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Veröffentlicht am 22.05.2025

Leben hinter dem Radar

How To Save A Life
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Cassandra (Cassie), eine vom Schicksal arg gebeutelte, junge Kellnerin, wird Zeugin eines Mordes und gerät ins Visier des Mörders. Auf der Flucht vor dem Mörder und seinen Schergen läuft sie in das Fahrzeug ...

Cassandra (Cassie), eine vom Schicksal arg gebeutelte, junge Kellnerin, wird Zeugin eines Mordes und gerät ins Visier des Mörders. Auf der Flucht vor dem Mörder und seinen Schergen läuft sie in das Fahrzeug eines Polizisten. Mit an Bord befindet sich durch Zufall der Personenschützer Vincent Davis.

Silvia Maria de Jong erzählt in ihrem Thriller eine Story über die Praxis des Zeugenschutzprogramms, die Arbeit der Personenschützer zum Schutz der Zeugen bis zum Prozess, aber auch der gängigen Praxis nach dem Prozess, wenn die Verbrecher zwar verurteilt, die Gefahr für die Zeugen vor der Rache der weitverzweigten Gewaltverbrecher jedoch nicht gebannt ist.

Anhand der Mordzeugin Cassie wird geschildert, wie einsam das Leben mit neuer Identität nach dem Prozess ist. Das Buch ist sehr interessant und bis zum Schluss spannend. Durch die eingearbeitete Liebesromanze gelingt es der Autorin das doch sehr ernste Thema, das bittere Los der Zeugen eines Gewaltverbrechens, abzumildern.

Das Buch ist auf hochwertigem Papier gedruckt und wirbt durch ein zum Thema passendes, gut gelungenes Cover. Leider haben sich ein paar wenige Fehler in den Textteil eingeschlichen. So fehlt auf S. 111 oben beim Beginn des neuen Absatzes ein Verb, dafür wird auf S. 389 das Wort sehen gleich doppelt hintereinander geschrieben. Am gravierendsten fand ich aber, dass Cassies Tante Kate auf S. 106 als Mutter ihrer Schwester (die sie gar nicht hat), auf S. 147 aber als Dads Schwester beschrieben wird. Das ist doch ein gewaltiger verwandschaftlicher Unterschied. Für diese Fehler habe ich einen Punkt abgezogen.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Coco Chanel erobert den neuen Buchladen von Kirkby

Highland Happiness – Die Bücherstube von Kirkby
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Nach dem Tod ihres despotischen Vaters kehren die Douglas-Zwillingen nach Jahren der Abwesenheit zurück nach Kirkby, um über die Zukunft des elterlichen Hofes zu entscheiden. Während Ewan noch mit den ...

Nach dem Tod ihres despotischen Vaters kehren die Douglas-Zwillingen nach Jahren der Abwesenheit zurück nach Kirkby, um über die Zukunft des elterlichen Hofes zu entscheiden. Während Ewan noch mit den Erinnerungen an seinen brutalen Vater und die damit zusammenhängenden Ereignisse seiner Jugendjahre hadert, knüpft die lebensfrohe Flora bereits nahtlos an alte Freundschaften und Kontakte an. Gegen seinen Willen schleppt sie Ewan zu einer Zusammenkunft des Dorfes, bei der es um die Suche nach einem geeigneten Partner für den kurz vor der Eröffnung stehenden Buchladen des Ortes geht.

Grizel MacLeod ist neu nach Kirkby gekommen und möchte in Kirkby ihren Traum von einem eigenen Buchladen verwirklichen. Doch die Suche nach einem geeigneten Partner gestaltet sich schwierig. Bisher gibt es vor allem Angebote, bei denen ihre Bücher mit dem Duft von Käse oder geräucherter Wurst getränkt würden. Darum ist sie über die Hilfe von Bürgermeister Collum bei der Suche nach einem geeigneten Partner sehr erfreut. Ihr Herz schlägt höher als Flora vorschlägt, mit einem Wollladen bei ihr einzusteigen. Sofort schwebt ihr ein Laden "Yarn & Tales" für Kirkby vor. Doch beim Anblick von Floras Zwillingsbruder erwachen bei Grizel böse Erinnerungen, so das sie zunächst sehr zurückhaltend auf Floras Angebot reagiert.

