Profilbild von Habbo

Habbo

Lesejury Star
offline

Habbo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Habbo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2026

Reines Lesevergnügen

Einer flog über das Möwennest
0

Da ist wieder was los in Fredenbüll. Ein windiger Flugbestatter, der sogar einen „Großkunden“, seine Ladung aber nicht immer im Blick hat. Ein undurchsichtiger Professor mit größenwahnsinnigen Visionen ...

Da ist wieder was los in Fredenbüll. Ein windiger Flugbestatter, der sogar einen „Großkunden“, seine Ladung aber nicht immer im Blick hat. Ein undurchsichtiger Professor mit größenwahnsinnigen Visionen und entsprechenden Experimenten zur Entwicklung eines Präparates, das ewig junge Haut verspricht. Allerdings mit haarsträubenden Ergebnissen, was an den Testobjekten – Nagern wie Menschen – beobachtet werden kann. Verschwundene Patientinnen kommen hinzu und das Ableben eines Krankenpflegers. Alle Hände voll zu tun für Dorfpolizist Thies und Mordermittlerin Nicole. Die Ermittlungen führen in eine Klinik in St. Peter-Düne, in der gerade Thies Tochter Telje, angehende Ärztin, ihr klinisches Jahr absolvieren soll und der die Zustände da zumindest befremdlich erscheinen, was schließlich sogar zu einem Undercover-Einsatz von ihr dortselbst führt. Man muss natürlich auch einen Blick auf die Fredenbüller und die Stammgäste der Hidden Kist werfen, was die dort so umtreibt. Wie etwa das verwickelte Liebesleben von Telje, das neue Hobby Baustellen-TV gucken und die Erprobung der Vietnamesisch-nordfriesischen Fusionküche. Herrlich skurril, locker-leicht und sehr humorvoll geschrieben. Also rauf aufs Sofa, Beine hochlegen, Buch aufklappen und durchlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Rasant

Blutiger Abgrund
1

Die Beweise sind erdrückend. Simon Berger scheint drei Menschen in einem heruntergekommenen Hotel ermordet zu haben. Er selbst wacht in diesem Hotel in einem Zimmer auf, in dem zwei der Leichen liegen. ...

Die Beweise sind erdrückend. Simon Berger scheint drei Menschen in einem heruntergekommenen Hotel ermordet zu haben. Er selbst wacht in diesem Hotel in einem Zimmer auf, in dem zwei der Leichen liegen. Völlig blutüberströmt und offenbar erstochen. Es sieht wie ein Massaker aus. Er selbst hat keine Erinnerung, ist selbst auch voller Blut und aus seiner Waffe fehlen Patronen. Eigentlich hatte er einen Informanten treffen wollen, von dem er sich Tipps in einem aktuellen Fall erhoffte. Nun ist er auf der Flucht, denn alle Beweise sprechen gegen ihn und ein Tatmotiv hatte er in Bezug auf einen der Getöteten auch. Man macht Jagd auf ihn und er kann mehrfach nur knapp entkommen. Lediglich seine Freundin, ein Kollege und die Rechtsmedizinerin versuchen, Beweise dafür zu sammeln, dass jemand ihm die Taten unterschieben will. Damit tun sie sich schwer, denn jemand lässt, sobald entlastende Beweise auftauchen, dieselben verschwinden. Die Sache scheint aussichtslos. Genauso ist dieser Krimi geschrieben. Man fühlt diese Aussichtslosigkeit hautnah. Fiebert mit, wenn die Freunde neue Spuren auftun. Spürt die Gefahr, wenn sie vom Gegner überrumpelt werden. Sehr intensiv und rasant geschrieben, zum Schluss fast hektisch mit sehr viel Drive. Wendungsreich und mitreißend bis zum Schluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.02.2026

Spannende Exkurse

Commissario Leone und die Toten von Rom
0

Da muss eine ungeheure Wut im Spiel gewesen sein bei dem Toten auf dem nicht katholischen Friedhof im Rom, auf dem mehr Engländer und Verstorbene anderer Nationalitäten als Römer begraben sind, wie man ...

