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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2021

Hat mir sehr gut gefallen

Lockvogel
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Wer viel liest denkt sicher, fast jede Charaktere schon mal als Protagonist kennengelernt zu haben. Und doch sind diese beiden liebenswerten Figuren so ganz anders. Es hat mich von Anfang an begeistert, ...

Wer viel liest denkt sicher, fast jede Charaktere schon mal als Protagonist kennengelernt zu haben. Und doch sind diese beiden liebenswerten Figuren so ganz anders. Es hat mich von Anfang an begeistert, die beiden kennenzulernen.

Einen abgebrannten Privatdetektiv gibts oft: dieser Edgar Brehm ist mit seinen Problemen, seiner Moral und seiner Vorgehensweise aber irgendwie besonders. An ihn wendet sich die junge Schauspielschülerin Antonia. Sie wurde überraschend von ihrem Freund Felix verlassen und richtig schlimm daran ist, dass er sie bestohlen hat: ein nicht geringes Vermögen ihrer Großmutter, das dieser ihren Lebensabend in einem Seniorenheim sichern sollte. Beiden geht es im Moment wirklich nicht gut und dass Toni Herrn Brehm beim Ermitteln hilft, ist eher aus der Not heraus geboren. Es winkt eine lukrative Bezahlung für die Detektivarbeit um einen Todesfall und eine Erpressung und so entsteht dieses wenig professionelle Ermittlerpaar. Besonders Toni stolpert recht chaotisch immer mitten rein ins Geschehen, bringt die Aufklärung damit aber ständig voran.

Die Geschichte war spannend, witzig und sehr unterhaltsam geschrieben. Auch wenn das wohl nicht zum Konzept dieses Buches gehört so würde ich mich doch freuen, eine weitere Geschichte mit Toni und Edgar zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2021

Schwesternliebe

So wie du mich kennst
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Karla und ihre jüngere Schwester Marie waren sowas wie Seelenverwandte. Sehr behütet sind sie in einer dörflichen Gemeinschaft aufgewachsen. Im Erwachsenenalter blieb Karla im gewohnten Umfeld nahe ihrer ...

Karla und ihre jüngere Schwester Marie waren sowas wie Seelenverwandte. Sehr behütet sind sie in einer dörflichen Gemeinschaft aufgewachsen. Im Erwachsenenalter blieb Karla im gewohnten Umfeld nahe ihrer Eltern während Marie sich in einen Amerikaner verliebt hat und mit ihm in seine Heimat gezogen ist. In allem was wir an Gedanken von Karla lesen wird klar, wie sehr sie sich mit ihrer kleinen Schwester verbunden fühlte und dass deren Wegzug und auch die Wahl ihres Ehemannes für Karla nicht leicht zu akzeptieren war.

Doch nun ist Marie tot. Die Umstände ihres Unfalls sind rätselhaft, die Eltern und Karla fassungslos in ihrer Trauer. Gemeinsam beschließen sie dass nach der Beerdigung Karla nochmal nach New York fliegt um sich dort um die persönlichen Dinge Maries zu kümmern und den Hausstand aufzulösen. Vor Ort in Maries Wohnung wird Karla mit Erinnerungen an Gespräche und gemeinsame Erlebnisse mit Marie überflutet. Sie spürt deren Leben nach, trifft ihre Freunde. Aber mit der Auflösung der Wohnung kommt sie kaum weiter, so viele Dinge die sie über Marie entdeckt sind lähmend und verstörrend. Besonders schmerzhaft ist, dass Karla erkennt, dass ihre kleine Schwester ihr doch nicht alle Geheimnisse ihres Lebens anvertraut hatte. Durch ihre häufigen Telefonate und ein paar gemeinsame Wochen in New York hatte sie bisher immer den Eindruck, alles über Marie zu wissen.

Ich fand es ein gelungenes Stilmittel, dass Marie zu großen Teilen selbst zu Wort kommt. So erfahren wir Leser deutlich mehr von Marie und was sie in den letzten Jahren durchgemacht hat als es ihre Schwester im Nachhinein erforschen könnte. Eine ruhig erzählte, traurige Lebensgeschichte die es auch gut verträgt, dass nicht alle Geheimnisse und offene Fragen geklärt werden.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Ein langes Leben

Sturmvögel
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Auf der Insel auf der Emmy aufgewachsen ist steht der titelgebende Begriff Sturmvögel für die Seeleute die meist als Walfänger auf dem Meer arbeiten und saisonmäßig wieder in der Heimat eintreffen. Emmy ...

