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Veröffentlicht am 22.01.2025

Alte Heimat greifbar nah

Fernwehland
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Als Kind der DDR- 1958 dort geboren und bis zur Wende 31 Jahre später dort gelebt- bin ich immer nach der Suche nach Büchern, die unser Leben damals unverfälscht wiedergeben. Doch die meisten Bücher über ...

Als Kind der DDR- 1958 dort geboren und bis zur Wende 31 Jahre später dort gelebt- bin ich immer nach der Suche nach Büchern, die unser Leben damals unverfälscht wiedergeben. Doch die meisten Bücher über die ehemalige DDR gefallen mir nicht. Sie stellen die Ereignisse überspitzt dar.

Katie Naumann ist eine Ausnahme. Sie entwirft ein sehr treffendes Bild des Staates DDR, der nicht nur eine vom Staat und der Staatssicherheit beherrschte Diktatur war, sondern auch Heimat. Anhand der Schicksale von Erwin und Henri kann man nachvollziehen, wie das Leben des Einzelnen durch Entscheidungen von Familienmitgliedern beeinflusst wurde. Man kann aber auch verstehen, warum nicht alle gegangen sind, sondern 17 Millionen Menschen in ihrer Heimat geblieben sind.

Die Autorin erzählt im beinahe dokumentarfilmartigen Stil die Familiengeschichte von Erwin und Henri von 1938 bis in die Gegenwart.und parallel die Geschichte des bekannten Passagierschiffes Völkerfreundschaft alias Stockholm alias Astoria. Es gelingt ihr durch die beiden Handlungsstränge den Auf- und Abstieg des ersten deutschen Arbeiter-und Bauernstaates fast emotionslos darzustellen.

Und doch ist dieses Buch so voller Emotionen. Nicht für den untergegangenen Staat sondern für die dargestellten Einzelschicksale. Obwohl eigentlich Erwin und sein Sohn Henri im Mittelpunkt der Geschichte stehen, gehört meine Sympathie und mein Mitgefühl vor allem zwei Frauen: Dora und Frida! Nicht nur den Männern wurde übel mitgespielt, auch diese beiden Frauen traf das Schicksal hart. Trotzdem haben sie sich bis ins hohe Lebensalter ihre Lebensfreude nicht nehmen lassen und waren eine verlässliche Stütze für die Familie bzw. in Fridas Fall ihre Mitmenschen.

Die Autorin hat die Geschichte des Schiffes aber auch die Heimatregion von Erwin und Henri und deren Entwicklung sehr gut recherchiert. Herzlichen Dank für die beigefügte Zeittafel und die bei Lovelybooks einsehbaren Fotos.

Obwohl die Schicksale von Dora, Erwin, Henri und Simone aber auch das der Schwedin Frida dem Leser schwer aufs Gemüt drücken, gelingt es Katie Naumann einen versöhnlichen Abschluss zu finden. Eine Meisterleistung- nicht nur das Buch, sondern vor allem das gelungene Finale.

Wie es Katie Naumann gelingt vor allem für die 85-jährige Frida, die seit 63 Jahren in einer Zeitschleife feststeckt, plötzlich eine Perspektive aufzuzeigen, das berührt das Herz. Damit meine ich nicht nur die Schlussszene sondern zum Beispiel auch wie sie an der Statue für die Hinterbliebenen von vermissten bzw. ertrunkenen Seeleuten im polnischen Gdynia erstmals nach so vielen Jahren einen Ort findet, wo sie von Ihrem Mann Abschied nehmen kann. Einfach meisterhaft gemacht.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Ein Gespräch über die Liebe

In einem Zug
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Der „neue Lattauer“ kommt als Dialog daher. Ein Dialog zwischen zwei bis dato unbekannten Reisenden während einer Zugfahrt von Wien nach München. Ein Dialog über rd. vier Stunden ergeben umgesetzt ein ...

Der „neue Lattauer“ kommt als Dialog daher. Ein Dialog zwischen zwei bis dato unbekannten Reisenden während einer Zugfahrt von Wien nach München. Ein Dialog über rd. vier Stunden ergeben umgesetzt ein Buch von genau 200 Seiten. Ein Büchlein vollgespickt mit vielen Wortspielen mit reichlich Wortwitz aber auch ein Meisterwerk deutscher Sprache und nicht zuletzt eine Lehrstunde des Wiener Schmäh.
Das Gespräch zwischen dem Bestsellerautor in Schaffenskrise und der Therapeutin Catrin dreht sich um die Liebe im Allgemeinen und im Besonderen. Schon ein recht ungewöhnliches Thema für zwei Menschen, die sich erst vor wenigen Minuten in einem Zugabteil kennengelernt haben. Der Dialog der beiden Reisenden bezieht sich fast ausschließlich auf dieses doch sehr persönliche, sehr private Thema, während die Gedanken des Autors während des Gespräches auf diverse andere Themen abschwenken. Schlussendlich ergibt die Darlegung des Dialogs sowie der Gedankengänge des Autors eine gelungene Abhandlung über die Liebe, die Ehe, das Geheimnis einer guten Ehe, einen Reiseleiter für die Strecke Wien-München sowie einige andere interessante oder völlig nebensächliche Themen.
Nun könnte man denken, ein total uninteressantes Buch, staublangweilig wie der auf Seite 157 gepriesene Marmorkuchen. Weit gefehlt. Ich habe das Buch „In einem Zug“ in einem Zug am heutigen Tag durchgelesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Ich habe es sogar zu meinem Arztbesuch zur Überbrückung der gewohnten Wartezeiten mitgenommen. Und siehe da: Der Arztbesuch verging wie im Flug.
Wortwendungen wie „der sehnsüchtigste Möchtegernraucher auf der Erdkugel“, Sätze wie „inzwischen hat sich der Nasenbohrer-Zug aus Villach in aller Gemächlichkeit (Anmerkung meinerseits: Wie gut klingt diese Wiener Schmäh im Gegensatz zum im Deutschen verwendeten „in aller Gemütlichkeit“) in den Hauptbahnhof Salzburg hineinbequemt“, Schachtelsätze wie auf Seite 146 letzter Satz aber auch verbale Schlagabtäusche mit kurzen prägnanten Sätzen lassen dieses Buch zu einem Genuss deutschsprachlicherer Literatur werden.
Die für viele Leser wohl überraschende Wendung zum Schluss des Buches habe ich bereits frühzeitig geahnt und in etwas abgewandelter Form vorhergesehen. Das hat aber den Lesegenuss in keiner Weise geschmälert.
Wer als Nicht-Bahnreisender nach der Lektüre des Buches vermutet, solche Gespräche finden in einem Zug zwischen zwei wildfremden Leuten nie im Leben statt, dem sage ich als ehemalige Viel-Nutzerin der Deutschen Reichsbahn (die fuhr in der ehemaligen DDR noch bis 1990): Doch, solche Gespräche finden statt und es ist schon verwunderlich welche Geheimnisse zwischen fremden Menschen getauscht werden, welche dem besten Freund nie erzählt würden.
Als Einwohner eines ostdeutschen Bundeslandes noch ein Extra-Applaus für die gelungene Analyse zum Thema Ost/West auf Seite 171/172.
Danke für dieses wunderbare Buch! Ein Genuss für die Sinne!

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Wundervolles Weihnachtsfeeling an der Stoltera

Weihnachtszauber mit Meerblick
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Sven Ole und Susanne erwarten das zweite Weihnachtsfest in ihrer Pension an der Stoltera. Mit einer charmanten Annonce ziehen sie neue Gäste über die Feiertage in ihr Haus. Die Gäste sind sehr unterschiedlich: ...

Sven Ole und Susanne erwarten das zweite Weihnachtsfest in ihrer Pension an der Stoltera. Mit einer charmanten Annonce ziehen sie neue Gäste über die Feiertage in ihr Haus. Die Gäste sind sehr unterschiedlich: zwei Renterehepaare, ein geschiedenes Paar, welches nur für ihren 7-jährigen Sohn Moritz noch einmal gemeinsam Weihnachten feiern will, zwei Single-Ladys in den 20-ern, ein Junggeselle Anfang Dreißig und last but not least Johanna und Jonas, das junge Ehepaar, welches ein letztes Mal Weihnachten gemeinsam begehen will, weil Jonas bereits vom Tode gezeichnet ist. Und Jonas hat nur ein Ziel, er will Johanna mit dem Junggesellen Florian verkuppeln, damit sie nach seinem Tod nicht alleine ist.

