Charmante Teenager-Lovestory, die auf originelle Weise mit bekannten Klischees spielt
Popcorn süß-salzig„Denn natürlich lässt sich das, was in Liebesromanen oder Liebesfilmen passiert, nicht eins zu eins auf das echte Leben übertragen. Das ist ja genau der Fehler, den alle gerne machen.“
Sich eine Scheinfreundin ...
„Denn natürlich lässt sich das, was in Liebesromanen oder Liebesfilmen passiert, nicht eins zu eins auf das echte Leben übertragen. Das ist ja genau der Fehler, den alle gerne machen.“
Sich eine Scheinfreundin zulegen, um seine Ex zurückzugewinnen? Ruby hat zu viele Bücher gelesen, zu viele Filme gesehen und ist auch sonst zu realistisch, um zu glauben, dass diese Nummer wirklich funktioniert. Viel wahrscheinlicher ist da schon, dass sich bei diesem Unterfangen die beiden Pseudopartner näherkommen. Daher lehnt Ruby zunächst vehement ab, als Guillaume ihr vorschlägt, das Fakedate seines besten Freundes Phil zu werden, um dessen Exfreundin eifersüchtig zu machen. Doch dann hat das Schicksal andere Pläne. Ruby und Phil müssen unfreiwillig Zeit miteinander verbringen und es kommt, wie es kommen muss….
Die Geschichte wird aus Rubys Sicht in Ich-Form erzählt. Frech, selbstbewusst, lebendig und mit viel Witz und Humor schildert Ruby ihre Erlebnisse. Sie kennt sich mit Büchern und verschiedenen immer wiederkehrenden Motiven, sogenannten Tropes, bestens aus. So wendet sie die speziellen Fachbegriffe dafür auch oft an. Diese werden am Rand dann noch einmal explizit erklärt, was ich sehr interessant fand. Teilweise werden auch Textnachrichten von Ruby und ihren Freunden wort-wörtlich abgedruckt, dies sorgt für Abwechslung. Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser ab 13, 14 Jahren.
Ruby schreibt sehr offen, nimmt kein Blatt vor den Mund. Man lernt sie und ihre erfrischend direkte, sympathische Art daher gut kennen. Ruby weiß viel, ist intelligent, tough, schlagfertig und in vielerlei Hinsicht sehr selbstbewusst. Meistens ist ihr völlig egal, was andere von ihr denken. Beeindruckt hat mich beispielsweise Rubys Einstellung zu Peinlichkeiten. Sie erklärt einleuchtend, dass man sich ganz einfach entscheiden kann, dass etwas nicht peinlich ist, wodurch es auch nicht peinlich ist. Trotzdem ist Ruby nicht in jeder Hinsicht selbstsicher, so kann sie sich beispielsweise partout nicht entscheiden, welchen Leistungskurs sie wählen soll. Ruby hat mit Jara und Matteo tolle Freunde, auf die sie sich immer verlassen kann. Eine besonders enge Beziehung verbindet sie auch mit ihrer Mutter, die ihr Geld mit Bücherschreiben verdient. Ihr erzählt Ruby alles.
Herrlich witzig, Ruby dabei zu erleben, wie sie sich auf ihre abgeklärte Rubyart gegen Klischees sträubt, derer sie sich letztendlich dann doch nicht erwehren kann. Klischees einmal anders. So machen sie definitiv Spaß. Und trotzdem im Roman bewusst zahlreiche bekannte Motive vorkommen, schreibt Ruby ihre ganz eigene Geschichte. Von Ruby und ihrem Umgang mit Tiefschlägen und Krisen kann man auf jeden Fall noch einiges lernen. Ruby lässt sich nicht unterkriegen und macht weiter, auch wenn es mal nicht so läuft. Die verschiedenen Tropes, die im Buch behandelt und erläutert werden, sind mir alle schon einmal begegnet. In Zukunft kann ich sie dank Ruby aber auch richtig benennen und Filme und Bücher noch professioneller analysieren. „Popcorn süß-salzig“ ist eine erfrischend komische, originelle, charmante, unterhaltsame Teenager-Liebeslesekomödie mit sympathischen Figuren für alle romantisch Veranlagten, die über die Liebe und so manche Klischees aber auch lachen können.