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Veröffentlicht am 24.02.2019

Die Suche nach dem Sohn während des Burenkrieg ...

Der Preis der Freiheit
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"Der Preis der Freiheit" ist ein historischer Roman von David Gilman, der Anfang des 20. Jahrhunderts zur Zeit des zweiten Burenkrieges spielt. Die Handlung beginnt in Dublin. Der Anwalt Joseph Radcliffe ...

"Der Preis der Freiheit" ist ein historischer Roman von David Gilman, der Anfang des 20. Jahrhunderts zur Zeit des zweiten Burenkrieges spielt. Die Handlung beginnt in Dublin. Der Anwalt Joseph Radcliffe ist dermaßen mit der Verteidigung eines jungen Fenier, einem Anhänger der irischen Unabhängigkeit beschäftigt, so dass er darüber hinaus seinen eigenen erst 16-jährigen Sohn Edward vergisst. Mangels väterlicher Zuneigung schifft sich dieser in einer Nacht- und Nebelaktion Richtung Südafrika ein, um sich im Burenkrieg zu beweisen. Getrieben von der Sorge um seinen noch einzig verbliebenen Sohn macht sich im zweiten Teil der Geschichte Radcliffe gemeinsam mit seinem Freund Pierce auf die Suche nach Edward. Beginnt die Geschichte anfangs noch schleppend, nimmt sie in dem Handlungsstrang in Südafrika immer mehr Fahrt auf. Obwohl es letztendlich in diesem Roman um eine Vater-Sohn Beziehung geht, erfährt der Leser auch viel aus den damaligen Kriegsjahren. Auf der einen Seite die Kolonialmacht der Briten, auf der anderen Seite die Buren. Sehr interessant ist dabei auch die Rolle der Iren, die sich auf beiden Seiten der Kriegsparteien fanden und dadurch bedingt sich oft ehemalige Nachbarn dann in der Schlacht als Feinde gegenüberstanden. Auch waren Rassismus und Konzentrationslager nicht erst Erfindungen der Nazis, schon die Briten hatten dies im Burenkrieg. Zwar waren diese keine Vernichtungslager wie im dritten Reich, aber Internierungslager für Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder. In diesen Lagern starben rund 26000 Menschen, was den katastrophalen Bedingungen durch Hunger und Krankheit geschuldet war. David Gilman verwebt in diesem Roman wieder geschickt Fiktion und tatsächliche Historie. Wie auch schon in seiner Reihe "Legenden des Krieges" merkt man seine intensive Recherchearbeit für das Buch und seine historischen Anmerkungen am Ende der Geschichte sind für den Leser sehr wertvoll. Für mich war aber auch die große Freundschaft zwischen Ratcliffe und seinem ehemaligen Kriegskameraden und gebürtigen Schwarzafrikaner Pierce, sowie die letztendliche grenzenlose Vaterliebe eine emotionale Bereicherung der Geschichte. Die Entwicklung dieser Beziehung hat mir sehr berührt. In Summe ist trotz eingangs erwähntem schleppenden Beginn dieser Roman für mich eine empfehlenswerte Lektüre und David Gilman ein Autor der wieder einmal sein ganzes Können beweist.

Veröffentlicht am 20.02.2019

Wer hat die kleine Sophia entführt?

Hundsbua
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"Hundsbua" ist der dritte Band aus der Alois-Schön-Reihe von Ulrich Radermacher. Diesmal bekommt es der Kommissar mit eines Kindesentführung zu tun. Das Kleinkind Sophia wird vermisst, aber irgendwie scheinen ...

