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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

kein angenehmes Lesen

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Die körperliche Nähe war schon lange aus der Ehe von Erika und Jan verschwunden. Trotzdem kam es für sie sehr überraschend als Jan ihr an einem letzten Urlaubstag offenbarte dass er seit ca. anderthalb ...

Die körperliche Nähe war schon lange aus der Ehe von Erika und Jan verschwunden. Trotzdem kam es für sie sehr überraschend als Jan ihr an einem letzten Urlaubstag offenbarte dass er seit ca. anderthalb Jahren eine Beziehung mit der jüngeren Marie hat.

Mich haben zwei Dinge gestört: Zum einen der Schreibstil mit vielen verschachtelten, langen Sätzen. Ich wollte ein Beispiel zitieren habe dann aber aufgrund der Überlänge nur die Anzahl der Worte gezählt: 94 Worte! (Seite 92/93) Was soll man mit solch einem Satz anfangen?
Und die Hauptperson Erika deren Gedanken die ganze Geschichte tragen blieb mir unsympathisch. Wir lesen die ganze Zeit larmoyante und aggressive Betrachtungen ihrer jetzigen Situation. Besonders ihre Gedanken Marie gegenüber waren derbe und beleidigend.
Es war für mich kein angenehmes Lesen so dass ich froh war dass das Buch weniger als 200 Seiten hatte.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Erwartungen

Restsommer
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Die Geschichte wird von dem 16-jährigen Dominik in der Ich-Perspektive erzählt und ich fand seine Gedankenwelt sehr stimmig dargestellt. In diesem Sommer wird ihm bewusst dass die Schule bald endet und ...

Die Geschichte wird von dem 16-jährigen Dominik in der Ich-Perspektive erzählt und ich fand seine Gedankenwelt sehr stimmig dargestellt. In diesem Sommer wird ihm bewusst dass die Schule bald endet und er langsam ins Erwachsenenleben startet. Ihn beschäftigen Erwartungen und Zweifel an Zukunft, Freundschaften und erste Liebe wie sicher die meisten in dieser Lebensphase.
Bei ihm kommt erschwerend hinzu dass quasi schon festgelegt ist dass er den Bestatterberuf ergreift um das Bestattungsinstitut seines Vaters fortzuführen. Dies macht ihm richtig Angst denn für ihn würde es wohl bedeuten, dass er nie aus seinem ländlich, dörflichen Umfeld herauskommen würde.

Dies hat mich angesprochen, weil ich vor ca. 30 einen jungen Mann kannte, der genau vor dieser Herausforderung wie Dominik stand. Und ich weiß, dass er inzwischen der Chef des elterlichen Bestattungsinstuts ist.
Hier in der Geschichte hat sich Dominik in diesem schwierigen und ereignisreichen Sommer deutlich weiterentwickelt und ich traue ihm zu dass er seinen Weg finden wird.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Unzufriedenheit

Die Liebe, später
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Kora lebt seit vielen Jahren in Anselms Elternhaus in Köln während er zur Arbeit nach Berlin pendelte und nur am Wochenende zuhause war. Doch nun hat sich für Kora ihr vertrautes Leben verändert. Sie selbst ...

Kora lebt seit vielen Jahren in Anselms Elternhaus in Köln während er zur Arbeit nach Berlin pendelte und nur am Wochenende zuhause war. Doch nun hat sich für Kora ihr vertrautes Leben verändert. Sie selbst musste eine schwere Zeit mit einer Herz OP überstehen und dass Anselm mit einer Frühverrentung jetzt ständig in Köln lebt hat sie komplett überrumpelt.

Von Anfang an merken wir dass Kora sich von ihrem Mann Anselm entfernt. Gleich mit der hastigen Abreise zu einer Einladung einer langjährigen Kollegin nach München. Sie hängt direkt einen Abstecher zu einem Bekannten dran der Kora unbedingt in die Suche nach seiner verschwundenen Frau einbinden will. In ihrer Beziehung geht sie auch auf Abstand. Sie lässt Anselm im Ungewissen wohin und warum sie verreist und die Grüblereien über die Beziehung teilt sie nicht mit ihm.

