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Veröffentlicht am 02.02.2025

Vielschichtiger Thriller!

Winternacht - Der Schnee begräbt alles. Nur die Lügen nicht
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In einem Hotel in Hexam isst Olive, die Ehefrau eines einflussreichen Parlamentsabgeordneten, zu Abend. Eine Frau, die sie zuvor noch nie gesehen hat, setzt sich zu ihr und beginnt ein Gespräch. Am nächsten ...

In einem Hotel in Hexam isst Olive, die Ehefrau eines einflussreichen Parlamentsabgeordneten, zu Abend. Eine Frau, die sie zuvor noch nie gesehen hat, setzt sich zu ihr und beginnt ein Gespräch. Am nächsten Morgen steigt Olive in ein Auto, ohne eine Nachricht an ihren Mann Michael, mit dem sie seit sechs Monaten verheiratet ist, zu hinterlassen und verschwindet spurlos. Michael Anderson meldet seine Ehefrau als verschwunden und Sergeant Detective Lexi Thomas von der Cleveland Police versucht herauszufinden, wohin Olive verschwunden ist. Hilfe bei den Ermittlungen bekommt sie vom Verkehrspolizisten Gerry Mizon. Er entpuppt sich erstaunlicherweise zu einer grossen Stütze.


Was zuerst eher ruhig beginnt, entwickelt sich nach und nach zu einer vielschichtig konzipierten Geschichte. In verschiedenen Erzählsträngen und auf unterschiedlichen Zeitebenen erfährt man was genau geschah in der Familie Anderson. War ihr Verschwinden Olives freier Entschluss oder wurde sie dazu gezwungen?

Ehrlich gesagt, habe ich zu Beginn gedacht, dass ich es bei Olive mit einer typischen, reichen und dem Leben mit ihrem Mann und seiner Familie überdrüssigen Frau zu tun habe. Sie ist nämlich nicht nur mit dem wohlhabenden Michael verheiratet, sondern indirekt auch mit seinen pubertierenden Töchtern und der Mutter seiner verstorbenen Frau, die alle im selben Haushalt leben. Dass da einer frisch Verheirateten irgendwann die Hutschnur platzt, ist doch nachvollziehbar...oder nicht? Sharon Bolton hat jedoch viel mehr zu bieten in Sachen Plot als eine frustrierte Frau, die das Weite sucht.

Für die entspanntere Seite in der Story sorgt Verkehrspolizist Gerry Mizon, der heimlich und verschämt seinem Hobby Floristik frönt. Seine Art und vor allem die Dialoge mit seiner Arbeitskollegin Lexi Thomas haben mich immer wieder schmunzeln lassen.

Wie der Titel verspricht, handelt diese Story in der frostigen Jahreszeit, kurz vor und nach Weihnachten. Teilweise so gut beschrieben, dass es einen fröstelt und das bei Lesezeit im Warmen. Die Autorin kriegt es immer wieder hin, nicht nur Situationen, wie zum Beispiel die Kälte und den Schnee, bildlich zu beschreiben. Sie hat auch die Figuren sehr nahbar und überzeugend charakterisiert. Gerade die Hauptpersonen, Michael und Olive, aber auch die beiden Beamten sind facettenreich. Das Ehepaar Anderson und weitere Familienmitglieder so, dass ich nie wusste, wem ich genau trauen soll.

Sharon Bolton hat mich auch mit ihrem neusten Thriller überzeugt und einmal mehr für sich eingenommen!

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Es spukt!

Du und ich und tausend Sterne über uns
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Nach 16 Jahren kehrt Trudy Heaton nach Haworth zurück. Im Haus ihrer Kindheit lebt ihre Mutter und sie zieht zu ihr. Acht Monate zuvor ist Trudys Mann Abraham bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ...

Nach 16 Jahren kehrt Trudy Heaton nach Haworth zurück. Im Haus ihrer Kindheit lebt ihre Mutter und sie zieht zu ihr. Acht Monate zuvor ist Trudys Mann Abraham bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen und sie versucht dem achtjährigen Will Mutter und Vater gleichzeitig zu sein.

Aufgewachsen ist Trudy im Haus Ponden Hall, das der Schriftstellerin Emily Bronté für ihr bekanntes Buch "Sturmhöhe" als Beispiel gedient hat. Bei ihren ersten Anläufen das Haus zu renovieren, findet Trudy ein Schriftstück von grossem Wert. Will reagiert sehr aufgewühlt auf den neuen Wohnort und schwört, dass abends ein Mädchen an seinem Bett sitzt. Trudy kommt das bekannt vor, denn auch sie weiss, dass im Haus Dinge vor sich gehen, die nicht erklärbar sind.


Paranormales Passagen muss man in Kauf nehmen bei diesem Buch. Was erst als imaginäre Freundin von dem achtjährigen Will aussieht, rutscht mehr und mehr in die übersinnliche Schiene ab. Der Geist einer lang verstorbenen Bewohnerin des Hauses sitzt auf Betten, schiebt Bücherstapel umher und macht Lärm. Nicht unbedingt etwas, womit ich gerechnet habe und nicht unbedingt etwas, woran ich glaube. Dieses paranormale Phänomen lebte 1658 in Ponden Hall und in einem eigenen Strang in kursiver Schrift erzählt die damals 12-Jährige von ihrem Leben. Dies in Form von Briefen, die Trudy in dem Haus findet. Ich empfand diese Passagen als harte Kost und mich hat Agnes und ihr Schicksal emotional sehr berührt.

Im zweiten Strang wird erzählt, wie Trudy und Will versuchen neu anzufangen in Haworth und mit dem Tod von Ehemann und Vater Abraham fertig zu werden. Zudem versuchen Trudy und ihre Mutter einen Streit, der sie 16 Jahre zuvor entzweit hat, zu bereinigen. Das tönt nach ganz viel Material, das in die Geschichte einfliesst. Ist es auch. Vor allem Material, das wohl nicht so heiss gegessen wird, wie es gekocht wurde. Der Streit zum Beispiel war dermassen nichtig, dass ich kaum glauben konnte, dass zwei erwachsene Frauen 16 Jahre und die Geburt eines Enkelkindes verstreichen lassen, ohne sich anzunähern.

Das Schaffen der Autorin Emily Bronté, die 1848 verstorben ist, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Protagonistin Trudy ist ein Fan der Bücher und ihr Haus hat die Autorin für den bekannten Roman "Sturmhöhe" inspiriert.

Dieses Buch vereint Liebesgeschichte, Gespensterroman, eine Prise Krimi, Familienstory und historischen Hintergrund.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Geheimnisse!

Das Wochenende
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In Cornwall haben sich Max und Annie einen Traum erfüllt. Zusammen mit Adoptivsohn Kip haben sie London den Rücken gekehrt und den Campingplatz Wildernest realisiert.

Kurz vor der Eröffnung laden sie ...

In Cornwall haben sich Max und Annie einen Traum erfüllt. Zusammen mit Adoptivsohn Kip haben sie London den Rücken gekehrt und den Campingplatz Wildernest realisiert.

Kurz vor der Eröffnung laden sie drei befreundete Familien für ein verlängertes Wochenende ein. Was als schönes Treffen unter Freunden gedacht war, entwickelt sich jedoch zum Horrorwochenende. Schon am ersten Abend geraten zwei der Familien aneinander und die Atmosphäre ist geladen. Als eines der Kinder von einem Ausflug nicht zurückkehrt, gibt es noch mehr Schuldzuweisungen. Ein Sturm erschwert die Suche nach dem verschwundenen Kind.


Auf den ersten Seiten des Buches findet sich ein Personenverzeichnis, da vier Familien mit insgesamt acht Kindern das Wochenende gemeinsam verbringen. Die Autorin hat die Figuren jedoch so prägend charakterisiert, dass ich nur zu Beginn ein paar Mal zurückblättern musste. Zudem wurden einige der Kinder in die Protagonistenposition, also für die Handlung wichtige Figuren und andere als Nebenfiguren gestaltet.

Ein Lageplan des Campingplatzes erleichtert das räumliche Vorstellungsvermögen. Es hätte so schön sein können dort auf diesem idyllisch gelegenen Campingplatz. Die Erwachsenen sind, bis auf zwei Ausnahmen, seit der Studienzeit befreundet und kennen sich sehr gut.

Vielleicht zu gut?

Denn nach und nach kommen immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht. Dinge, die in der Studienzeit oder am Geburtstagsfest einer der Frauen geschehen sind und Heimlichkeiten, die einige der Freunde miteinander oder in ihren Beziehungen haben. Immer wieder vergällen diese die gute Stimmung und man kann geradezu zusehen, wie diese kippt. Ganz vorbei mit der Erholung und der Feierlaune ist es, als ein Kind verschwindet. Doch damit nicht genug! Schuldzuweisungen und ein handfester Streit dominieren diese Ausnahmesituation der Gruppe.

Ich benötigte eine Weile, um mich zurechtzufinden. Denn die Geschichte ist nicht chronologisch geordnet und es gibt immer wieder Wechsel der erzählenden Figuren, die kapitelweise im Mittelpunkt stehen. Die Spannung ist in der ersten Hälfte des Buches hoch. Denn lange weiss man als Leser nicht, was genau für ein Verbrechen geschehen ist und wer das Opfer, geschweige denn das Motiv ist. Die Befragung der ermittelnden Beamten geben einige Informationen, jedoch ohne Namen preis.

Hannah Richell hat eine unblutige und spannende Geschichte geschrieben, die teilweise einen regelrechten Sog entwickelt hat. Vor allem die offenbarten und/oder aufgedeckten Geheimnisse geben der Story immer wieder Schwung. Der starke Prolog macht Sinn, ist sehr clever und verbirgt einen Plot - Twist!

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Mitten aus der Schweiz!

Schlaflos in Seelisberg
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Ihr Psychiater, den sie wegen ihrer Schlafstörung aufsucht, rät Valentina Bachmann-Visconti zu einem Tapetenwechsel. Vorsichtig bringt sie Ehemann Willy, Tochter Tanja und Enkelin Emily bei, dass sie ihren ...

Ihr Psychiater, den sie wegen ihrer Schlafstörung aufsucht, rät Valentina Bachmann-Visconti zu einem Tapetenwechsel. Vorsichtig bringt sie Ehemann Willy, Tochter Tanja und Enkelin Emily bei, dass sie ihren sechzigsten Geburtstag alleine feiern will.

Valentina fährt in die Innerschweiz, wo sie sich in Seelisberg um Hund Luna, Papagei Otto, Katze Stella und das Haus von Hildegard kümmert. Sie fühlt sich sofort wohl in der Dorfgemeinschaft und schlüpft in die Rolle der Hausherrin. Die sich komischerweise nie meldet, was Valentina seltsam erscheint.




Blanca Imboden hat mit "Schlaflos in Seelisberg" eine Geschichte geschrieben, die mitten im Herzen der Schweiz entspringt. Es steckt ganz viel Schweiz drin und immer wieder tauchen wissenswerte und interessante Details aus der Schweizer Geschichte auf. So erfährt man nicht nur, wer die Schweizer Landeshymne komponiert hat, sondern auch was es mit dem Weg der Schweiz so auf sich hat. Auch wie die Schweizer es so draufhaben beim Thema Foodwaste und Klimaschutz wird erwähnt. Denn auch Themen wie Umweltschutz und Klimakrise werden thematisiert. In der Gestalt von Valentinas Enkelin Emily, die eine glühende Klimakämpferin der heutigen Zeit ist, hat Valentina immer wieder Diskussionen und Belehrungen zur Hand. Diese Passagen werden nie mit einem erhobenen Zeigefinger geführt, sondern konträr und anschaulich. Auch das in der Realität brisante Thema "Klimakleber" dient für Gesprächsstoff.

Valentina ist eine Protagonistin, die es mir leicht gemacht hat, sie zu mögen. Sie ist offen, interessiert und verschliesst die Augen weder vor den Problemen dieser Welt, noch den ihrer Mitmenschen. Und, dass sie auch manchmal ein bisschen egoistisch und mehr auf sich und ihre Bedürfnisse hören muss, wird sie hoffentlich noch lernen. Denn eigentlich ändert sie in der Beziehung nichts dort in Seelisberg. Sie macht das, was sie auch zu Hause getan hat: sich kümmern, organisieren und zurückstecken.

Ab und zu gibt es einzelne Passagen, die zu lange geraten sind und den Anschein machen Platzfüller zu sein. Ich habe zum Beispiel einen zu lang geratenen Besuch in einem Yogi-Zentrum grob überlesen. Die Story rund um Valentina und ihrer Auszeit ist ansonsten abwechslungsreich und vielseitig. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und fühlte mich gut unterhalten. Gerade, weil auch tiefergehende Themen angesprochen werden. Schlussendlich landet man im zweiten Teil sogar in einer kleinen Krimihandlung, was der Geschichte zusätzlichen Pep beschert. Schade fand ich aber, dass dieser Krimianteil irgendwann versandete und sich eher nebenbei erledigt hat.

Die Autorin schreibt in einem flüssig zu lesenden Schreibstil, der authentisch mit Schweizer Ausdrücken angereichert ist.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Zweigeteilt!

Niemand wird ihr glauben
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Eine Mutter ist mit ihren beiden Kindern, einem 5-jährigen Jungen und der 8 Jahre alten Tochter, nachts alleine zu Hause. Das Haus liegt sehr einsam, neben einem Friedhof und am Waldrand.

Ein Schneesturm ...

Eine Mutter ist mit ihren beiden Kindern, einem 5-jährigen Jungen und der 8 Jahre alten Tochter, nachts alleine zu Hause. Das Haus liegt sehr einsam, neben einem Friedhof und am Waldrand.

Ein Schneesturm lässt das alte Haus ächzen und stöhnen. Doch plötzlich ist da ein seltsames Geräusch, Schritte, die die Treppe hinauf schleichen. Ist es die kleine Tochter, die wieder schlafwandelt oder gar ein Einbrecher? Schnell versteckt die Mutter ihre Kinder in einem Geheimversteck, hinter einer Wand. Wird der Eindringling sie übersehen?




Die Besprechung dieses Buches fällt mir schwer. Denn auch nach Beendigung und reiflichem Nachdenken staune ich, wie zwei Hälften einer Geschichte so komplett unterschiedlich sein können.

In der ersten Hälfte der Geschichte geschieht nicht viel. Die Handlung einiger weniger Stunden wird aufsage und schreibe 180 Seiten erzählt. Die von der Autorin vermutlich beabsichtigte unheimliche Atmosphäre dort in dem Haus, nachts, während ein Eindringling die Mutter und die Kinder sucht, kam bedauerlicherweise bei mir nicht an. Ich empfand diese langwierige Passage als weit weg von Gänsehaut und unheimlichem Setting. Immer wieder liest man langatmige Beschreibungen über Mobiliar und bauliche Details des Hauses. Das war oft so unerträglich langweilig, dass ich ab und zu mal grosszügig überlesen habe. Glücklicherweise wurden ein paar Kapitel über die Vergangenheit der Protagonistin und ihrer Familie eingeschoben, die diese langfädigen Geschehnisse in der verhängnisvollen Nacht unterbrochen haben. In dieser ersten Hälfte ist der Schreibstil der Autorin oft wirr und seltsam konstruierte Sätze liessen keinen Lesefluss zu. Ich musste mich regelrecht durchbeissen und habe damit gerungen, das Buch abzubrechen.

Nach der ersten Hälfte ist dieser Spuk jedoch vorbei. Der Schreibstil wird gleichmässiger, flüssiger und der Leseflow stellte sich ein. Handlungswenden haben mich begeistert und Fragen über Fragen liessen mich das Buch kaum aus der Hand legen. Lange ist nämlich nicht klar, ob der Eindringling tatsächlich existierte oder der Einbruch der Einbildung der Mutter geschuldet war. Das hat mir gut gefallen und da zeigte die Debütautorin ihre starke Seite.

Die Autorin hat keinerlei Namen verwendet, nennt die Protagonistin durchwegs " die Frau" oder "die Mutter", die Kinder "der Junge" oder "mein Sohn" etc. Nicht mal der ermittelnde Polizist wird mit Namen genannt. Sehr ungewöhnlich und ich erinnere mich nicht, das schon mal so gelesen zu haben. Die Kehrseite ist, dass diese Form eine grosse Distanz zum Leser herstellt. Vielleicht konnte mich dieser Thriller auch deswegen nicht ganz erreichen?

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