Cover-Bild Das Geschenk des Meeres
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: mareverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 11.07.2025
  • ISBN: 9783866487482
Julia R. Kelly

Das Geschenk des Meeres

Claudia Feldmann (Übersetzer)

Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2026

Tragisch und wunderschön

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Es ist Winter in Schottland des Jahres 1900, ein kleiner Junge wird an die Küste des kleinen Fischerdorfes Skerry gespült. Dorothy nimmt das Kind bei sich auf, das eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihrem ...

Es ist Winter in Schottland des Jahres 1900, ein kleiner Junge wird an die Küste des kleinen Fischerdorfes Skerry gespült. Dorothy nimmt das Kind bei sich auf, das eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihrem Sohn aufweist. Ihrem Sohn, der vor Jahren in einer stürmischen Nacht im Meer verschwand. Niemand weiß, was damals passiert ist, aber alle tuscheln hinter vorgehaltener Hand, besonders über Dorothy und Joseph, der so viel für sie empfand.

»Nachdem er gegangen ist, sinkt sie tiefer in ihren Sessel und legt die Hände fest um ihre Teetasse, um das Zittern zu unterdrücken, denn die Vergangenheit steht wieder vor der Tür, hämmert drängend gegen das Holz und versucht hereinzukommen.« (Seite 76)

Im Wechsel zwischen Jetzt und Damals erzählt Julia R. Kelly eine Geschichte, die schöner, tragischer und trauriger könnte nicht sein. Hierbei lässt sie anfangs vieles weg, das sie erst langsam verrät, dadurch wird das Buch spannender, als ich es erwartet hätte. Eine junge Frau kommt voller Hoffnung und Zuversicht ins Dorf, die Gemeinschaft empfängt sie, aber anders als erwartet. Es wird getuschelt, es gibt Tratsch und Klatsch, Gerüchte entstehen, auf Hoffnung folgt Streit. Liebe kommt auf leisen Sohlen, wird im Keim erstickt, es gibt Scham, Lügen und sowas wie ein Happy End, das schnell ins Gegenteil umschlägt, aber etwas bleibt. Es folgt ein Drama, das anhält, bis das Meer etwas gibt, das anders ist, als es scheint.

Dieses Buch ist der wunderbarste und berührendste Roman, den ich in der letzten Zeit lesen durfte. Ganz unschuldig fing er an, dann entfaltete er eine Wucht, der ich mich nicht entziehen konnte, ich legte ihn irgendwann einfach nicht mehr aus der Hand. Drama, Tragödie, eine Prise Krimi, eine Liebesgeschichte und ein Familienroman, all dies vereint in einer Story, die mich tief bewegt und berührt hat. Die Autorin überraschte mich immer wieder mit Wendungen und Enthüllungen, die ich nicht kommen sah. Ich bangte und fühlte, litt und weinte, lächelte und schmunzelte, war entsetzt und wütend, wünschte und hoffte - es war wirklich wunderbar. Ein Herzensbuch und ein Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Atmosphärisch und zu Herzen gehend

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Es ist Winter und Unmengen von Schnee schneiden die Dorfgemeinschaft zeitweise von der Außenwelt ab. Die Krämerin hat weniger Ware und der Fischfang gestaltet sich schwierig. Die Autorin hat eine Atmosphäre ...


Es ist Winter und Unmengen von Schnee schneiden die Dorfgemeinschaft zeitweise von der Außenwelt ab. Die Krämerin hat weniger Ware und der Fischfang gestaltet sich schwierig. Die Autorin hat eine Atmosphäre geschaffen, bei der ich den eisigen Wind im Gesicht gespürt habe. Ein Heißgetränk hatte ich beim Lesen stets parat und machte es mir unter einer kuscheligen Wolldecke bequem. Dennoch haben mich die Vorkommnisse total erschüttert und mir mehr wie einmal Gänsehaut beschert, für die nicht immer die Kälte verantwortlich war.

Es geht um Dorotheas Sohn Moses, der vor einigen Jahren als sechsjähriger sein Leben im schottischen Meer verlor. Einige Jahre später wird ein kleiner Junge am Strand von Skerry angeschwemmt, der Moses wahnsinnig ähnlich sieht. Die Lehrerin Dorothy pflegt den Jungen gesund und betrachtet ihn als Geschenk des Meeres. Ihr Verhalten wird immer sonderbarer ...

