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Veröffentlicht am 17.01.2026

heftig

Hazel sagt Nein
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Die Familie Blum war gerade aus Brooklyn in eine Kleinstadt gezogen weil der Vater eine bessere Anstellung fand, die Lebenskosten deutlich günstiger waren und man für beide Kinder eine gute Schulbildung ...

Die Familie Blum war gerade aus Brooklyn in eine Kleinstadt gezogen weil der Vater eine bessere Anstellung fand, die Lebenskosten deutlich günstiger waren und man für beide Kinder eine gute Schulbildung im Auge hatte. Hazel sollte dort ihr letztes Schuljahr absolvieren und eine Grundlage schaffen um danach auf eine gute Hochschule zu wechseln.

Die titelgebende Szene im Schulleiterzimmer wurde schon im Klappentext beschrieben. Das Verhalten des Direktors hat direkt beim Lesen Beklemmung hervorgerufen und man war fassungslos dass es sowas gibt. Und auch dass er dies schon einige Jahre so gehandhabt hat. Hazel sagt Nein und ab da ist nichts mehr wie vorher.

Sonderbarerweise gibt es weder einen kollektiven Aufschrei der anderen Eltern noch werden Konsequenzen und Aufklärung gefordert sondern auf allen Ebenen gibts Anfeindungen und Hass gegenüber der Familie Blum. Sogar noch Solidaritätsbekundungen für diesen netten Schulleiter, der der Schule so viel gutes getan hatte. Man hört z.B. nichts von Schülerinnen, die sowas in den Vorjahren erlebt hatten. Erst als das Ereignis im weiteren Umfeld öffentlich wird flammt eine passende Empörung auf.

Die Familie ist in der Situation gefangen, sie würden am liebsten ihre Umsiedlung rückgängig machen. Aber die Anstellung des Vaters und die Finanzierung des Hauses können nicht einfach zurück abgewickelt werden.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen, trotz des harten Themas gab es auch humorvolle Szenen. Die Wendung die sich circa nach der Hälfte des Buches entwickelt hat, hätte ich so nicht gebraucht.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Anwalts-Milieu

Der unsichtbare Elefant
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Das Cover gefällt mir wirklich gut: minimalistisch in schwarz-weiß, ein paar senkrechte Linien mit einem skizzierten Mann unten, als Symbol des tödlichen Sturzes. Dieses Motiv wird an jedem Kapitelanfang ...

Das Cover gefällt mir wirklich gut: minimalistisch in schwarz-weiß, ein paar senkrechte Linien mit einem skizzierten Mann unten, als Symbol des tödlichen Sturzes. Dieses Motiv wird an jedem Kapitelanfang mit einer laufenden Nummer wiederholt.

Das Thema ist der tödliche Sturz des Anwaltes Thomas Siebenmorgen im Foyer einer Anwaltskanzlei. Für mich steht der titelgebende Unsichtbare Elefant für "Was war da los in dieser Kanzlei?"
Es machen sich drei Protagonisten auf die Suche nach Hintergrundinformationen.
- Maria ist eine Kollegin die besonders in ihrer Anfangszeit in der Kanzlei von Thomas viel Unterstützung hatte. Sie musste den Sturz leider mit ansehen und hadert mit der Frage ob sie ihm noch hätte helfen können.
- Viktor wird von der Polizei beauftragt zur Krisenintervention um Betroffene vor Ort und im privaten Umfeld zu betreuen.
- Simon wird von der Anwaltskanzlei selbst beauftragt um intern zu ermitteln, inwieweit der Arbeitsbereich oder einzelne Kollegen einen Anteil an der Verzweiflung hatten.

Die kurzen Kapitel im Buch fand ich sehr gut, sie haben das Lesen flüssig gestaltet. Alle drei Hauptfiguren waren mir sehr sympathisch. Sie haben sich mit Thomas’ Leben und Arbeiten weitreichender befasst als es ihre Aufgabe verlangt hätte. So kommen sie dem Menschen Thomas Siebenmorgen nahe und alle drei bringt es zu Rückschlüssen in ihr eigenes Leben. In der Summe fühlte ich mich richtig gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

warmherzig

Lass uns noch bleiben
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Wir lernen Anna in ihrem Pflanzenladen kennen und merken gleich dass sie zur Zeit sehr traurig ist. Sie wurde von ihrer Freundin Vinka überraschend und ohne Erklärungen verlassen und leidet sehr darunter. ...

