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Horatia

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Kampf um die eigenen Rechte

Im Wind der Freiheit
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Ich bin etwas zwiegespalten bei diesem Roman.

Einerseits gefiel mir das Buch gut, auch mochte ich die beiden Hauptpersonen – Susanne Grabasch und Louise Otto. Ebenso fand ich auch die Thematik des beginnenden ...


Ich bin etwas zwiegespalten bei diesem Roman.

Einerseits gefiel mir das Buch gut, auch mochte ich die beiden Hauptpersonen – Susanne Grabasch und Louise Otto. Ebenso fand ich auch die Thematik des beginnenden Kampfes um die Frauenrechte sehr interessant.

Andererseits empfand ich die gesamte Revolutionsbewegung die entstand, die deutschen Staaten zu vereinigen, eine Art der demokratische Monarchie, oder Republik erreichen zu wollen, die Kämpfe, die blutigen und brutalen Niederschlagungen des Volkes, nicht ganz so interessant und auch teilweise verwirrend.

Das liegt vermutlich daran, daß ich eher die englische Geschichte liebe und die Deutsche erst interessant finde ab Anfang des 20. Jahrhunderts.
Also eher eine persönliche Sache, für die die Autorin nichts kann.

Susanne Grabatsch, eine junge Frau aus sehr ärmlichen Verhältnissen, die ihre Mutter unterstützen muß und für geringsten Lohn in der Fabrik schuftet, wird entlassen und steht vor dem Nichts.
Aus Not bleibt ihr nur noch die Prostitution...

Louise Otto, eine Frau aus wohlsituierten Verhältnissen, dank des sächsischen Rechtes unabhängig, ist eine engagierte sozialkritische Schriftstellerin, die sich sehr für Frauenrechte einsetzt.

Beide Frauen treffen aufeinander und kämpfen jeweils um ihre Rechte.
Die Sicht beider Frauen wird sehr gut dargestellt und ich fand beide sehr sympathisch und auch ihr Handeln nachvollziehbar.

Ebenso der Kampf um die Frauenrechte, in den schon damals mehrere prominente Frauen eingebunden waren, war interessant beschrieben.
Gerade bei diesem Thema wird doch sehr deutlich, daß der Kampf um „höhere“ Werte schwerer und nebensächlicher wird, je ärmer die Menschen sind und um die pure Existenz kämpfen müssen.
Dieses Dilemma fand ich gut herausgearbeitet.

Ein Personenregister hätte ich hier allerdings doch sehr erleichternd und gut gefunden, da es doch sehr viele Personen sind, die beschrieben werden in ihren jeweiligen Kämpfen

Schreibstilmäßig ist das Buch sehr gut, wie ich es von Tanja Kinkel gewohnt bin.

Lediglich die Thematik war eben nur teilweise meins.




Fazit
Ein interessanter Roman um den beginnenden Kampf um Frauenrechte, die deutsche Revolution um Einigung der deutschen Staaten und Mitbestimmungsrechte für das Volk.
Die Figuren sind gut dargestellt, sowohl die realen, als auch die fiktiven.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, wie bei der Autorin nicht anderes erwartet.
Ich kann es für Interessierte an der deutschen Geschichte und er Revolutionsbewegungen empfehlen, hätte es aber, dank der Vielfalt der verschiedenen Personen gut gefunden, würde das Buch ein Personenregister enthalten.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Luzies Luftballon verändert das Leben

Luzie in den Wolken
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Wieder einmal ist Charlotte Lucas ein schöner, berührender Roman gelungen.


Miriam, lebt mit ihrer Tochter Luzie in Hamburg und betreibt nach dem Tod ihres Mannes einen kleinen Second Hand Laden für Kindermode, ...

Wieder einmal ist Charlotte Lucas ein schöner, berührender Roman gelungen.


Miriam, lebt mit ihrer Tochter Luzie in Hamburg und betreibt nach dem Tod ihres Mannes einen kleinen Second Hand Laden für Kindermode, der leider nicht sonderlich gut anläuft.

Eines Tages nimmt die kleine Luzie an einem Luftballonwettbewerb - welcher Ballon fliegt die weiteste Strecke - teil. Ihre Karte mit ihrem größten Wunsch möchte sie niemandem zeigen, damit ihr Wunsch in Erfüllung geht.

Sie sehnt sich nach einem neuen Vater......


Gabriel, ein ausgebrannter Schriftsteller, der sich in einer depressiven Phase befindet, hadert mit dem Leben.

Als er mal wieder trostlos auf seiner angestammten Bank an der Elbe sitzt, findet er den Luftballon.

Erst kümmert er sich nicht darum, nach einer Nacht aber kommt ihm dank der Karte eine Idee, von der er glaubt, seine "schriftstellerische Leere" wieder anzukurbeln.


Er "kümmert" sich um die Karte und versucht alles, damit die ihm noch unbekannte, ihn aber berührende, Luzie den Wettbewerb gewinnt.


Er schleicht sich sozusagen in das Leben von Luzie und ihrer Mutter Miriam hinein und diverse Verwicklungen und Veränderungen, nehmen ihren Lauf.....



Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, aber da ich die Autorin und ihre Bücher kenne, wundert mich das nicht.


Der gewohnte schöne, flüssige und vor allem humorvolle Schreibstil läßt einen ungern unterbrechen.

Die Kapitel sind kurz gehalten und erzählen sozusagen immer abwechselnd aus Sicht Miriams oder Gabriels.

Das gefällt mir ganz besonders, da so der Blickwinkel immer wechselt und manche Situation aus zweierlei Sicht dargestellt wird.


Die Personen sind richtig schön beschrieben. Besonders Luzie wächst einem schnell ans Herz.

Aber auch Gabriel und Miriam sind sehr sympathisch, ebenso wie Miriams Freundin Rebecca, die für viel Humor sorgt.

Aber auch Jonathan, der Verleger Gabriels, mit seiner Frau haben mir richtig gut gefallen.



Gefühlsmäßig durchläuft der Leser doch einige Facetten und macht das Buch zu einem Genuß.



Fazit

Ein wunderbares Buch von Charlotte Lucas, das die Zutaten eines Wohlfühlromans - gewürzt mit Gefühl , Humor und ernsten Klängen - enthält.


Liebenswerte Charaktere und ein toller Schreibstil, Situationsbeschreibungen aus zwei Perspektiven, sorgen dafür, daß man den Roman richtig genießen und darin abtauchen kann.


Ich kann den Roman sehr empfehlen

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Eine Fürstentochter inmitten der Kämpfe zwischen Engländern und Walisern

Die Tochter der Drachenkrone
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Ein wunderbarer historischer Roman, genau nach meinem Geschmack.
Herrlich zum eintauchen in die Zeit des 12. und 13. Jahrhunderts.
Es ist die Zeit König Johns, der nach seinem Bruder Richard in England ...

Ein wunderbarer historischer Roman, genau nach meinem Geschmack.
Herrlich zum eintauchen in die Zeit des 12. und 13. Jahrhunderts.
Es ist die Zeit König Johns, der nach seinem Bruder Richard in England die Krone übernimmt.

Immer schon wollten die Engländer auch Wales erobern, aber - wie wir sie heute nennen, die Waliser, lassen sich das nicht gefallen und wollen selbständig bleiben.
So ist diese Zeit geprägt von den Kämpfen der Engländer und Waliser.

Das Buch ist aus Sicht von Gwenllian geschrieben, einer walisischen Fürstentochter.
Sie selbst nennt die Waliser Briten und die Engländer Freinc, durch die normannischen Eroberer.
Gwenllian ist ein junges Mädchen, das behütet am Fürstenhof ihres Vaters Rhys ap Gruffydd aufwächst.