Gleichzeitig schmachten die beiden Single-Ladys die beiden jungen Ehemänner an. Und zu aller Verdruss findet weder Johanna Gefallen an Florian, noch interessieren sich Jonas oder Christian für die beiden jungen Frauen. Warum nähert sich Johanna plötzlich Christian an? Der ist doch verheiratet! Es verspricht turbulent zu werden.

Nele Jantzen erzählt eine wundervolle Weihnachtsromanze. Auch wenn im wahren Leben, dieses Vorhaben, welches der todgeweihte Jonas sich bezüglich einer neuen Liebe für seine Frau stellt, wahrscheinlich in den seltensten Fällen gelingt, hat es Nele Jantzen glaubhaft umgesetzt. Es drückt auch nicht zu sehr auf die Tränendrüsen. Ich habe es tatsächlich geschafft, ohne Tränen durch das Buch zu kommen, totz dieser traurigen Ausgangsbasis. Für mich ein wunderschöner Abschluss dieses Lesejahres und meiner diesjährigen Reise an die Ostsee.

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Schatten der Vergangenheit

Fischland-Falle
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Im neuen Fall für die Wustrower Hobbyermittler Kassandra und Paul geraten die beiden in eine Falle. Anscheinend will sich jemand an den beiden rächen, höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit ihrem ersten ...

Im neuen Fall für die Wustrower Hobbyermittler Kassandra und Paul geraten die beiden in eine Falle. Anscheinend will sich jemand an den beiden rächen, höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit ihrem ersten gemeinsamen Fall. Gefangen in einem Escape-Room mit einigen Beteiligten des damaligen Falles und ein paar ihnen unbekannten Personen sind sie gezwungen ohne Verbindung zur Außenwelt zu ermitteln, nicht nur um sich aus dem verschlossenen Raum zu befreien. Es geht um viel mehr, es geht um ihr Leben, denn zwei Tote hat es schon gegeben und weitere sind angekündigt.

Ich habe alle Teile der Fischland- Reihe von Corinna Kastner gelesen und bin ein Fan nicht nur von Kassandra, Paul und Kay sondern auch von Greta und Matthias aus dem Bodden-Krimis. Dieses neue Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Es war spannend bis zum Ende und überraschte mich am Ende noch mit einer Wendung im privaten Bereich der beiden Hobby-Ermittler. Toll.

Besonders schön war, dass wirklich alle Freunde von Kassandra und Paul wieder dabei sind. Damit weicht dieses Buch von den vorangegangenen ab ebenso mit der Verarbeitung der neuerdings sehr beliebten Escape-Room-Spiele.

Es war schön, zu hören, was bei jedem einzelnen zwischenzeitlich passiert ist. Mit der Einbindung zweier neuer Figuren mit Pauls Cousine Liza sowie mit Herrn Pechstein wird bereits der Grundstein für neue spannende Fälle gelegt und ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Fulminanter Rachezug

Aller guten Dinge sind zwei
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Nachdem Laurie von ihrer großen Liebe Dan nach 18 gemeinsamen Jahren auf das mieseste ausgebootet und einfach aussortiert wird, schmiedet sie gemeinsam mit ihrem Kollegen und Womanizer Jamie einen Racheplan. ...

Nachdem Laurie von ihrer großen Liebe Dan nach 18 gemeinsamen Jahren auf das mieseste ausgebootet und einfach aussortiert wird, schmiedet sie gemeinsam mit ihrem Kollegen und Womanizer Jamie einen Racheplan. Mit einer gehörigen Portion Humor arbeitet die Autorin very, very british die Lebenskrise der sympathischen Journalistin Laurie ab. Das Buch habe ich an einem Tag gelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wie alle Bücher von McFarlane ein Meisterwerk des britischen Humors und ein toller Liebesroman. Der perfekte Start in das neue Jahr.

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