Da muss eine ungeheure Wut im Spiel gewesen sein bei dem Toten auf dem nicht katholischen Friedhof im Rom, auf dem mehr Engländer und Verstorbene anderer Nationalitäten als Römer begraben sind, wie man in einem kleinen Exkurs erfährt. Der Tote wurde bis zur Unkenntlichkeit erschlagen. Quasi übertötet. Und nicht nur dass: Der Tote war ein bekannter Politiker, Minister, und angeblich sehr beliebt. Aber wie immer, wenn von Toten in den höchsten Tönen gelobt wird, gibt es da auch eine Kehrseite der Medaille. In wieweit das hier zum Tod geführt hat, gilt es, herauszufinden. Sowohl vom Tod, als auch von ebendieser Kehrseite erfährt die Presse früher, als gewollt, was die Ermittler erheblich unter Druck setzt. Es gibt eine Zeugin, die aber schweigt. Es hätten weitere Tote bzw. versuchte Totschläge verhindert werden können. So aber versuchen Enzo Leone und sein Team unter den vielen Verdächtigen und Motiven die Spreu vom Weizen zu trennen. Ruhig und zügig erzählt, mit schnellen Szenenwechseln und vielen Details zu diesem speziellen Friedhof, der Katzencommunity dort, zu Roms Geschichte insgesamt. Diese kleinen „Exkurse“ sind sehr erfrischend und lehrreich. Die Spannung bleibt bis zum Schluss, der dann noch mal eine neue Wendung bietet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Unterhaltsam

Mira Belgusto und die tote Winzerin
3

Man liest sich hungrig - oder extrem satt - je nach Blickwinkel. Dem Kulinarischen wird viel Raum eingeräumt, den Destinationen auch. Eine Reiselektüre mit Schwerpunkt Essen und Trinken. Aber eben auch ...

Man liest sich hungrig - oder extrem satt - je nach Blickwinkel. Dem Kulinarischen wird viel Raum eingeräumt, den Destinationen auch. Eine Reiselektüre mit Schwerpunkt Essen und Trinken. Aber eben auch ein Krimi, denn Mira und ein bekannter Fernsehmoderator (ausgerechnet mit Namen Claudio Bertami: die Mon Cheri Werbung lässt grüßen) stolpern auf dem Rückweg von einer Weinverkostung über eine herrenlose Hündin, die aber offenbar kein Streuner ist. Anhand der Marke können sie die Adresse ausfindig machen, um die Hündin ihren Besitzern zu übergeben. Dort finden sie eine offenbar erschlagene Frau vor und eine völlig konfuse Frau, die angibt, deren Freundin und auf der Suche nach deren Hündin zu sein. Und da sie schon mal involviert sind, mischen sich die Beiden kräftig in die Ermittlungen ein, sehr zum Verdruss von Capitano Natalina Moro und Sottotenente Rezi. Ruhig, locker und leicht erzählt. Man kann trefflich miträtseln. Bei den vielen Gerichten, die Mira und Claudio während ihrer Laienermittlungen zu sich nehmen, bekommt man gleichzeitig Appetit und - ob der Mengen, die da vertilgt werden - das Gefühl, als würden die Pölsterchen am eigenen Leibe wachsen. Insgesamt eine unterhaltsame Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 23.02.2026

Intensiv

Giftiger Grund
0

Was verbindet Joran, Charu und Edda miteinander? Der eine gerade aus dem Knast entlassen, in dem er für sieben Jahre nach einem schrecklich schief gelaufenen Tankstellenüberfall einsaß. Die andere eine ...

Was verbindet Joran, Charu und Edda miteinander? Der eine gerade aus dem Knast entlassen, in dem er für sieben Jahre nach einem schrecklich schief gelaufenen Tankstellenüberfall einsaß. Die andere eine mittelmäßige Bloggerin, die Aufnahmen von Lost Places postet. Und dann noch das kleine Kind, das sich im Schlafgewand und Gummistiefeln nachts herumtreibt. Sie alle treffen sich in der Waschstraße einer aufgelassenen Tankstelle. Eben jener, die Ziel des Überfalls vor sieben Jahre war. Während Joran und Charu versuchen, ihr mehr oder minder verkorkstes Leben in den Griff zu bekommen, läuft Edda eindeutig vor etwas davon. In den allnächtlichen Treffen in der Waschstraße kommen sie allmählich ihren Geheimnissen auf die Spur und sich näher, nicht ohne dabei immer weiter in einem undurchdringlichen Sumpf zu versinken. Aus dem können sie sich gemeinsam retten, aber mit beträchtlichen Schäden, falls man das so bezeichnen möchte. Der Schluss gibt dann doch moralische Bedenken auf. Kriminalroman steht auf dem Cover. Das trifft es nicht. Es ist mehr eine spannende Aneinanderreihung der Beschreibung des Scheiterns von mehreren Leben. Lebenswege, die sich kreuzen und sich eine Weile begleiten, bevor sie sich wieder trennen und den künftigen Weg alleine, mit etwas positiveren Zeichen weiter beschreiten. Aber zu welchem Preis! Sehr intensiv geschrieben, aus wechselnder Sicht der drei Protagonisten. Ein bisschen literarisch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere