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Veröffentlicht am 30.10.2020

Lehreranekdoten von ziemlich komisch bis extrem merkwürdig - unterhaltsamer kleiner Lesesnack für zwischendurch

Unser Mathelehrer unterrichtet von draußen - damit er dabei rauchen kann!
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Wer kennt sie nicht die Geschichten über eine besondere und uns allen aus eigener Erfahrung gut bekannte Berufsgruppe, die Lehrer?
Die Autoren Lena Greiner und Carola Padberg riefen SPIEGEL-Leser auf, ...

Wer kennt sie nicht die Geschichten über eine besondere und uns allen aus eigener Erfahrung gut bekannte Berufsgruppe, die Lehrer?
Die Autoren Lena Greiner und Carola Padberg riefen SPIEGEL-Leser auf, ihnen Anekdoten aus ihren Klassenzimmern zu schicken.
„Schule ist wie Sitcom“ schrieb daraufhin eine Schülerin und die eingesandten Storys beweisen eindeutig, dass sie Recht hat. „Unser Mathelehrer unterrichtet von draußen, damit er dabei rauchen kann“ widmet sich verrückten Lehreraktionen, schrägen Aufgabenstellungen an Schüler, expliziten merkwürdigen Unterrichtsstunden, fiesen Lehrersprüchen, wichtigen Schulrechtsfragen, sehr individuellen Spleens von Pädagogen, der Charakterisierung besonderer Lehrertypen, Pech und Pannen im Unterricht, Null-Bock-Lehrern und anonymen geheimen Lehrergeständnissen.
Da erfährt man in flüssiger, flotter Erzählweise u.a. von einer kafkaverabscheuenden Deutschlehrerin, einem Religionslehrer, der sich mit Hilfe stinkender Schuhe Gehör verschaffen will, zahlengläubigen Lateinlehrern und Ultraschall-Störgeräuschsendern als Disziplinierungsmaßnahme.
Es wird dabei mehr als einmal deutlich: „Die Kontrolle - vor allem über sich selbst- eben nicht zu verlieren, ist die große Kunst des Lehrerberufs.“

Ziemlich absurd, bizarr, merkwürdig, skurril und befremdlich, was es da zu lesen gibt. Meist witzig - Humor ist ja immer auch ein bisschen Geschmacksache- manchmal zum Kopf schütteln, aber auch etwas nachdenklich stimmend.
„Lehrer sind großartiges Comedy-Material. Man kann sie so herrlich zu Klischees formen. Und sie haben eine enorme Gestaltungsfreiheit in ihrem Beruf, dass daraus manchmal sehr wundersame Persönlichkeiten erwachsen“ bringt es der Comedian und Ex-Lehrer Johannes Schröder auf den Punkt.

Eine unterhaltsame Sammlung an Anekdoten, nicht unbedingt am Stück zu lesen, sondern eher immer mal wieder zur Auflockerung zwischendurch zu genießen. Ein kleiner literarischer Snack für die Kaffeepause oder zur Verbesserung der Grundstimmung an anderen stillen, ruhigen Örtchen. Prädikat ziemlich komisch.

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Veröffentlicht am 28.10.2020

Unterhaltsamer, aber etwas derber und gewöhnungsbedürftiger historischer Roman

Oktoberfest 1900 - Träume und Wagnis
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München 1900: Colina arbeitet hart als Kellnerin in einer Gastwirtschaft. Immer wieder werden männliche Gäste zudringlich. Davon hat die junge Frau genug und versucht deshalb, eine neue Arbeit zu finden. ...

München 1900: Colina arbeitet hart als Kellnerin in einer Gastwirtschaft. Immer wieder werden männliche Gäste zudringlich. Davon hat die junge Frau genug und versucht deshalb, eine neue Arbeit zu finden. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen bewirbt sie sich beim reichen Brauer Prank, der neu in München ist, als Gouvernante für dessen Tochter Clara und erhält tatsächlich die Stellung. Doch auch Clara hat einen eigenen Kopf und lässt sich nicht bevormunden, was beide Frauen ziemlich in die Bredouille bringt. Das Oktoberfest wird nicht nur für Clara und Colina recht turbulent, auch für die Polizei, Kriminalinspektor Eder und seinen neuen Assistenten Oberwachtmeister Lorenz Aulehner gibt es einiges zu tun...

