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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein ebenso wichtiges wie trauriges Thema, beeindruckend erzählt

Da, wo ich dich sehen kann
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Von Jasmin Schreibers Romanen hat mich bisher noch keiner enttäuscht. Sie schreibt sprachgewaltig zu einer großen Vielfalt an interessanten und wichtigen Themen und zählt somit zu meinen liebsten Gegenwartsautorinnen.

Diesmal ...

Von Jasmin Schreibers Romanen hat mich bisher noch keiner enttäuscht. Sie schreibt sprachgewaltig zu einer großen Vielfalt an interessanten und wichtigen Themen und zählt somit zu meinen liebsten Gegenwartsautorinnen.

Diesmal steht ein Femizid im Mittelpunkt der Handlung. Die dreißigjährige Emma wurde von ihrem gewalttätigen Ehemann ermordet. Zurück bleiben ihre neunjährige Tochter Maja, deren Patentante und Emmas beste Freundin Liv sowie Emmas Eltern. Sie müssen lernen, mit der großen Lücke, die Emma hinterlässt, umzugehen und auch mit den Vorwürfen, die sie sich selbst im Zusammenhang mit deren Tod machen, ob sie etwas merken und alles verhindern hätten können.

Jasmin Schreiber findet immer wieder tolle sprachliche Bilder, um die unbeschreiblichen Gefühle, die mit dem Verlust und der Trauer verbunden sind, doch irgendwie in Worte zu fassen. Zudem wird das Buch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Aus Sicht ihrer Freundin, ihrer Tochter und ihrer Eltern, aber in Rückblicken auch aus Emmas, sodass man als Leserin sehr nah dran an allem ist, wodurch man tief berührt wird von der Geschichte. Zwischendurch gibt es auch Notrufprotokolle oder den sachlich-nüchtern verfassten Obduktionsbericht als Kontrast zur persönlichen Sicht der Beteiligten. Optisch abgegrenzt finden sich kurze Szenen, die sich damit beschäftigen, wo noch ein Wendepunkt zu einem guten Ausgang möglich gewesen wäre.

Somit handelt es sich um einen recht außergewöhnlich gestalteten Roman zu einem wichtigen Thema, der niemanden kalt lässt.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Frauen können alles, wenn man(n) sie lässt

Aufgeben können die anderen
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Lena Johannson widmet sich in ihrem neuesten historischen Roman der Geschichte der Olympischen Spiele mit dem Focus auf der Teilnahmemöglichkeit der Frauen, die hart erkämpft werden musste.

Die Geschichte ...

Lena Johannson widmet sich in ihrem neuesten historischen Roman der Geschichte der Olympischen Spiele mit dem Focus auf der Teilnahmemöglichkeit der Frauen, die hart erkämpft werden musste.

Die Geschichte beginnt kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Alice lebt mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in Nantes und besucht, obwohl ihre Eltern aus eher einfachen Verhältnissen stammen, ein Mädchengymnasium, was für die damalige Zeit, in der Frauen nicht einmal wählen durften, eher ungewöhnlich war. Durch ihre erste Liebe kommt sie zudem zum Schwimmsport, findet aber kaum Möglichkeiten, als Frau diese und andere Sportarten auszuüben. Die Teilnahme an Wettkämpfen ist für Frauen gar utopisch. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen beginnt Alice dafür zu kämpfen, dass es auch Sportwettkämpfe für Frauen gibt und diese bald auch an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen.

Ich fand diese Hintergründe, von denen vieles auf wahren Begebenheiten beruht, sehr interessant. Ich mag historische Romane, über die Geschichte weiblichen Leistungssports habe ich bisher aber noch wenig gewusst. Alice ist mir sympathisch, wie sie nicht aufgibt, für ihr großes Ziel zu kämpfen und sich auch von Schicksalsschlägen und dominanten Männern nicht aus der Bahn werfen lässt. Die Autorin scheint sorgfältig recherchiert zu haben und schreibt gut nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Rücksichtsvoll Wildtiere beobachten

Tiere beobachten mit dem Wildtierguide
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Dieser neue Wildtier-Beobachtungs-Guide aus dem Kosmos-Verlag spricht schon mit seiner Covergestaltung und der rauhen Haptik des Einbands aufgrund der umweltfreundlicheren Herstellung an.

Der Autor ist ...

Dieser neue Wildtier-Beobachtungs-Guide aus dem Kosmos-Verlag spricht schon mit seiner Covergestaltung und der rauhen Haptik des Einbands aufgrund der umweltfreundlicheren Herstellung an.

Der Autor ist kein Naturfotograf, dem es vor allem um Tipps für spektakuläre Tier-Aufnahmen geht, sondern er ist Ökologe und Naturschützer und ihm ist es somit auch sehr wichtig, den Leser:innen zu vermitteln, wie man sich in der Natur respektvoll und angemessen verhält und es so vermeidet, dass es bei den beobachteten Tieren zu durch den Menschen ausgelösten Stressreaktionen kommt. Darum geht es zunächst auch zu Beginn des Buches. Zudem werden diverse Hilfsmittel zum Beobachten und Fotografieren vorgestellt.

