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Veröffentlicht am 20.03.2021

Der Bruderkrieg der Nordmänner

Die dunklen Krieger
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"Die dunklen Krieger" ist der neunte Band der Uthred-Saga von Bernard Cornwell. Mercien wird von Norden her bedroht. Ragnall Ivarson will in das Land einfallen und die Herrschaft an sich reißen. Dabei ...

"Die dunklen Krieger" ist der neunte Band der Uthred-Saga von Bernard Cornwell. Mercien wird von Norden her bedroht. Ragnall Ivarson will in das Land einfallen und die Herrschaft an sich reißen. Dabei hat er sich die Unterstützung der Iren gesichert. Doch seine Anführerschaft ist nur auf Furcht gebaut, er braucht Erfolge um sich die Gefolgschaft weiterhin zu sichern. Und damit muss er an Uthred vorbei, der die Landesgrenze Merciens im Norden sichert. Und er hat einen weiteren Gegner, seinen eigenen ihm verhassten Bruder Sigtryggr, der mit Uhtreds Tocher Stiorra vermählt ist. Es beginnt ein Kampf um die Vorherrschaft im Norden Merciens und um die Krone von Northumbrien. Bernard Cornwell schickt seinen Helden Uhtred von Bebbanburg erneut in den Kampf um blutige Schlachten zu führen. Fast könnte man meinen, dass dies nur eine Wiederholung von Altbekanntem ist. Doch ich bin der Meinung dieser Band ist ein weiterer konsequenter Baustein in der Entstehungsgeschichte Englands, die der Autor mit dieser Reihe erzählt. Obwohl, wie Cornwell selbst im Nachwort schreibt, diesmal vieles reine Fiktion ist, zeigt dieser Band auf, wie umkämpft damals die Vorherrschaft im Land war und wie hart man sich gegen das Eindringen der Nordmänner erwehren musste. Diese waren selbst ebenfalls unter Zugzwang, denn auch ihr Dasein an der irischen Ostküste war unter starkem Druck durch irische Könige. Und so mussten sich diese zwangsläufig neue Gebiete erobern. Bernard Cornwell rückt in diesem Band auch Uhtreds Familie mehr in den Mittelpunkt, sie nehmen diesmal wesentlich mehr Raum ein als sein Zusammenwirken mit Æthelflæd, der Herrscherin von Mercien. Auch erkennt man wo Uhtreds Weg zwangsläufig hinführt - in den Norden, besessen von seinem Geburtsrecht in Bebbanburg. "Die dunklen Krieger" ist für mich ein Band, der diesmal zwar wenig Historie vermittelt, aber trotzdem ein spannender Roman ist. Geprägt von Taktik und Schlachtgeschehen, dem Verabschieden einiger Charaktere hinterlässt er für mich als Fan dieser Reihe Neugier wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 13.03.2021

Mord hinter der Ostkurve

Blutgrätsche
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"Blutgrätsche" ist ein Krimi von Jürgen Neff. Dieser spielt im Umfeld der Ultraszene des 1. FC Heidenheim. Das Opfer ist die Anführerin der Societas, einer Fangruppierung aus der Ostkurve. Kurz vor ihrem ...

"Blutgrätsche" ist ein Krimi von Jürgen Neff. Dieser spielt im Umfeld der Ultraszene des 1. FC Heidenheim. Das Opfer ist die Anführerin der Societas, einer Fangruppierung aus der Ostkurve. Kurz vor ihrem Tod provozierte sie unter anderem den verhassten Gegner vom VfR Aalen und dessen Ultras, der Crew Eleven. Ist der Täter in deren Umfeld zu suchen? Doch das Opfer hatte sich einige Feinde gemacht, auch in der Szene der eigenen Kurve oder bei der Polizei. Jetzt muss Oberkommissarin Nina Schätzle den Fall aufklären. Diese war, bevor sie zur Polizei ging, früher die beste Freundin und Mitbegründerin der Societas. Das Setting des Krimi ist dabei sehr interessant angelegt und der Autor lässt viel Spielraum für mögliche Täter. Doch leider wird vieles nicht wirklich spürbar für den Leser. Anfangs hatte ich etwas Probleme mit dem Schreibstil, denn die Gedankenwelt der Ermittlerin unterbricht immer wieder den Handlungsablauf. Dies ist gewöhnungsbedürftig und störte mich auch teilweise. Auch muss ich sagen dass ich mit der Person der Ermittlerin überhaupt nicht warm wurde, ich konnte keine Bindung zu ihr aufbauen. Dagegen die Ultraszene, ihren Verhaltenscodex und das ganze fußballerische Umfeld ist gut beschrieben. Die Spannung ist oftmals nur unterschwellig, nimmt aber mit zunehmender Seitenzahl immer mehr zu. Der Druck auf die Ermittler und den Ermittlungserfolg kann man gut wahrnehmen. "Blutgrätsche" ist für mich ein Krimi mit Höhen und Tiefen, letztendlich solide mit noch etwas Luft nach oben.

Veröffentlicht am 08.03.2021

Die Jagd nach dem Geheimnis des Lawrence von Arabien

Heiß
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"Heiß" ist der zweite Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Den alten Haudegen und Piloten zieht es zurück zu seinen Wurzeln nach Nordafrika. In der neu erbauten Bibliothek in Alexandria wird ...

"Heiß" ist der zweite Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Den alten Haudegen und Piloten zieht es zurück zu seinen Wurzeln nach Nordafrika. In der neu erbauten Bibliothek in Alexandria wird die Leiterin der Manuskriptensammlung bei einem Raubüberfall schwer verletzt und ein geheimnisvolles Manuskript ist plötzlich verschwunden. Für Finch etwas persönliches, denn die Frau hat er als kleines Mädchen schon einmal gerettet. Gleichzeitig geschieht in Berlin ein brutaler Mord an einem Wachmann und in Pakistan muss ein Polizist bei Ermittlungen an einem Mord um sein Leben fürchten. Es scheint dass Geheimdienste seinen Tod wünschen. Und so setzt der englische Geheimdienst auf die Fähigkeiten von Finch den Mann aus Pakistan zu retten und auszufliegen. Aber damit beginnt eine Hetzjagd über den Globus für John Finch und seinen Auftraggeber Major Llewellyn. Es scheint dass der Feind in den eigenen Reihen zu suchen ist. Gerd Schilddorfer lässt den Leser wieder in mehrere verschiedene Handlungsstränge in der Gegenwart und der Vergangenheit eintauchen. Dabei bleibt es wieder sehr lange vollkommen undurchsichtig, wie diese zusammenhängen. Doch in jedem Strang für sich überschlagen sich die Ereignisse, man grübelt wie alles miteinander verbunden ist und findet es doch nicht heraus. Dabei ist Spannung stets garantiert und erst nach gut zwei Drittel erkennt man Zusammenhänge. Genau dies fasziniert mich beim Lesen, diese langsame Hinführen an die Auflösung. Die Geschichte ist komplex, die Kapitel kurz gehalten. Und so springt man immer wieder zwischen Handlungsorten und Geschehen wie es auch schon im Vorgängerband war. Auch hält die Geschichte immer wieder Überraschungen bereit, mit denen man so nicht gerechnet hat. John Finch, diese Mischung aus Indiana Jones und Top Gun Pilot Maverick gepaart mit Geheimdienstaktivitäten lässt auch diesen zweiten Band wieder zu einem spannenden Pageturner werden. Absolutes Lesevergnügen für jeden dem wie mir solch eine Kombination gefällt.

Veröffentlicht am 03.03.2021

Essig in seiner Entstehung und seinem vielfältigen Einsatzgebiet

Essig natürlich vergoren
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"Essig natürlich vergoren" ist ein naturheilkundliches Sachbuch von Karin Buchart. Übersichtlich kapitelweise gegliedert erfährt der Leser dabei über die Historie des Essigs, seine verschiedenen Qualitäten, ...

