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Veröffentlicht am 31.03.2025

Gute Küstenkrimikost

Höllische Küste
3

Höllisch geht es in der Tat zu. Der Absturz von zwei Tandem-Fallschirmspringern ruft Liv Lammers vom Kommissariat Flensburg und Freund Sebastian, seines Zeichens Gerichtsmediziner aus Kiel, auf den Plan, ...

Höllisch geht es in der Tat zu. Der Absturz von zwei Tandem-Fallschirmspringern ruft Liv Lammers vom Kommissariat Flensburg und Freund Sebastian, seines Zeichens Gerichtsmediziner aus Kiel, auf den Plan, weil sie zufälligerweise gerade Urlaub auf Sylt machen und so den „ersten Angriff“ leiten können, bevor die Kollegen aus Flensburg anreisen. Die Sylter Polizei ist ohnehin überfordert, weil sich hier die Fälle von Vandalismus, Sachbeschädigungen und Anschlägen häufen, von Glasscherben im Mehl über durchschnittene Bremsschläuche von E-Pedelecs bis zu den manipulierten Fallschirmen der Tandem-Springer. Zufälle? Verschiedene Täter oder doch Zusammenhänge, die aber noch niemand durchschaut? Weitere Vorkommnisse bringen die Ermittler im äußerst heißen Sylt an ihre Grenzen und erst ganz spät ergeben sich die tragischen und dramatischen Zusammenhänge. Spannend und wendungsreich geschrieben, die Leserschaft überraschend, mit viel Lokalkolorit und Syltgeschichte geschrieben. Lesefreundlich. Eine echte Küstenkrimikost.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Schräg

Die Kurve
0

Wer schräg mag, der liegt hier richtig. Das liegt nicht nur an dem merkwürdigen Lebensweg von Carl, das liegt auch an den ihn umgebenden Personen, allesamt sehr „beschädigt“, und an dem mehr als befremdlichen ...

Wer schräg mag, der liegt hier richtig. Das liegt nicht nur an dem merkwürdigen Lebensweg von Carl, das liegt auch an den ihn umgebenden Personen, allesamt sehr „beschädigt“, und an dem mehr als befremdlichen Umgangston, mit dem er seinen „Vasallen“ Aufträge erteilt. Mal abgesehen von den Aufträgen selbst. Undurchsichtig formuliert, im Ungefähren schwebend. Aber die haben es in sich. Da wird nicht lang gefackelt. Da wird kurzerhand umgesetzt, was eben umzusetzen ist. Kompromiss- und oft auch gewissenlos. Man muss schon ziemlich zwischen den Zeilen des Gesagten, insbesondere aber des Ungesagten, lesen, um hinter all den Aufträgen und Geschehnissen eine Handlung zu erkennen, die eine Ursache und eine Folge hat. Scheinbar sinnlos folgen hier Taten aufeinander, die dennoch irgendwie einen Ursprung haben und denen Ergebnisse folgen, die wiederum Folgen haben. Fragwürdig die Moral hinter der Geschicht. Aber darum geht es dem Autor offenbar gar nicht. Wie gesagt: Wer abstrus und schräg mag, der liegt hier richtig.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Mystisch

Das Kloster
0

Eine Einbruchserie in Klöster und Kirchen, die wenig Aufmerksamkeit der ermittelnden Behörden findet, die sich diese gegenseitig unterschieben, beschäftigt Chief Inspector Taylor und seine Mitarbeiter ...

Eine Einbruchserie in Klöster und Kirchen, die wenig Aufmerksamkeit der ermittelnden Behörden findet, die sich diese gegenseitig unterschieben, beschäftigt Chief Inspector Taylor und seine Mitarbeiter Duncan und Holmes. Ein Toter ändert ein wenig Engagement und Perspektiven. Derweil wird Claire, die eigentlich über den Mord berichten will, von ihrem Chefredakteur auf einem angeblichen Meteoriten angesetzt, der in einem stark gefährdeten Kloster gefunden worden sein soll, was der dortige Abt zur Rettung des Klosters auszunutzen gedenkt. Ab da wird es mystisch. Merkwürdige Gestalten treiben sich im Kloster herum. Claire wird von befremdlichen Träumen heimgesucht, seltsame Visionen und sich im Nichts auflösende Figuren bemächtigen sich zunehmend der Wahrnehmung von Claire und Patricia. Ob das Mystische mag oder nicht, die Geschichte ist flott und überzeugend erzählt, bleibt spannend und muss, um zu gefallen, nicht zwingend logisch sein.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Gelungenes Krimistück

Kalt wie die Nacht
6

Ein eindringlicher Krimi, der mit einem Aufsehen erregenden Juwelenraub vor 14 Jahren begann, bei dem ein Junkie eine unverhoffte Glückssträhne zu erkennen glaubte. 14 Jahre später wird ein desillusionierter ...

Ein eindringlicher Krimi, der mit einem Aufsehen erregenden Juwelenraub vor 14 Jahren begann, bei dem ein Junkie eine unverhoffte Glückssträhne zu erkennen glaubte. 14 Jahre später wird ein desillusionierter Ex-Polizist beim versuchten Neustart in der Telemark gleich mit der Überwachung eines vermeintlich untreuen Ehemanns beauftragt, um dann dessen Ermordung hautnah mit zu erleben. Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen, möchte man meinen. Aber die folgende Handlung mit weiteren Toten, Personen mit multiplen Persönlichkeitsstörungen, entführten Kindern und noch so einigen Misslichkeiten zeigt, dass man da durchaus noch etwas draufsetzen kann. Zügig, lesefreundlich, spannend erzählt, auch die eine oder andere Wendung bereithaltend und auf die Protagonisten bezogen, auch sehr persönlich, wird hier ein gelungenes Krimistück präsentiert.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Düster

Der Wolf im dunklen Wald
0

Um es vorweg zu nehmen: Man muss Teil eins gelesen haben, um den Bezug herstellen zu können. Darauf sollte man die Leser hinweisen.
Der Fall ist komplex. Ein Toter bei einer Jagd. Dem weitere folgen. Was ...

Um es vorweg zu nehmen: Man muss Teil eins gelesen haben, um den Bezug herstellen zu können. Darauf sollte man die Leser hinweisen.
Der Fall ist komplex. Ein Toter bei einer Jagd. Dem weitere folgen. Was wie eine Beziehungstat aussieht, erweist sich als viel komplexer und stellt die Ermittler vor große Herausforderungen, zumal die irgendwie alle „beschädigt“ sind. Die Story ist gut konstruiert, gut umgesetzt, gut erzählt. Die Spannung, die aufgebaut wird, wird durch die vielen Zweifel, Selbstzweifel und Selbstvorwürfe der ermittelnden Kommissarin unterbrochen. Sie selbst ist recht gestört, ihre Tochter auch. Das Trauma ihres extrem gewalttätigen Exmannes und Vaters begleitet beide durch den Alltag, den zu bewältigen sie kaum in der Lage sind. Insofern gehört die Kommissarin eigentlich nicht an diese Stelle und diesen Fall, den sie dennoch löst, weil sie mehr Intuition und Ahnung hat, als ihre Kollegen und Vorgesetzten. Ihr Vorgehen dabei allerdings oft fraglich. So gut die Geschichte und ihre Auflösung ist, so sehr belastet die Gefühlswelt von Carla und ihrer Tochter diese. Es ist ein düsteres, belastendes Umfeld. Und solche gravierenden Fehler wie der, dass Carla die Tür einer Zeugin/Verdächtigen aufbricht und man anschließend festgestellt haben will, dass die Tür nicht aufgebrochen war, sollten einfach nicht vorkommen.

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