Der Hauptteil untergliedert sich in Säugetiere, Vögel, Amphibien und Reptilien und Insekten. Dabei werden den verschiedenen Tieren der jeweiligen Gruppe jeweils mehrere Seiten gewidmet, auf denen man unter anderem erfährt, wo diese Lebewesen häufig anzutreffen sind, zu welcher Jahreszeit sie besonders gut beobachtet werden können und, was es sonst so zu beachten gibt. Oft finden sich auch weitere Hintergrundinformationen und Tipps des Autors. Dazu gibt es viele ansprechende Bilder. In den beiden Umschlagklappen finden sich hilfreiche Übersichten, einmal alle enthaltenen Tiere mit den jeweiligen Seitenzahl und zum anderen ein "Datingkalender" mit einer Übersicht, welche Monate sich besonders gut zum Beobachten der jeweiligen Art eignen.

Das Buch liefert auf jeden Fall viele brauchbare Informationen, worauf es bei der Tierbeobachtung zu achten gilt und vermittelt zudem Respekt vor den Wundern der Natur. Ein Pluspunkt ist auch, dass alle enthaltenen Tierarten theoretisch beobachtet werden können, ohne besonders weite Reisen anzutreten, da sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz vorkommen, auch wenn manche Arten gefährdet sind.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Ihrer Zeit voraus

Die Frau der Stunde
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"Die Frau der Stunde" ist der erste Roman der Historikerin Heike Specht, die zuvor schon Biografien bekannter historischer Persönlichkeiten verfasst hat. Diesmal steht aber keine Person im Mittelpunkt, ...

"Die Frau der Stunde" ist der erste Roman der Historikerin Heike Specht, die zuvor schon Biografien bekannter historischer Persönlichkeiten verfasst hat. Diesmal steht aber keine Person im Mittelpunkt, die es wirklich gab, sondern die fiktive Protagonistin Catharina Cornelius, eine liberale Politikerin, die im Bonn der späten 70er Jahre überraschend zur deutschen Außenministerin wird. Verwoben wird ihre Geschichte wiederum mit realen Bezügen aus der damaligen Zeit und Ereignissen, die die Außenpolitik damals prägten. Dadurch wirkt der Roman zugleich auch sehr realistisch und irgendwie kann man sich durchaus vorstellen, wie es gewesen wäre, wäre nicht erst Anna-Lena Bärbock als erste Außenministerin Deutschlands in die Geschichtsbücher eingegangen. Der Autorin gelingt es sehr gut, zu veranschaulichen, mit welchen Problemen Catharina Cornelius konfrontiert ist, weil sie in der damals noch viel mehr männerdominierten und konservativen Welt eine liberal eingestellte Frau ist, aber auch, wie sie, auch mithilfe ihrer Frauen-Clique, auch mal unkonventionelle Lösungen findet. Ein sehr interessantes Gedankenexperiment, das in einem gut lesbaren Schreibstil verfasst wurde und auch mal den Politik-Betrieb etwas auf die Schippe nimmt.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Zu verschieden?

Und plötzlich ist es wunderbar
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Bei diesem Roman handelt es sich um eine Fortsetzung einer zuvor unglücklich beendeten Liebesgeschichte zwischen Edie und dem Schauspieler Elliot. Grund dafür war, dass sie in Nottingham lebt und er meist ...

Bei diesem Roman handelt es sich um eine Fortsetzung einer zuvor unglücklich beendeten Liebesgeschichte zwischen Edie und dem Schauspieler Elliot. Grund dafür war, dass sie in Nottingham lebt und er meist in Hollywood als erfolgreicher Schauspieler arbeitet. Dann steht Elliot aber an Weihnachten überraschend wieder vor ihrer Tür und sie geben ihrer Beziehung eine neue Chance, wobei sich diverse Komplikationen bedingt durch Elliots Beruf und seine Bekanntheit auch diesmal nicht vermeiden lassen. Zudem bekommt Edie mit dem netten und unkomplizierten Declan einen neuen Arbeitskollegen, mit dem sie sich sehr gut versteht.

Die Covergestaltung passt zur Geschichte und reiht sich auch harmonisch passend zu vorangegangenen Romanen der Autorin ein. Dass ich den Vorgängerroman nicht gelesen habe, war für das Verständnis Zusammenhänge kein Problem, sicher schadet es aber auch nicht, wenn einem die Protagonist:innen und ihr Umfeld schon bekannt sind. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar. Manchmal hätte die Geschichte für mich aber noch etwas realitätsnäher sein dürfen und es blieb auch eine gewisse Distanz zu den beiden Hauptfiguren. Die Sprecherin des Hörbuchs empfand ich als gut gewählt. Ihre Stimme passt zur Stimmung der Geschichte und man konnte ihr gut folgen.

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