"Essig natürlich vergoren" ist ein naturheilkundliches Sachbuch von Karin Buchart. Übersichtlich kapitelweise gegliedert erfährt der Leser dabei über die Historie des Essigs, seine verschiedenen Qualitäten, dem Entstehungsprozess und seine Einsatzgebiete in der Heilkunde und in der Küche. Eingegangen wird dabei ebenfalls auf die eigene Herstellung und die Gärungsabläufe. Die ersten Kapitel versetzen den Leser dabei wieder ein wenig in die Zeit des Chemieunterrichtes. Beim Lesen nicht immer einfache Kost, manchmal sehr trocken. Deutlich erkennt man den fachlichen Hintergrund der Autorin, ihr Studium der Ernährungswissenschaften und auch ihr großes thematisches Fachwissen. Aber diese Textpassagen werden auch immer wieder im Buch durch sehr gelungene Illustrationen ergänzt. Spätestens in den Kapiteln über die Anwendungsmöglichkeiten von Essig und seinen gesundheitlichen Auswirkungen wird es für den nicht so fachlich versierten Leser dennoch immer interessanter. Hier wird dieses Buch zum praktischen Ratgeber. Besonders gelungen finde ich den Rezepteteil. Nach Jahreszeiten gegliedert , ergänzt durch Getränke, äußerliche Anwendungen und alltagstaugliche Einsatzgebiete im Haushalt. Dabei sind einige Rezepte schön ergänzt durch anschauliche Fotos. Abgerundet wird dieses Buch am Ende noch durch ein Literatur- und Quellenverzeichnis. Zusammenfassend ist dieses Buch ein interessanter Ratgeber für alle Leser, die sich thematisch mit dem Hausmittel Essig auseinandersetzen möchten.

Veröffentlicht am 27.02.2021

Mordermittlungen im Schilcherland

Steirerherz
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"Steirerherz" ist der zweite Band der Sandra-Mohr-Reihe von Claudia Rossbacher. Die LKA-Ermittlerin bekommt es diesmal mit einer gepfählten jungen Frauenleiche zu tun, die am elterlichen Kürbisacker drapiert ...

"Steirerherz" ist der zweite Band der Sandra-Mohr-Reihe von Claudia Rossbacher. Die LKA-Ermittlerin bekommt es diesmal mit einer gepfählten jungen Frauenleiche zu tun, die am elterlichen Kürbisacker drapiert wird. Die Spuren führen schnell nach Graz, wo diese als Studentin in einer WG lebte und auch deren neureicher Freund sein Leben in vollen Zügen genießt. Kurze Zeit später gibt es ein zweites Opfer, eine Mitbewohnerin der WG. Wie hängt alles zusammen und bahnt sich eine Serie an? Dieser Band beginnt spektakulär und spannend, kann diese aber nicht gänzlich aufrecht erhalten. Vielmehr ist er von reichlich Privatleben der beiden Ermittler Mohr und Bergmann geprägt. Diese Kombination ist teils gut, da man in einer Serie ja auch die Entwicklung von Figuren erleben möchte. In diesem Fall empfand ich es aber als ein wenig übertrieben und teilweise auch sehr klischeehaft. Bergmann auf Machospuren, Sandra zu oft im siebten Sexhimmel und letztendlich schwanger. Dazu eine junge Kollegin die gern Model wäre und ein neureicher Autohändler. Vieles war durchschaubar und dem Täter war ich früh auf der Spur, leider zu früh. Gegen Ende zog die Spannung wieder an, dies konnte aber nicht mehr den Gesamteindruck des Buches bei mir ordentlich steigern. So ist "Steirerherz" für mich bisher einer der etwas schwächeren Bände, die ich aus dieser Reihe gelesen habe und konnte mich daher nicht so ganz überzeugen.