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Veröffentlicht am 28.08.2021

Fachwissen und Einfühlungsvermögen

Hunde als Weggefährten
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Ich kannte Andreas Ohligschläger nicht. Ich habe den Hinweis genutzt, dass er im WDR viele Sendungen hat, und mir diese auch angesehen. Seine Sprechstimme ist genau wie bei den Fernsehbeiträgen ganz ruhig ...

Ich kannte Andreas Ohligschläger nicht. Ich habe den Hinweis genutzt, dass er im WDR viele Sendungen hat, und mir diese auch angesehen. Seine Sprechstimme ist genau wie bei den Fernsehbeiträgen ganz ruhig und klar. Er hat sehr viel Ahnung von Hunden und plädiert dazu, diese nicht zu vermenschlichen. Das scheint viele der Probleme zwischen Mensch und Hund zu lösen. Ich bin sehr beeindruckt von seinem Fachwissen und seinem Einfühlungsvermögen.

Dieses Buch widmet sich im Erstes Drittel viel dem Thema, wie man mit mehreren Hunden umgehen kann. Sowohl beim Kennenlernen als auch beim gemeinsamen Gassigehen. Dies betrifft aber sicher nur einen kleineren Teil der Hundehalter. Für meinen Geschmack ist ein zu großer Anteil seines Textes auf das menschliche Verhalten ausgerichtet bis hin zu Entspannungstipps und Ratschläge fürs Berufs- Familien- und Gesundheitsleben. Anleitungen in Bezug auf den Hund wie Erziehungstipps, Lern- und Spielübungen wären mir lieber gewesen.
Insgesamt überwiegt bei mir aber der Respekt vor Andreas Ohligschläger als Coach. Seine unaufgeregte, ruhige Herangehensweise und das Betrachten des Menschen im Umgang mit seinem Hund.

Speziell zum Hörbuch: bei einem Sachbuch finde ich es sehr angenehm dass die Ratschläge vorgelesen bzw. erzählt werden. Schwierig ist bei dem Format allerdings, die gehörten Verhaltensweisen und Erziehungssituationen gezielt wiederzufinden.

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Veröffentlicht am 28.08.2021

Besonderer Schreibstil

Die Überlebenden
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Zuerst möchte ich ein besonderes Stilmittel beschreiben das mir erst nach vielen Seiten aufgefallen ist: Die Kapitel in der Jetzt-Zeit werden ja zeitlich rückwärts erzählt. Ich lese z.B. den Abschnitt ...

Zuerst möchte ich ein besonderes Stilmittel beschreiben das mir erst nach vielen Seiten aufgefallen ist: Die Kapitel in der Jetzt-Zeit werden ja zeitlich rückwärts erzählt. Ich lese z.B. den Abschnitt mit der Uhrzeit 14.00 Uhr. Dieser endet mit ein paar Sätzen. Mir kam da was bekannt vor und tatsächlich, viele Seiten vorher sind genau diese identischen Sätze der Einstieg in den Abschnitt mit der Uhrzeit 16.00 Uhr. Dies zieht sich durch alle Kapitel in der Gegenwart.

Erzählt wird die Kindheit dreier Brüder die geprägt ist von Lieblosigkeit bis hin zur Verwahrlosung. Auch untereinander sind die drei Jungs wenig achtsam, rivalisieren miteinander, kränken und schikanieren sich gegenseitig. Im Erwachsenenalter hat sich ihre Beziehung nicht verbessert und ihr Verhalten bleibt mir unverständlich.

Beeindruckt hat mich der Erzählstil und der Spannungsbogen der letztlich auf einen großen Überraschungsmoment hinführt. Aber die eigentliche Geschichte hat mir nicht gefallen und alle fünf Familienmitglieder blieben mir unsympathisch.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Kein Vergleich mit des bisherigen Büchern

Ein Sohn der Stadt
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Leider hat mir diese Geschichte nicht gefallen. Ich habe bereits alle 4 bisher von Kent Haruf erschienenen Bücher gelesen und Großes erwartet. Neben dem Erzählstil hatte mich immer die Liebenswürdigkeit ...