Ewan ist frustiert. Nicht nur begegnet ihm diese künftige Geschäftspartnerin seiner Zwillingsschwester sehr frostig, noch dazu sieht er sich plötzlich mit dem allgemeinen öffentlichen Interesse des Dorfes für seine Zukunftspläne für den Douglas-Hof konfrontiert. Nach den dunklen Erinnerungen des Dorfes an die Investitionspläne eines Amerikaners im letzten Jahr möchten sowohl der Bürgermeister als auch sein großer Herausforderer Marlin Fraser rechtzeitig Einfluss nehmen auf die künftige Nutzung des großen Hofes und seiner Flächen. Doch Ewan weiß doch noch gar nicht, was er machen will. Zwar schlägt sein Herz für die Wiederbelebung des landwirtschaftlichen Hofes, aber die Dämonen der vergangenheit, die den Hof und sein Herz belasten sind groß. Doch kaum hören die Kirkbyer von seinen landwirtschaftlichen Ambitionen bekommt er von döflicher Seite große Unterstützung angeboten. Wie Grizel reagiert auch Ewan zunächst verhalten auf diese unerwarteten Angebote.

Und während Grizel und Flora gemeinsam ihren Traumladen gestalten, nehmen Ewans Zukunftspläne mit Marlins Hilfe langsam Gestalt an. Doch als Grizel ihm gesteht, dass er ihr unheimlich ist, wird die Gestaltung des Hofes plötzlich zur Nebensache. Charlotte Mc Gregor lässt mit diesem neuen Buch der Kirkby-Reihe das liebenswerte Dorf nicht nur um einen traumhaften neuen Laden anwachsen, sondern verknüpft die Geschichte mit dem bewegenden Schicksal der jungen Schottin Grizel, deren Neustart in Kirkby von den Wolken ihrer Vergangenheit bedroht wird. Grizel macht ihre Geheimnisse öffentlich und gefährdet damit ihre noch sehr junge Liebe zu Ewan.

Der Autorin gelingt damit erneut eine sehr packende Kombination aus Dorfgeschichte und berührendem Einzelschicksal und mit Unterstützung der hilfsbereiten Kirkbyer klappt es auch wieder mit einem zu Herzen gehenden Happy End.

Welche Rolle Coco Chanel bei der Neueröffnung des Buchladens Yarn & Tales spielt, kann der Leser im Buch gerne nachlesen.


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Veröffentlicht am 17.05.2025

Vergessene Opfer

Zypressensommer
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Die Autorin Teresa Simon rückt das Schicksal der "italienischen Militärinternierten" , kurz IMI genannt, während und nach des 2. Weltkrieges in den Mittelpunkt eines bewegenden Familienromanes, der den ...

Die Autorin Teresa Simon rückt das Schicksal der "italienischen Militärinternierten" , kurz IMI genannt, während und nach des 2. Weltkrieges in den Mittelpunkt eines bewegenden Familienromanes, der den Bogen von der Gegenwart bis zu den Jahren 1943 bis 1945 schlägt.
Julia, die junge Goldschmiedin aus Hamburg, reist in die alte Heimat ihres verstorbenen Nonno, in die Toscana, um sein Vermächtnis zu erfüllen. Auf den Spuren ihres geliebten Großvaters versucht sie Nachfahren ihrer Familie in dem kleinen Dorf Lucignano zu finden und stolpert über den charismatischen Matteo. Nach und nach legen sie die Wahrheit der lange zurückliegenden Vergangenheit offen. Damit stoßen sie auf die traurige Liebesgeschichte von Julias Nonno und Matteos Großmutter.
Das Buch offenbart nicht nur die traurige Realität der IMI, die nach ihrem demütigem Aufenthalt als Zwangsarbeiter in Hitlerdeutschland im Italien der Nachkriegszeit als Kollaborateure der Nazis angefeindet wurden, es widmet sich auch der Probleme der mutigen Kämpfer der Resistenza.
Die oft emotional sehr berührende Familiengeschichte der schwierigen Zeit der deutschen Belagerung Italiens wird durch die optimistische Liebesgeschichte, welche im Jahr 1998 handelt, gut verpackt,so dass sich auch die tragische Geschichte von Giulia für den Leser verträglich liest. Ich finde es sehr klug, dass die aktuelle Familiengeschichte nicht in der Gegenwart, also den 2020-er Jahren des jetzigen Jahrhunderts, sondern schon in 1998 angesiedelt wurden, weil ansonsten die dargestellten Augenzeugen der Kriegszeit, wie der alte Tommaso und die Pensionswirtin Martelli sich schon im sehr fortgeschrittenen Alter befinden würden. So ist es doch glaubwürdiger.
Das Buch zeigt, wie weit Italien und Deutschland die tiefen Gräben der Nazizeit überwunden haben und die beiden Völker zusammengewachsen sind und weckt Optimismus für die Zukunft.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Die Schatten der Vergangenheit

Zornige Brandung
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Für mich war dies der erste Teil der Nordsee-Krimireihe von Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz um Kommissar John Benthien und seine Kollegin Lilly Velasco, doch ich finde man findet sich sehr schnell rein. ...

Für mich war dies der erste Teil der Nordsee-Krimireihe von Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz um Kommissar John Benthien und seine Kollegin Lilly Velasco, doch ich finde man findet sich sehr schnell rein. Die vorangegangenen Ereignisse, die dazu führten, dass John zunächst zum Dorfpolizisten degradiert wird und dann seinen Dienst quittiert sowie die zum Zerwürfnis mit Lilly, der Mutter seiner kleinen Tochter führten, werden immer wieder thematisiert, so das auch ein Späteinsteiger wie ich, die Zusammenhänge versteht.
Nachdem John seinen Polizeidienst geschmissen hat, verbringt er den Rest der Sommerferien mit seiner angeheirateten Tochter aus erster Ehe, seinem Vater Ben sowie seiner kleinen Tochter Frauke und dem Ehemann von deren Mutter, der sich mit Frauke gerade in Elternzeit befindet, in ihrem geerbten alten Kapitänshaus auf Sylt, das der Familie als Ferienhaus dient und dringend hergerichtet werden muss. Diese schon sehr interessante Wohngemeinschaft wird durch einen Mord auf direkter Nachbarschaft tüchtig aufgemischt. Während John von seinem auf der Insel Urlaub machenden Altchef kurzerhand zum Assistenten rekrutiert wird, führen die Ermittlungen seiner Ex-Verlobten Lilly in einem 30 Jahre zurückliegenden Mordfall ebenfalls auf die Insel und schon bald wird klar, dass es zwischen beiden Fällen Verbindungen gibt.
Dieser Nordsee, bzw. in diesem speziellen Fall Sylt-Krimi fesselt den Leser von Beginn an und bleibt spannend bis zum Ende. Den Autoren gelingt es, immer neue Verdachtsmomente, neue Motive, neue Verdächtige aufzuzeigen und damit die Spannung stetig zu steigern. Parallel zur Handlung des Kriminalfalls verlaufen die personellen Verbindungen der ermittelnden Personen nicht minder spannend. Auch wenn die Reihe schon recht fortgeschritten ist, macht dieser 11. Band um Kommissar Benthien süchtig nach dieser Reihe und ich werde mir die vorangegangenen Bücher auf alle Fälle noch besorgen. Danke für dieses tolle Krimi-Erlebnis.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Die Verstrickungen der Österreicher mit dem dritten Reich

Die Trümmerschule – Jahre der Kinder
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Anhand des Schicksals einer jungen jüdischen Lehrerin, die nach dem 2.Weltkrieg aus dem englischen Exil in ihre Heimatstadt Wien zurückkehrt, behandelt Beate Maly die Geschichte Österreichs während und ...

Anhand des Schicksals einer jungen jüdischen Lehrerin, die nach dem 2.Weltkrieg aus dem englischen Exil in ihre Heimatstadt Wien zurückkehrt, behandelt Beate Maly die Geschichte Österreichs während und nach der Naziherrschaft. Für mich war vieles davon neu. Als Deutsche wusste ich nicht, dass das faschistische Gedankengut auch in der österreichischen Bevölkerung so weit und vor allem auch so tief verankert war. Auch über die Entwicklung nach dem Krieg wusste ich bisher nichts. Ich hätte nicht gedacht, dass die Anhänger der Nazis auch in Österreich nach dem Krieg noch so viel zu sagen hatten und es den Rückkehrern so schwer machen. Das Stella weder die Wohnung noch das sonstige Eigentum ihrer Eltern nach der Rückkehr aus dem Exil zurück bekommt und von den Neueigentümern noch nicht einmal eine kleine finanzielle Entschädigung erhält, finde ich sehr hart.
Die Autorin verpackt die Abhandlung dieses bewegenden Zeitraums der österreichischen Geschichte in eine interessante Geschichte über das Einzelschicksal der jüdischen Lehrerin Stella, die im Wien der Nachkriegszeit versucht, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und für ein fortschrittliches, vom Nazi-Gedankengut befreites Schulsystem kämpft.

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