Platzhalter für Profilbild

Indi801

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Indi801 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Indi801 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2023

Wiederentdeckter Roman

Draußen die Welt
0

Janet Lewis (1899-1998, lebte zumeist in Kalifornien, sie schrieb viele sehr beachtete Romane u.a. auch Lyrik) erzählt uns die Geschichte von Mary Perrault, Anfang fünfzig, die mit ihrem Mann und den ...

Janet Lewis (1899-1998, lebte zumeist in Kalifornien, sie schrieb viele sehr beachtete Romane u.a. auch Lyrik) erzählt uns die Geschichte von Mary Perrault, Anfang fünfzig, die mit ihrem Mann und den vier Kindern ein beschauliches Leben im ländlichen Kalifornien führt. Als dann die beste Freundin bei einem Unglück ums Leben kommt, ist dies für Mary ein schwerer emotionaler Schlag. Dann bricht auch noch 1929 die New Yorker Börse zusammen, es beginnt der Kampf ums Überleben und stürzt die Familie und das gesamte Umfeld aus dem Gleichgewicht. In diesem Buch geht es Mary vor allem um die Frage, wie sie ihren Weg zwischen den Bedürfnissen ihrer Familie und anderen Menschen gehen kann, so dass sie auch mit ihrer Auffassung von Gewissen und Moral und ihrem Wertesystem zurecht kommt. Und dies in einer wunderschönen, sehr ruhigen und detailverliebten Sprache, in der man die Lyrikerin erkennen kann. Ich muss zugeben, die Handlungen hat gewisse Längen, gerade am Anfang hatte ich doch mehr Mühe als gedacht, in die Geschichte reinzukommen, die Autorin erzählt sehr detailliert ( was ja absolut ok ist), doch ein wenig durchhalten lohnt sich! Dieser Roman wurde quasi wiederentdeckt, er stammt interessanterweise schon aus den Vierzigern. Es ist ein wunderbares sehr schönes Buch für Leser, die eine ganz feine und ruhige Art mögen, und die sich gerne mit den Werten und den Wandel der Gesellschaft beschäftigten und kritisch hinterfragen können. Mir persönlich gefällt das Buch doch gut und ich finde dass gerade jetzt dieses Thema auch wieder sehr aktuell ist .

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2023

Suuuper Buch!

Anti-Girlboss
0

Wie toll ist das denn???? Ganz tolles und aktuelles Thema, sehr gut umgesetzt, ich bin begeistert. Tut gut und regt sehr zum Nachdenken an. Daß etwas passieren muß, daß unsere Gesellschaft nicht immer ...

Wie toll ist das denn???? Ganz tolles und aktuelles Thema, sehr gut umgesetzt, ich bin begeistert. Tut gut und regt sehr zum Nachdenken an. Daß etwas passieren muß, daß unsere Gesellschaft nicht immer so weitermachen kann, vor allem in Bezug auf den weibliche Part, und das nicht nur im Bereich der Berufstätigkeit, sondern auch als Tochter,Frau, Partnerin und Mutter, zeigt sich ja mittlerweile immer mehr. Die Autorin führt u.a. auch durch eigene Erfahrungsberichte, einige Beispiele auf und dröselt viele Zusammenhänge auseinander und Erstaunliches kommt dabei heraus. Und dieses auf sehr sympathische, frische Art, die zum Schmunzeln einläd, Der Text ist irgendwie auch Seelenbalsam, und Achtung: Sie haben prinzipiell auch nichts gegen Männer. Das Problem liegt viel tiefer. Ohne den Zusammenhang und Ursprung des Titels zu kennen, kann dieser verwirren und zu Fehleinschätzung führen. Für Leser und auch Paare , die eine Selbstoptimierung ihres Selbstwertgefühles und Verbesserungen der Lebensqualität und ihrer Live Work Balance im Sinn haben, ist dieses wirklich tolle Büchlein eine wertvolle Unterstützung und Bereicherung. Außerdem macht es wirklich Freude, es zu lesen, trotz der sehr ernsthaften und gut recherchierten Thematik. Super Buch, gefällt mir sehr !!!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2023

Eine starke Frau, eine Mama

Mameleben
0

Eine starke Frau, eine Mama
Ich muss sagen, diese Autobiographie einer jüdischen Mame (Mutter) im 2. Weltkrieg und eines Sohnes, der die Schmerzen dieser Naturgewalt einer starken, kämpferischen Frau ...

Eine starke Frau, eine Mama
Ich muss sagen, diese Autobiographie einer jüdischen Mame (Mutter) im 2. Weltkrieg und eines Sohnes, der die Schmerzen dieser Naturgewalt einer starken, kämpferischen Frau und die Resultate dieser nicht zu fassenden, zerstörerischen Zeit- und Lebensgeschichte quasi vererbt bekommt, hat mich sehr beeindruckt und auch mitgenommen. Ich kann dies so gut es geht nachvollziehen, auch ich habe eine sehr starke und durch das Leben und den Krieg geprägte Mutter, ich kann diesen Sohn sehr gut verstehen. Und irgendwie ist es wiederum gar nicht möglich, man kann einfach nicht fassen, was diese schreckliche Zeit und ihre Gräueltaten mit einer Seele, einer Mutter, einem Vater, einem Sohn gemacht hat, es ist schwer zu verdauen. Je nach Charakter kommen die unglaublichsten Mensch hervor. Kaum zu glauben woher diese Frau ihre Kraft nahm. Spuren werden auf der Seele hinterlassen, keine Frage. Einfach kann dies nicht sein, auch nicht für Generationen danach. Sehr eindrücklicher Epos einer Mutter und eines Sohnes. Der Epilog ging mir tief unter die Haut und ist selbstredend. Ich bin tief beeindruckt. Dieses Buch ist unbedingt lesenswert, als Zeitzeuge, als tief bewegende Aufarbeitung einer Mutter Kind Beziehung, als Nachfahren von Menschen mit sehr schweren Leben und Verfolgung, für das Verständnis zwischen Zeitzeugen und Generationen und Nachfahren, als Aufarbeitung von Leid der Seele und daraus resultierenden komplizierten zwischenmenschlichen Beziehung. Danke für dieses tolle Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2023

Der zweite Fall des Holländers

Der Taucher
0

Mir wurde der Autor Mathijs Deen erstmals durch den ersten Band des Holländers bekannt, und ich war schwer begeistert. Deen, in den Niederlanden sehr bekannt und mit Literaturpreisen bedacht, hat absolut ...

Mir wurde der Autor Mathijs Deen erstmals durch den ersten Band des Holländers bekannt, und ich war schwer begeistert. Deen, in den Niederlanden sehr bekannt und mit Literaturpreisen bedacht, hat absolut Ahnung von dem was er schreibt, er beschreibt nicht nur Orte rund um die Nordsee, sondern kennt sich auch extrem gut dort aus, er kennt die Fahrwasser, Sandbänke, geographische und rechtliche Gegebenheiten, ist in allem Maritimen sehr bewandert, der Mann weiss was der tut, bzw. schreibt. Sein deutsch/ niederländischer Ermittler hat daher beste Voraussetzungen. Und seine Kriminalromane rund um die Nordsee liegen mir.
Im nunmehr zweiten Band, den ich danke des Mare Verlages über Netgalley lesen durfte ( Danke Danke!!!!), ermittelt er wieder, der 'Holländer', und für mich abermals sehr gelungen:
In deutschen Gewässern stößt die niederländische Freyja (Bergungsschiff) auf der Suche nach einem Container überraschend auf ein seit 1950 verschollenes Wrack. Auch dabei: Ein toter Taucher, mit Handschellen angekettet. Kommissar Cupido, gebürtiger Deutscher, aber auf Texel aufgewachsen, führt die Ermittlungen an, von Terschelling, über die nordfriesische Insel Föhr bis zu einem Familiendrama in Wilhelmshaven. Er kommt dem Täter immer näher, verwickelt sich jedoch zunehmend in dem Fall selber. Es geht um Väter und Söhne, um Zusammenhalt, bis über Grenzen.
Das ist schon eine gehobene Liga, im großen Fahrwasser der Kriminalromane rund um Nordsee. Deen hat seinen ganz eigenen, fabelhaften Stil, man riecht förmlich das Salz- und Brackwasser, das Fachwissen ist umfangreich, die Stimmung ist authentisch, der Plot nordisch nüchtern spannend, keine unnötigen Schnörkel, die gehören da nicht hin Das Cover: Gefällt mir, sehr schön der mystische Stil incl. der Farbgebung, die Unterwasseraufnahme mit Taucher ist stimmig zur Story und passt zum Vorgänger. Ich wünsche dem Autor wiederum viel Erfolg, es werden sicher wieder viele Leser begeistert sein. Von mir Daumen hoch und alle Sterne, die über dem Meer leuchten....

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2023

Ein wunderbares Buch!

Der Inselmann
0

Lyrischer, sehr atmosphärischer Text, wunderschön, doch gut zu lesen, sehr berührend, sehr schöne Bilder und feine Zeichnungen. Die Mutter und der Vater setzen im frühen Morgengrauen mit dem kleinen Sohn ...

Lyrischer, sehr atmosphärischer Text, wunderschön, doch gut zu lesen, sehr berührend, sehr schöne Bilder und feine Zeichnungen. Die Mutter und der Vater setzen im frühen Morgengrauen mit dem kleinen Sohn auf eine sehr abgelegene Insel über. Sie wollen einen Neuanfang starten, ihr Glück suchen, nicht das Land verlassen, eine 'Flucht nach innen'.Beim Warten auf den Kahn, der sie übersetzen soll, ist ihre Anspannung zu spüren, ihre Ängste und Unsicherheiten, ihre Erschöpfung und Zweifel, ob der Plan aufgehen wird, ob sie sich dort eine bessere Zukunft aufbauen können. Das Kind ist auf die Stimmungen der Erwachsenen angewiesen. Es ist sehr kalt , dunkel und neblig, die Stimmung innen und außen. Sehr gut beschrieben und umgesetzt, ein wenig poetisch. Man spürt die Abspannung, das hohle Gefühl der Ängste eines Neuanfanges. Auf der Insel angekommen, werden sie von dieser aufgenommen, vor allem der Sohn verwächst durch seine Phantasie mit mir, es ist sein Leben, er ist der König. Es geht um die Entwicklung des von der Zivilisation weitestgehend abgeschotteten Sohnes, geistig behütet von den Eltern und der Insel. Bis durch Behörden und die Zivilisationen das Idyll gefährdet wird. Gerade jetzt in den doch sehr unruhigen Zeiten und Veränderungen ein sehr interessante Gebiet, kann man drüber philosophieren. Gefällt mir gut, gefällt mir sehr gut. Es geht um Heimat, das eigene Ich, Natur, Zivilisationen und soziales Leben, Individualität und die Ängste der Menschen mit sich und untereinander. Auf kraftvolle, bildhafte und wunderschöne und liebevolle zarte Art wird dieses Anhand der Insel und dem Jungen thematisiert. Für den Autor wie ich verstanden habe diese Art des Romans ein Debüt, für mich gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere