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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2024

Vierfachmord im Moor

Glutmoor (Janosch Janssen ermittelt 2)
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In einer Einfamilienhaus-Siedlung am Rande des Moors geschieht ein Vierfachmord: Ein Ehepaar wurde ermordet, und mit ihnen ihr Sohn und ihr Enkel, die zufällig zu Besuch waren. Die Tochter der Familie ...

In einer Einfamilienhaus-Siedlung am Rande des Moors geschieht ein Vierfachmord: Ein Ehepaar wurde ermordet, und mit ihnen ihr Sohn und ihr Enkel, die zufällig zu Besuch waren. Die Tochter der Familie ist die einzige Überlebende, sie war zur Tatzeit in der Arbeit. In derselben Nacht wurde wenige Kilometer entfernt ein Gedenkkreuz für Grenztote mit Farbe beschmiert. Haben die beiden Taten etwas miteinander zu tun?Janosch Janssen, demnächst frischgebackener Vater, ermittelt zusammen mit seinen beiden Vorgesetzten.

Das Buch ist der zweite Fall des Ermittlers Janosch Janssen, wobei die Geschichte in sich abgeschlossen ist und ohne weitere Vorkenntnisse gut nachvollziehbar ist. Ich kenne den ersten Band der Reihe nicht, wobei ich es schade finde, dass der Täter in diesem Vorgängerfall bereits verraten wird. Deshalb weiß ich nicht so genau, ob ich diesen Band noch lesen möchte.

Es ist ein Fall, der die Ermittler zunächst gar nicht in die richtige Richtung ermitteln lässt, erst Kommissar Zufall hilft ihnen auf die Spur. Begleitet werden die Ermittlungen von Bränden im Moor. Interessant ist das Ermittlerteam, denn Janoschs Schwiegermutter Diana ist gleichzeitig auch seine Chefin. Zudem sind beide von unterschiedlichem Temperament gesegnet: Wo Diana sehr forsch vorgeht, ist Janosch eher ein Vertreter der leisen Töne. Genau diese Unterschiedlichkeit bringt die Ermittlungen jedoch unbedingt weiter, die beiden ergänzen sich sehr gut. Die Ermittlungen im ehemaligen Grenzgebiet zur DDR tauchen dabei tief in die Geschehnisse der deutsch-deutschen Geschichte ein. Die Auflösung wollte mich nicht so ganz überzeugen, auch wenn sie recht interessant hergeführt wird. Der Spannungsbogen bleibt durchgehend hoch und hält den Leser immer bei der Stange. Ich bin sehr gespannt auf weitere Fälle dieses Ermittlungsteams.

Insgesamt hat mich das Buch sehr schnell fesseln können, so dass ich es gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 01.11.2024

Geheimnisvolle Abenteuerreise voller Magie

Royal Institute of Magic, Band 1 - Die Hüter der verborgenen Königreiche
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Nach dem unerklärlichen Verschwinden seiner Eltern ist Ben sehr auf sich selbst gestellt. Wie gut, dass er sich auf seinen guten Freund Charlie unbedingt verlassen kann! Denn die beiden finden sich ganz ...

Nach dem unerklärlichen Verschwinden seiner Eltern ist Ben sehr auf sich selbst gestellt. Wie gut, dass er sich auf seinen guten Freund Charlie unbedingt verlassen kann! Denn die beiden finden sich ganz überraschend auf einer Drachenbahnfahrt auf dem Weg von London zum Royal Institute of Magic. Dort treffen sie auf eine magische Welt, eine Welt der verborgenen Königreiche. Doch diese Königreiche sind bedroht, denn der König der Dunkelelfen möchte die Vorherrschaft über die gesamten Reiche übernehmen. Überraschend findet Ben immer wieder Spuren der Tätigkeit seiner Eltern. Ob er sie wohl wiederfinden könnte? Und welche Rolle ist ihm zugedacht in der Verteidigung der verborgenen Königreiche?

