Profilbild von Hyperventilea

Hyperventilea

Lesejury Star
online

Hyperventilea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hyperventilea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2020

Was Recht ist, muss nicht gerecht sein - gehaltvoller und lesenswerter Roman

Echo des Schweigens
0

Anwalt Hannes Jansen steht kurz vor seinem großen Karriere-Durchbruch: Wenn er seinen aktuellen Fall gewinnt und den Mordverdächtigen Maik Winkler vor dem Gefängnis bewahrt, winkt ihm die Partnerschaft ...

Anwalt Hannes Jansen steht kurz vor seinem großen Karriere-Durchbruch: Wenn er seinen aktuellen Fall gewinnt und den Mordverdächtigen Maik Winkler vor dem Gefängnis bewahrt, winkt ihm die Partnerschaft in der Anwaltskanzlei seines Chefs Boogs und zusätzlich eine große Bonuszahlung. Doch alles läuft leider nicht wie geplant. Kurz vor dem Schlussplädoyer bekommt er neues Beweismaterial zugespielt, dass Winklers Schuld beweisen könnte. Außerdem liegt ein neues rechtsmedizinisches Gutachten der Pathologin Sophie Tauber vor, das gegen Winkler spricht.
Sophie und Hannes lernen sich durch Zufall auf anderem Wege kennen und interessieren sich sehr füreinander, ohne zu wissen, dass sie vor Gericht auf verschiedenen Seiten stehen.
Auch Sophie hat es gerade nicht leicht. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, erfährt sie einige prekäre Geheimnisse aus ihrer Familiengeschichte, die ihr Leben entscheidend verändern. Eine vertrackte und komplizierte Situation für alle Beteiligten....

Aufmachung und Cover des Buchs finde ich gelungen und überaus passend. Ein schwarz-weißes Titelbild, darauf sind Menschen und ihre langen Schatten zu sehen. Schlicht, aber wirkungsvoll. Wer sind die Menschen? Wieso sieht man ihre Schatten, die länger als die Menschen selbst sind, so deutlich? Wer das Buch liest, wird sofort den Bezug des Covers zum Inhalt erkennen: Jeder Mensch kann nicht unabhängig vom „Schatten“ der Vergangenheit betrachtet werden. Die Schatten sind so groß, weil wir auch von der Vergangenheit unserer Familien beeinflusst werden.

Markus Thiele schreibt klar verständlich und flüssig. Ein angenehm zu lesender Roman, ohne künstliche, die Lektüre erschwerende, stilistische Schnörkel.

Die Geschichte spielt auf verschiedenen Zeitebenen. Neben Hannes und Sophies aktueller Situation werden auch zahlreiche Szenen aus der Vergangenheit, zur Zeit des Krieges oder aus dem Jahr 1979 geschildert. Die einzelnen Erzählstränge stehen anfangs noch isoliert da, sie werden nach und nach immer mehr miteinander verwoben. Diese Erzählweise macht die Spannung des Romans aus: Unglaublich aufregend, herauszufinden, wie die Teile der Handlung miteinander zusammenhängen, wer zu wem welche Beziehungen pflegt und wie sich Hannes und Sophies Situation weiterentwickelt. Erst zum Schluss verbindet sich alles zu einem großen Ganzen und der Roman kommt zu einem runden stimmigen Ende, das aber dann letztendlich doch nicht ganz so atemberaubend und spektakulär daherkommt, wie ich erwartet habe. Dadurch wird es aber glaubwürdiger, die Ereignisse sind an wahre Begebenheiten angelehnt, aber nicht ganz real, daher für mich kein klassischer Kriminalroman, eher eine Mischung aus Gerichtskrimi, historischem Krimi und Familienroman.

Sophie und Hannes sind zwei sehr ausführlich und nachvollziehbar dargestellte Charaktere. Beide erfahren neue Dinge, die sie vor große Herausforderungen stellen. Sie befinden sich durch ihr Wissen in moralischen Zwickmühlen und müssen entscheiden, wie sie darauf reagieren. Sowohl Sophie als auch Hannes konnte ich gut verstehen, sie sind sympathische Charaktere. Dadurch wurde ich als Leser emotional berührt. Ich habe die Geschichte nicht mehr aus der Distanz verfolgt, sondern fühlte mich „mittendrin“ im Geschehen und fragte mich selbst: Wie würde ich an Stelle der beiden handeln? Was ist moralisch richtig, was wäre Recht, was Gerechtigkeit? Am Ende war ich ganz schön mitgenommen und betroffen von all den aufrüttelnden Ereignissen.

„Das Echo des Schweigens“ hat mich nachdenklich zurückgelassen. Es ist alles andere als einfach, sich immer moralisch richtig zu verhalten. Autor Markus Thiel arbeitet selbst als Anwalt und weiß, wovon er schreibt: Recht ist nicht immer Gerechtigkeit. Und was ist überhaupt Gerechtigkeit? Oft gibt es trotz der Gesetze kein eindeutiges richtig und falsch, sondern ganz viele Abstufungen. Wir müssen immer wieder neu entscheiden, wie wir handeln und dabei lernen, mit den Konsequenzen unseres Handels zu leben. Ein wichtiger, interessanter, anregender Roman, der ganz viele Fragen aufwirft, die sich Menschen schon immer stellen. Bereits Aristoteles wusste: Wer Recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2020

Solide Unterhaltung- perfekt für eine kleine Auszeit vom Alltag

Die Farben der Schönheit – Sophias Hoffnung (Sophia 1)
0

Berlin 1926: Nachdem sich die junge Chemiestudentin Sophia Krohn auf eine Affäre mit ihrem Professor, Dr. Georg Wallner, eingelassen hat, wird sie ungewollt schwanger. Doch weder Georg noch ihre Eltern ...

Berlin 1926: Nachdem sich die junge Chemiestudentin Sophia Krohn auf eine Affäre mit ihrem Professor, Dr. Georg Wallner, eingelassen hat, wird sie ungewollt schwanger. Doch weder Georg noch ihre Eltern sind bereit, sie als ledige Mutter zu unterstützen. Sophia muss ihr Elternhaus verlassen, das Studium abbrechen und steht nun ganz alleine und ohne Hilfe da. Glücklicherweise kommt sie bei ihrer Freundin der Tänzerin Henny unter, die ihr eine Arbeit am Theater vermittelt. Als Henny ein Engagement in Paris erhält, entschließt sich die hochschwangere Sophia Henny zu begleiten. In der französischen Hauptstatdt angekommen, hofft sie darauf, ihr Hobby, die Herstellung von Kosmetik zum Beruf zu machen und im Unternehmen der weltberühmten Helena Rubinstein eine Anstellung zu finden.

Das bunte Titelbild zieht definitiv Blicke auf sich, die optische Gestaltung passt perfekt zum Titel der Trilogie „Sophias Farben“. Das Cover hat ohne Zweifel Wiedererkennungswert.

Für mich liest sich der Roman sehr angenehm unanstrengend und flüssig. Corina Bomann pflegt- wie gewohnt- einen recht schlichten, klaren und unkomplizierten Schreibstil.

Die Geschichte um Sophias Weg zu beruflichem Erfolg und ihre Unabhängigkeit ist interessant, mitreißend und unterhaltsam. Hauptfigur Sophia erlebt so einiges in ihrem jungen Leben
Durch die ungeplante Schwangerschaft befindet sie sich in einer aussichts- und trostlosen Lage, denn es sind Zeiten, in denen derartige moralische Fehltritte nicht toleriert werden. Aber Sophia lässt sich nicht unterkriegen und nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise. Die Geschichte beginnt in Deutschland, spielt anschließend in Paris und endet zunächst in New York. Die verschiedenen Schauplätze sorgen für Abwechslung in der Handlung.

Sophia als Charakter dürfte Bomann-Leserinnen durchaus bekannt vorkommen, denn Bomanns Figuren sind oftmals recht ähnlich gezeichnet. Sophia wird als eine sensible, intelligente und willensstarke Frau dargestellt, die für ihr Hobby, die Herstellung von Kosmetika, brennt und genau weiß, was sie will. Ich empfand Mitleid für sie, sympathisch war sie mir aber nicht direkt. Sie kam für meine Begriffe ein wenig spröde und unnahbar rüber. Etwas mehr Temperament und Emotionalität, hätten sie mir sicher noch näher gebracht. Ganz anders Helena Rubinstein, sie ist ein historisch belegter Charakter, eine sehr bewundernswerte, eindrucksvolle und faszinierende Frau, die sich selbständig ein Kosmetikimperium aufgebaut hat. Dass auch real existierende Figuren wie Rubinstein oder ihre Konkurrentin Elisabeth Arden vorkommen, macht den Roman lebendiger, authentischer und glaubwürdiger.

Auf Corina Bomann ist Verlass. Sie ist für mich Garant für unterhaltsame, historische Romane um starke Frauen, die auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück gegen viele Widerstände zu kämpfen haben. Auch dieser Roman „Sophias Hoffnung“ hat mich überzeugt. Natürlich keine große, tiefgründige Literatur, aber eine nette Lektüre und ideal geeignet, um sich eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen und sich von Sophia in längst vergangene, aufregende Zeiten entführen zu lassen. Ich bin neugierig, wie sich Sophia noch entwickeln wird und freue mich jetzt schon auf ein paar schöne Lesestunden mit den beiden Fortsetzungsromanen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2020

Witzig und treffend - Hornby in Bestform

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
0

In Janes und Toms Ehe läuft es nach Janes Affäre mit einem anderen Mann nicht mehr so richtig. Um ihre Probleme in den Griff zu bekommen, nehmen die beiden eine Eheberatung in Anspruch. Vor den Sitzungen ...

In Janes und Toms Ehe läuft es nach Janes Affäre mit einem anderen Mann nicht mehr so richtig. Um ihre Probleme in den Griff zu bekommen, nehmen die beiden eine Eheberatung in Anspruch. Vor den Sitzungen treffen sie sich noch kurz in einem Pub und sprechen über Gott und die Welt und natürlich ihre Beziehung.

Die Geschichte ist nahezu ausschließlich in direkter Rede verfasst. Es geht nur um die Gespräche - insgesamt sind es zehn-, die Jane und Tom jeweils im Pub führen, während sie darauf warten, dass ihre Sitzungen bei der Paartherapeutin beginnen. Der Roman liest sich unkompliziert und flüssig, Hornby schreibt wie gewohnt mit Witz, locker, klar, leicht verständlich und äußerst unterhaltsam.

Es passiert äußerlich sehr wenig. Hin und wieder bekommt der Leser durch Janes und Toms Kommentare mit, wie es anderen Paaren ergeht, die Jane und Tom beobachten. Aber das zentrale Thema sind natürlich die Dialoge des Paares. Und diese haben es in sich. Nick Hornby hat schon in seinen vorherigen Romanen bewiesen, dass er meisterhaft in der Lage ist, menschliche Kommunikation zu analysieren und realistisch, aber gleichzeitig voller Ironie, darzustellen. Egal, worüber die beiden Protagonisten sprechen, sei es über den Brexit, Lieblingsserien, Subtexte oder die Sitzung von letzter Woche, sie sprechen doch immer irgendwie über sich und ihre Beziehung. Beeindruckend, wie es Hornby gelingt, nur anhand von zehn Gesprächen, die Situation, die Ehe der beiden, perfekt und glasklar abzubilden. Zu lesen, wie Jane und Tom aufeinander oder nicht aufeinander eingehen, wie sie - stets schlagfertig- die Sätze des jeweils anderen auf manchmal recht absurde Art interpretieren, wie sehr sie - trotz aller Diskrepanzen- verbunden sind, ist faszinierend.
Dabei erfährt der Leser natürlich sehr viel über die zwei Figuren, die beide für mich nachvollziehbar, authentisch und trotz ihrer Fehler und Schwächen sympathisch sind.

Unglaublich amüsant und treffend: Prägnanter und witziger lässt sich das Bild einer Ehe wohl nicht zeichnen. Empfehlenswert für alle, die noch etwas über Kommunikation und Beziehungen lernen und dabei den Humor nicht verlieren möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2020

Spannende, aber ziemlich abstruse Story

Unter der Erde
0

Schriftsteller Elias Haack hat seinen Großvater Wilhelm seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen. Jetzt ist er zu dessen 90. Geburtstag eingeladen und daher unterwegs in das Dorf Volkow, wo der alte Herr ...

Schriftsteller Elias Haack hat seinen Großvater Wilhelm seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen. Jetzt ist er zu dessen 90. Geburtstag eingeladen und daher unterwegs in das Dorf Volkow, wo der alte Herr noch immer lebt. Volkow wird es in ein paar Monaten nicht mehr geben, die Bagger aus dem umliegenden Tagebaugebiet rücken immer näher. Auf der Fahrt zum Dorf hat Elias einen Autounfall. So muss er länger im Dorf bleiben und abwarten, bis sein Auto repariert ist. Je mehr Zeit Elias in Volkow verbringt, desto seltsamer und dubioser kommt ihm dort alles vor. Irgendetwas haben die Bewohner zu verbergen.....

„Unter der Erde“ liest sich flüssig und gut verständlich. Stephan Ludwig schreibt in einem klaren, unkomplizierten Schreibstil, direkt und unverblümt. Stellenweise neigt er allerdings dazu, unnötige Floskeln zu gebrauchen. Vor allem der vielkritisierte Satz „Irgendwo bellte ein Hund.“ taucht für meine Begriffe im Roman zu oft auf.

Die Geschichte um das Dorf Volkow ist mehr als aufregend und extrem packend, daher habe ich das Buch fast „in einem Rutsch“ und ohne Pausen durchgelesen. Elias erlebt einen unvorstellbar grausigen Albtraum. Immer wieder wird auch in Rückblenden erzählt, so dass die Zusammenhänge mehr und mehr begreiflich werden. Die Handlung überrascht zweifelsohne, ich finde sie teils aber recht abstrus. Zu abstrus, um realistisch zu sein und zu wenig abstrus und abgehoben für einen Sci-Fi-Thriller.

Autor Stephan Ludwig hat interessante Figuren erdacht. Richtig identifizieren konnte ich mich aber mit keiner. Wilhelm zum Beispiel wirkt recht hart, Betty dümmlich und wie ferngesteuert, alle Dorfbewohner haben etwas Mysteriöses, Unechtes an sich. Protagonist Elias war mir nicht unsympathisch, er kommt aber etwas „weich und antriebslos“ rüber, ihm fehlt ein wenig der Biss. Die anfänglich Szene, wie er sich aufgrund einer Gehirnerschütterung am Tisch übergeben muss, wirkt beispielhaft und typisch für den Schriftsteller von Gruselromanen, der selbst nicht besonders hart im Nehmen zu sein scheint.

Ein spannender, nervenaufreibender- ja was genau eigentlich? - Krimi/Thriller/Sci-Fi Thriller?! Ich wurde beim Lesen sehr gut unterhalten, nachhaltig beeindruckt hat mich Ludwigs neuer Roman aber nicht. Mir persönlich liegen die Zorn-Bücher des erfolgreichen Autors definitiv mehr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2020

Aufregend und lesenswert- nicht nur für Münchner

Karl Valentin ist tot
0

„Es muß was g’scheng, weil, wenn ned boid was g’schieht, dann passiert no was!“
Passiert ist eine ganze Menge: Am Münchner Karl-Valentin Gymnasium geht es sogar ganz besonders heiß her. Nach einem Brand ...

„Es muß was g’scheng, weil, wenn ned boid was g’schieht, dann passiert no was!“
Passiert ist eine ganze Menge: Am Münchner Karl-Valentin Gymnasium geht es sogar ganz besonders heiß her. Nach einem Brand im Gebäude der Schule wird dort eine Tote gefunden, die stellvertretende Direktorin Marianne Eichstätt. Aber das ist nicht die einzige Leiche im Keller der Schule, vor einiger Zeit hatte der Schüler Fabian Brühl Selbstmord verübt. Hauptkommissar Tom Perlinger und seine Kollegin Jessica ermitteln und decken dabei traurige und erschütternde Zusammenhänge auf.....

Sabine Voehringer schreibt flüssig und gut verständlich. „Karl Valentin ist tot“ ist ein sehr angenehm zu lesender Roman. Für Abwechslung sorgen immer wieder die amüsanten und geistreichen Zitate von Karl Valentin.

Die Handlung des Falls ist sehr spannend. Aufregend, aber auch erschreckend, was da an schlimmen Zuständen hinter der schönen Fassade zum Vorschein kam. Ein wenig konstruiert wirken manche Details des Plots zwar schon, aber der Roman hat definitiv einen großen Unterhaltungswert. Einige Verbindungen waren für mich etwas kompliziert nachzuvollziehen, aber nur deshalb, weil mir die Vorgängerromane nicht bekannt sind und für das Verständnis Vorwissen hilfreich gewesen wäre.

Die vielfältigen Charaktere des Krimis empfinde ich als interessant, sie werden allesamt nachvollziehbar dargestellt. Während mir die Ermittler Jessica und Tom sowie dessen Familie recht sympathisch waren, kamen manche Figuren ziemlich schlecht weg, eine sehr ausgewogene Mischung an Personen also. An waschechten Bösewichten mangelt es in diesem Roman definitiv nicht, aber die braucht es ohne Frage für das Gesamtkonstrukt und die Dramaturgie.

Ein wirklich unterhaltsamer, lesenswerter Krimi! Gut gefallen hat mir auch, dass München eine Hauptrolle einnimmt. Für mich ein großes Plus, dass die Schauplätze wirklich existieren und man selbst vielleicht sogar eigene Erinnerungen damit verbindet. Münchner werden bei der Lektüre sofort an „zu Hause“ erinnert. Auch dass Karl Valentin, ein für mich hochinteressanter Mann, für den Fall eine große Bedeutung hat und immer wieder zitiert wird, beurteile ich als sehr positiv und bereichernd. Mit ihm werde ich mich nach dem Buch sicher noch näher beschäftigen. Ob die ganze Angelegenheit realistisch ist, darüber lässt sich vermutlich streiten. Die Zustände an der Schule scheinen mir aber keine reine Fiktion zu sein. Dass das Bildungssystem an einigen Stellen hakt, die Schüler häufig nur auf ihre Leistungen reduziert und sich sogar schon in der Grundschule unter Druck gesetzt fühlen, das alles ist nicht von der Hand zu weisen. Unschön und unangenehm, aber authentisch. Ein spannender Lokalkrimi mit sympathischen Ermittlern, der die negativen Seiten des Schulsystem thematisiert. Nicht nur für Münchner empfehlenswert. Die Vorgängerbände setze ich nun definitiv auf meine Wunschliste.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere