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Veröffentlicht am 23.09.2024

Rungholt lebt weiter

Rungholt
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"Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren." (Aus dem Gedicht: Trutz, Blanke Hans von Detlef von Liliencron 1883) - der Autor meinte zu seiner Zeit wohl nur 500 ...

"Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren." (Aus dem Gedicht: Trutz, Blanke Hans von Detlef von Liliencron 1883) - der Autor meinte zu seiner Zeit wohl nur 500 Jahre, denn Rungholt wurde 1362 von einer Sturmflut zerstört, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein. Auch die Autorin verarbeitet das Gedicht in ihrem historischen Roman "Rungholt". In ihm verbindet sie die Schicksale Jannas und Lenores - erstere lebt 1907, die andere 1360 kurz vor der Sturmflut. Beide sind sehr willensstarke Figuren, die deutlich mehr leisten und wollen, als es zu ihren Zeiten für Frauen üblich ist. Beide haben einen geliebten Mensch an die Nordsee verloren und kämpfen mit allen Mitteln um das Vergessen. Doch für Janna gibt es Hoffnung, als ein Eisberg vor der Küste ihres Heimatortes auftaucht - mit ihm kommen viele Gaukler und Händler. Janna wird auf eine Händlerin aufmerksam, die anders ist, als alle anderen und bald befindet sie sich mitten in Lenores Leben ohne es zu ahnen.
Für einen historischen Roman zu recherchieren - vor allem, wenn der Ort, um den es geht, bereits seit fast 700 Jahre nicht mehr existiert, ist schwierig. Der Autorin ist es dennoch gelungen ein klares Bild der Küstenstadt Rungholt und ihrer Umgebung zu zeichnen. Man kann sich ein klares Bild über die Verhältnisse damals machen und vor allem auch über die Dominanz der Männer, die beiden Frauen zu schaffen macht. Dazu kommen eine gehörige Portion Geheimniskrämerei und Ignoranz und auch ein wenig Fantasie und Mystik - ohne die, wäre das Buch nicht so wunderbar, wie es jetzt ist. Dabei stechen die fantastischen Elemente nicht hervor, sondern bleiben im Hintergrund und untermauern die Geschichte, die mir mehrfach Tränen entlockt, oder Gänsehaut beschert hat. Der Schreibstil ist locker und doch passen, die Figuren sind mir ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht mit allen warm geworden bin, aber das muss auch nicht sein.
Von mir gibt es 5 von 5 ⭐ für diesen gelungenen historischen Roman, der wirklich wunderschön geschrieben ist.

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Veröffentlicht am 20.09.2024

Was würdet ihr tun?

Die Bürde-Reihe / Die Bürde der Zukunft
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Was würdet ihr tun, wenn nach einer Seuche, die Menschheit wirklich drastisch minimiert wurde?
Drastisch minimiert heißt in diesem Fall: Alle Erwachsenen sind weg und nur Kinder und Jugendliche bleiben ...

Was würdet ihr tun, wenn nach einer Seuche, die Menschheit wirklich drastisch minimiert wurde?
Drastisch minimiert heißt in diesem Fall: Alle Erwachsenen sind weg und nur Kinder und Jugendliche bleiben übrig und müssen ums Überleben kämpfen.
Genau das machen die Akteure in dieser wirklich dunklen, aber sehr authentischen Dystopie. Der tägliche Kampf ohne moderne Technik um Ressourcen, Nahrung - letztendlich ums nackte Überleben. Es wird nichts geschönt und wer es nicht brutal mag, der sollte einen großen Bogen um dieses Buch machen. Denn das ist heftig - es wird oft gehandelt bevor geredet wird, es fließt viel Blut und manche Szenen sind schon richtig brutal. Sie gleiten aber nie zum Splatter ab, denn die Autorin schafft es mit einem wortgewaltigen Worldbuilding eine extrem mitreißende Atmosphäre zu schaffen. Oft denkt man darüber nach, ob man auch so gehandelt hätte - ich hätte aber wahrscheinlich nicht mal die ersten Tage überstanden. Alle Charaktere handeln auf ihre Weise nachvollziehbar, auch wenn man mehr als einmal den Kopf schüttelt. Man schafft es als Leser auch nicht klar zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden, denn alle haben etwas von beidem in sich - es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch viele Grautöne und genau das weiß die Autorin einzusetzen und das macht das Buch so authentisch. Durch die verschiedenen Sichtweisen steigt man tief in die Handlung hinab und wird mitgerissen - ich konnte das Buch irgendwann nur noch schwer aus der Hand legen.
Wer Dystopien mag und mit Gewalt und Blut keine Probleme hat, dem kann ich "Die Bürde der Zukunft" ans Herz legen. Es ist emotional, brutal, reißt einen mit und gibt Platz zum Nachdenken.
Von mir bekommt es 5 von 5 ⭐.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Drachenstark

KoboldKroniken 4. Drachenjagd im Dunkeln
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E íst wieder soweit und wir begleiten Dario und seine Freunde zum 4. Mal nach Kwertz und es wird spannend, actionreich, witzig und gruselig (teilweise alles auf einmal).

Die Klassenfahrt ist vorbei und ...

E íst wieder soweit und wir begleiten Dario und seine Freunde zum 4. Mal nach Kwertz und es wird spannend, actionreich, witzig und gruselig (teilweise alles auf einmal).