Petra Grill schreibt einfach und gut verständlich, trotzdem empfand ich ihren Atmosphäre schaffenden Schreibstil als etwas grob, sperrig und gewöhnungsbedürftig. Lesefluss wollte sich bei mir zunächst nicht einstellen.

Auf dem Oktoberfest 1900 tummeln sich allerhand verschiedene Charaktere, allen voran die 31-jährige Colina mit ihrem Geheimnis, die sich für sich selbst ein besseres Leben erhofft als das eines Schankmädchens. Mit Leidenschaft, Engagement und nicht immer ganz ehrlichen und lauteren Mitteln versucht die junge, talentierte Frau ihr Ziel zu erreichen. Mit ihr fieberte ich als Leserin sofort mit. Ebenso sympathisch ist mir auch der Kriminaler Lorenz Aulehner. Ganz im Gegensatz dazu die verschiedenen Brauer und Gastwirte rund ums Oktoberfest, einige davon wirken ganz schön befremdlich, dubios und nicht vertrauenswürdig. Da stehen Intrigen an der Tagesordnung, schließlich geht es immer ums Geschäft und Schanklizenzen.
Schade, dass es am Anfang keine Auflistung der handelnden Figuren gibt. Diese wäre bei den vielen verschiedenen Charakteren doch recht hilfreich gewesen, um die Übersicht zu behalten.

Petra Grill vermittelt in ihrem Roman eine besondere Stimmung: das Oktoberfest als Schlangengrube, in der kein Wirt dem anderen etwas gönnt und auch vor Mord nicht zurückgeschreckt wird. Es herrscht ein grober, rauer Umgangston.
Auch eindrucksvoll die Darstellung des Schwabinger Künstlerviertels mit seinen bunten Persönlichkeiten, Künstlern, Schickeria, Journalisten....
Trotz des ungewöhnlichen, interessanten, besonderen Settings wollte bei der Lektüre für mich zunächst keine rechte Spannung aufkommen, der Funke sprang nicht über. Erst zum Schluss wurde ich von der sich steigernden Geschichte und Colinas Schicksal mitgerissen. Insgesamt eine durchaus unterhaltsame, interessante, aber oft derbe und gewöhnungsbedürftige atmosphärische Geschichte mit Längen, die hinter die Kulissen des historischen, weltberühmten Oktoberfests blicken lässt.

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Veröffentlicht am 28.10.2020

Zurück auf Stormy Castle: ein neues, lustiges, „begeisterndes“ Abenteuer mit Eddie und Co

Eddie Fox und die Schüler von Stormy Castle (Eddie Fox 2)
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Eigentlich hat sich Geist Eddie schon damit abgefunden, dass seine Burg Stormy Castle nun ein Internat ist und von Kindern bevölkert wird, schließlich ist Pia Plumbelly, die Tochter der Schulleiterin, ...

Eigentlich hat sich Geist Eddie schon damit abgefunden, dass seine Burg Stormy Castle nun ein Internat ist und von Kindern bevölkert wird, schließlich ist Pia Plumbelly, die Tochter der Schulleiterin, mittlerweile seine beste Freundin. Doch dann tauchen Eddies Eltern auf Stormy Castle auf und möchten alle neuen Bewohner von der Burg vertreiben, damit Eddie endlich wieder seine Ruhe hat. Um ihr Ziel zu erreichen, haben sie verschiedene Ideen, die u.a. vorsehen dass Eddie selbst Schüler des Internats wird. Und plötzlich geschehen einige überaus merkwürdige und rätselhafte Vorfälle...

Antje Szillat schreibt gut verständlich, klar und kindgemäß. Der Leser wird manchmal direkt miteinbezogen, was das Ganze sehr lebendig gestaltet. Immer wieder amüsant: Eddies bevorzugtes, vielseitig eingesetztes Schimpfwort „Sacrebleu“. Auf Französisch flucht es sich doch deutlich gepflegter und unterhaltsamer. Die Schrift ist etwas größer gedruckt und problemlos lesbar. Kinder ab acht Jahren können die Geschichte schon selbständig lesen, zum Vorlesen ist sie auch schon für Sechsjährige geeignet. Sehr gut passen Susanne Göhlichs wunderbare Illustrationen. Die drolligen, witzigen Bilder schauen sich Kinder gerne an, sie machen Spaß, motivieren und sorgen für Abwechslung.

Wiedersehen mit den liebenswerten, ungewöhnlichen Bewohnern von Stormy Castle! Neben ganz normalen Kindern, wie der aufgeweckten und sehr netten Pia, lebt hier auch Geist Eddie, der allerdings aufgrund eines misslungen Zaubers sichtbar ist. Eddie ist 299 Jahre alt, hat aber die Gestalt eines Zehnjährigen. Daher ist er auch kein besonderer Freund von Kindern, obwohl er selbst wie eines aussieht. Ein sehr origineller Charakter. Für witzige Momente sorgen auch die kurzsichtige, ständig hicksende Fledermaus Tilla und der verschusselte Hausdrache Golfo, der für den ein oder anderen Brand verantwortlich ist, ohne das zu beabsichtigen. Mit von der Partie sind zudem Eddies Eltern, die zur Abwechslung nicht in der Weltgeschichte herumreisen, sondern auf Stormy Castle ihr Unwesen treiben. Darüberhinaus bekommt es Eddie mit einem besonderen Gegenspieler zu tun, Lewin Lewondur, einem ziemlich gemeinen Jungen, der anderen gerne fiese Streiche spielt. Alle wichtigen Figuren werden auf den ersten Seite mit Bildern und kurzen Texten vorgestellt, was mir und meinen Kindern sehr gut gefallen hat.

Ganz schön viel los auf Stormy Castle. Nach anfänglicher Ruhe geht es schließlich Schlag auf Schlag und ganz schön temporeich zu: Wird Eddie enttarnt? Wird Stormy Castle weiterhin ein Internat bleiben? Warum spukt es plötzlich? Und wer ist eigentlich Lewin Lewondur?
Richtig, richtig viel Spannung kommt zum Schluss auf. Uns hat Eddies wildes Abenteuer erneut sehr viel Spaß gemacht, wir haben viel über Tilla und Golfo gelacht, mit den Freunden mitgefiebert und uns auch ein klitzekleines bisschen gegruselt. Genauso muss ein unterhaltsames, gutes Kinderbuch sein.

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Veröffentlicht am 27.10.2020

Mitreißender Kinderkrimi aus dem Alltag mit wichtiger Botschaft

Paula Prima und der Klassendieb
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Was ist nur los in der Waldschule? Zuerst verschwindet Mias Handy. Die ganze Schule sucht mit. Zwar finden Paula und ihre Freundinnen Sissi und Kim das Telefon wieder, am nächsten Tag sind allerdings die ...

Was ist nur los in der Waldschule? Zuerst verschwindet Mias Handy. Die ganze Schule sucht mit. Zwar finden Paula und ihre Freundinnen Sissi und Kim das Telefon wieder, am nächsten Tag sind allerdings die tollen Glitzerstifte, mit denen die Lehrerin Frau Plum immer die Krönchen unter die guten Arbeiten malt, wie vom Erdboden verschluckt. Paula, Kim, Sissi und ihr Mitschüler Oleg setzen alles daran, die Stifte wieder zu beschaffen und hoffen, den Dieb auf frischer Tat zu ertappen. Schließlich vermisst Oleg auch noch seinen Turnbeutel und es kommt zu einer richtigen Katastrophe....

Regine Bielefeld schreibt in Ich-Form aus Paulas Sicht kindgerecht, gut verständlich, lebendig und sehr unterhaltsam. Die kleinen Leser werden sofort „mitten rein“ in Paulas aufregendes Leben katapultiert.
Die Schrift ist ein wenig größer gedruckt, das erleichtert das Lesen. Zum Selberlesen ist die Geschichte für Kinder ab acht Jahre, zum Vorlesen für Kinder ab fünf, sechs Jahre geeignet. Florentine Prechtels individuelle, detaillierte Illustrationen lockern die Seiten ansprechend auf und motivieren zusätzlich. Vor allem der Lageplan der idyllischen Schule auf der Umschlaginnenseite hat mir und meinen jungen Mitlesern sehr gut gefallen. Wir konnten uns sehr gut vorstellen, wie es in der Waldschule aussieht und zugeht.

Paula Prima hat nicht nur einen positiven Namen, sie ist auch ein durch und durch positiver Mensch: Patent, tatkräftig, aufgeweckt, optimistisch, sie sprüht über vor Ideen. Für sie ist es wichtig, dass alles seine Ordnung hat, dass es gerecht zugeht. Daher kümmert sie sich gerne, versucht Diebstähle aufzuklären und Dinge ins Reine zu bringen. Paula ist sehr spontan und liebenswert kindlich-naiv, nicht alle ihre Pläne sind vollkommen durchdacht und gehen daher manchmal auch schief. Aber Paula lässt sich davon nicht entmutigen und macht einfach weiter. Sie ist ein sehr authentischer Charakter, in die sich die Leser sicher gut hineinversetzen können, eine prima Identifikationsfigur. Auch die anderen Kinder Kim, Sissi, Oleg und Co werden realistisch dargestellt, ebenso die Erwachsenen, Erzieher, Lehrer und Eltern.

Glitzerstifte verschwinden? Das scheint auf den ersten Blick kein besonders spektakuläres und interessantes Ereignis zu sein. Ist es aber. Regine Bielefeld ist es gelungen, einen vermeintlich einfachen und profanen Vorfall in einen richtig mitreißenden Krimi zu verwandeln.
Obwohl es in Paulas Leben ganz schön aufregend zugeht, lebt sie eigentlich einen ganz normalen Alltag, den viele Kinder ähnlich kennen. Der ist aber ziemlich packend und lebendig beschrieben. Alltag kann durchaus spannend und außergewöhnlichen sein, wenn man ihn durch die Augen der Kinder betrachtet. Die Geschichte ist dadurch ganz nah dran an den kleinen Lesern, an ihren Gedanken, ihren Gefühlen, ihren Sorgen.
Paula Prima hat eigentlich feste Ansichten, eine ganz klare Vorstellung, was richtig und falsch ist. Doch sie lernt. Sie lernt, dass manche Dinge nicht so einfach sind, wie sie zunächst scheinen, dass nicht alles nur schwarz und weiß ist und dass es sich lohnt, alles noch einmal zu hinterfragen, bevor man zu einem Urteil kommt. Und diese Botschaft vermittelt Regine Bielefeld nicht plump mit dem Holzhammer, sie hebt nicht den moralischen Zeigefinger, um sie zu verdeutlichen, sondern sie webt sie ganz subtil und empfindsam in ihre Geschichte ein. Das Ende überrascht, war meiner neunjährigen Tochter allerdings zu schnell erzählt, ihr einziger Kritikpunkt. Sie hätte einfach gern noch ein bisschen mehr von der Geschichte gehabt....
Für meine Kinder und mich ein wirklich besonderes, sensibles Kinderbuch über Freundschaft, Vorurteile, richtig und falsch, Täter und darüber, dass es immer gut ist, zweimal zu überlegen, bevor man zu einem Urteil kommt. Und nebenbei gibts einen sehr spannenden Detektivfall zu lösen. Wir werden die Truppe auch gerne bei ihrem neuesten Abenteuer begleiten.

