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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2020

Wenn der Schein trügt ...

Gerecht ist nur der Tod
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"Gerecht ist nur der Tod" ist eine Kriminalroman von Judith Bergmann (einem Pseudonym der Autorin Jutta Profijt). Im Mittelpunkt steht dabei die Psychologin Ina Reich, die die seelische Belastung der Mitglieder ...

"Gerecht ist nur der Tod" ist eine Kriminalroman von Judith Bergmann (einem Pseudonym der Autorin Jutta Profijt). Im Mittelpunkt steht dabei die Psychologin Ina Reich, die die seelische Belastung der Mitglieder der Soko Reimer untersuchen soll. Diese bekommt es mit mehreren Morden zu tun, die auf den ersten Blick nur wenig gemein haben. Aber dann ergeben sich Zusammenhänge, die in der Vergangenheit liegen und Ina Reich ist mittendrin im Geschehen. Gleich zu Beginn bekommt es der Leser mit dem ersten Mord zu tun und lernt die ermittelnden Beamten kennen. Die Story wird aus der Sicht der Psychologin Ina Reich erzählt und ist geprägt von der Ermittlungsarbeit der Soko. Dabei wird der eigentliche Krimi immer wieder überlagert durch das Misstrauen der Kommissarin Bulut gegenüber Ina Reich. Dies geht soweit, dass sich beide gegenseitig bespitzeln. Teilweise empfand ich diese Konstellation als etwas zu viel Raum einnehmend, ist aber dann im Verlauf der Geschichte eine logische Entwicklung. Als sich der Krimi den Geschehnissen der Vergangenheit näherte, war für mich relativ schnell klar in welche Richtung es gehen wird. Das Ende empfand ich aber etwas zu sehr konstruiert und auch nicht sehr realistisch. In Summe ist dieses Buch für mich ein solider Kriminalroman, aber keiner der mich absolut fesselte.

Veröffentlicht am 08.03.2020

Das Ende der friesischen Freiheit und der Aufstieg der Hanse

Im Zeichen des Löwen
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"Im Zeichen des Löwen" ist der Auftaktroman zur neuen Friesensaga von Daniel Wolf. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie Wilken aus Warfstede, einem Sielhafen an der ostfriesischen Küste. Die Brüder Abbe ...

"Im Zeichen des Löwen" ist der Auftaktroman zur neuen Friesensaga von Daniel Wolf. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie Wilken aus Warfstede, einem Sielhafen an der ostfriesischen Küste. Die Brüder Abbe und Jann haben es dabei besonders schwer. Der drittgeborene Abbe ist ein Krüppel mit einem Buckel und Jann ein unehelicher Bastard. Doch genau die beiden müssen sich trotz aller Widrigkeiten dem Schicksal stellen um den Fortbestand ihres Dorfes zu sichern. Dabei haben sie es nicht nur mit der Blutfehde zwischen den Osinga und den Rycken zu tun, auch gegen den Widerstand der Zunft der Schiffsbauer gilt es sich zu behaupten. Denn Jann revolutioniert den Schiffsbau der Koggen mit einer neuartigen Bauart. Unterstützt wird er dabei vom Schiffsbaumeister Folkmar, sein Lehrmeister und Vater von Jorien, Jann's großer Liebe. Daniel Wolf lässt den Leser in eine Zeit eintauchen, in der die Hanse ihre wirtschaftlichen Interessen gegenüber Flandern und Dänemark festigte und zugleich sich im freien Friesland nach und nach immer mehr gewählte Richter zu Alleinherrschern als "Häuptlinge" erheben. Dabei verbindet er die Geschehnisse rund um die Familien sehr geschickt mit den historischen Gegebenheiten dieser Zeit. Spannende Passagen lassen einen dabei genauso über die Seiten fliegen, wie auch über diejenigen von Gefühlen wie Anerkennung und Liebe. Die Figuren sind dabei so gut gezeichnet, dass man diese sich während des Lesens des Roman bildhaft vorstellen kann. "Im Zeichen der Löwen" hat einen Umfang von über 900 Seiten und hält dabei ständig ein hohes Niveau. Ich war auf diesen historischen Roman sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Daniel Wolf konnte mich von Beginn an mit seiner Friesensaga begeistern und ich bin sehr gespannt wie sich diese weiterentwickelt.

Veröffentlicht am 21.02.2020

Täuschung und Verrat in Finsterthal

Finsterthal
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"Finsterthal" ist der zweite Band der Born-Trilogie von Linus Geschke. Der Ex-Polizist Alexander Born wird dabei von seinem Freund Dimitri gebeten in einem Entführungsfall von jungen Mädchen zu ermitteln. ...