Als der Vater stirbt, lebt sie anfangs am Hof ihres Bruders Gruffydd, der vom Vater als Nachfolger ausersehen war, weiter.

Doch schon da beginnen die Erbstreitigkeiten, da Gruffydd nicht der älteste Sohn ist, sondern sein Bruder Maelgwn das Recht für sich beansprucht, der neue Fürst zu sein.
In diese Zeit der brüderlichen Streitereien wächst Gwenllian langsam heran und muß sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht...


Das Buch begleitet Gwennlian fast ihr gesamtes Leben, ihre Hochzeit wird ein wichtiges Thema, da sie als Fürstentochter sehr begehrt ist, sozusagen als gute Partie gilt.
Die Kämpfe der Briten gegen die Freinc nehmen sehr viel Raum ein, die Beziehung zu ihren Brüdern.
Machtkämpfe auch unter den Briten.

Das Ganze ist sehr fesselnd geschrieben, sehr interessant, vor allem für Geschichtsfreunde richtig informativ.
Die Charaktere sind sehr lebensnahe dargestellt. Gwennlian selber, sowie einige der Charaktere machen eine Entwicklung durch, die sehr authentisch wirkt.
Auch die Beziehungen untereinander wirken realistisch, ein Auf und Ab zwischen den weitverzweigten Familien.
Die inneren Kämpfe Gwennlians sind gut herausgearbeitet, ihre Zerrissenheit, sich zwischen ihren Brüdern entscheiden zu müssen, sich für den richtige Partner zu entscheiden.

Der Schreibstil ist so gehalten, daß das zwischendurch unterbrechen nicht leicht ist, da man unbedingt weiterlesen möchte.

Mir hat es sehr gut gefallen, ein richtiges Buch zum eintauschen in die damalige Zeit und das damalige Wales förmlich vor sich zu sehen.
Ich kann das Buch sehr empfehlen, vor allem für Fans der Geschichte Englands und Wales.

Fazit
Ein sehr spannender, realistisch dargestellter Roman über die Zeit des Mittelalters unter König John und die Kämpfen zwischen den Engländern und den Walisern.
Vielschichtiger Charaktere, die den Leser in die Zeit und das damalige Wales eintauchen und teilhaben lassen.

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Veröffentlicht am 24.12.2024

Ausführliche Darstellung gefährlicher Tiere für kleine Leser

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 16 - Gefährliche Tiere
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Ein sehr ausführliches Buch über gefährliche Tiere. Es wird beschrieben, weshalb einige Tiere gefährlich sind, was sie so gefährlich macht.
Ihre Waffen, um Beute zu machen oder sich vor Freßfeinden zu ...


Ein sehr ausführliches Buch über gefährliche Tiere. Es wird beschrieben, weshalb einige Tiere gefährlich sind, was sie so gefährlich macht.
Ihre Waffen, um Beute zu machen oder sich vor Freßfeinden zu schützen.

Tiere aller Kontinente werden vorgestellt, schön dargestellt mit den jeweiligen Bildern der Tiere, sei es als Foto oder als Zeichnung.


Das Buch wird in Abschnitte unterteilt und hinter jedem der Abschnitte, befindet sich ein Rätsel, das das vorher beschriebene auf spielerische Weise abfragt.
Erklärt wird, warum Tiere gefährlich sein können – wie sie sich selber schützen – wo sie leben – was ihren Lebensraum ausmacht –wie der Mensch darauf einwirkt – wie man sich vor gefährlichen Tieren schützen kann.


Manchmal wirkt es schon ein wenig unheimlich für die kleineren Kinder, da genau beschrieben wird, wie Tiere Beute machen, wie sie ihre „Werkzeuge“ dafür einsetzen.
Sehr gut gemacht finde ich daher, eine kleine sozusagen aufheiternde lustige Schlange, die das ganze Buch kommentierend begleitet. Auf humorvolle Weise und so das doch oft ernste Thema etwas abmildert.

Und die besagten Rätsel, die die Kinder anregen, das gelesene noch einmal zu verarbeiten.
Zusätzlich beinhaltet das Buch am Ende die Lösungen der Rätsel, ein Quiz und – richtig schön – ein Leselotto mit Kärtchen zum ausschneiden und spielen.

Große Schrift und einfache Sätze machen es kleinen Erstlesen – eher schon der 2. Klasse – leicht, das Buch selber zu lesen.

Das Buch eignet sich auch hervorragend, um es eine Art Lexikon zu nutzen und immer wieder nachzulesen, was welches Tier gefährlich machen kann und wie es sich bei Gefahr verhält.

Anfangs würde ich es aber gemeinsam mit den Kindern lesen, da, wie gesagt, manches doch ein wenig unheimlich wirken kann.


Fazit
Ein ausführliches Buch über gefährliche Tiere, das genau beschreibt, wie gefährlich einige Tiere sein könne, wie sie sich gegen Feine wehren und wo sie vorkommen.
Schön aufgelockert mit Zeichnungen und vielen Rätseln.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Unterschiede können zum Zusammenhalt führen

Drei kleine Handschuhe
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Ein schönes Bilderbuch für die Kleinsten, das Mut zur Individualität macht. Jeder ist auf seine Weise gut so, wie er ist.

Drei Handschuhe werden vorgestellt.
Ein zusammengehöriges Paar namens Pünktchen ...

Ein schönes Bilderbuch für die Kleinsten, das Mut zur Individualität macht. Jeder ist auf seine Weise gut so, wie er ist.

Drei Handschuhe werden vorgestellt.
Ein zusammengehöriges Paar namens Pünktchen und Pünktchen. Dazu noch Streifi, ein einzelner Handschuh, dessen Partner von dem kleinen Mädchen verloren wurde.
Das Pünktchen-Paar ist ziemlich hochnäsig und macht dem Einzelgänger Streifi gehässig klar, daß er nicht dazugehören würde, da er ja nicht paßt.
Kein kleines Mädchen würde einen einzeln Handschuh tragen wollen.

Dann verliert sich plötzlich einer der Pünktchen, das Mädchen möchte Schneebälle formen und zieht notgedungen einen Streifi und einen Pünktchen an.
Die beiden streiten miteinander, müssen aber notgedrungen zusammenarbeiten.
Langsam gewöhnen sie sich aneinander, lernen sich kennen und werden ein eingespieltes Team.

Dann wird auf einmal der zweite Streifi unter dem Sofa wiederentdeckt und auf einmal ist Streifi als Paar vorhanden und Pünktchen der Einzelgänger.

Kurz flammt der alter Streit auf, nur andersherum, bis das kleine Mädchen sich einmischt und fragt - warum denn die Handschuhe immer zusammenpassen müssen.
Das Mädchen greift letztlich ein, hat es doch noch eine ganze Schublade voller einzelner Handschuhe, beginnt jeden Tag verschiedene zu tragen.
So entwickelt es sich, daß all die einzelnen Handschuhe in immer unterschiedlichen Paarungen getragen werden, sich dadurch untereinander besser kennenlernen, merken, daß sich eigentlich gut verstehen und anfreunden und es zudem noch spannend finden, mit wem sie den nächsten Tag verbringen werden.

Sehr schön wird so ein Beispiel gegeben, daß miteinander reden, die Unterschiedlichkeiten als Chance zu nutzen und dabei zu entdecken, wie sich so wunderbare Freundschaften entwickeln können, wenn man sich darauf einläßt, etwas anfangs fremdes, unbefangen kennenzulernen.
Alle zusammen können etwas Schönes erreichen und niemand muß ausgeschlossen werden.

Die Seiten sind jeweils neben dem Text mit schönen Zeichnungen versehen, die das geschriebene unterstützen.


Fazit
Ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, daß die Individualität und das Verschiedensein als etwas Positives darstellt, das für alle Beteiligten Vorteile und neue Freundschaften bieten kann.

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