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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2016

Zerbrochene Kinderseelen in Stuttgart

Scherbenkind
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"Scherbenkind" ist der zweite Krimi mit der Stuttgarter Hauptkommissarin Verena Sander. Diesmal hat sie es mit einem Mordopfer zu tun, dass ehemaliger Angehöriger einer Heavy-Metal Band war. Doch schon ...

"Scherbenkind" ist der zweite Krimi mit der Stuttgarter Hauptkommissarin Verena Sander. Diesmal hat sie es mit einem Mordopfer zu tun, dass ehemaliger Angehöriger einer Heavy-Metal Band war. Doch schon bald tun sich weitere Abgründe auf: Kindesmissbrauch und Satanismus. Dabei trifft Verena Sander auf die verschlossene Jugendliche Sina, die anscheinend mehr zu verbergen hat, als es den Anschein hat. Früh wird der Leser mit diversen Namen von Jugendlichen konfrontiert, ohne erst zu wissen wie diese zusammenhängen. Aber schon bald merkt man, dass es hier anscheinend um gespaltene Persönlichkeit gehen muss. So tritt die Psychologin Hannah auf das Parkett, die der Leser schon aus "Blutopfer" kennt, und die nun Verena Sander zur Seite steht. Die Hauptkommissarin ist sehr emotional bei dem Fall und nimmt den Leser aber auch dabei voll mit. Geschickt baut Britt Reißmann in diesem Buch den Spannungsbogen auf und hält ihn beständig bis zum Ende hoch. Immer wieder gibt es Wendungen, die das Puzzle um den Fall aber stimmig machen. Die Story wühlt einen als Leser auf und dadurch konnte ich das Buch zwischendrin nur schwer zur Seite legen. Zu emotional ist man selbst bei der Sache dabei und fiebert bei der Aufklärung des Falles mit. Hatte ich in "Blutopfer" mit Verena Sander noch ein wenig Anlaufschwierigkeiten, so schaffte sie mich diesmal voll zu überzeugen. Details aus ihrem Privatleben sind nicht zu viel, aber schaffen einen guten Rahmen um sich die Hauptkommissarin besser vorstellen zu können. Perfekt fand ich dabei ihre Tatortbeschreibung für den Staatsanwalt Triberg, ein echter Brüller. Obwohl dies der zweite Band aus einer Reihe ist, ist es aber nicht zwingend notwendig den ersten Fall vorher zu lesen. Es erleichtert zwar ein wenig um das Umfeld der Verena Sander besser zu verstehen, aber "Scherbenkind" kann durchaus ohne diese Vorkenntnisse gelesen werden. Mit dem zweiten Fall der Hauptkommissarin ist der Autorin Britt Reißmann ein spannender, mitreißender Krimi gelungen, der für mich eine klare Steigerung zum ersten Fall war und gleichzeitig die Vorfreude auf einen Folgeband weckt. Ich würde sehr gern mehr von der Stuttgarter Ermittlerin lesen.

Veröffentlicht am 31.10.2016

Peter Hogarts zweiter Fall

Die Engelsmühle
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"Die Engelsmühle" ist ein früherer Thriller von Andreas Gruber und der zweite Band rund um den Versicherungsdetektiv Peter Hogart. Das Buch erschien 2008 im Festa-Verlag und wurde mittlerweile als eBook ...

"Die Engelsmühle" ist ein früherer Thriller von Andreas Gruber und der zweite Band rund um den Versicherungsdetektiv Peter Hogart. Das Buch erschien 2008 im Festa-Verlag und wurde mittlerweile als eBook beim Goldmann-Verlag 2015 neu aufgelegt. Schon vor fünf Jahren hatte ich den ersten Band "Schwarze Dame" gelesen, der mir sehr gut gefallen hatte. Aber es dauerte, bis ich nun auch diesen Roman zwischen die Finger bekam. In seinem zweiten Fall ermittelt Peter Hogart in seiner Heimatstadt Wien. Anfangs noch ein klein wenig schleppend baut sich aber dann recht schnell die Spannung auf und bleibt dann aber konstant hoch. Gruber lässt seinen Protagonisten unter Zeitdruck der Versicherung agieren. Dies verleitet ihn zu Fehlern, die in fast das Leben kosten. Obwohl ich schon vor Ende des Romans den wahren Täter ermittelt hatte, fühlte ich mich bis zum Ende gut unterhalten. Die Reihe um Peter Hogart gefällt mir, aber es stellt sich die Frage an den Autor, warum er 2008 nach dem zweiten Band diese nicht fortgeführt hatte. Peter Hogart hätte sicherlich Potential für weitere Abenteuer.

