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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2023

Wichtiges Thema in einer überraschenden Geschichte

Grüner wird's nicht
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Die Sommerferien des 13-jährigen Luke verlaufen ganz anders als erwartet: Als eine Gruppe von Klimaaktivist:innen in die Nachbarschaft einzieht, ist es zunächst Lukes große Schwester Rose, die sich dort ...

Die Sommerferien des 13-jährigen Luke verlaufen ganz anders als erwartet: Als eine Gruppe von Klimaaktivist:innen in die Nachbarschaft einzieht, ist es zunächst Lukes große Schwester Rose, die sich dort mit einnistet. Auch Luke ist fasziniert von der Atmosphäre in dem besetzten Haus und von den Menschen, die dort wohnen. Nur Sky findet er nervig, sie sieht ganz anders aus als Kinder ihres Alters und verhält sich auch ganz ungewohnt. Doch schlussendlich werden er und Sky sich im Mittelpunkt der Proteste gegen den Ausbau des Flughafens finden, Polizei und Nachrichtensender sind unerwartete Gesprächspartner.

Diese Geschichte hat mich eindeutig überrascht. Die Wendungen, die diese Erzählung nimmt, sind gleichzeitig völlig verblüffend und doch ganz logisch herbeigeführt. Zwischen dem Auszug von Rose aus dem elterlichen Haus und Lukes Protest-Aufenthalt in einem Baumhaus liegen so viele Ereignisse, die er sich niemals hätte vorstellen können. Das ist meistens ernsthaft geschildert, erhält aber immer wieder auch einen humorvollen Unterton, der den Roman so wunderbar faszinierend werden lässt. Die Charaktere sind aus dem Leben gegriffen, es ist spannend, ihre Entwicklungen zu verfolgen. Luke setzt sich mit den Gedanken der Klimaaktivisten auseinander, und der Leser wird in seine Überlegungen mit hineingezogen. Ganz nebenbei erhält man so gute Argumente dafür, seinen eigenen Lebensstil zu überdenken.

Dieses Buch packt sein wichtiges Thema in eine überraschende Geschichte, die den Leser ziemlich schnell in das Geschehen hineinzieht. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Magischer Kampf gegen die Dunkelheit

Die Chroniken von Lunis – Wächterin des Lichts (Die Chroniken von Lunis 1)
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Mia wohnt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Lucas in Nubis, einer Stadt, die in Dunkelheit versunken ist. Das kommt davon, dass der König der Finsternis versucht, alle Städte in ewige Nacht zu ...

Mia wohnt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Lucas in Nubis, einer Stadt, die in Dunkelheit versunken ist. Das kommt davon, dass der König der Finsternis versucht, alle Städte in ewige Nacht zu stürzen. Mit Hilfe der Umbra können die Bewohner von Nubis überleben; das sind gestaltwandelnde Fabelwesen mit magischen Kräften, die helfen, die Stadt zu schützen. Doch dann wird Nubis von den Schergen des Königs angegriffen, und Mias Eltern werden wie alle anderen Erwachsenen gefangen genommen. Mia kann mit Lucas und mit ihrem Freund TJ nach Stella flüchten, wo die Königin residiert. Dort soll sie Hilfe holen. Welche Rolle Mia tatsächlich zugedacht ist, das ist ihr da noch gar nicht klar…

Es ist eine Geschichte vom Kampf gegen die Dunkelheit, die die Autorin Janelle McCurdis erzählt. Mias Welt ist von Magie durchdrungen, die Umbras sind ein bedeutender Bestandteil davon. Sehr schnell wird klar, dass sich Mia in größter Gefahr befindet, und so fiebert man mit ihr mit, ob ihr die Flucht gelingt und sie Hilfe holen kann. Das Buch ist der erste Teil einer Reihe, und es bleiben nach dem ersten Band noch viele offene Fragen, so dass ich mich schon auf die Fortsetzung freue. Allerdings wird das Buch verglichen mit „Keeper of the Lost Cities“, das kann ich so nicht ganz nachvollziehen. Aber vielleicht wird sich diese Reihe so weiter entwickeln, dass der Vergleich der beiden Reihen durchaus glaubhaft wird.

Das Buch hat durchaus noch Luft nach oben, dennoch konnte es mich ziemlich schnell in die Geschichte hineinziehen und mir einige spannende Lesestunden bescheren. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 27.04.2023

Eindrücklich

Liebewesen
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Lios Kindheit war von körperlicher Gewalt geprägt. Heute ist ihr Körper ein einziger Alptraum für sie. Als sie Max trifft und die beiden sich verlieben, versucht sie sich mühsam in einer schwierigen Normalität. ...

Lios Kindheit war von körperlicher Gewalt geprägt. Heute ist ihr Körper ein einziger Alptraum für sie. Als sie Max trifft und die beiden sich verlieben, versucht sie sich mühsam in einer schwierigen Normalität. Als sie ungewollt schwanger wird, kommen die Erinnerungen hoch an ihre kalte Mutter, ihren hilflosen Vater und all die Situationen, an die sie nie wieder denken wollte. Ihr gesamtes Leben steht an einem Wendepunkt…

Lios Leben bei ihren Eltern war äußerst schwierig, sie war froh, als sie dem Elternhaus endlich entkommen war. Wie aber lebt es sich in einer Beziehung mit einer solchen Vergangenheit? Sehr eindrücklich lässt die Autorin Caroline Schmitt ihre Hauptperson erzählen, wie Max in ihr Leben tritt und wie ihre Vergangenheit in ihre Beziehung mit hinein spielt. Immer wieder musste ich schlucken, wenn Lio manchmal eher sachlich, manchmal sehr emotional erzählte, was in ihr und um sie herum vorgeht. Vieles wird hier bruchstückhaft zusammengetragen, doch anders kann eine solch traumatische Vergangenheit nicht erzählt werden.

Diese bewegende Geschichte hat mich sehr beeindruckt, auch wenn sie keineswegs leicht zu lesen ist. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter und vergebe 4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Liebevoll-chaotische Liebesgeschichte

Bissle Spätzle, Habibi?
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Amaya ist 30 und Single. Während ihre Mutter bereits auf Hochtouren die Hochzeit von Amayas jüngeren Schwester plant, will sie unbedingt auch die älteste Tochter unter die Haube bringen. Deshalb soll Amaya ...

Amaya ist 30 und Single. Während ihre Mutter bereits auf Hochtouren die Hochzeit von Amayas jüngeren Schwester plant, will sie unbedingt auch die älteste Tochter unter die Haube bringen. Deshalb soll Amaya sich bei der muslimischen Dating-App Minder anmelden. Dort lernt sie Ismael kennen, doch ihr Herz schlägt schnell für dessen Freund Daniel. Amaya aber traut sich nicht, dies ihren Eltern zu berichten, wollen sie doch unbedingt einen muslimischen Schwiegersohn haben.

Es beginnt ein chaotisches Durcheinander, als Amaya sich zwar schnell für Daniel entscheidet, dies jedoch ihrer Familie gegenüber verschweigen will. Das wird umso schwieriger, da Amaya als Schauspielerin immer wieder im Rampenlicht steht. Amaya fühlt sich zwischen allen Stühlen, sie will es jedem Recht machen, das wird während der gesamten Geschichte deutlich und lässt sie sympathisch erscheinen von Anfang bis Ende. Gerne ließ ich mich von dieser interkulturellen Liebesgeschichte verzaubern und mit Amaya rätseln, wie sie aus dem selbst geschaffenen Dilemma wieder herausfindet.

Diese liebevoll-chaotische Liebesgeschichte hat mich bestens unterhalten können, so dass ich sie sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.04.2023

Opfer oder Täter...

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
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Als eine verstümmelte Männerleiche in einem Hamburger Park gefunden wird, sind Mordermittlerin Jagoda Milosevic und ihr Partner Vincent Frey gefragt. Auf den ersten Blick scheint der Tote ein unbescholtener ...

Als eine verstümmelte Männerleiche in einem Hamburger Park gefunden wird, sind Mordermittlerin Jagoda Milosevic und ihr Partner Vincent Frey gefragt. Auf den ersten Blick scheint der Tote ein unbescholtener Bürger zu sein. Zweifel daran werden geweckt, als eine Kollegin des Opfers von einem sexuellen Übergriff bei einer Weihnachtsfeier erzählt. Bald danach wird ein zweiter Toter gefunden, auch er ist verstümmelt, ein verurteilter Sexualstraftäter. Da stellt sich die Frage, ob jemand Jagd auf Männer macht, die Frauen Gewalt angetan haben. Da wird Milo selbst bedroht und gerät in Gefahr…

Die Geschichte erzählt in drastischen Bildern davon, wie sexuelle Gewalt das Leben der betroffenen Frauen verändert, auch bzw. gerade wenn die Männer oft ungeschoren davonkommen. Dürfen Frauen deshalb nicht nur als Opfer gesehen werden, sondern auch als Verdächtige in Mordfällen gegen Vergewaltiger? Die Frage, wer hier Opfer und wer Täter ist, wird trotz der harten Bilder sehr feinfühlig aufgegriffen, hier hat mich die Geschichte sehr berührt. Als spannend empfinde ich die Zusammenarbeit der beiden Ermittler: So unterschiedlich sie sind, was vor allem anfangs sehr schwierig erscheint, wachsen die beiden immer mehr zusammen und ergänzen sich. Die Auflösung wird gut vorbereitet, ein dramatischer Showdown steigert die Spannung aufs Höchste.

Insgesamt hat mich dieser Thriller gut unterhalten können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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