Leider hat mir diese Geschichte nicht gefallen. Ich habe bereits alle 4 bisher von Kent Haruf erschienenen Bücher gelesen und Großes erwartet. Neben dem Erzählstil hatte mich immer die Liebenswürdigkeit der Figuren angesprochen, die kleinen Details in der Personenbeschreibung, die Wendungen, traurige und melancholische Schicksale und auch das Wiederbegegnen mit bekannten Figuren.
All das fehlte mir leider in diesem Band.
Es dreht sich tatsächlich alles nur um Jack Burdette, "Ein Sohn der Stadt", ein wirklich unangenehmer Zeitgenosse. Nichts an dieser Geschichte war liebenswürdig, anrührend oder hoffnungsvoll. Auch die Einwohner von Holt haben nichts von der bisher bekannten Darstellung abbekommen. Der gesamte Verlauf der Geschichte und sein Ende haben mich enttäuscht.

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Veröffentlicht am 14.08.2021

authentisch

Verschieben wir es auf morgen
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Ich kannte die Schauspielerin Miriam Maertens und auch ihre Schauspielfamilie nicht. Das Buch hat mich vom Thema her angesprochen, weil es mich selbst betrifft. Im Buch habe ich dann festgestellt, dass ...

Ich kannte die Schauspielerin Miriam Maertens und auch ihre Schauspielfamilie nicht. Das Buch hat mich vom Thema her angesprochen, weil es mich selbst betrifft. Im Buch habe ich dann festgestellt, dass sie wie ich in München-Großhadern lungentransplantiert wurde. Miriam erzählt zum größten Teil ihre Lebensgeschichte und auch ihren Kampf gegen die Krankheit Mukoviszidose. Es zeigt sich, dass sie aus reiner Willenskraft so viel mehr erreichen konnte, als aus medizinischer Sicht möglich war.

Mich persönlich interessierte besonders alles rund um ihre Transplantationsgeschichte. Im Gegensatz zu Miriam Maertens war ich Gott-sei-Dank der Transplantation nie so feindlich gegenüber eingestellt. Im Gegenteil, für mich war sie nach all den Leidensjahren eher ein Licht am Ende des Tunnels. Viele der Erfahrungen und Eindrücke rund um die Transplantation habe ich so ähnlich auch selbst erlebt und finde die Erzählung recht authentisch. Schmunzeln musste ich als sie einen netten und kompetenten jungen Arzt namentlich erwähnt. Ihn treffe ich nämlich selbst in den letzten Jahren regelmäßig in der Transplantationsambulanz.

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Veröffentlicht am 14.08.2021

Lebenswege

Wir für uns
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Zwei Frauen: Josie ist unerwartet schwanger von Bengt, der allerdings verheiratet ist und kein weiteres Kind mehr möchte. Dann die 71-jährige Kathi die gerade ihren Mann Werner beerdigen musste. Der Anfang ...

Zwei Frauen: Josie ist unerwartet schwanger von Bengt, der allerdings verheiratet ist und kein weiteres Kind mehr möchte. Dann die 71-jährige Kathi die gerade ihren Mann Werner beerdigen musste. Der Anfang ist davon geprägt, dass wir uns fürchterlich darüber aufregen dürfen, wie dieser Bengt mit Josie umgeht. Und wie sie sich die 9 Jahre darauf eingerichtet hat, einmal in der Woche ein paar Stunden eine Beziehung zu haben. Ansonsten fehlt ihr alles, was eine junge Frau von einer Liebe erwarten dürfte. Es gab keine gemeinsamen Unternehmungen oder Urlaub, keine Wochenenden, kein Freundeskreis.

Noch deutlicher als um die vielzitierte Freundschaft ging es mir in dieser Geschichte allerdings um die Probleme in der eigenen Familie. Die Beziehung zur Mutter, das gegenseitige Verstehen bzw. das Nicht-Verstehen. Und bei beiden Frauen auch um ihre Beziehung zu Männern. Josies Affäre mit Bengt war sicher nicht auf Augenhöhe und auch Kathi interpretiert ihre Ehe nicht als sehr harmonisch und liebevoll. Es gab viel Schweigen, Werner war in den gemeinsamen Jahren oft nicht damit einverstanden, dass sie so viel Zeit ihrem Laden widmen musste. Und im Nachhinein erfahren wir, dass er sie betrogen hatte.

Die Geschichte liest sich angenehm, es bleibt immer ein bisschen Spannung, wie beide mit der Veränderung in ihrem Leben zurecht kommen und welche Entscheidungen sie treffen.

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