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Veröffentlicht am 26.07.2020

Spannende witzige Detektivgeschichte mit den ungewöhnlichsten Ermittlern seit Einschwein als Sherlock Horn

Die Tierpolizei 1. Kommissare mit Fell und Feder
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Katzenbärin Flopson lebt gemeinsam mit dem Streifentenrek Tjalle im Wohnzimmer von Frau Huppenschuh. Doch eines Tages ist Tjalle weg, jemand hat ihn aus seinem Käfig geraubt und dabei das Zimmer verwüstet. ...

Katzenbärin Flopson lebt gemeinsam mit dem Streifentenrek Tjalle im Wohnzimmer von Frau Huppenschuh. Doch eines Tages ist Tjalle weg, jemand hat ihn aus seinem Käfig geraubt und dabei das Zimmer verwüstet. Frau Huppenschuh glaubt, Flopson sei für Tjalles Verschwinden verantwortlich und wirft diese kurzerhand hinaus. Flopson, die im Fernsehen gerne Krimis sieht, beschließt Tjalles Entführung aufzuklären. Sie bleibt nicht lange allein, schon bald wird sie von anderen Stadttieren bei ihrer Suche unterstützt. Gemeinsam gründen sie die Tierpolizei.

Anna Böhm schreibt -wie auch schon in der Einschwein-Reihe- sehr flüssig, originell und irre witzig. Immer wieder schildert sie Szenen derart amüsant und unterhaltsam, dass das Vorlesen riesiges Vergnügen bereitet. Unvergleichlich auch ihre Wortneuschöpfungen wie die Bezeichnung „Fingerabrückler“ für die Spurensicherung! Kinder ab sechs Jahren verstehen das Geschehen sicherlich schon ohne Schwierigkeiten, Achtjährige können das Buch eigenständig alleine lesen. Ramona Wutschner hat die Figuren überaus niedlich und witzig zeichnerisch umgesetzt. Ihre Bilder passen einfach perfekt, „sprechen“ mit dem Betrachter und machen riesigen Spaß.

Wunderbare Charaktere, die sich die Autorin ausgedacht hat! Da ist Katzenbärin Flopson, die schon immer von der wilden weiten Welt träumt, aber erstmal gar nicht weiß, wie man sich in Freiheit verhält. Intuitiv tut sie einfach das, wonach ihr gerade ist, und liegt damit goldrichtig. Die Herzen der anderen Tiere -und die der Leser- erobert sie durch ihre unverstellte, natürliche, grundehrliche und naive Art und ihren Optimismus jedenfalls im Sturm. Streifentenrek Tjalle hingegen zeigt sich ängstlich und mag es gern beschaulich und ruhig, am liebsten schaut er Liebesfilme. Ausgerechnet er wird aus der sicheren Wohnung entführt. Gut, dass die Tierpolizei um den grummelige Teddyhamster Jack und dem etwas trampeligen, aber immer fröhlichen Pony Fridolin, die Verfolgung aufnehmen. Die Mitglieder der Tierpolizei, so unterschiedlich sie sind, so ideal ergänzen sie sich. Eine tolle Truppe!

Wer hat Tjalle entführt? Wo steckt er? Die Suche nach dem Täter war für meine Kinder und mich so spannend, dass wir das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätten. Ging aber nicht, denn zwischendurch wurden wir immer wieder von Lach- und Kicheranfällen geschüttelt und mussten uns erst mal beruhigen. Gerade Fridolin und Jack sorgten für ausgesprochen schräge und absurde Momente.

„Die Tierpolizei“ ist nicht nur lustig, sondern zeigt auch, dass es sich lohnt mutig zu sein und sein geregeltes Leben zu verlassen. Denn in der wilde weiten Welt ist es zwar gefährlicher als im Käfig, aber das Glück ist draußen dafür noch ein bisschen stärker. Nebenher demonstriert Flopson zudem sehr anschaulich, dass sich gegenseitig zu helfen nur Vorteile bringt. Wer Einschwein mag, wird von Flopson und Co ebenfalls begeistert sein. Und alle andern auch, denn eigentlich ist es unvorstellbar, diese originelle, skurrile und sehr besondere Geschichte nicht zu mögen und die drolligen Tiere nicht sofort ins Herz zu schließen.

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Veröffentlicht am 25.07.2020

Zum Pupsen komisch

König Pups
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Der arme König leidet wirklich sehr darunter, dass ihm stets nach dem Essen und Trinken unsagbar stinkende Pupse entweichen. Alle Untertanen meiden ihn deswegen und leider schlagen sämtliche Versuche, ...

Der arme König leidet wirklich sehr darunter, dass ihm stets nach dem Essen und Trinken unsagbar stinkende Pupse entweichen. Alle Untertanen meiden ihn deswegen und leider schlagen sämtliche Versuche, seinem Leiden Abhilfe zu schaffen, fehl. Frustriert zieht er sich alleine in seine Burg zurück. Feindliche Angreifer nutzen die Gunst der Stunde und wollen die Stadt einnehmen. Doch König Pups fasst sich ein Herz und schlägt auf besondere, unvergessliche Weise zurück.

Selten habe ich beim Vorlesen eines Buches so lachen müssen. Bettina Rakowitz reimt sehr gekonnt und äußerst witzig. Für diese wahrhaft treffliche Dichtkunst braucht es schon besonderes Talent. Die amüsanten, bunten Bilder der Autorin illustrieren die Geschichte perfekt.

König Pups kann einem wirklich leid tun. Doch selbst so eine peinliche Schwäche kann in bestimmten Situationen zur Stärke werden. Man muss sie nur richtig einzusetzen wissen.

Meine Kinder und ich waren total begeistert. Ein wunderbares, sehr originelles, außergewöhnliches komisches Kinderbuch, da bleibt sicher kein Auge trocken - vor Lachen. Absolut empfehlenswert für alle, denen schon mal der eine oder andere Furz entfleucht. Und mal ehrlich, wem passiert das nicht hin und wieder?

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Rundum gelungenes Backbuch mit tollen Bildern, interessanten Sachtexten und einfach nachzumachenden Rezepten

Kinder backen mit Christina
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Christina Bauer lädt die Leser mit ihrem Buch „Kinder backen mit Christina“ in ihre heimische Backstube auf ihren österreichischen Bauernhof, den Bramlhof, ein. Im ersten Abschnitt des Buchs gibt sie interessante ...

Christina Bauer lädt die Leser mit ihrem Buch „Kinder backen mit Christina“ in ihre heimische Backstube auf ihren österreichischen Bauernhof, den Bramlhof, ein. Im ersten Abschnitt des Buchs gibt sie interessante Informationen über Zutaten, erklärt z.B. Unterschiede zwischen verschiedenen Mehltypen oder wie aus Milch Sahne oder Butter gemacht wird. Nach acht Tipps für das Backen mit Kindern folgt der Rezeptteil: 30 einfache Rezepte, geordnet nach Jahreszeiten. Abschließend schildert die Autorin einen typischen Tag und ein typisches Jahr auf dem Bauernhof und wie das Leben mit verschiedenen Tieren, wie Kühen, Hühnern und Schafen so aussieht. Auch den Pflanzen auf dem Hof, Getreide und Gemüse, widmet sie dabei noch ein Kapitel.

Die Sachtexte sind sehr gut verständlich und kindgerecht formuliert. Sie sind so interessant, dass es den Kindern -und auch den Erwachsenen- beim Lesen nie langweilig wird. Besonders gut gefallen haben meinen Kindern und mir die vielen tollen großen Fotografien von Christinas Kindern, dem Bauernhof, den Tieren und natürlich den leckeren Backwerken. Überhaupt ist das Buch sehr schön und hochwertig aufgemacht, wird klimapositiv hergestellt und plastikfrei „unverpackt“.

Die Rezepte sind einfach gehalten und klar und ganz genau beschrieben. Meine beiden Töchter, vier und knapp neun Jahre alt, konnten gleich zwei davon ohne meine Hilfe ganz alleine nachbacken. Das hat sie natürlich ausgesprochen motiviert und geschmeckt haben die Schokomuffins und die Freundschaftscookies auch. Christina legt großen Wert darauf, dass Kinder selbst aktiv werden und nicht nur zuschauen. Klar, dass die Rezepte daher simpler sind und nicht durch besondere Raffinessen hervorstechen, was für ein Kinderbackbuch aber völlig in Ordnung ist. Für mich hätte das Buch durchaus noch mehr Rezepte enthalten können als die dreißig abgedruckten. Einige, wie die Osternestchen und Osterhäschen sind sich nämlich ganz schön ähnlich. Insgesamt sind die Rezepte auch recht „hefelastig“.

„Kinder backen mit Christina“ ist viel mehr als nur ein Backbuch. Es ist Bildband, Sach- und Backbuch in einem. Ein Buch, das Lust auf Bauernhof, Natur, Gärtnern und natürlich Backen macht. Ich als Erwachsene habe noch einiges Neue über Zutaten,Tiere und das Bauernhofleben gelernt. Wir werden sicher noch mehr Rezepte nachbacken, immer wieder im Buch schmökern und dabei vom Bauernhofleben träumen.

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Unterhaltsame, leichte Lektüre ohne Substanz

Willkommen im Flanagans (Das Hotel unserer Träume 1)
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„Willkommen im Flanagans“! Linda Lansing führt das Londoner Luxushotel seitdem ihr Vater 1949, vor zehn Jahren, unerwartet starb. Eigentlich hatte sie sich ihr Leben früher ganz anders vorgestellt, stammt ...

„Willkommen im Flanagans“! Linda Lansing führt das Londoner Luxushotel seitdem ihr Vater 1949, vor zehn Jahren, unerwartet starb. Eigentlich hatte sie sich ihr Leben früher ganz anders vorgestellt, stammt sie doch aus dem beschaulichen schwedischen Fjällbacka, das sie um keinen Preis verlassen wollte. Doch mittlerweile ist das Hotel für sie zur Lebensaufgabe geworden. Nicht alle in der Umgebung gönnen Linda den Erfolg, das Hotel und ihr Glück werden bedroht. Linda und ihre loyalen Mitarbeiter kämpfen gemeinsam gegen Lügen, Intrigen und für den Erhalt „ihres“ Flanagans.

Åsa Hellberg schreibt einfach und klar, aber sehr flüssig. Die Geschichte lässt sich flott und unkompliziert lesen. Sie wird nicht chronologisch erzählt, Hellberg „hüpft“ zwischen den Zeiten hin und her. So geht es in zwei verschiedenen Erzählsträngen abwechselnd um 1959/60 und um Lindas Vergangenheit 1949.

Linda Lansing wirkt 1949 noch sehr unbedarft und naiv, ganz das „Mädchen vom Land“. Doch sie entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer selbstbewussten Geschäftsfrau und vergisst dabei ganz, auf ihre eigenen persönlichen Bedürfnisse zu achten. Ein erfülltes Liebesleben bleibt ihr so vorerst verwehrt. Insgesamt sind Linda und die weiteren Figuren wie die Angestellten Emma und Elinor, die sich abgesehen von ihrer Hautfarbe ähneln, und Lindas durchtriebene Cousins Laurence und Sebastian doch recht eindimensional gezeichnet. Die Darstellung der Personen wirkt ziemlich „schwarz-weiß“, Schattierungen sucht man da vergebens. Ich hätte mir eine etwas differenzierte Charakterisierung gewünscht. Mich mit den Protagonisten zu identifizieren - obwohl einige zweifelsohne sympathisch sind-, fiel mir daher schwer.