Wir lernen Anna in ihrem Pflanzenladen kennen und merken gleich dass sie zur Zeit sehr traurig ist. Sie wurde von ihrer Freundin Vinka überraschend und ohne Erklärungen verlassen und leidet sehr darunter. Sie hat eine tägliche Routine Henning, dem Besitzer eines Antiquariates in der Nachbarschaft, Kaffee vorbeizubringen und ihn gemeinsam mit ihm zu trinken. Henning ist auch eher ein Eigenbrötler, die kurzen Besuche kommen oft mit nur wenigen Worten aus. Als Leser wird uns aufgezeigt wie einsam man in einer so großen Stadt wie Berlin sein kann. Verstärkt wird das bei Anna weil sie als Selbstständige alleine ihren Laden führt und ihr so Kollegen für Kontakte oder Freundschaften fehlen.

Die Situation ändert sich durch Alex, der in ihrem Laden einen Zettel zur Wohnungssuche aufhängen möchte. Zuvor hatte Anna gehofft, dass Vinka bei ihr einzieht und dadurch ihren finanziellen Engpass erleichtern würde. Kurz entschlossen nimmt sie Alex als Mitbewohner in ihrer Wohnung auf.

Langsam freunden sich die beiden an und Alex gelingt es, Anna wieder Schritt für Schritt in ein zufriedeneres Leben zurück zu bringen. Auch wenn die Entwicklung der Geschichte von Anna, Alex und Henning nicht immer realistisch ist habe ich mich mit diesem leisen Roman sehr wohlgefühlt.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Aufmerksamkeit

Jetzt gerade ist alles gut
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Die Geschichte beginnt während einer geplanten Abreise der Familie in den Urlaub. Wie schon im Klappentext verraten kommt überraschend eine Sepsis wegen eines Schnittes in den Finger dazwischen. Beim Weitererzählen ...

Die Geschichte beginnt während einer geplanten Abreise der Familie in den Urlaub. Wie schon im Klappentext verraten kommt überraschend eine Sepsis wegen eines Schnittes in den Finger dazwischen. Beim Weitererzählen sind wir dann nach den Behandlungen und es ist klar, dass es ziemlich heikel war und der Protagonist richtig Glück hatte.

Ab da lesen wir viele kleine Episoden jeweils mit einer Überschrift, einem Thema wie z.B. “Die Schaukel“. Dabei betrachtet er kleine Ereignisse und Alltägliches ebenso wie Beziehungen zu anderen Menschen, innerhalb der Familie und langjährigen Freunden. Alles geprägt von der Sichtweise nach dieser lebensgefährlichen Sepsis. Er versucht nun, wichtige Momente auch in kleinen Dingen zu erkennen.

Bei diesem Hörbuch fand ich die Lesart von Götz Otto gut, ohne übertriebene Betonungen, den männlichen Erzähler gut dargestellt. Obwohl ich ihn als Schauspieler kenne, hätte ich ihn an seiner Sprechstimme nicht erkannt.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Reihe ausgereizt

Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
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Als drittes Buch der Reihe wollte Henssler wohl durch die Einteilung Morgens-Mittags-Abends einen neuen Aspekt einbringen. Für mich ist dies nicht gut gelungen. Besonders bei den Frühstücksideen kann ich ...

Als drittes Buch der Reihe wollte Henssler wohl durch die Einteilung Morgens-Mittags-Abends einen neuen Aspekt einbringen. Für mich ist dies nicht gut gelungen. Besonders bei den Frühstücksideen kann ich bei vielen nichts von Schnelligkeit erkennen. Es gibt Gerichte die bis zu 50 Minuten Zubereitungszeit aufweisen. Und dabei sind nicht einmal die Gerichte gemeint bei denen Brot angesetzt und gebacken wird.

Bei den Mittags-Gerichten gibt es recht viele One-Pot Rezepte rund um Nudeln, bei denen der Aspekt der Schnelligkeit recht leicht zu erfüllen ist. Erst die Abend-Gerichte haben mich persönlich mehr angesprochen und zum nachkochen animiert.

Ich hatte bereits ein Buch der Reihe Schnelle Nummer gelesen das mich deutlich mehr begeistert hat. Da gab es mehr Pfiffigkeit und Humor, mehr Henssler-Typisches und mehr Lust zum Nachkochen.

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