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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2024

Wunderschönes Buch für Mädchen mit tollen Denkanstößen

It's me oder Wie mein Leben plötzlich glitzerte
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Meine Tochter (11 Jahre) war wirklich sehr begeistert von dem Buch und sie ist aktuell eher in der "Naja, geht so"- Phase. Sehr authentisch wird im Tagebuchstil aus dem Leben von Gwinny berichtet. Unsere ...

Meine Tochter (11 Jahre) war wirklich sehr begeistert von dem Buch und sie ist aktuell eher in der "Naja, geht so"- Phase. Sehr authentisch wird im Tagebuchstil aus dem Leben von Gwinny berichtet. Unsere Tochter konnte sich sehr in sie hineinversetzen und hat absolut mitgefiebert. Sei es der Schreckmoment, als die kleine Schwester plötzlich weg war, seien es die vielen Psycho-Tips (Thema Angst). Die Sprache ist kindgerecht und empathisch. Das Cover ist für Mädchen einladend, ohne überladen zu sein. Ein schönes Happy-End macht die Geschichte rund. Vermutlich wird unsere Tochter das Buch irgendwann nochmal lesen. Bisher für sie das Jahreshighlight.

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Veröffentlicht am 16.08.2024

Eine Hommage an die Lebensfreude und den Genuss

Bonjour Agneta
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Agneta hat genug von kaltem Haferschleim, Neoprenanzügen und vor allem ihrem asketischen Ehemann. Einer Annonce folgend landet sie in einem pittoresken Dorf inmitten der Provence. Zunächst schüchtern und ...

Agneta hat genug von kaltem Haferschleim, Neoprenanzügen und vor allem ihrem asketischen Ehemann. Einer Annonce folgend landet sie in einem pittoresken Dorf inmitten der Provence. Zunächst schüchtern und unbeholfen entdeckt sie (auch mit Hilfe der Dorfbewohner) zunehmend ungeahnte Seiten an sich.
Das Buch lebt vom humorvollen Schreibstil und der Selbstironie der Protagonistin. Ich hab mich durchaus wiedergefunden in einzelnen Details und mit Agneta mitgefiebert und mich mitgefreut. Insbesondere die ganze Szenerie in Frankreich ist sehr lebendig gestaltet und mir ist das eine oder andere Mal das Wasser im Munde zusammengelaufen. "How do you do, my Libido?" - eine Frage, die sich Agnetas Hausherr in Frankreich täglich und auch Agneta später immer wieder stellen wird. Eine Hommage an den Genuss und die Lebensfreude, was sich auch wunderbar im farbenfrohen Cover wiederfindet.
Es gibt durchaus auch schmerzliche und traurige Momente. Wobei diese meines Erachtens eher wenig Tiefe haben bzw. für mich nicht richtig nachzuempfinden waren. Die Stärke des Buches lag für mich persönlich eindeutig in der Leichtigkeit und der Situationskomik. Wer eine Lektüre zum Wohlfühlen sucht, in der der Genuss im Vordergrund steht, hat sicher seine Freude an dem Buch.

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Veröffentlicht am 10.08.2024

Wenn in einem Windstärke 17 herrscht...

Windstärke 17
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Neugierig aber auch ein wenig vorsichtig hab ich mich ans Lesen gemacht, da ich mit sehr gehypten Büchern nicht immer Glück hatte. Das Cover gefiel mir von Anfang an bereits sehr gut und empfand ich als ...

Neugierig aber auch ein wenig vorsichtig hab ich mich ans Lesen gemacht, da ich mit sehr gehypten Büchern nicht immer Glück hatte. Das Cover gefiel mir von Anfang an bereits sehr gut und empfand ich als einladend - 2 Menschen am Strand, vor sich die wilde See, lange Schatten. Das Gelb des Namens der Autorin auf dem Cover findet sich auch wieder in dem Gelb des Lesebändchens der Hardcoverausgabe. Ich mag solche kleinen Details.
Auch ohne den Vorgänger "22 Bahnen" gelesen zu haben, war ich schnell in der Geschichte drin. Diese wird aus der Sicht von Ida erzählt, die nach dem Tod ihrer alkoholkranken Mutter zwischen Wut, Schuld und Ohnmacht taumelt. Verbissen versucht sie wieder sicheren Boden unter die Füße zu bekommen. Bloß nicht die tiefe Traurigkeit spüren... Selber in einem emotionalen Mangelmilieu aufgewachsen, fällt es Ida schwer, für den Orkan, der in ihr tobt, Worte zu finden, geschweige denn zu formulieren, was sie braucht. So trifft sie auf Rügen auf Menschen, die unerwartet für sie da sind. Überhaupt wird eher "getan" als "geredet" und mehr gemeinsam "beschwiegen" als "gelöst". Die Dialoge sind sehr authentisch und die Momente der Annäherung und des Trostes haben mich berührt. Ich empfand die Geschichte als ehrlich, manchmal etwas rauh. Besonders gefallen haben mir die Passagen, wenn Caroline Wahl das Mehr beschreibt bzw. wenn Ida schwimmend wieder bei sich selber ankommt. Insgesamt ein lesenswertes Buch, für mich persönlich aber kein Jahreshighlight.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Großartiges Buch über das Wiederfinden des eigenen Lebens und Glücks nach einem schweren Schicksalsschlag

Mein drittes Leben
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Wenn Daniela Krien ein neues Buch herausbringt, bin ich immer schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude auf ihre klugen Texte, da sie für mich eine der besten deutschen Schriftstellerinnen zur Zeit ist. ...