Die Geschichte versprüht Übersinnlichkeit und sehr, sehr viel Traurigkeit. Sie erzählt von unerfüllter Liebe und dramatischen Ereignissen. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet und wirken teilweise wie aus einem Klassiker von Emily Brontë entsprungen. Schuldgefühle, Eifersucht und Missverständnisse haben mich richtig fassungslos gemacht.

Es ist eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit passiert sein könnte und auch immer wieder passieren wird. Diese vielen ungesagten Worte und hoffnungslos wirkenden Situationen geben der Story neben Krimielementen auch etwas Mysteriöses.

Setting und Figurenzeichnung sind wunderbar gelungen. Der magische Schreibstil hat mich aufs weite Meer getragen.

Ich habe mitgelitten und hätte gerne Dorothea geschüttelt und sie dazu gebracht, endlich mal Klartext zu reden. So viele unnötige Sorgen hätten sich mit klaren Worten verhindern lassen. Das Ende ist sehr emotional und wie mitten aus dem Leben gegriffen.

Lange Rede - kurzer Sinn: Eine klare Empfehlung. Ich beneide jeden, der dieses Buch noch vor sich hat.

Danke, Julia R. Kelly

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Was das Meer uns gibt

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Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.

Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen ...

Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.

Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen Bahn gezogen.

In einem kleinen Fischerdörfchen an der schottischen Küste wird ein kleiner Junge vom Meer an den Strand gespült - ein Ereignis, das wie ein Sturm in das Leben der Dorfbewohner fährt.
Besonders für Dorothy, die Lehrerin die sich dem Jungen annimmt, bedeutet seine Ankunft weit mehr als nur ein außergewöhnliches Ereignis.
Ihr eigenes, traumatisches Erlebnis liegt erst wenige Jahre zurück und ähnelt dem Schicksal des Jungen auf schmerzhafte Weise. Durch ihre kühle, entbehrungsreiche Kindheit geprägt, wirkt Dorothy oft zurückhaltend und unnahbar - etwas, das ihr die Menschen im Dorf nur allzu kritisch auslegen.

Die Geschichte ist so eindringlich und bildhaft erzählt, dass ich mich der rauen Brandung, dem Wind und der melancholischen Stille des Küstenortes kaum entziehen konnte. Die Figuren wirken unglaublich echt: Ich habe Dorothys Schmerz gespürt, ebenso wie das leise Aufflammen ihrer Hoffnung. Auch Joseph, der Fischer, der den Jungen findet, hat mich bewegt - seine stille Stärke, seine Zweifel, seine unerwartete Verbundenheit zu Dorothy. Seine innere Zerissenheit hat mich sehr berührt.

Gut gefallen hat mir auch die geschwätzige Damenrunde im Dorflädchen, allen voran Mrs. Smith, die mit ihrer ehrlichen, direkten und unverblümten Art immer wieder Wärme in die Geschichte bringt.

Dieses Buch vereint die Gewalt der Natur mit der Zerbrechlichkeit menschlicher Emotionen. Es hat mich tief getroffen, mich gefesselt, mich zum Nachdenken gebracht- und es hat das Potential, mein persönliches Lesehighlight 2025 zu werden.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Ruhig aber nachhallend

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Dieses Buch hat mich eiskalt erwischt – im besten Sinne. Von Anfang an stellt es diese eine Frage in den Raum: Wie viel Schmerz kann ein Mensch tragen, bevor er daran zerbricht? Diese Frage hängt über ...

Dieses Buch hat mich eiskalt erwischt – im besten Sinne. Von Anfang an stellt es diese eine Frage in den Raum: Wie viel Schmerz kann ein Mensch tragen, bevor er daran zerbricht? Diese Frage hängt über der Geschichte wie der raue Wind, der durch das kleine, schottische Küstennest Skerry fegt.
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Wir springen ins Jahr 1900: ein abgelegenes Dorf an der schottischen Küste, ein Ort voller Schweigen, Salzluft und ungelöster Geschichten. Mittendrin Dorothy, eine Frau, die gelernt hat, Gefühle wegzuräumen wie andere den Abwasch. Ihre Mutter hat ihr schon früh beigebracht, dass Nähe etwas Gefährliches ist. Als das Meer eines nachts ihren Sohn Moses verschluckt, verliert Dorothy nicht nur ihr Kind, sondern alles, woran sie sich festhalten konnte.