Ich habe mir schwergetan mit dieser Geschichte, besonders weil ich Kora mit ihrer Unzufriedenheit und ihren Gedankengängen nicht verstehen konnte. Ich bin genau in diesem Alter und finde dass man bis dahin schon viel darüber gelernt hat wie sich das Leben verändert. Man kennt die Gefahr von Verlust und Krankheit und spürt dass Möglichkeiten und Ziele etwas enger werden. Aber man tut gut daran, die Dinge zu schätzen die man hat und die gut sind. Auch eine gute Beziehung oder gute Freundschaften sind sehr wertvoll und man sollte schon etwas Mühe investieren.
Immerhin hatte ich zum Ende hin den Eindruck dass Kora mit ihrer Unruhe und allen Zweifeln doch auf einen Weg zurück gefunden hat.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Spannungen

Alle glücklich
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Beim Titel „Alle glücklich“ in Verbindung mit dem Klappentext wird dem Leser schnell klar dass alles andere als das zutrifft. Die Hauptlast für die Familie trägt wohl die Mutter Nina. Sowohl der Ehemann ...

Beim Titel „Alle glücklich“ in Verbindung mit dem Klappentext wird dem Leser schnell klar dass alles andere als das zutrifft. Die Hauptlast für die Familie trägt wohl die Mutter Nina. Sowohl der Ehemann Alexander als auch der 19-jährige Ben und die 16-jährige Emilia nehmen sie nur in ihrer Organisationsrolle für den Haushalt wahr. Erst als Nina aus dieser Rolle ausbricht bröckeln die Abläufe in der Familie und es gibt Unruhe im Alltag der anderen drei.

Besonders unsympathisch fand ich Alexander, der als Oberarzt überheblich und arrogant rüberkommt. Und das sowohl zu den Kolleginnen in der Klinik als auch gegenüber seiner Ehefrau. Dies zeigt ein Zitat aus dem Kapitel 20 »Was weißt denn du von einem Vollzeitjob? Was weißt du von der Verantwortung, die jeden Tag auf mir liegt? Ein paar Stunden als Sprechstundenhilfe in einer gemütlichen Praxis lassen sich wohl kaum mit einer 60-Stunden-Woche vergleichen!« Dabei hatte Nina genau wie er Medizin studiert aber wegen der ersten Schwangerschaft unterbrochen und die geplante Wiederaufnahme des Studiums scheiterte mit der Geburt ihrer Tochter.

Die Erzählweise jeweils aus der Sicht aller vier Familienmitgliedern hat die Charaktere gut dargestellt. Die Spannungen und das Unverständnis füreinander kam deutlich zum Vorschein und so begleiten wir alle in die recht schmerzhaften Veränderungen.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

heftig

Hazel sagt Nein
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Die Familie Blum war gerade aus Brooklyn in eine Kleinstadt gezogen weil der Vater eine bessere Anstellung fand, die Lebenskosten deutlich günstiger waren und man für beide Kinder eine gute Schulbildung ...

Die Familie Blum war gerade aus Brooklyn in eine Kleinstadt gezogen weil der Vater eine bessere Anstellung fand, die Lebenskosten deutlich günstiger waren und man für beide Kinder eine gute Schulbildung im Auge hatte. Hazel sollte dort ihr letztes Schuljahr absolvieren und eine Grundlage schaffen um danach auf eine gute Hochschule zu wechseln.

Die titelgebende Szene im Schulleiterzimmer wurde schon im Klappentext beschrieben. Das Verhalten des Direktors hat direkt beim Lesen Beklemmung hervorgerufen und man war fassungslos dass es sowas gibt. Und auch dass er dies schon einige Jahre so gehandhabt hat. Hazel sagt Nein und ab da ist nichts mehr wie vorher.

Sonderbarerweise gibt es weder einen kollektiven Aufschrei der anderen Eltern noch werden Konsequenzen und Aufklärung gefordert sondern auf allen Ebenen gibts Anfeindungen und Hass gegenüber der Familie Blum. Sogar noch Solidaritätsbekundungen für diesen netten Schulleiter, der der Schule so viel gutes getan hatte. Man hört z.B. nichts von Schülerinnen, die sowas in den Vorjahren erlebt hatten. Erst als das Ereignis im weiteren Umfeld öffentlich wird flammt eine passende Empörung auf.

Die Familie ist in der Situation gefangen, sie würden am liebsten ihre Umsiedlung rückgängig machen. Aber die Anstellung des Vaters und die Finanzierung des Hauses können nicht einfach zurück abgewickelt werden.

Vom Schreibstil her hat mir das Buch gut gefallen, trotz des harten Themas gab es auch humorvolle Szenen. Die Wendung die sich circa nach der Hälfte des Buches entwickelt hat, hätte ich so nicht gebraucht.

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