Die Klassenfahrt ist vorbei und Dario und seine Freunde mitten im Schulstress - doch irgendwie sind alle seine Freunde komisch. Und so kommt es, dass er allein nach Kwertz kommt.

Die Mischung aus Fantasie und Realität (es ist ja quasi Darios Notizbuch mit vielen Zeichnungen, Bildern und gesammelten Artefakten) ist wie immer stimmig. Die verschiedenen Arten von Abbildungen lockern das Buch auf und machen die Kapitel bunter. Es ist spannend geschrieben, auch wenn mal ein Dialog oder ein Chat abgebildet ist - es passt immer genau an die Stelle, an der es zu finden ist.

Das empfohlene Alter ab 9 passt an sich. Es ist wieder vom Kind abhängig zu machen - die Kapitel sind schon an manchen Stellen lang und man braucht etwas Atem, aber ansonsten passt es wunderbar. Vor allem in diesem Buch gab es viele Enthüllungen (und noch mehr Fragen) aber auch richtig viel Action, was uns sehr gefallen hat. Wir freuen uns auf den nächsten Band und sehen uns dann in Kwertz wieder.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Zurück in Applemore

Midsummer House
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Das "Midsummer House" ist der dritte Teil der "Das Erbe von Applemore" Reihe. Wie auch die anderen Teile ist das Cover einfach gehalten - es zeigt im Hintergrund ein weißes Haus und 2 Personen. Alles sehr ...

Das "Midsummer House" ist der dritte Teil der "Das Erbe von Applemore" Reihe. Wie auch die anderen Teile ist das Cover einfach gehalten - es zeigt im Hintergrund ein weißes Haus und 2 Personen. Alles sehr idyllisch und einfach gehalten. Die beiden Personen sind Rob und Charlotte - aus deren Perspektiven wir die Geschichte lesen.
Charlotte ist die älteste Schwester der Fraser-Familie (jedem der Geschwister ist ein Band der Reihe gewidmet) und ein Kontrollfreak. Sie liebt Listen über alles und hat gern alles selbst in der Hand. Rob dagegen ist im Finanzsektor tätig, wird aber wegen einer nicht ganz sauberen Investition beurlaubt.
Beide treffen im Midsummer House, welches Robs Tante gehört und welches Charlotte kaufen möchte, aufeinander. Eine ungleiche WG, die spannungsvoll ist.
Wie auch die Vorgängerbände kann man diesen losgelöst von den anderen Bänden lesen. Man lernt die Charaktere nach und nach kennen, es fehlen maximal ein paar Hintergrundinformationen. Das Buch liest sich leicht und locker, es ist romantisch, witzig und kommt ganz ohne Spice daher. Es zaubert eine tolle Atmosphäre mit dem kleinen Ort Applemore in den Highlands, das so normal ist, wie alle anderen kleinen Orte auch.
Charlotte und Rob als Hauptpersonen machen eine nachvollziehbare Wandlung durch, springen über ihre Schatten und sind einfach super. Man fiebert gern mit ihnen mit.
Für mich ein weiterer toller Band, den ich gerne für gemütliche Lesestunden empfehle und der von mir 5 von 5 Sternen bekommt.

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Mitreißender Gruselroman

Es spukt in Craven Manor
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Daniel hat es nicht leicht - er hält sich nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser und lebt bei seinem Cousin, der ihn aber nur ausnutzt. Plötzlich erhält Daniel einen Brief mit einem Jobangebot als Gärtner ...

Daniel hat es nicht leicht - er hält sich nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser und lebt bei seinem Cousin, der ihn aber nur ausnutzt. Plötzlich erhält Daniel einen Brief mit einem Jobangebot als Gärtner in Craven Manor. Das Haus ist allerdings seit Jahren verlassen. Er nimmt ihn trotz einiger Bedenken an und wird eine Geschichte erleben, die er sich in seinen wildesten Träumen nicht hätte vorstellen können.
Ich habe bereits einige Bücher von Darcy Coates gelesen und auch dieses konnte mich ab Seite 1 gefangen nehmen. Es fiel schwer, es aus der Hand zu legen. Spannend und an den richtigen Stellen gruselig und mit wirklich einigen Twists, bei denen ich mir oft überlegt habe: Was soll man jetzt noch glauben? Hätte ich genauso gehandelt wie Daniel?
Die Autorin schafft es eine wirklich unheimliche Atmosphäre an den richtigen Stellen zu schaffen, bietet dem Leser, ab und an auch Zeit zum Herunterkommen. Wir begleiten Daniel auf seinem Weg und werden einige Male überrascht. Daniel selbst ist, wie auch die anderen Figuren, wirklich gut ausgearbeitet, man fiebert mit ihm mit. Andere Akteure kann man einfach nur nervig finden oder gruselig oder alles zusammen. Es ist für jeden etwas dabei und die Hintergrundgeschichte, die man nach und nach erfährt ist klasse.
Für dieses Buch gibt es für mich wieder eine klare Leseempfehlung - es hat alles, was es braucht um ein gutes Horrorbuch zu sein. Es hat mich gefangen genommen, ich habe die Luft angehalten und mitgefiebert und nach Lösungen gesucht. 5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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