Schöner Sommerroman
Summer StormsDieser Roman hat mich ehrlich gesagt überrascht. Ich kannte die Autorin eher aus der historischen Romance – und hier schlägt sie plötzlich einen ganz anderen Ton an: moderner, bissiger, fast schon wie ...
Dieser Roman hat mich ehrlich gesagt überrascht. Ich kannte die Autorin eher aus der historischen Romance – und hier schlägt sie plötzlich einen ganz anderen Ton an: moderner, bissiger, fast schon wie ein Familiendrama mit unterschwelliger Spannung.
Schon die Ausgangssituation hat mich gepackt: Eine entfremdete Tochter kehrt nach Hause zurück, gezwungen durch den Tod ihres Vaters – und landet mitten in einem perfiden Erbspiel. Die abgeschiedene Insel verstärkt dieses Gefühl von „niemand kommt hier raus“, was eine unterschwellige Spannung erzeugt, die sich durch das ganze Buch zieht. Man merkt schnell: Hier geht es nicht nur um Geld, sondern um alte Verletzungen, Macht und Kontrolle.
Was mir besonders gefallen hat: Die Figuren sind nicht darauf ausgelegt, gemocht zu werden. Sie sind kompliziert, teilweise egoistisch und tragen alle ihr eigenes emotionales Gepäck mit sich herum. Gerade das macht die Dynamik innerhalb der Familie so interessant.
Alice als Hauptfigur funktioniert für mich gut, weil sie gleichzeitig distanziert und verletzlich wirkt. Man spürt, dass sie sich schützen will – und genau das macht ihre Entwicklung glaubwürdig.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz so stark überzeugen wie der Rest. Sie ist da, sie bringt Emotion rein, aber sie fühlt sich im Vergleich zum intensiven Familiendrama etwas weniger ausgearbeitet an.
These Summer Storms ist für mich ein starkes, unterhaltsames Buch, das vor allem durch seine intensive Familienkonstellation und die gespannte Atmosphäre überzeugt. Es ist kein klassischer Liebesroman, sondern eher ein Drama mit romantischen Elementen – und genau das macht es interessant.