Die Geschichte ist stellenweise durchaus interessant und spannend, aber alles in allem ziemlich platt und ohne Tiefgang. So wird beispielsweise das Problem Rassismus zwar angesprochen, dies aber nur ganz am Rande. Manche Entwicklungen kommen recht plötzlich und waren für mich nicht richtig nachvollziehbar. Am Ende spielt mir der Zufall eine zu große Rolle, den Schluss empfand ich als überhastet, übertrieben und wenig glaubwürdig.
Ich habe den Ausflug in das Londoner Luxushotel und in Lindas Vergangenheit über weite Strecken genossen, wurde gut unterhalten, mir fehlte aber insgesamt die „Substanz“.
Wie es mit Linda und vor allem ihren Angestellten Emma und Elinor weitergeht, möchte ich nach dem Cliffhanger von Band 1 „Willkommen im Flanagans- Das Hotel unserer Träume“ schon gerne wissen. Aber trotzdem wird dieser nette, etwas belanglose Roman bis zur Fortsetzung höchstwahrscheinlich vergessen sein.

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Veröffentlicht am 22.07.2020

Witziger Beziehungsroman für Leserinnen jeden Alters

Die Mitte ist ein guter Anfang
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Gerade amüsiert sich Eva im Urlaub, feiert ganz gelöst ihren 49.Geburtstag mit Freundin Carla in Spanien, lernt an dem Abend einen sympathischen, attraktiven Mann kennen, da macht ihr ihr Lebensgefährte ...

Gerade amüsiert sich Eva im Urlaub, feiert ganz gelöst ihren 49.Geburtstag mit Freundin Carla in Spanien, lernt an dem Abend einen sympathischen, attraktiven Mann kennen, da macht ihr ihr Lebensgefährte Arne aus heiterem Himmel einen Heiratsantrag, inklusive dem perfekten Ring. Arne und Eva führen zwar seit zwanzig Jahren eine stabile Beziehung, haben eine gemeinsame Tochter, aber von Leidenschaft kann dabei in letzter Zeit keine Rede mehr sein. Eva ist unentschlossen: Neue große Freiheit oder Nägel mit Köpfen machen und endlich heiraten? Die Entscheidung fällt ihr alles andere als leicht..

Frank Bloom schreibt aus Evas Sicht ganz locker, unbefangen, natürlich und flüssig. Ich hatte recht schnell das das Gefühl, Eva gut zu kennen und mit ihr verbunden zu sein. Ihre Gedankengänge und Gefühle konnte ich daher gut verstehen und ihre - oft spontanen- Entscheidungen nachvollziehen.

Mit Eva, ihrem Freund Arne, ihren Freundinnen Carla, Lisa und Manu kommen im Roman - neben Tochter Frida und Evas Eltern- hauptsächlich Figuren „mittleren“ Alters vor. Diese werden sehr realistisch, lebensnah und plausibel dargestellt. Und sie alle haben mit ähnlichen (Beziehungs-) Problemen zu kämpfen wie Evas über siebzig jährige Eltern oder auch die fünfzehnjährige Frida. Das gefällt mir sehr gut, Alter ist eben auch nur eine Zahl. In Wirklichkeit sind sich die Generationen oft viel näher als man denkt, wenn sie nur mehr miteinander reden würden...

In jedem Fall ist „die Mitte einer neuer Anfang“. Aber wie soll der neue Start für Eva aussehen: Eine Traumhochzeit mit Arne mit allem Drum und Dran, ein Leben ohne Partner mit mehr Freiheiten oder vielleicht doch das Abenteuer einer neuen Beziehung mit einem anderen aufregenderen Mann? Für mich war es recht fesselnd und interessant, Eva auf ihrem Weg zur Entscheidung zu begleiten, auch wenn äußerlich nicht so wahnsinnig viel passiert und der Roman ohne „Action“ auskommt. Bis zum Ende habe ich gerätselt, wie Evas Happy End wohl aussehen wird. Besonders amüsiert und sehr gut unterhalten haben mich die zahlreichen Dialoge mit ihrem Partner Arne oder ihrer Mutter Marlene: häufig ziemlich absurd, aber absolut lebensnah und glaubwürdig.

Insgesamt ein wirklich köstlicher Beziehungsroman -oft erschreckend realistisch und dabei trotzdem optimistisch- der durchaus Anlass zum „Träumen“ gibt. Manchmal braucht es dringend einen Neuanfang, aber der kann ganz viele Gesichter haben.

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