Es ist ein spannender Auftakt, der in diesem Buch erzählt wird über die verborgenen Königreiche voller Magie. Zusammen mit Ben und Charlie habe ich mich gerne auf das Abenteuer in diese magische Welt begeben, eine Welt voller Fabelwesen und interessanter Zauber. Dabei ist es spannend, Bens Eltern auf die Spur zu kommen. Hier gibt es einiges Überraschendes zu entdecken, wobei die Geschichte einige unerwartete Wendungen bereit hält. Denn Ben und Charlie müssen immer wieder überlegen, wem sie überhaupt vertrauen können. Die beiden Freunde bieten sich als sympathische Hauptfiguren an, die ihre Aufgabe in dieser magischen Welt gerne auf sich nehmen. Es gibt noch viele offene Fragen am Ende des Buches, so dass man sich unbedingt auf die Fortsetzung freut.

Diese Fantasyreihe eignet sich bestens für alle Leser ab ca. 10 Jahren, die sich gerne auf ein Abenteuer in einer fremden, magischen Welt einlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Klufti im Wahlkampf

Lückenbüßer (Ein Kluftinger-Krimi 13)
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Bei einer Anti-Terror-Übung in den Bergen stirbt ein Polizist. Kluftinger, der als Lückenbüßer für den Gemeinderat kandidiert, ermittelt mit seinen Kollegen. Da er die Aktion geplant hatte, stellt sich ...

Bei einer Anti-Terror-Übung in den Bergen stirbt ein Polizist. Kluftinger, der als Lückenbüßer für den Gemeinderat kandidiert, ermittelt mit seinen Kollegen. Da er die Aktion geplant hatte, stellt sich die Frage, ob Kluftinger die Schuld trägt am Tod des Kollegen. Bald zeigt sich, dass alles eine größere Nummer ist als es sich anfangs zeigte. Und Kluftinger entdeckt die Welt der Politik: Nachdem er erfährt, dass sein Intimfeind Doktor Langhammer als Gegenkandidat bei den Gemeinderatswahlen teilnimmt, will Klufti plötzlich mehr als nur Lückenbüßer aus den letzten Reihen sein…

Das Buch ist bereits der 13. Band der Reihe um den Allgäuer Ermittler Kluftinger. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, so dass man das Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen kann. Andererseits verpasst man all die Entwicklungen, die Kluftingers Leben in den 13 Bänden bisher nehmen durfte. Ich vermute mal, man liebt entweder die Reihe, oder man kann Klufti nicht ausstehen. Denn so genial der Kommissar im Ermitteln ist, so lässt er doch sowohl im Beruf wie auch im Privatleben kein Fettnäpfchen aus. Hier lassen die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr kein Klischee aus. Dafür gibt‘s für den Leser einige Szenen, die urkomisch wirken. Der Schwerpunkt liegt ohnehin nicht so sehr auf dem Krimianteil der Geschichte, sondern in den Geschehnissen rund um den Kommissar. Ich durfte das Hörbuch zu diesem Band hören, gesprochen von den beiden Autoren zusammen mit Martin Umbach, und der immer wieder hervorscheinende Dialekt hat mich umgehend ins Allgäu versetzt. Der Humor der Geschichte wird dabei so knochentrocken herübergebracht, dass ich immer wieder herzhaft gelacht habe. Aber auch der Regionalanteil der Geschichte kommt nicht zu kurz, sei es durch die Örtlichkeiten oder auch durch die Essgewohnheiten vor allem des Kommissars, ist er doch z.B. ein äußerst erfolgreicher Pilzsammler.

Mich hat dieses Hörbuch bestens unterhalten können, wobei ich nebenbei auch tüchtig am Rätseln war über den Täter. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Mordermittlungen statt Flitterwochen

Letzte Lügen
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Ridgeview Lodge ist ein luxuriöses Anwesen, bestens geeignet zum Entspannen in der Einsamkeit. In den abgelegenen Hütten können bis zu 12 Gäste einchecken und ihre Zeit in der Natur und ohne WLAN nutzen. ...