Wenn Daniela Krien ein neues Buch herausbringt, bin ich immer schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude auf ihre klugen Texte, da sie für mich eine der besten deutschen Schriftstellerinnen zur Zeit ist. Diesmal musste ich mich ein wenig rantasten, da ich Respekt vor dem Thema hatte. Eine Familie verliert ihre Tochter durch einen Unfall. Wie geht das Leben im Anschluss weiter? Kann man überhaupt weiterleben nach so einem Vorfall?
Während andere ÜBER das Thema des Verlustes des eigenen Kindes erzählen, geht Daniela Krien ganz nah an den Abgrund ran. Als Leserin fühle ich den Schmerz, die Trauer und die Hoffnungslosigkeit. Dass es niemals kitschig wird, gelingt Daniela Krien durch ihre klare und einfühlsame Sprache, bei der manches ungesagt bleibt und eher zwischen den Zeilen erfühlt wird bzw. Bilder im Kopf entstehen. Dabei war das Buch für mich weder deprimierend noch hat es mich heruntergezogen. Im Gegenteil, wie eine Mutter danach weiterlebt bzw. ein Paar einen gemeinsamen Weg findet, fand ich sehr hoffnungsvoll und letztendlich auch tröstlich. Ich hab wirklich eine Hochachtung davor, wie Daniela Krien so unfassbar authentisch schreiben kann, was vermutlich nur durch eine sehr genaue Beobachtung und Wahrnehmung gelingt.
Wer "Liebe im Ernstfall" gelesen hat, wird einige Figuren wie alte Bekannte im Buch wiederentdecken. Während auf dem Cover von "Liebe im Ernstfall" eine Frau fertig zum Absprung auf dem Sprungbrett steht und in die Tiefe blickt, befindet sich die Frau hier im freien Fall in die Tiefe. Ein recht passendes Symbol für die Geschichte und gleichzeitig liegt in dem Bild auch eine gewisse Ästhetik und Ruhe. Am Ende wird sie auftauchen und schwimmen...
Der Roman ist auch ein wenig ein kleines Stadtporträt von Leipzig und ich hab mich sehr gefreut, wie beim Lesen sofort wieder Bilder und Erinnerungen an die Spinnerei, den Clara-Park etc. in meinem Kopf auftauchen.
Ich kann das Buch sehr empfehlen und werde es mit etwas Abstand sicher noch einmal lesen.

"Leben wird heute vor allem in Qualität gemessen, losgelöst von Sinn, Form, Freude."

"Kann man wieder glücklich werden", frage ich sie. "Ja", sagt sie nach längerem Zögern. "Aber es ist eine andere Art von Glück. Wie soll ich sagen... Es hat Tiefe, aber keine Leichtigkeit." S.203

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Veröffentlicht am 31.07.2024

Sehr bereichernd und eines der wenigen Bücher zum mehrmals lesen

Mitte des Lebens
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Barbara Bleisch kündigt an, mit ihrem Buch das "Dickicht der Lebensmitte" philosopisch ergründen zu wollen. Dabei widmet sich die Autorin in 7 Kapiteln den speziellen Aspekten dieser Lebensphase - u.a. ...

Barbara Bleisch kündigt an, mit ihrem Buch das "Dickicht der Lebensmitte" philosopisch ergründen zu wollen. Dabei widmet sich die Autorin in 7 Kapiteln den speziellen Aspekten dieser Lebensphase - u.a. wie ist es, wenn das Ende in Sicht ist, über Reue, Bedauern und Ambivalenzen, aber auch die Frage was noch kommt.
Das Cover nimmt den ruhigen Schreibton sowie das Thema sehr schön auf. So sieht man auf dem bläulich gehaltenen Bild einen Berggipfel, der symbolisch über die vergangenen Jahrzehnte erklommen wurde und von dem aus nun vielleicht zunächst inne gehalten, aber auch Rückschau gehalten und der Ausblick auf Zukünftiges genossen wird.
Wichtig ist vielleicht zu wissen, dass das Buch keinerlei Anspruch hat, als Ratgeber durch die Midlife-Crisis zu führen. Ganz im Gegenteil, sehr klug durchdenkt Barbara Bleisch die Thematik und greift dabei auf zahlreiche Quellen zurück angefangen aus der Antike bis heute. Zwischendrin bringt sie immer wieder kleine persönliche Anekdoten, die den Lesefluss etwas auflockern.
Man muss sich auf das Buch einlassen wollen und die Bereitschaft haben, möglicherweise sein Lesetempo etwas zu drosseln, um dem Inhalt Zeit zu geben, gedanklich bei einem selber zu reifen. Mir hat das Lesen sehr viel Freude gemacht und einzelne Argumentationen haben mich sehr bereichert und meine Sicht erweitert. Es ist ein Buch, welches anders als die meisten anderen Bücher, dauerhaft in mein Regal einziehen darf und sicher nochmal gelesen wird bzw. ich bewusst bestimmte Stellen nachlesen werde. Ich bin sehr gespannt, wie sich meine persönliche Sicht möglicherweise mit zunehmendem Alter nochmal verändern wird.

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