"Hundsbua" ist der dritte Band aus der Alois-Schön-Reihe von Ulrich Radermacher. Diesmal bekommt es der Kommissar mit eines Kindesentführung zu tun. Das Kleinkind Sophia wird vermisst, aber irgendwie scheinen die Eltern nicht großartig in Sorge darüber zu sein. Ebenso taucht auch kein Schreiben der Entführer auf. Die Ermittlungen ergeben Spuren nach Hamburg und so kommt Diana, eine Ex-Kollegin die mittlerweile bei der Hamburger Polizei ist, ins Spiel und es entsteht ein zweiter Ermittlungsort. Immer mehr konzentriert sich auf Norddeutschland. Ulrich Radermacher packt in diesen dritten Fall viel hinein. Privatleben der Ermittler, verschiedene Ermittlungsorte und diverse Spuren. So ist dies diesmal kein typischer München-Krimi wie die Vorgängerbände, aber trotzdem durchaus interessant. Verwundert war ich aber über einige Wesenszüge von Charakteren und man erfährt dann auch als Leser nicht wirklich warum diese Personen so sind wie sie dargestellt werden. Dadurch hinterlassen sie auch manchmal ein unglaubwürdiges Bild beim Leser. Nach und nach fügt sich zwar vieles zusammen, aber teilweise fehlte mir dabei das I-Tüpfelchen. Wie auch die Vorgängerbände lässt sich die Geschichte aber flüssig lesen und ist ein kurzweiliger Krimi. Auch verleitet durch das Buchcover aber hätte ich mir ein wenig mehr München-Kolorit gewünscht. In Summe ein guter solider Krimi mit auch einem anderen Ende als erwartet.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Ein neuer Kaiser, ein neuer Feldzug

Vespasian: Der gefallene Adler
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"Der gefallene Adler" ist der vierte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Der kurze Prinzipat des Caligula endet nach vier Jahren mit dessen Ermordung im Jahr 41 a.D.. Im folgt Claudius als ...

"Der gefallene Adler" ist der vierte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Der kurze Prinzipat des Caligula endet nach vier Jahren mit dessen Ermordung im Jahr 41 a.D.. Im folgt Claudius als neuer Kaiser von Rom. Doch Claudius erscheint schwach und so spinnen seine drei "Freigelassenen" im Hintergrund die Machtfäden. Vespasian und sein Bruder Sabinus sollen den gefallenen Adler der 17. Legion zurück ins römische Reich bringen. Dieser ist seit der römischen Niederlage in Germanien verschollen. Dieses Symbol würde Claudius beim römischen Militär Anerkennung bringen und er könnte damit die Legionen hinter sich vereinen um seinen Feldzug nach Britannien zu beginnen. Damit würde er als starker Kaiser für das römische Volk gelten. Dieser vierte Band umfasst diesmal den Machtwechsel im Jahr 41 bis hin zur Invasion Britanniens im Jahr 43 a.D.. Immer wieder wird Vespasian in die Intrigen der Mächtigen Roms verwickelt und mehr als einmal gilt es sehr vorsichtig zu sein um sein Leben zu verteidigen. Manchmal erscheint es einem als Leser das es gefährlicher ist in diesen Intrigen sein Leben zu lassen, als auf dem Schlachtfeld. Aber unter dem Oberkommando von Aulus Plautius während des Feldzug nach Britannien erzielt er entscheidende Erfolge, so dass für Claudius der triumphale Einzug nach Camulodunum (dem heutigen Colchester) möglich wurde. Auch in diesem vierten Band verwebt Robert Fabbri historische Fakten und schriftstellerische Romanfreiheiten sehr geschickt. Diese Reihe gefällt mir mit jedem Band etwas mehr und es macht Spaß Vespasians Werdegang als Leser zu begleiten. Wie gewohnt gibt es auch am Ende wieder vom Autor im Nachwort die Erklärungen, was im Roman Fiktion und was historisch belegt ist. Dies rundet jeden Band dieser Reihe ab, die ich aber empfehle in den Bandreihenfolge zu lesen. In Summe für mich ein weiterer gelungener Roman aus der Vespasian-Reihe und ich bin sehr gespannt wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 17.02.2019

Frauenmorde zum Kriegsende in Dresden

Der Angstmann
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"Der Angstmann" ist der erste Band aus der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Es sind die letzten Monate vor Ende des zweiten Weltkrieges. Max Heller, Kommissar in Dresden, bekommt es mit dem grausamen ...

"Der Angstmann" ist der erste Band aus der Max-Heller-Reihe von Frank Goldammer. Es sind die letzten Monate vor Ende des zweiten Weltkrieges. Max Heller, Kommissar in Dresden, bekommt es mit dem grausamen Mord an einer Krankenschwester zu tun. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Sein Vorgesetzter Obersturmbannführer Krepp will den Fall schnell abhaken, doch dann geschehen weitere brutale Morde. "Der Angstmann", so wird im Volksmund der Täter bezeichnet, treibt weiter sein Unwesen. Als Max Heller fast den vermeintlichen Täter fasst, bricht der Bombenhagel über Dresden herein. Als nach Kriegsende die Russen in Dresden sind, findet man eine weitere schrecklich zugerichtete Frauenleiche. Hat der "Angstmann" die Bombennacht überlebt? Frank Goldammer gelingt mit diesem Buch eine sehr gute Kombination des Kriminalfall und den damaligen historischen Geschehnissen in Dresden. Sicherlich ist nicht alles historisch fundiert, aber dies macht überhaupt nichts. Die Lebensumstände damals, sowie die Person Max Heller, sind für mich gut dargestellt und die Geschichte konnte ich flüssig lesen. Die ganze Atmosphäre der Zeit damals fängt einen als Leser ein. Für mich ein guter Einstieg in diese Reihe, bei der ich sicherlich die Folgebände auch lesen werde.

Veröffentlicht am 05.02.2019

Die Düsternis hinter dem Sonnentor

So dunkel der Wald
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"So dunkel der Wald" ist ein Thriller von Michaela Kastel. Tief im Wald verborgen leben Ronja und Jannik in einer Waldhütte mit ihrem "Paps", seit dieser sie vor vielen Jahren entführte. Drei weitere Kinder ...

"So dunkel der Wald" ist ein Thriller von Michaela Kastel. Tief im Wald verborgen leben Ronja und Jannik in einer Waldhütte mit ihrem "Paps", seit dieser sie vor vielen Jahren entführte. Drei weitere Kinder und Jugendliche teilen dieses Schicksal. "Paps" entführte die Kinder zum Missbrauch und wenn diese sich nicht seinem Willen beugen dann müssen sie ins "Sonnentor", einem Loch in den Felsen in das er sie hineinwirft. Die Leichen verscharrt er später an einem Berghang. Nach einem missglückten Fluchtversuch von Ronja mit den beiden Kindern Theo und Henna eskaliert die Situation. Jannik tötet Paps, aber damit ist es nicht ausgestanden. Die Freiheit ist zum Greifen nah und doch so fern. Michaela Kastel beschreibt das düstere Szenario der Kinder in diesem Wald derart beklemmend, der Wahnsinn ist für den Leser direkt greifbar. Als Leser leidet man mit den Kindern, deren Angst ist permanent zu spüren. Aber auch schon früh zeigte Jannik Anwandlungen, die ihn mir entfremdeten. Die ermittelnde Kriminalbeamtin für die Vermisstenfälle blieb für mich blass, fast wirkte dieser Handlungsstrang wie ein belangloser Nebeneffekt. Das Hauptaugenmerk liegt bei dem Buch tatsächlich auf dem Geschehen im Wald. Dies ist hervorragend dargestellt, aber ich hätte mir die Verknüpfung besser gewünscht. Speziell gegen Ende wird alles zwar spannend auf die Spitze getrieben, aber auch einige offene Fragen bleiben. Hier hätte ich mir Aufklärung gewünscht. In Summe für mich ein guter, düsterer und beklemmender Thriller mit Gänsehautfeeling, aber auch mit kleinen genannten Schwächen.