Ridgeview Lodge ist ein luxuriöses Anwesen, bestens geeignet zum Entspannen in der Einsamkeit. In den abgelegenen Hütten können bis zu 12 Gäste einchecken und ihre Zeit in der Natur und ohne WLAN nutzen. Will Trent und Sarah Linton wollen hier ihre Flitterwochen genießen. Sie arbeitet als Rechtsmedizinerin, er als Ermittler bei der Polizei. Doch gleich in der ersten Nacht gibt es einen Mord, und Will und Sarah finden sich unvermittelt wieder mitten in ihrem Beruf.

Es scheint ein traumhafter Urlaub zu werden, als das frischgebackene Ehepaar in der Wildnis ihre Hütte bezieht. Doch jäh werden ihre Pläne zunichte gemacht, als sie nicht nur in den Ermittlungen um einen Mord stehen, sondern auch in der Geschichte der Familie, die das Lodge führt. Nach und nach zeigen sich Abgründe, die dem Leser immer wieder einen Schauer über den Rücken schicken. Spannend ist, wie sich die Vorgeschichte der Beteiligten in das derzeitige Geschehen einschleicht. Insgesamt ist die Erzählung breit angelegt, was sich erst im Verlauf der Lektüre richtig herausschält. Denn jeder der Anwesenden hat seine Geheimnisse und wirkt dadurch äußerst verdächtig. Wer aufmerksam liest, kann den Täter recht schnell erahnen, auch wenn ich mich doch immer wieder aufs Glatteis führen ließ. Doch die Geschichte ist flüssig und äußerst spannend erzählt, so dass sie mich von Anfang bis Ende fesseln konnte.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Eigenwillige Familiengeschichte

Ein anderes Leben
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Anlässlich der Beerdigung ihres Vaters erinnert sich die Erzählerin an das Leben in ihrer Familie, vor allem aber an ihre Mutter Hanna. Diese hat nacheinander ihre drei Studienfreunde geheiratet und mit ...

Anlässlich der Beerdigung ihres Vaters erinnert sich die Erzählerin an das Leben in ihrer Familie, vor allem aber an ihre Mutter Hanna. Diese hat nacheinander ihre drei Studienfreunde geheiratet und mit jedem von ihnen eine Tochter gezeugt. Die Erzählerin ist die jüngste Tochter, ihr Vater war für alle drei Schwestern eine Vaterfigur. Und doch ist es die Mutter, die so oft aus ihrer Rolle fiel, ja in keine Rolle zu passen schien, die immer wieder aus der Erinnerung auftaucht, obwohl sie selbst schon seit Jahren tot ist. Die jüngste Tochter erzählt mit viel Humor aus der Geschichte dieser zusammengewürfelten Familie, mit all den Großeltern, die dazugehörten, den geschiedenen Vätern und den drei Töchtern.

Das Buch ist der erste Roman von Caroline Peters, die bereits eine beachtliche Schauspielerkarriere hingelegt hat. Die jüngste Tochter dieses Buches wird nie namentlich genannt, und ich gehe davon aus, dass das Buch autobiografische Züge zeigt. Die Erzählung wirkt äußerst authentisch, das Buch erzählt eine glaubwürdige Geschichte, die mich recht schnell in eine etwas eigenwillige Familienkonstellation entführt hat, mit einer Mutter, drei Töchtern und drei dazugehörigen Vätern sowie teilweise auch deren Ursprungsfamilien. Es ist die Mutter, die immer wieder eine große Rolle im Geschehen spielt, selbst noch Jahre nach ihrem Tod, bei der Beerdigung ihres dritten Ehemannes. Und doch scheint keiner Hanna so recht verstanden zu haben, das stellt die jüngste Tochter fest und versucht sich ihr postmortal zu nähern. Am Ende des Buches fällt auch mir dies nicht so ganz leicht, selbst wenn die Tochter ihre Mutter aus vielerlei Perspektiven schildert. Die Geschichte ist nicht chronologisch erzählt, wie ja auch die Erinnerungen sehr zufällig auftauchen. Doch zum Schluss der chronologischen Ereignisse werden die Geschehnisse eher seltener, hier fiel es mir dann nicht mehr ganz so leicht, die Mutter-Tochter-Beziehung zu erkennen.

Diese eigenwillige Familiengeschichte hat mir einige spannende Lesestunden beschert. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.