Profilbild von Habbo

Habbo

Lesejury Star
offline

Habbo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Habbo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2025

Wenig überzeugend

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
0

Unabhängig davon, dass der titelgebende Fisch eine äußerst untergeordnete Rolle in diesem Buch spielt, ist auch die Beschreibung des ebenso titelgebenden Commissarios alles andere als zutreffend. Als feinfühlig ...

Unabhängig davon, dass der titelgebende Fisch eine äußerst untergeordnete Rolle in diesem Buch spielt, ist auch die Beschreibung des ebenso titelgebenden Commissarios alles andere als zutreffend. Als feinfühlig wird er beschrieben. Pfft. Eher gegenteilig. Wenn er nicht gerade verkatert ist, lamentiert er über das dreckige, stinkende Neapel und die minderbemittelten Neapolitaner. Er ist rechthaberisch und brüllt ständig seine Leute zusammen. Ist selbst unkonzentriert, weil durch seine eigene Familiengeschichte abgelenkt, vergisst ständig wichtige Ermittlungsansätze und leistet schlicht schlechte Ermittlungsarbeit. Der Fall selbst ist sehr mysteriös bis widerwärtig. Der Ermordete ist ein absoluter Widerling und wurde von allen verabscheut. Das Ende der Geschichte eher fragwürdig. Eigentlich nicht ohne Spannung geschrieben, auch sehr eindrücklich. Aber diese merkwürdige Verschwurbelung der Neapolitaner mit ihrem Stadtpatron Gennaro und ihrem Aberglauben überschattet alles und nimmt so viel Raum ein, dass man versucht ist, das Buch entnervt zur Seite zu legen. Was schade ist, weil die Geschichte durchaus was hat. Sie verhakt sich jedoch zusätzlich noch in fragwürdige Charaktere und deren zwielichtige Absichten, wie sie der Vorgesetzte des Commissarios und der zugezogene Forensiker darstellen. Da ist viel verschenktes Potential.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2025

Gute Küstenkrimikost

Höllische Küste
3

Höllisch geht es in der Tat zu. Der Absturz von zwei Tandem-Fallschirmspringern ruft Liv Lammers vom Kommissariat Flensburg und Freund Sebastian, seines Zeichens Gerichtsmediziner aus Kiel, auf den Plan, ...

Höllisch geht es in der Tat zu. Der Absturz von zwei Tandem-Fallschirmspringern ruft Liv Lammers vom Kommissariat Flensburg und Freund Sebastian, seines Zeichens Gerichtsmediziner aus Kiel, auf den Plan, weil sie zufälligerweise gerade Urlaub auf Sylt machen und so den „ersten Angriff“ leiten können, bevor die Kollegen aus Flensburg anreisen. Die Sylter Polizei ist ohnehin überfordert, weil sich hier die Fälle von Vandalismus, Sachbeschädigungen und Anschlägen häufen, von Glasscherben im Mehl über durchschnittene Bremsschläuche von E-Pedelecs bis zu den manipulierten Fallschirmen der Tandem-Springer. Zufälle? Verschiedene Täter oder doch Zusammenhänge, die aber noch niemand durchschaut? Weitere Vorkommnisse bringen die Ermittler im äußerst heißen Sylt an ihre Grenzen und erst ganz spät ergeben sich die tragischen und dramatischen Zusammenhänge. Spannend und wendungsreich geschrieben, die Leserschaft überraschend, mit viel Lokalkolorit und Syltgeschichte geschrieben. Lesefreundlich. Eine echte Küstenkrimikost.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.03.2025

Schräg

Die Kurve
0

Wer schräg mag, der liegt hier richtig. Das liegt nicht nur an dem merkwürdigen Lebensweg von Carl, das liegt auch an den ihn umgebenden Personen, allesamt sehr „beschädigt“, und an dem mehr als befremdlichen ...

Wer schräg mag, der liegt hier richtig. Das liegt nicht nur an dem merkwürdigen Lebensweg von Carl, das liegt auch an den ihn umgebenden Personen, allesamt sehr „beschädigt“, und an dem mehr als befremdlichen Umgangston, mit dem er seinen „Vasallen“ Aufträge erteilt. Mal abgesehen von den Aufträgen selbst. Undurchsichtig formuliert, im Ungefähren schwebend. Aber die haben es in sich. Da wird nicht lang gefackelt. Da wird kurzerhand umgesetzt, was eben umzusetzen ist. Kompromiss- und oft auch gewissenlos. Man muss schon ziemlich zwischen den Zeilen des Gesagten, insbesondere aber des Ungesagten, lesen, um hinter all den Aufträgen und Geschehnissen eine Handlung zu erkennen, die eine Ursache und eine Folge hat. Scheinbar sinnlos folgen hier Taten aufeinander, die dennoch irgendwie einen Ursprung haben und denen Ergebnisse folgen, die wiederum Folgen haben. Fragwürdig die Moral hinter der Geschicht. Aber darum geht es dem Autor offenbar gar nicht. Wie gesagt: Wer abstrus und schräg mag, der liegt hier richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2025

Mystisch

Das Kloster
0

Eine Einbruchserie in Klöster und Kirchen, die wenig Aufmerksamkeit der ermittelnden Behörden findet, die sich diese gegenseitig unterschieben, beschäftigt Chief Inspector Taylor und seine Mitarbeiter ...

Eine Einbruchserie in Klöster und Kirchen, die wenig Aufmerksamkeit der ermittelnden Behörden findet, die sich diese gegenseitig unterschieben, beschäftigt Chief Inspector Taylor und seine Mitarbeiter Duncan und Holmes. Ein Toter ändert ein wenig Engagement und Perspektiven. Derweil wird Claire, die eigentlich über den Mord berichten will, von ihrem Chefredakteur auf einem angeblichen Meteoriten angesetzt, der in einem stark gefährdeten Kloster gefunden worden sein soll, was der dortige Abt zur Rettung des Klosters auszunutzen gedenkt. Ab da wird es mystisch. Merkwürdige Gestalten treiben sich im Kloster herum. Claire wird von befremdlichen Träumen heimgesucht, seltsame Visionen und sich im Nichts auflösende Figuren bemächtigen sich zunehmend der Wahrnehmung von Claire und Patricia. Ob das Mystische mag oder nicht, die Geschichte ist flott und überzeugend erzählt, bleibt spannend und muss, um zu gefallen, nicht zwingend logisch sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2025

Gelungenes Krimistück

Kalt wie die Nacht
6

Ein eindringlicher Krimi, der mit einem Aufsehen erregenden Juwelenraub vor 14 Jahren begann, bei dem ein Junkie eine unverhoffte Glückssträhne zu erkennen glaubte. 14 Jahre später wird ein desillusionierter ...

Ein eindringlicher Krimi, der mit einem Aufsehen erregenden Juwelenraub vor 14 Jahren begann, bei dem ein Junkie eine unverhoffte Glückssträhne zu erkennen glaubte. 14 Jahre später wird ein desillusionierter Ex-Polizist beim versuchten Neustart in der Telemark gleich mit der Überwachung eines vermeintlich untreuen Ehemanns beauftragt, um dann dessen Ermordung hautnah mit zu erleben. Schlimmer kann es eigentlich nicht kommen, möchte man meinen. Aber die folgende Handlung mit weiteren Toten, Personen mit multiplen Persönlichkeitsstörungen, entführten Kindern und noch so einigen Misslichkeiten zeigt, dass man da durchaus noch etwas draufsetzen kann. Zügig, lesefreundlich, spannend erzählt, auch die eine oder andere Wendung bereithaltend und auf die Protagonisten bezogen, auch sehr persönlich, wird hier ein gelungenes Krimistück präsentiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung