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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2024

Leichter Sommerroman

Emmas Herzdilemma
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Emma steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Doch immer wieder produziert sie kleine oder größere Patzer. Als der Hund des Großvaters beim Gassi-Gehen vor ein Auto gerät, weil sie ihn trotz anderweitiger ...

Emma steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Doch immer wieder produziert sie kleine oder größere Patzer. Als der Hund des Großvaters beim Gassi-Gehen vor ein Auto gerät, weil sie ihn trotz anderweitiger Absprache abgeleint hat, platzt ihren Eltern der Kragen: Sie streichen Emmas Teilnahme am Urlaub in der Bretagne und schicken sie sechs Wochen nach Rom zur Tante, wo sie in deren Pension das Geld für den Tierarzt erarbeiten soll. Emma will das auf keinen Fall! Doch dann

… verpasst sie den Flug, bleibt in Köln und hängt mit dem coolen Skater Oscar ab, ist sie doch ganz heimlich in ihn verliebt.

… ist sie zunächst von Rom abgeschreckt, trifft jedoch auf Leo, der scheinbar überall ist, wo sie sich aufhält. Mit ihm entdeckt sie ein ganz anderes Rom und ein ganz besonderes Gefühl, das nur mit Leo verbunden ist und das sie Oscar vergessen lässt.

Die Geschichte wird in zwei parallelen Versionen erzählt: Mal bleibt Emma in Köln (wie soll sie dann aber Leo kennenlernen?), mal ist sie in Rom unterwegs und entdeckt dort neue Seiten an sich (und lernt umgehend Leo kennen). Da kann man sich als Leserin aussuchen, welche Variante man lieber mag. Emma ist mit ihren knapp 16 Jahren ein typischer Teenie, dem halt leider immer wieder ein Missgeschick passiert. Weil sie zu wenig aufpasst, sagen ihre Eltern. Die Charaktere sind zwar gut nachvollziehbar angelegt, dennoch fehlte mir als Erwachsene ein bisschen die Tiefe. Nicht immer fand ich Emmas Verhalten nachvollziehbar, und auch die Eltern hätten durchaus andere Verhaltensmöglichkeiten gehabt. Das sind aber für einen leichten Sommerroman eher nachrangige Kritikpunkte.

Diese witzig-spritzige Teenie-Liebesgeschichte erzählt eine leichte Sommergeschichte mit zwei möglichen Varianten. Mir selbst hat die Rom-Variante besser gefallen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter an alle jungen und junggebliebenen Leserinnen und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Völlig überraschend

Die Stimme der Kraken
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Die Insel Con Dao gehört dem Großkonzern DIANIMA. Dafür wurden die dort Ansässigen umgesiedelt, inzwischen wohnt dort niemand mehr. Nun soll ein Team von Wissenschaftlern dort forschen, unterstützt vom ...

Die Insel Con Dao gehört dem Großkonzern DIANIMA. Dafür wurden die dort Ansässigen umgesiedelt, inzwischen wohnt dort niemand mehr. Nun soll ein Team von Wissenschaftlern dort forschen, unterstützt vom weltweit ersten Androiden. Denn vor der Insel leben außergewöhnliche Lebewesen. Doch so ganz klar ist nicht, wohin die Forschungen führen sollen…

Das Buch erinnert zunächst ein bisschen an einen Thriller, doch dafür war mir die Handlung zu langsam. Denn die Geschichte nimmt sich die Zeit, um sich zu entfalten. Dafür wird hier noch ein bisschen Science Fiction eingestreut, vermischt mit naturwissenschaftlichen, ethischen und philosophischen Elementen. Die rätselhaften Kraken vor der Insel Con Dao lassen sich nur nach und nach entdecken. Das Buch bietet einige überraschende Wendungen, bis sich zum Schluss dann sämtliche Handlungsfäden vereinen in einer völlig unerwarteten Auflösung. Nichts an dieser Geschichte war für mich vorhersehbar, ich blieb von Anfang bis Ende gespannt, in welche Richtung die Erzählung gehen möchte. Manche Abschnitte waren ein bisschen langatmig, hier hätte m.E. die Geschichte durchaus etwas gekürzt werden können.

Diese Dystopie über eine mögliche Zukunft war nicht wie erwartet ein Ökothriller, dennoch hat mich die Geschichte recht schnell überzeugen können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Abgebrochen

Das Fenster zur Welt
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Ulysses und Evelyn begegnen sich in einem italienischen Weinkeller und sprechen dort über Kunst. Nach dem Krieg kehrt er aus Florenz zurück nach London, in sein altes Leben.

Mit diesem Buch konnte ich ...

Ulysses und Evelyn begegnen sich in einem italienischen Weinkeller und sprechen dort über Kunst. Nach dem Krieg kehrt er aus Florenz zurück nach London, in sein altes Leben.

Mit diesem Buch konnte ich überhaupt nicht warm werden. Ich habe mich verloren in einer anscheinend unübersichtlichen Zahl von Personen, Handlungsfäden, Zeiten und Orten. Immer wieder habe ich mich gefragt, was ich denn bisher gelesen habe, und tat mich dabei unendlich schwer. Ich bin auf der Strecke geblieben, dabei hatte ich noch nicht mal gemerkt, wo hier die Spannung ist. Letztendlich blieb der Eindruck, dass hier ganz langatmig irgendwelche Geschehnisse erzählt werden, von denen ich nicht erkennen konnte, wie sie zusammen hängen.

Vielleicht habe ich dieses Buch einfach zum falschen Zeitpunkt gelesen. Ich habe es nach knapp 100 Seiten abgebrochen, weil ich wirklich keinen Bezug zur Geschichte finden konnte. Ich kann leider überhaupt keine Empfehlung abgeben und vergebe nur 1 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.07.2024

Eine bewundernswerte Frau

Gussie
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Gussie Zinser ist 24 Jahre alt, als sie den 19 Jahre älteren Witwer Konrad Adenauer heiratet. Sie wird zur Mutter für die drei Stiefkinder und ihre eigenen vier überlebenden Kinder. Als Frau des Oberbürgermeisters ...

Gussie Zinser ist 24 Jahre alt, als sie den 19 Jahre älteren Witwer Konrad Adenauer heiratet. Sie wird zur Mutter für die drei Stiefkinder und ihre eigenen vier überlebenden Kinder. Als Frau des Oberbürgermeisters kann sie gut damit umgehen, in der Öffentlichkeit zu stehen. Doch mit Hitlers Machtübernahme ändert sich alles, denn Adenauer zeigt sich nicht einverstanden mit dessen Politik. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis er und auch Gussie im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. 1948 ist Gussie im Krankenhaus, sie weiß, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat. Ihr Leben zieht in Erinnerungen an ihr vorbei.

Der Autor Christoph Wortberg erzählt in kleinen Szenen aus dem Leben von Gussie Adenauer, in mehreren Zeitsprüngen. Das ist nicht unbedingt chronologisch, was mich immer wieder etwas irritiert hat, weil ich nicht auf Anhieb wusste, auf welcher Zeitebene die Geschichte gerade spielt. Nicht alles, was hier erzählt wird, ist auch belegt, doch die Geschehnisse fügen sich gut in die historischen Gegebenheiten ein. Gussie selbst ist eine beeindruckende Frau, auch wenn ich nach der Lektüre immer noch ein bisschen das Gefühl hatte, dass sie nicht so richtig greifbar für mich war. Das hatte wohl was damit zu tun, dass es keine streng chronologische Erzählung ist. Bewundernswert ist Gussies Umgang mit ihrem Ehemann, der sich immer wieder eher unzugänglich zeigt, obwohl er sie unbedingt liebt, und wie sie sich die Liebe ihrer Stiefkinder zu erringen weiß. Die Schicksalsschläge, die das Leben für sie bereit hält, sind eingänglich erzählt. Leider finde ich, dass der Klappentext zuviel verrät.

Trotz einiger Schwierigkeiten, die ich mit der Erzählung der Geschichte hatte, hat mich Gussies Schicksal sehr berühren können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Ein Teppich aus Geschichten

Astrids Vermächtnis
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Butangen im Jahr 1936. Astrid Hekne will den Prophezeiungen der Zwillingsschwestern Halfrid und Gunhild aus dem 17. Jahrhundert auf die Spur kommen. Sie haben diese in einen Wandteppich eingewoben, den ...

Butangen im Jahr 1936. Astrid Hekne will den Prophezeiungen der Zwillingsschwestern Halfrid und Gunhild aus dem 17. Jahrhundert auf die Spur kommen. Sie haben diese in einen Wandteppich eingewoben, den der Pfarrer für Astrid aufbewahrt. Die Schwesterglocken, die im Andenken an die beiden Schwestern gegossen wurden, sind inzwischen getrennt, die eine ist nach wie vor an der hiesigen Kirche, die andere wurde mit der alten Stabkirche des Ortes nach Dresden gebracht. Während des Zweiten Weltkriegs besetzen die Deutschen Norwegen. Sie wollen die Glocke aus Butangen nach Deutschland holen. Astrid setzt sich als Widerstandskämpferin für Norwegen ein.

Das Buch ist der dritte Teil der Schwesterglocken-Trilogie. Ich kenne die vorhergehenden Teile nicht, hatte aber keine Verständnisprobleme. Allerdings bin ich mir sicher, dass man mehr Zusammenhänge begreift, wenn man die Trilogie in der richtigen Reihenfolge liest. Der Autor Lars Mytting erzählt sehr detailliert vom Leben auf Butangen vor und während des Zweiten Weltkriegs, und fokussiert dabei auf die Familie Hekne, deren Schicksal er auch in den beiden vorangegangenen Büchern beschreibt. Es ist eine atmosphärisch dichte Erzählung, ich habe mich sehr schnell in der Geschichte festgelesen, die Seiten fliegen beim Lesen einfach so dahin. Ein Register am Ende der Geschichte hilft dabei, sich mit den Personen zurechtzufinden, einige Informationen zu den geschichtlichen Hintergründen helfen, die Geschehnisse des Buches in den historischen Rahmen einzuordnen. Nun bin ich unbedingt neugierig auf die ersten beiden Bücher der Trilogie.

Mich hat dieses Buch sehr schnell in seinen Bann gezogen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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