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Veröffentlicht am 20.10.2020

Kurzweiliger, humorvoller cosy Krimi mit kauzigen Figuren

Hummelstich - Folge 01
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Willkommen in Hummelstich! Einem hoffnungslos überaltertem Dorf mit zu wenig Taufen, viel zu vielen Beerdigungen und allerhand seltsamen, verschrobenen Bewohnern. Bei der Beerdigung von Henrietta von Eichhorn ...

Willkommen in Hummelstich! Einem hoffnungslos überaltertem Dorf mit zu wenig Taufen, viel zu vielen Beerdigungen und allerhand seltsamen, verschrobenen Bewohnern. Bei der Beerdigung von Henrietta von Eichhorn taucht im Ort überraschend die exzentrische Bea von Maarstein, eine gute Freundin der Verstorbenen, auf und behauptet, die Tote sei keines natürlichen Todes gestorben, sondern ermordet worden. Sie versucht, den Dorfpolizisten Sven Grüneis von ihrer Theorie zu überzeugen und setzt alles daran, Henriettas Mörder zu finden. Und leider, leider enthält der Titel des Hörbuchs viel Wahres: Ein Mord kommt selten allein.....

Katharina Schendel schreibt gut verständlich, lebendig und äußerst witzig. Besonders gut gefallen hat mir ein witzig-verspieltes Detail: in den Kapitelüberschriften ist immer die Nummerierung des Kapitels mit eingearbeitet, so lautet z.B. die Überschrift von Kapitel zwei „Zwei schräge Vögel“ und der Titel des dritten Kapitels „Drei mörderische Gedanken“.
Sprecherin Gabriele Blum hat hörbar viel Freude am Vorlesen, liest gut betont, abwechslungsreich, mitreißend und mit angenehmer Stimme. Ihr unterhaltsamer Vortrag macht Spaß und sorgte für einen schnellen, unkomplizierten Einstieg in die Geschichte.

Hummelstich ist wirklich ein besonderes Dorf mit vielen originellen, unkonventionellen, kauzigen und skurrilen Einwohnern. Da tummeln sich gruselige, lichtscheue und habgierige Bestatter, Ortsvorsteher mit Geschichts- und Geschichtenvorliebe, passionierte Gourmetfriseure, Wirtsleute mit Sinn für Geheimnisse, Arzt-Apotheker mit Spieltrieb und statistisch betrachtet eineinhalb Säuglinge und ein halber Polizist. Sehr sympathisch ist der halbe Polizist und Teilzeitlandwirt Sven Grüneis, der sich auf intensiver Brautschau befindet. Hauptsächlich bestimmt natürlich eine spezielle Person die Handlung entscheidend: die sehr exotische Bea von Maarstein mit ihrem tierischen Begleiter Dr. Jekyll und ihrem aufsehenerregenden Bücherbus, die in ihrem Leben schon so viel gesehen hat und ganz schön weit rumgekommen ist. Sie präsentiert sich leidenschaftlich und scharfsinnig. Wenn sie sich einmal festgebissen hat, wird man sie so schnell nicht wieder los. Ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hobbydetektivin.

In Hummelstich geht es etwas anders zu als anderswo- vom häufigen Sterben abgesehen- meistens deutlich gemütlicher. Traditionen wie das Mopsrennen sind hier wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens und werden noch ganz groß geschrieben. Mir machte es Spaß, Hummelstich, einen Besuch abzustatten, ich fühlte mich dort sofort wohl. Und natürlich interessierte es mich brennend, ob denn Henrietta wirklich ermordet wurde und wer der verantwortliche Täter ist. Ganz schön aufregend und spannend, was da alles an dunklen und weniger dunklen, aber trotzdem äußerst interessanten Geheimnissen der Dorfbewohner ans Licht kommt. Ein kurzweiliger, witziger Wohlfühlkrimi mit schrulligen originellen Figuren, Situationskomik und rätselhaftem Mordfall. Ich würde gerne noch einmal gedanklichen Kurzurlaub in Hummelstich machen und bin schon sehr neugierig auf die nächsten Leichen im und oberhalb des Kellers.

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