Veröffentlicht am 28.10.2016

Abenteuer a la Indiana Jones, nein nicht wirklich...

DER ZEHNTE HEILIGE
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Mit der Erwartung einen Touch von "Indiana Jones" hier zu finden, ging ich an das Buch heran. Doch diese musste ich schnell begraben. Die Geschichte läuft in zwei Handlungssträngen, zum einen in der Antike ...

Mit der Erwartung einen Touch von "Indiana Jones" hier zu finden, ging ich an das Buch heran. Doch diese musste ich schnell begraben. Die Geschichte läuft in zwei Handlungssträngen, zum einen in der Antike mit Gabriel und zum anderen in der Gegenwart rund um Sarah Weston. Trotz guter Ansätze kam aber nie ein richtiger Spannungsbogen auf und die Autorin konnte mich als Leser auch nicht richtig einfangen. Zu sehr zog sich dabei die Geschichte. Erst erleben wir kapitelweise das Leben von Gabriel, um dann letztendlich sein Sterben einfach kurz und bündig abzuhaken. Auch für Sarah als Protagonistin konnte ich mich nicht richtig erwärmen. Zu wechselhaft in ihrem Charakter ist sie mal die sture, eigensinnige Frau, dann wieder das ganze Gegenteil. Als dann die Geschichte einen totalen Wandel bzgl. Zeitreisenden und Endzeitszenario genommen hat, empfand ich das Ganze nur noch als übertrieben. Irgendwie wurde mir einfach zu viel in einen Roman gepackt. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Veröffentlicht am 23.10.2016

Heiße Luft im Fußballderby

Mord in der Nordkurve
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Die Kölner Kommissare Fisch und Kid ermitteln in ihrem dritten Fall diesmal im Umfeld der Fußballszene. In zuerst zwei Handlungsstränge von Vergangenheit und Gegenwart erfährt der Leser von zwei unabhängigen ...

Die Kölner Kommissare Fisch und Kid ermitteln in ihrem dritten Fall diesmal im Umfeld der Fußballszene. In zuerst zwei Handlungsstränge von Vergangenheit und Gegenwart erfährt der Leser von zwei unabhängigen Taten. Dabei erkennt man selbst sehr schnell die Zusammenhänge, während die Ermittler dies erst durch ihre Arbeit herauskriegen müssen. Zugleich haben sie auch noch auf der Dienststelle einen Kollegen, der kurz vor der Pension steht, aber bereits Witwer ist und mit dieser Situation nicht klarkommt. Aber letztendlich kommen sie dem Täter auf die Spur und das Buch nimmt zum Ende nochmal richtig rasant an Fahrt auf. In Summe ein guter Regionalkrimi, realistisch dargestellt und an den richtigen Stellen mit Spannung gewürzt.

Veröffentlicht am 20.10.2016

Neue Kommissarin in München

Verletzung
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"Verletzung" ist der Debütroman von Manuela Obermeier. die im realen Leben ebenfalls Polizeihauptkommissarin von Beruf ist. Zugleich ist es der erste Band einer neuen Serie mit der Protagonistin Toni ...

"Verletzung" ist der Debütroman von Manuela Obermeier. die im realen Leben ebenfalls Polizeihauptkommissarin von Beruf ist. Zugleich ist es der erste Band einer neuen Serie mit der Protagonistin Toni Stieglitz. Diese ist vom Typ eine Ermittlerin, die kein Fettnäpfchen auslässt. Durch ihre Impulsivität und teilweise Sturheit stellt sie sich immer wieder auf das Abstellgleis und macht es ihren Kollegen schwer. Dass sie dabei selbst unter häuslicher Gewalt leiden musste, kann sie niemanden mitteilen. Zu groß ist ihre Scham. So durchziehen diesen Krimi zwei Handlungsstränge. Zum einen die Ermittlungen der Mordserie und zum anderen Tonis eigene Probleme. Dabei liest sich das Buch sehr flüssig, obwohl ich mir persönlich mehr Mordfall und etwas weniger Tonis Privatleben gewünscht hätte. Hier hätte die Protagonistin ruhig eher den Mut aufbringen können, sich ihrem Vorgesetzten anzuvertrauen und Hilfe anzunehmen. In Summe aber ein solider Auftakt mit vielen örtlichen Déjà-vus für mich als Münchner.