Auf der Insel auf der Emmy aufgewachsen ist steht der titelgebende Begriff Sturmvögel für die Seeleute die meist als Walfänger auf dem Meer arbeiten und saisonmäßig wieder in der Heimat eintreffen. Emmy nutzt diesen Begriff ihr ganzes Leben lang wenn sie die Lebensläufe anderer Menschen betrachtet.

Es gefällt mir wie wir zum Start der Geschichte die 87-jährige Emmy präsentiert bekommen: sie ist eigenständig, nicht auf den Mund gefallen und sieht ihr Umfeld mit viel Biss und Humor. Und sie will nicht bevormundet werden. Auch nicht von ihren Kindern. Diese drei wiederum werden nicht sehr sympathisch dargestellt: Hilde die Älteste immer pflichtbewusst aber nörgelnd, der Sohn Otto ist meistens klamm und schaut dass er was abstauben kann. Die jüngste, Tessa ist beruflich recht erfolgreich, lässt sich aber nicht gerne für die Familie einspannen.

Wir erfahren die gesamte Lebensgeschichte von Emmy, dem Inselkind. Sie war, geprägt von der Liebe ihres Vaters, schon als Mädchen selbstbewusst und auch vorlaut. Das hat ihr im fernen Berlin und durch die harten Kriegsjahre geholfen. Die Geschichte war glaubwürdig, der Schreibstil flüssig und sehr angenehm zu lesen.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Erben

Enriettas Vermächtnis
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Der Schönheitschirurg Emilio Volpe aus Argentinien reist in Zürich an weil er einer der Erben der verstorbenen Enrietta da Silva ist. Die zweite Erbin ist die junge Schauspielerin Jana aus Salzburg, sie ...

Der Schönheitschirurg Emilio Volpe aus Argentinien reist in Zürich an weil er einer der Erben der verstorbenen Enrietta da Silva ist. Die zweite Erbin ist die junge Schauspielerin Jana aus Salzburg, sie war in den letzten Jahren sowas wie eine Ziehtochter von Enrietta. Das Vermögen der erfolgreichen Autorin ist immens, wobei Emilio selbst beruflich so erfolgreich ist, dass er mit dem Gedanken spielt, das Erbe auszuschlagen. Bald taucht der leibliche Sohn, Armando da Silva auf und fordert den Pflichtteil am Erbe seiner Mutter. Der Hauptinhalt der Geschichte dreht sich darum zu ermitteln, wie die Beteiligten zu Enrietta standen, warum sie als Erben eingesetzt wurden und warum Enrietta ihren eigenen Sohn nicht bedacht bzw. dem Notar sogar dessen Existenz verschwiegen hat.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und flüssig zu lesen. Das gegenseitige Erzählen ihrer Lebensgeschichten zieht sich dann aber in die Länge. Und ich habe das Handeln und die Reaktionen der drei Hauptakteure Jana, Emilio und Armando nicht wirklich verstehen können. So haben mich ihre Beziehungen untereinander und auch was sie zu erzählen hatten nicht wirklich gepackt.

  • Cover
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Veröffentlicht am 25.04.2021

Freundschaft fürs Leben?

Die Geschichte von Kat und Easy
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Ein bisher gelesenes Buch von Susann Pásztor hatte mich so fasziniert, dass ich bei der Autorin gleich zugegriffen habe. Und ich muss gleich zu dem Ergebnis kommen, dass dieses Buch mich definitiv nicht ...

Ein bisher gelesenes Buch von Susann Pásztor hatte mich so fasziniert, dass ich bei der Autorin gleich zugegriffen habe. Und ich muss gleich zu dem Ergebnis kommen, dass dieses Buch mich definitiv nicht so gepackt hat.

Die Erzählung beginnt in der Neujahrsnacht ins Jahr 1973 rein. Kat und Easy sind kurz vor ihrem 16. Geburtstag und sie erwarten Großartiges vom Neuen Jahr, dem Erwachsenwerden und dem ganzen Leben. Der Leser erfährt bald, dass diese Freundschaft von damals eben nicht ein Leben lang gehalten hat sondern durch ein Ereignis jäh geendet ist. Auf dieses Ereignis arbeiten beide Erzählungen, die Jugendzeit und das Treffen auf Kreta 50 Jahr danach, hin. Beide Ebenen sind aus der Sicht von Kat geschrieben, allerdings in Laustedt in der dritten Person und auf Kreta wird in der Ich-Form erzählt.

Kat berichtet alles sehr distanziert und beobachtend und leider zieht sich die Geschichte schon ziemlich in die Länge. Da ich dann aber mit dem Spannungsbogen und der Auflösung des Geheimnisses recht zufrieden war, gibts von mir doch noch 4 Sterne.

  • Cover
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