Zeitebenen erhöhen die Spannung, die durch die gesamte Geschichte trägt.

Diese Geschichte um eine Schnitzeljagd auf der Suche nach sich selbst hat mich sehr gut unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.11.2024

Mehr historischer Roman als Thriller

Der Ire
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Im September 1945 werden in den Trümmern von Berlin zwei Manuskripte entdeckt, die eigentlich eine einzige Geschichte erzählen, über das Leben eines irischen Spions, und doch sind die Darstellungen so ...

Im September 1945 werden in den Trümmern von Berlin zwei Manuskripte entdeckt, die eigentlich eine einzige Geschichte erzählen, über das Leben eines irischen Spions, und doch sind die Darstellungen so unterschiedlich, als wären es zwei verschiedene Menschen. Da ist zum einen das Tagebuch des Adrian de Groot, deutscher Offizier des militärischen Nachrichtendienstes. Er hatte den Iren Frank Pike aus der spanischen Gefangenschaft befreit und als Agenten für eine verdeckte Tätigkeit in Irland gewonnen. Dann ist da noch die Geschichte, die der Ire selbst unter dem Decknamen des keltischen Helden Finn McCool erzählt. Er hat sich zum Ziel gesetzt, hochrangige Nazi-Ärzte zu eliminieren.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich nicht ganz leicht, zu sehr scheinen sich die abwechselnd erzählten Handlungsstränge zu unterscheiden. Und doch lohnt es sich bei der Stange zu bleiben. Ich habe etwas unüberlegt zu einem Spionagethriller gegriffen, ist das doch eigentlich nicht mein Genre. Dennoch hat mich diese Geschichte in ihren Bann ziehen können, zu unterschiedlich sind die beiden Handlungsebenen, die hier erzählt werden, und doch sind sie tatsächlich ein und dasselbe. Als Thriller würde ich die Geschichte allerdings nur bedingt einordnen, hier war mir der Spannungspegel für dieses Genre zu niedrig. Doch genau das hat für mich das Vergnügen dieses Buches ausgemacht: das Rätseln darüber, wie die beiden Handlungsstränge übereinander passen, wie auch das Wissen darüber, dass der Roman auf historischen Gegebenheiten basiert.

Insgesamt hat mich das Buch bestens unterhalten können, so dass ich es gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2024

Cosy Crime im Himmelreich

Mord im Himmelreich
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Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus hat sich für seinen Ruhestand erstmal einen Standort auf dem Campingplatz im Himmelreich gesichert, mit seinem dreißig Jahre alten Wohnmobil. Doch kaum hat er ...

Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus hat sich für seinen Ruhestand erstmal einen Standort auf dem Campingplatz im Himmelreich gesichert, mit seinem dreißig Jahre alten Wohnmobil. Doch kaum hat er dort aufgeschlagen, wird er an den See gerufen, um einen Hund samt Paddleboard aus dem Wasser zu retten. Mit dem Tier und dem Paddleboard zieht er auch noch eine Leiche an Land, die unter das Board geschnallt war. Die Polizei scheint die Ermittlungen eher lasch anzugehen, man vermutet eher einen Unfall. Aber Kupernikus, der selbst schon immer gerne einen Tatort-Kommissar gespielt hätte, aber nur in Nebenrollen brillieren durfte, ergreift die Gelegenheit, zusammen mit der Künstlerin Annabelle Schäfer zu ermitteln.

Ein Cosy Crime als Campingkrimi – das ist man von Andreas Winkelmann nicht gewohnt, und es ist ja auch der erste Band einer neuen Serie. Der Schwerpunkt liegt nicht, wie sonst, auf der Spannung, die zum Geschehen gehört, sondern auf all dem Drumherum mit dem Campingplatz und dem humorvollen Erzählen all der Ereignisse rund um den Mord. Wer sich darauf einlassen kann, dass „ein Winkelmann“ auch mal so aussehen kann, wird durchaus mit einer spannungsvollen Geschichte belohnt, die sich immer mal wieder in Kleinigkeiten verliert, was aber gerade den Reiz dieses Krimis ausmacht. Dafür lernt man den Campingplatz und das Örtchen Caputh kennen, garniert mit einer Menge Situationskomik, die sich aus den Szenen herauslesen lässt. Die Charaktere sind so vielfältig wie das Leben, jeder hat seine Eigenarten und darf diese auch ausleben. Auf die Auflösung bin ich selbst nicht gekommen, und doch ist sie einfach nur schlüssig. Da bin ich schon gespannt auf weitere Fälle mit Kupernikus und Annegret sowie Pinguin im Himmelreich.

Schon das Cover des Buches zeigt, dass dieser Cosy Crime von Winkelmann ganz anders als seine bisherigen Thriller ist. Doch der Krimi zeigt auch, dass Winkelmann nicht nur Thriller schreiben muss, um den Leser mit einer Geschichte zu umgarnen. Mich hat dieses Buch bestens unterhalten, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle und alle 5 möglichen Sterne vergebe.

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