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Hanne2

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Scheinbare Idylle mit subtilem Gruselfaktor

Heimat
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Mit dem 3. Kind schwanger ist Jana mit ihrer Familie aus der Großstadt in ein ländliches Neubaugebiet gezogen. Ihren Job hat sie gekündigt, die beiden Kinder sind ganztags in der Kita betreut. Erschöpft ...

Mit dem 3. Kind schwanger ist Jana mit ihrer Familie aus der Großstadt in ein ländliches Neubaugebiet gezogen. Ihren Job hat sie gekündigt, die beiden Kinder sind ganztags in der Kita betreut. Erschöpft und auch irgendwie gelangweilt und leer trifft sie auf Karolin, die in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter von 4 Kindern ganz in sich zu ruhen scheint und dabei ein Weltbild vermittelt, was zunächst irritierend wirkt und gleichzeitig einen Sog ausübt. Nach und nach driftet Jana in die Idee einer Idylle ab, in der das Aufziehen der Kinder so natürlich und mühelos sowie die Aufteilung zwischen den Geschlechtern so klar und entspannt erscheint.
Den Roman hab ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Spannend fand ich, wie Hanna Lühmann ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu werten die unterschiedlichen Lebensentwürfe beschreibt. Manches erscheint zunächst haltgebend und Zugehörigkeit schaffend und das leise Gruseln stellt sich eher ganz subtil zwischen den Zeilen ein. Toll fand ich außerdem die Instagraminszenierung dargestellt. Die entsprechenden Bilder und Texte hatte ich sofort gut vor Augen. Das Ende hat mich dann tatsächlich geschockt und noch eine Weile nachgehallt. So offen, wie von anderen Lesern beschrieben, fand ich es eigentlich gar nicht. Liebend gerne hätte ich mich hier noch mit anderen darüber ausgetauscht. Überhaupt ist einiges im Roman nicht ganz auserzählt und lässt manches an Interpretationsmöglichkeiten und unterschiedlichen Sichtweisen zu. Für meinen Geschmack hätte der Roman auch gut und gerne noch 100 Seiten mehr haben dürfen. Erzählstil und Geschichte hätten es auf jeden Fall hergegeben.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Auf den Punkt gebracht

Der Vermietungsassistent
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"Der Vermietungsassistent" ist mit 86 Seiten klar gestaltet und auf den Punkt formuliert. Das spart Zeit bei der Recherche und gleichzeitig hab ich den Eindruck, dass alle Themen, die für mich als Vermieter ...

"Der Vermietungsassistent" ist mit 86 Seiten klar gestaltet und auf den Punkt formuliert. Das spart Zeit bei der Recherche und gleichzeitig hab ich den Eindruck, dass alle Themen, die für mich als Vermieter relevant sind, behandelt werden.
Auch wenn ich sonst gebundene Bücher lieber mag, fand ich in diesem Fall die Ebook-Version praktikabler. Durch integrierte Links kann man schnell zu den entsprechenden Stichworten wechseln, falls etwas unklar ist oder man es näher vertiefen möchte. Aber auch ein Wechsel zu den entsprechenden PDF-Versionen der entsprechenden Formulare ist unkompliziert möglich.
Die Inhalte sind leicht verständlich formuliert. Wer einen Ratgeber für Vermieter sucht, der alle Themen kurz und bündig vermittelt, sowie sämtliche notwendigen Formularen, die man als Vermieter so benötigt, enthält, ist mit dem Buch von Otto Bretzinger gut beraten.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Satire zur deutschen Gegenwartspolitik

Das Geschenk
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Gaea Schoeters, aus Belgien stammend und Tochter eines Politikers, hat mit "Das Geschenk" einen Roman zur deutschen Gegenwartspolitik geschrieben. Mit seinen 144 Seiten ist das Büchlein eigentlich schnell ...

Gaea Schoeters, aus Belgien stammend und Tochter eines Politikers, hat mit "Das Geschenk" einen Roman zur deutschen Gegenwartspolitik geschrieben. Mit seinen 144 Seiten ist das Büchlein eigentlich schnell gelesen, beinhaltet aber soviele Themen und Gedanken, so dass es zumindest bei mir die eine oder andere Pause gebraucht hat.
Nach der Verabschiedung eines umstrittenen Gesetzes zum Verbot von Elfenbeineinfuhr sendet der Präsident aus Botswana 20000 Elefanten nach Berlin und das Schicksal nimmt seinen Lauf... Im Vordergrund steht der deutsche Kanzler und der politische Alltag mit all seinem Lobbyismus, Taktieren, Ringen um Werte und Macht. Für mich ging es stellenweise etwas zu rasant durch die Themen, da hätte ich mir manchmal noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Auch das Thema mit den Elefanten in Berlin und Umgebung hätte man vielleicht noch etwas mehr auserzählen können.
Wer politische Satiren mag, wird in dem Büchlein einiges an "Hirnfutter" finden. Es regt in jedem Fall an, auch andere Perspektiven, die man vielleicht vorher gar nicht so sehr auf dem Schirm hatte, einzunehmen.

"Alles hängt davon ab, was du willst: Das Richtige tun oder an der Macht bleiben. Beides zusammen wird heutzutage immer unvereinbarer, das war früher anders."(S.129)

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Weg heraus aus einer psychosomatischen Erkrankung

Junge Frau mit Katze
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"Lügen über meine Mutter" hatte mir sehr gefallen und so war ich gespannt und neugierig auf den neuen Roman von Daniela Dröscher. Stand im ersten Band die Beziehung der Protagonistin zu ihrer Mutter und ...

"Lügen über meine Mutter" hatte mir sehr gefallen und so war ich gespannt und neugierig auf den neuen Roman von Daniela Dröscher. Stand im ersten Band die Beziehung der Protagonistin zu ihrer Mutter und die elterliche Ehe im Vordergrund, geht es jetzt um Elas Beziehung zu sich selber. Angestellt als Doktorandin, zusammen mit ihrem Kater in einer kleinen 1-Zimmer-Wohnung unter dem Dach lebend, bestimmen ausgeprägte psychosomatische Symptome ihren Alltag.
Dabei ist die Sprache wie auch beim ersten Teil einnehmend und sehr zugänglich. Mit genauem Blick schildert Daniela Dröscher die Hilflosigkeit und Ängste der Protagonistin aber auch ihres Umfeldes angesichts ihrer vielen Beschwerden, durch die "der Körper laut spricht, wo die Seele schweigt". Es hat stellenweise für den Leser fast etwas Zermürbendes, Ela bei den zahlreichen Arztbesuchen zu begleiten, ohne dass eine tiefere Auseinandersetzung mit ihren darunter liegenden Konflikten und Gefühlen stattfindet. Mit den eingeschobenen Zitaten einer ihrer japanischen Lieblingsautorinnen konnte ich persönlich wenig anfangen bzw. lösten sie bei mir eher ein Gefühl von Distanz aus.
In jedem Fall habe ich die Darstellung des Leidensweges ausgelöst durch eine psychosomatische Erkrankung als stimmig erlebt. Während mich "Lügen über meine Mutter" wirklich berührt hat und ich emotional nah an den Figuren dran war, blieb bei "Junge Frau mit Katze" für mich Wesentliches nicht ausgesprochen. Aber vielleicht liegt es auch in der Natur einer psychosomatischen Erkrankung, dass der Kern ("das Eigentliche, das Wesentliche") so schwer zu greifen und zu benennen ist. Ich bin sehr gespannt auf ihre folgenden Bücher.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Tieftraurig und zugleich mit einer sehr einnehmenden Atmosphäre geschrieben

Das Geschenk des Meeres
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Wer sich die Frage "Ebook oder gebundenes Buch?" stellt, dem würde ich in diesem Fall eindeutig zum Buch raten. Das Cover nimmt mit seinen dunklen Blautönen wunderbar die Stimmung auf. Der dunkelpinke ...

Wer sich die Frage "Ebook oder gebundenes Buch?" stellt, dem würde ich in diesem Fall eindeutig zum Buch raten. Das Cover nimmt mit seinen dunklen Blautönen wunderbar die Stimmung auf. Der dunkelpinke Farbton des Autorinnamens findet sich im Lesebändchen wieder. Sehr gerne hab ich den Roman allein schon wegen der Optik in die Hand genommen oder mich an seinem Anblick auf dem Tisch liegend gefreut.
Überhaupt hab ich das Lesen sehr genossen. Auch wenn der Roman, der am Anfang des 20. Jahrhunderts in einem schottischen Fischerdorf spielt, durchaus etwas Düsteres und Tragisches hat, beschreibt Julia R. Kelly mit soviel Atmosphäre das Leben der Dorfbewohner und deren Beziehungen, dass ich beim Lesen richtig in der Geschichte aufgegangen bin und mich jedes Mal gefreut hab, wenn ich weiterlesen konnte. Dabei wechselt die Erzählung zwischen dem Damals und Heute, wobei die Übergänge geschickt ineinander wechseln, so dass der Lesefluss nicht gestört wird. Getragen wird die Geschichte von Beschreibungen des Meeres und des Küstenwetters, das mal rauh und wild, dann wieder glitzernd und hell Teil des Lebens der Bewohner ist. Wer einen Roman sucht mit interessanten psychologischen Verflechtungen und Tiefe sowie viel, viel Atmosphäre, dem kann ich den Roman sehr empfehlen.

"...Und deshalb spricht sie nicht über sich wie die Frauen am Ofen, denn wenn man spricht, findet man Dinge über sich heraus, Dinge wie die Wesen in den Prielen, von deren Existenz man nichts ahnte, bis das Meer sie freigelegt hat." (S.213)

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