"Finsterthal" ist der zweite Band der Born-Trilogie von Linus Geschke. Der Ex-Polizist Alexander Born wird dabei von seinem Freund Dimitri gebeten in einem Entführungsfall von jungen Mädchen zu ermitteln. Die Väter scheinen alle Verbindungen zu einem russischen Kartell zu haben, indem sie dessen Geld in Deutschland reinwaschen. Als Alexander Born die Verbindung zu Andrej Wolkow erkennt, ist sein Jagdtrieb nach den Hintermännern geweckt. Denn Born lassen die Ereignisse von "Tannenstein" nicht los und es gilt einen weiteren Akteur zu finden. Nichts scheint wie es ist auf der Jagd nach dem Mann, den man nur "der Dunkle" nennt. In diesem zweiten Band führt Linus Geschke die Geschichte, die in "Tannenstein" begann, konsequent weiter. Born, ein Einzelkämpfer der fixiert ist auf seine moralischen Werte und dabei kein Problem hat sich für die Erreichung seines Ziel in die Illegalität zu begeben. Sein Zwiespalt entzweit ihn von Menschen, obwohl ihm diese wichtig wären. Und doch findet er immer noch Unterstützung einer Ex-Kollegin, die eine Schwäche für ihn hat und ihm zur Seite steht. Der Autor lässt in diesem Band zwei Handlungsstränge parallel nebeneinander laufen. Zum einen die Jagd nach dem "Dunklen" und zum anderen die Geschehnisse in St. Petersburg rund um Andrej Wolkow. Obwohl diese nicht zwingend sich annähern ist für den Leser absolut klar in welche Richtung es in dem Folgeband gehen muss. Zu markant sind die Rollen von Born und Wolkow dargestellt, um nicht eine gewisse Erwartungshaltung für den dritten Band zu erhalten. Und hier lässt der Autor geschickt soviel Spielraum, dass man als Leser bis zum Erscheinungstermin im Frühjahr 2021 wilde Spekulationen tätigen kann. Linus Geschke schreibt in seinem Nachwort das "Finsterthal" unter dem Motto "Täuschung und Verrat" steht. Die Umsetzung dessen ist ihm nach meiner Meinung sehr gut gelungen. Diverse Wendungen innerhalb der Story unterstreichen dies deutlich und erzeugen damit wiederholt beim Leser neue "Hoppala-Effekte". Dadurch ergeben sich immer wieder neue Perspektiven für den Leser, die zur Spannung beitragen. "Finsterthal" ist ein rasanter und gelungener zweiter Teil der Trilogie und ich bin schon sehr gespannt auf das Finale im Frühjahr 2021.

Veröffentlicht am 10.02.2020

Zwei Täter Hand in Hand

Der Wundennäher
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"Der Wundennäher" ist ein Thriller von Marcus Hünnebeck. Dabei ermitteln Robert Drosten und Lukas Sommer zum zweiten Mal gemeinsam für die neue Polizeibehörde namens KEG (Kriminalermittlungstaktische Einsatzgruppe). ...

"Der Wundennäher" ist ein Thriller von Marcus Hünnebeck. Dabei ermitteln Robert Drosten und Lukas Sommer zum zweiten Mal gemeinsam für die neue Polizeibehörde namens KEG (Kriminalermittlungstaktische Einsatzgruppe). In Leipzig gilt es einen Serienmörder zu finden, der seine Opfer im Jahreszeitenzyklus vergewaltigt, bestialisch mit dem Messer traktiert um ihre Wunden danach wieder zu vernähen, letztendlich aber dann tötet. Als man den vermeintlichen Täter stellt, glaubt man am Ziel zu sein und die letzten Opfer noch lebend aufzufinden. Doch der Täter inszeniert seinen eigenen Tod und die Ermittler müssen feststellen, dass er kein Einzeltäter war. Sein Partner ist weiterhin auf der Jagd nach neuen Opfern. Es beginnt ein Wettlauf gegen de Zeit, um diese lebend aus seinen Fängen zu befreien. Dies war mein erster gelesener Thriller von Marcus Hünnebeck, der mich aber gänzlich mitgerissen hat. Zwar ist dieses Buch nichts für Zartbeseitete, denn die Täter agieren äußerst brutal. Hochgradig spannend vom Beginn bis zum Finale, ich konnte es fast nicht zur Seite legen. Kurz und prägnant sind die Kapitel gegliedert, flüssig zu lesen. Mit Sicherheit muss ich weitere Fälle dieses Ermittlerteams lesen.

Veröffentlicht am 07.02.2020

Grausame Morde im besetzten Dresden der Nachkriegszeit

Tausend Teufel
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"Tausend Teufel" ist der zweite Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Zwei Jahre sind seit dem Kriegsende vergangen. Dresden liegt in Schutt und Asche, kommandiert von der sowjetischen Besatzungsmacht. ...

"Tausend Teufel" ist der zweite Band der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Zwei Jahre sind seit dem Kriegsende vergangen. Dresden liegt in Schutt und Asche, kommandiert von der sowjetischen Besatzungsmacht. Oberkommissar Heller wird im eisig kalten Februar 1947 zu einem Tatort gerufen, die Leiche ein Offizier der Sowjets. Doch schon bald gibt es weitere Tote und die Spuren führen in einem fragwürdigen Gasthaus zusammen. Mit seinem Assistenten muss er gegen eine Mauer des Misstrauens und gegen altes Gedankengut ankämpfen. Auch in diesem zweiten Band schafft der Autor wieder in seinem Buch eine Atmosphäre der damaligen Zeit, in die der Leser direkt eintaucht. Die Kälte und Armut, das Leid der Bevölkerung, sowie das latente Misstrauen zwischen Besatzer und Besetzen ist dabei richtiggehend greifbar. Und so gelingt eine sehr gute Mischung zwischen Kriminalfall und Zeitgeschehen in Dresden. Dies ebenfalls kombiniert mit privaten Ereignissen des Oberkommissar in seiner Familie. In all den Geschehnissen geht Max Heller seinen geradlinigen Weg, vielleicht manchmal ein klein wenig zuviel. Doch andererseits ist sein unerschütterlicher Gerechtigkeitssinn wieder genau das was ihn ausmacht. Auch dieser zweite Band der Reihe konnte mich absolut überzeugen. Die Reihe rund um den Dresdner Oberkommissar ist eine gelungene Mischung aus Zeitgeschichte und Krimi.