Dann wird eines Tages ein fremder Junge an den Strand gespült. Natürlich ist es nicht ihr Sohn, doch trotzdem wirbelt seine Ankunft Dorothys Welt wieder durcheinander. Im Dorf wird getuschelt, verurteilt, sich eingemischt. Dorothy war dort nie wirklich willkommen, war immer die „Zugereiste“, die Fremde, die sich in die Dorfgemeinschaft gedrängt hat.
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„Das Geschenk des Meeres“ ist nicht einfach nur eine dramatische Geschichte. Es ist ein Roman über das Muttersein, Schuld und all die Rollen, in die Frauen – mehr oder weniger bewusst - gedrängt werden. Frauen sollen einfach nur funktionieren, still leiden und mit jedem noch so heftigen Schicksalsschlag klarkommen, ohne zu jammern. Doch dem verweigert Dorothy sich. Es ist unheimlich schön zu lesen, wie sie langsam immer mehr Selbstbewusstsein gewinnt und mit den Verlusten versucht, klarzukommen.

„Was vergessen war, kehrt zurück, wenn das Meer bereit ist.“ (S. 59)

Julia R. Kelly erzählt mit einer zurückhaltenden, aber unglaublich eindringlichen Sprache. Man spürt die salzige Kälte des Meeres, die Schwere der Vergangenheit, aber auch diese zarte Hoffnung, die sich immer wieder durch die Dunkelheit schiebt.
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„Das Geschenk des Meeres“ ist kein leichter Wohlfühlroman. Es ist ein Buch, das wehtut, nachhallt und sich in die Gedanken einbrennt. Und genau das macht es zu etwas Besonderem.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

„Hier draußen, am Rand des Nirgendwo, gibt es Geschichten. Und Geheimnisse.“

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Dorothy ist neu in Skerry, einem von Fischerei und dem rauen Meer geprägten Ort in Schottland. Sie ist Lehrerin, sehr zurückhaltend und wird von den Bewohnern skeptisch beäugt. Nur der stille, ernste Fischer ...

Dorothy ist neu in Skerry, einem von Fischerei und dem rauen Meer geprägten Ort in Schottland. Sie ist Lehrerin, sehr zurückhaltend und wird von den Bewohnern skeptisch beäugt. Nur der stille, ernste Fischer Joseph nähert sich ihr an. Doch das sieht nicht jeder gern und eine Kette von tragischen Ereignissen setzt sich in Gang. Jahre später wird ein kleiner Junge an den Strand gespült, mehr tot als lebendig. Und mit ihm wird die Vergangenheit aufgewühlt, verborgene Gefühle aufgebrochen. Die Chance auf Heilung alter Wunden?

Ein Buch, das mich zu Tränen gerührt hat. „Das Geschenk des Meeres“ ist unglaublich intensiv, atmosphärisch und geradezu poetisch. Julia R. Kellys Schreibstil übte von Seite eins an einen unwiderstehlichen Sog auf mich aus. Ich konnte das Meeresrauschen, den kalten Winterwind und die teilweise düstere Atmosphäre von Skerry förmlich spüren. Und damit auch die tiefen Gefühle, den unauslöschlichen Schmerz einer Mutter, die Schreckliches erlebt hat. Dorothy ist eine tiefsinnige, kühle, verschlossene Figur und doch ist es der Autorin gelungen, sie sympathisch und nahbar zu machen.

Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven und auf zwei Zeitebenen (Jetzt und Damals). Mir hat es dennoch keine Schwierigkeiten bereitet, dem Inhalt zu folgen. Ganz im Gegenteil, ich mochte die verschiedenen Sichtweisen, wodurch der Ort Skerry und seine Bewohner, ihre Verstrickungen und Gefühle eine lebensechte Plastizität annehmen. Zwischen Hoffnung, Spannung und Schmerz, habe ich mit Dorothy gelitten und geweint. Bis zum Ende, das aus diesem wunderschönen Buch ein rundes und unheimlich liebenswertes Leseerlebnis gemacht hat. Highlight!